Wissenschaftlich erwiesen: Das gebrochene Herz

Montag, 8. Februar 2010 13:09

Ich liebe deutsche Sprichworte. Meine persönliche Überzeugung ist nämlich, dass in diesen Sprichwort eine Wahrheit steckt. So auch im Sprichwort: “Mein Herz ist gebrochen”.

Früher musste ich mir da schon eher Dinge anhören wie: “Ja, ja, wenn es aus Porzellan wäre, dann könnte es schon brechen…”. Aber der Weisheit der Menschen (die nicht durch Studien verbildet ist), weiß es besser. Und die “Wissenschaft” weiß es jetzt auch besser.

Anfang der 90er Jahre wurde bei Patienten ein bis dahin unbekanntes kardiologisches Krankheitsbild am Herzen diagnostiziert: Die so genannte Tako-Tsubo-Kardiomyopathie – auf deutsch: “Stress-Kardiomyopathie”. Im englischen Sprachraum bezeichnet man es als “Broken-Heart-Syndrom” – das “Gebrochene Herzen Syndrom”.

Diese Tako-Tsubo-Kardiomyopathie wurde zunächst in Japan beobachtet und Mediziner hielten sie zunächst für ein asiatisches Phänomen. Doch das „Broken-Heart-Syndrom“ betrifft auch Patienten der westlichen Industrieländer. Da die Symptome starke Ähnlichkeit mit einem Herzinfarkt haben, blieb die Krankheit lange Zeit unerkannt.

Es beginnt mit den typischen starken Schmerzen auf der linken Seite und dem panischen Gefühl zugeschnürter Enge im Brustkorb. Untersuchungen mit dem EKG und dem Ultraschall deuten auf einen Infarkt hin, da Teile des Herzens aufgehört haben zu schlagen. Erst das Röntgenbild zeigt, dass die Gefäße nicht verengt, und das Herz im Grunde vollkommen intakt ist.

Noch 2006 gab es keine eindeutigen Befunde für das „Broken-Heart-Sysndrom“ und nach wie vor forschen Mediziner nach den Ursachen. Um einen Infarkt eindeutig auszuschließen, müssen sämtliche infrage kommenden Diagnosemöglichkeiten ausgeschöpft werden, so etwa die zusätzliche Untersuchung der Herzkammern. Gegenwärtig wird geschätzt, dass etwa 1 bis 2% der Patienten mit der Diagnose Herzinfarkt unter der harmloseren Form der “Stress-Kardiomyopathie” leiden. Statistisch erwiesen ist, dass hauptsächlich ältere Frauen betroffen sind.

Sind die Faktoren für einen Herzinfarkt vielschichtiger Natur und die Ursachen sowie die eigentlichen Auslöser nicht immer eindeutig, kündigt sich das „Broken-Heart-Syndrom“ in den meisten Fällen nach besonderen oder längeren Stress-Situationen an. Ein Tod in der Familie oder ein Unfall können die Symptome hervorrufen.

Wissenschaftler vermuten, dass eine plötzliche, hohe Konzentration der Hormone Adrenalin, Dopamin und Noradrenalin die Funktion der unteren linken Herzkammer deaktivieren kann. Kleine Blutgefäße können sich unter dem Einfluss der Hormone zusammenziehen und so den Stillstand des Herzens verursachen. Ebenso wird spekuliert, dass die Hormonkonzentration toxisch auf die Zellen der Herzmuskulatur wirken könne.

Gesichert ist, dass das Muskelgewebe nicht dauerhaft geschädigt wird wie bei einem Herzinfarkt. Das Organ regeneriert sich nach dem abrupten Anfall relativ schnell und ist innerhalb weniger Wochen wieder voll funktionsfähig. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die akute Stress-Kardiomyopathie lebensgefährlich ist und sofort professionell behandelt werden sollte.

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Pestizide erhöhen Parkinson-Risiko

Freitag, 5. Februar 2010 13:07

Umweltgifte erhöhen das Risiko, an der Parkinson-Krankheit zu erkranken. Dieser Verdacht bestand, seit Ratten Insektizide gespritzt bekamen und danach an einer tierischen Parkinson-Erkrankung litten. Allerdings konnten andere Untersuchungen nie nachweisen, welche Gifte in welcher Menge zu einer Erkrankung führen.

Eine französische Studie von Insem, dem nationalen Institut für Gesundheitsforschung, und der Universität Pierre et Marie Curie ging nun ins Detail. Die Veröffentlichung in den “Annals of Neurology“ zeigt: Alexis Elbaz und sein Team untersuchten Landwirte, die auf ihren Höfen immer wieder Umweltgifte eingesetzt hatten. Die Forscher legten ihr Augenmerk dabei auch auf die Menge de Gifte, mit der es die Bauern im Verlauf ihres Lebens zu tun gehabt hatten. Und sie unterschieden die Mittel in Insektizide (gegen Insekten), Herbizide (gegen Unkraut) und Fungizide (gegen Pilze).

Es zeigte sich, dass die Bauern, die besonders oft gegen Insekten vorgegangen waren, doppelt so häufig an Alzheimer erkrankt waren wie ihre Kollegen.

Weitere Forschungen sollen nun klären, ob auch geringe Mengen der Umweltgifte neurodegenerative Krankheiten hervorrufen können. Die Parkinson-Erkrankung ist eine solche, verhältnismäßig häufige Erkrankung, die noch nicht geheilt werden kann.

Quelle: http://www3.interscience.wiley.com/journal/122322358/abstract

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Betablocker: Einmal Hü – einmal Hott

Mittwoch, 27. Januar 2010 11:52

Im Laufe der Jahrzehnte erlebt “man” so einiges in der Medizin. Vor allem erlebt man, dass die Erkenntnisse von gestern die Irrtümer von morgen sind.

Beispiel Betablocker. Mittlerweile sehe ich nicht nur, dass diese Dinger wie bunte Smarties verteilt werden, sondern auch das “Neue Studien” ein weiteres Spektrum zugänglich machen, das bisher (nach Studienlage) eigentlich tabu war…

Also: Worum geht es?

Das vegetative Nervensystem nimmt entscheidenden Einfluss auf das Herz und den Kreislauf. Dieser Einfluss ist nicht immer erwünscht. Um ihn zu bremsen können Betablocker mit dem gängigen Wirkstoff Metropolol eingesetzt werden. Inzwischen auch bei Patienten nach einem Herzinfarkt oder einer nachgewiesenen Herzinsuffizienz. Neuere Studien haben den Nutzen von Metropolol bei solchen Erkrankungen festgestellt und damit ältere Studien widerlegt, welche zu dem Ergebnis kamen, dass Betablocker bei solchen Patienten nicht eingesetzt werden dürften.

Hierdurch wird deutlich, das solche Studien immer nur in einem kleinen Rahmen unter Berücksichtigung der Bedingungen während der Studie brauchbare Informationen liefern können. Der menschliche Organismus ist jedoch individuell und erfüllt diese Rahmenbedingungen nur selten. Daher hat jede Studie nur vorläufigen Charakter. Ihre Aussagen sind so gut wie niemals individuell und für alle Zeiten wahr. Sie berücksichtigen weder den Menschen in seiner Komplexität noch können sie bisher unerforschte Einflussfaktoren einbeziehen. Alle Ärzte und Mediziner sollten sich dieser Tatsache stets bewusst sein.

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Tod durch die Pille?

Donnerstag, 21. Januar 2010 22:12

oder: Die verhängnisvolle Verhütungspille

Die Süddeutsche Zeitung und der Verein: „Coordination gegen BAYER-Gefahren“ machen auf das Risikopotential der Pillen: Aida und Petibelle, Produkte der Bayer Tochter Jenapharm und die Antibabypillen: Yaz, Yasmin und Yasminelle direkt aus dem Hause Bayer aufmerksam.

Direkt nach der Markteinführung im Jahr 2000 wurden schon mehr als hundert Fälle von schweren Nebenwirkungen gemeldet.

2001 kam es zu den ersten tragischen Todesfällen. Allein in Deutschland sind sieben Frauen nach der Einnahme einer Pille aus dieser Produktreihe verstorben. Bei anderen Patientinnen traten eklatante Nebenwirkungen auf. Einige Frauen traf es so tragisch, dass sie zu Pflegefällen wurden.

Der Expertenstreit zwischen unabhängigen Wissenschaftlern und dem Bayer- Konzern gibt zu denken: Der Zusammenhang zwischen der Einnahme dieser „Pille der zweiten Generation“ und den Todesfällen ist bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Deshalb sieht der Bayer Konzern auch keine Veranlassung dazu, das Medikament vom Markt zu nehmen.

Internationale Studien stimmen überein: das Hormon Drospirenon erhöht das Risiko, ein Blutgerinnsel entstehen zu lassen. In den Pillen der ersten Generation ist Drospirenon noch nicht enthalten.

Deshalb wird inzwischen Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Bluthochdruck oder Diabetes dazu geraten, lieber zu den alten und bewährten Verhütungspillen zu greifen.

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Schmerzen durch Medikamente

Montag, 18. Januar 2010 11:20

Vorsicht: Die Nebenwirkungen bei der Einnahme von Kopfschmerzmitteln sind keine Nebensache

In Deutschland werden pro Jahr Millionen Packungen von Schmerzmitteln konsumiert. Aber kaum jemand kennt die gefährlichen Nebenwirkungen dieser oft freiverkäuflichen Medikamente.

Spitzenreiter in den „Charts“ der beliebtesten Schmerzmittel ist Paracetamol, dicht gefolgt von Aspirin, Spalt und Voltaren.

Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, dieser kann ebenso wie Diclofenac, welches in Voltaren enthalten ist Störungen im Magen- und Darmbereich hervorrufen. Im schlimmsten Falle kommt es sogar zu Blutungen im Verdauungssystem. Auch Allergien und Nierenprobleme können von diesen Inhaltsstoffen ausgelöst werden.

Und auch Schmerzmittel ohne eine entzündungshemmende Wirkung, wie Paracetamol können Krankheiten im Bereich der Leber, im Blutsystem und Allergien bewirken.

Frei verkäuflich bedeutet nicht frei von Nebenwirkungen

Allerdings kann auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten die Gesundheit stark gefährdet werden.
Hier sind speziell Präparate aus der Gruppe der Triptane in den Fokus der medizinischen Kontrolle gerückt. Denn sie bekämpfen zwar die gefürchteten Migränekopfschmerzen, aber gleichzeitig ist es möglich, dass sie in völlig anderen Bereichen des Körpers Schmerzen auslösen.

Wahrscheinlich aktiviert dieses Präparat das physisch gespeicherte Schmerzgedächtnis eines Patienten. denn es treten Beschwerden an Stellen im Körper auf, die in der Vergangenheit schon von Krankheiten und Schmerzen betroffen waren.

Um diesen- auf den ersten Blick- unwahrscheinlichen Zusammenhängen auf die Spur zu kommen, sei es jedem Schmerzpatienten empfohlen, ein Schmerztagebuch zu führen. Darin sollte dokumentiert werden, welche Medikamente wann eingenommen wurden und zu welchen Reaktionen es kam. Anhand solcher persönlicher und detaillierter Dokumentationen kann man gemeinsam mit seinem Arzt herausfinden, welches Präparat mehr Schaden als Nutzen bringt.

Ihr Arzt wird dann auch diese Nebenwirkungen an ein medizinisches Erfassungssystem weiterleiten, diese Informationen helfen der pharmakologischen Forschung und Entwicklung in ihrer Arbeit.

Denn die Qualität von Schmerzmitteln hängt auch von den Rückmeldungen der Patienten ab. Nur mit Hilfe der Patienten können überhaupt manche Schwachstellen erkannt und beseitigt werden.

Tja: und wenn man möchte, könnte man sich ganz von den Nebenwirkungen befreien. Man könnte nebenwirkungsfreie oder zumindest sehr nebenwirkungsarme Alternativen suchen. Oder man stellt gleich die Ursachen ab  — und darum geht es auf Naturheilt.com

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Zu viele Medikamente für Kinder

Dienstag, 12. Januar 2010 14:58

Eine Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts infas verdeutlicht, dass Eltern ihren Kindern häufig zu viele oder falsche Medikamente verabreichen. Für die von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände beauftragten Studie wurde zwischen März und Mai 2009 eine repräsentative Befragung von 3.200 Eltern mit Kindern unter 18 Jahren vorgenommen.

Demnach geben drei von fünf Eltern ihrem Kind mindestens einmal monatlich ein Medikament. Zudem erhalten 19 Prozent der Kinder vorbeugend Medikamente, etwa in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

„Ich glaube, dass manche Eltern ihren Kindern zu schnell Arzneimittel geben”, sagt der Vize-Präsident der ABDA, Friedemann Schmidt. Ergänzend fügt er hinzu: „Das Wissen über nicht medikamentöse Anwendungen hat in den letzten 20 Jahren deutlich nachgelassen.” Auch die infas-Studie zeigt, dass im Fall einer gewöhnlichen Erkältung nur 16 Prozent der Eltern auf Hausmittel wie Wadenwickel zurückgreifen.

Diese Entwicklung kann ich aus der Praxis nur bestätigen. Eltern denken bei Fieber ihrer Kinder erst einmal an ”Fieberzäpfchen!”. Und das möglicherweise ihne jeden Grund. Viele Eltern können trauen sich überhaupt nicht mehr zu zu beurteilen, wie gravierend das Fieber überhaupt ist.

Da kommen Eltern teilweise mit einem quietschfidelen Kleinkind mit Schnoddernase und erhöhter Temperatur (38°C) – meinen aber, das Kind habe hohes Fieber… 

Die Studie stellte übrigens weiter fest: Häufig wird sich auch zu unbedacht aus dem Arzneischrank bedient. 43 Prozent der befragten Eltern verabreichen Medikamente, ohne zuvor einen Arzt zu fragen. Zudem gibt es aktuell nicht genug Arzneien, die eine spezielle Behandlung von Kindern ermöglichen.

Zwangsläufig liegt der Anteil Kindern verschriebener Medikamente, die nur für Erwachsene geeignet sind, bei bis zu 20 Prozent, in Krankenhäusern sogar bei fast 60 Prozent. Der Kinderarzt Professor Wolfgang Rascher verdeutlicht die Konsequenz der auf dem Beipackzettel fehlenden Dosierungsempfehlung für Kinder: „Dann sitzt die Mutter am Küchentisch und teilt Tabletten mit dem Küchenmesser”.

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Patientenrisiko: Medizinische Abkürzungen

Montag, 11. Januar 2010 13:23

Die Britische Medical Defence Union (MDU) warnte kürzlich vor erheblichen Patientenrisiken durch den missverständlichen Gebrauch medizinischer Abkürzungen. Die MDU beruft sich hierbei auf veröffentlichte Studien aus Großbritannien und den USA, und verweist auf Ursachen wie fehlerhaftes Lesen, mangelnde Kenntnis medizinischer Abkürzungen, sowie die problematische Mehrfachbedeutungen von Abkürzungen.

Dr. Sally Old, gerichtsmedizinische Gutachterin der MDU, berichtete von zwei Patientenfällen. Einem Diabetes-Patienten wurde versehentlich die 10fache Dosis an Insulin verabreicht: anstatt 6IU (6 International Units) wurde die Abkürzung als 61 Units fehlinterpretiert. Der Fehler wurde rechtzeitig erkannt und der Patient versorgt.

In zweiter Fall verlief tragisch: einem 62jährigen Dialysepatienten wurde zur Behandlung einer Virusinfektion das Medikament Aciclovir verschrieben. Das erstellte Rezept lautete „Acyclovir mit HD”, enthielt also die Abkürzung HD für Hämodialysis; ein Hinweis darauf, die Medikamentendosis entsprechend der verminderten Nierenfunktion auf eine Dosis pro Tag zu reduzieren. HD wurde jedoch falsch als TD (three times daily), dreimal täglich, gelesen. Der Patient verstarb an den Folgen der unbemerkten Falschdosierung.

Beunruhigend ist auch folgender Befund: Kinderärzte, befragt nach der Bedeutung einer Auswahl fachspezifischer Abkürzungen, gaben zu 56-94% die korrekte Interpretation, wogegen Mediziner anderer Fachrichtungen nur zu 31-63% richtig lagen. Also kann ich mich auch endlich mal outen: ich verstehe die Abkürzungen auch nicht alle :-)

Bereits in 2007 veröffentlichte das Birmingham Heartland Hospital Ergebnisse einer landesweiten Studie an Kinderkliniken, aus der sich mehrere Fälle von Mehrfachbedeutung medizinischer Abkürzungen lesen. Ein Beispiel ist die Abkürzung „TOF“, welche in der britischen medizinischen Terminologie für “tetralogy of fallot”, einen angeborenen Herzfehler, aber auch für “tracheo-oesophageal fistula”, eine angeborene anormale Verbindung zwischen Luftröhre uns Speiseröhre, steht – zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder, mit möglicherweise fatalen Konsequenzen im Fall eines operativen Eingriffes zur Behebung dieser angeborenen Konditionen.

Auch ich hatte einen “Klassiker” noch in der Assistenzzeit: Zustand nach HWI. Klarer Fall von Harnwegsinfekt dachte ich - Blasentee verordnen und ab nach Hause. Ich wurde zum Glück eines bessern belehrt: es handelte sich um einen Hinterwandinfarkt.

Vertreter des Britischen Gesundheitsministeriums fordern jedenfalls Abkürzungen in medizinischen Aufzeichnungen, Verschreibungen und Behandlungsplänen auf ein Mimimum zu reduzieren: „Sie verursachen Konfusion und gefährden die Patientensicherheit“.

Dem kann ich nur zustimmen…

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Starker Ausgabenanstieg bei Arzneimitteln

Freitag, 8. Januar 2010 20:09

Wirtschaftskrise? Aber nicht doch!

Während sich Arbeitnehmer und Unternehmer sorgen um ihr Geschäft und Arbeitsplätze machen, freuen sich das Pharmakartell, äh… die Pharmahersteller und lassen Sektkorken knallen – oder vielleicht doch eher Champagnerkorken?

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) haben im Monat November des Jahres 2009 gegenüber des Monats November des Jahres 2008 durchschnittlich 10,9 Prozent mehr für Arzneimittel und Impfstoffe bezahlt!

Je nach Region liegen die Steigerungsraten dabei zwischen 6,3 und 13,3 Prozent. Da die gesetzlichen Krankenversicherungen mehr Geld in Arzneimittel investieren muss als in Impfstoffe, ist es für sie schwerwiegend, dass die Preise für Arzneimittel um 11,1 Prozent stiegen.

Die Impfstoff-Preise sind zwar “nur” um 6,6 Prozent gestiegen, jedoch machen die Arzneimittel den größten Anteil aus.

Dies zeigt sich in den letztendlichen Zahlen, in welchen stehen, dass die Gesamtkosten um 10,9 Prozent gestiegen sind. Dadurch liegt die Steigerungsrate über der zu Beginn des Jahres einkalkulierten Steigerungsrate (einkalkuliert waren 5,6 Prozent).

Da kann man doch nur noch mit dem lustigen Pharmareferenten (alias Georg Schramm) antworten:

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ADHS bei Erwachsenen

Montag, 4. Januar 2010 13:18

ADHS ist keine Störung, die man als Erwachsener bekommt. ADHS hat man schon als Kind.

Bei ADHS handelt es sich um eine neurobiologische Störung, die mit der spezifischen Art und Weise der Informationsverarbeitung im Gehirn verknüpft ist. Sie führt zu Auffälligkeiten in der Verarbeitung von Wahrnehmungen, der Fokussierung der Aufmerksamkeit und der Steuerung von Impulsen.

Eine Sicherheit der Diagnose für Betroffene bringen Klassifikationssysteme, die von der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung, sowie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt wurden. Denn einzelne Symptome der ADHS hat fast jeder, aber deshalb ist noch lange nicht jeder Mensch von dieser Krankheit betroffen. Es kommt darauf an, wie ausgeprägt die einzelnen typischen Merkmale für ADHS bei einer Person vorkommen.

Nur wer unter der Mehrzahl der folgenden Symptomen und Beeinträchtigungen im Alltag leidet, ist ein ADHSler:

Hyperaktivität, häufige Unaufmerksamkeit, emotionale Labilität, die sich in Aggressivität wie auch in Depressionen niederschlagen kann, Stimmungsschwankungen, eine allgemeine chaotische Organisation des Alltags mit den damit verbundenen Problemen und Unfähigkeiten, die Arbeit im Beruf und im Privatleben durchzuführen, starke Impulsivität, instabile Beziehungen und Partnerschaften.

Die Symptomatik von ADHS ist nicht isoliert zu betrachten, der Therapeut sieht sie immer im Kontext der Lebensbedingungen des Einzelnen. Denn die externen und internen Faktoren bedingen und beeinflussen sich zu jeder Zeit. Wichtig für eine einwandfreie Diagnose ist zudem die Feststellung, dass die Symptome vor dem siebten Lebensjahr auftraten und sich mehr oder weniger kontinuierlich in der Lebensgeschichte fortsetzen.

ADHS bei Erwachsenen ist oft nur die Spitze des Eisbergs, unter der sich die Folgeerscheinungen der Störung verbergen.

Steven Safren von der Harvard Universität (USA) entwarf ein Modell, welches sehr gut verdeutlicht, wie sich die ADHS im Erwachsenenalter weiter ausbildet und verstärkt:

Die Kerndefizite wie zum Beispiel die ständige Störung der Konzentrationsfähigkeit sind der Anfang einer Reihe von Misserfolgen in der Schule und innerhalb der privaten Beziehungen. Diese Misserfolge werden mit der Zeit immer mehr verinnerlicht, der ADHS Betroffene identifiziert sich irgendwann mit seinen Problemen und er entwickelt ein ausgeprägtes negatives Selbstbild. Dieses negative Selbstbild mündet in Depression oder Aggression, diese Gefühle wiederum schlagen sich in einem Vermeidungsverhalten und Funktionsstörungen nieder. Erwachsene mit ADHS müssen also nicht nur das alltägliche Chaos im Kopf bewältigen, sie wirken auch wie ein Magnet auf weitere Probleme.

Mehr als 50% der erwachsenen ADHS Betroffenen leiden unter einer oder sogar mehreren Begleiterkrankungen. Dazu zählen Phobien, Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch.

Die Krankheit ADHS ist die Basis, aber oft sind zunächst nur die Begleiterkrankungen sichtbar. Dabei bilden diese nur die Spitze des Eisbergs.

Eine wichtige Erkenntniss gibt es jedoch: Jeder Mensch kann lernen, trotz ADHS ein glückliches und gesundes Leben zu führen.

Zum einen bietet die medikamentöse Therapie eine wirksame Hilfe, aber auch die Verhaltenstherapie nach dem Psychologen Steven Safren und die Gruppen-Psychotherapie, die von Bernd Hesslinger entwickelt wurde, können sehr gute Erfolge aufweisen.

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Milch kann Diabetes verursachen

Mittwoch, 30. Dezember 2009 14:35

Heilpraktiker empfehlen generell keine Kuhmilch zu trinken – schon gar nicht für Säuglinge und Kinder.

Was musste ich mir nicht über die Jahre anhören! Milch sei doch so gesund! Und gerade doch für Kinder!

Wer hat das eigentlich festgestellt?

Ich jedenfalls nicht. Vielen meiner kleinen Patienten geht es besser, wenn diese keine Milch mehr trinken.

Warum Milch schädlich sein kann:

Die frühe Gabe von Kuhmilch bei Säuglingen ist mit verantwortlich für die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Da bei Säuglingen die Darmwand-Barriere noch nicht voll ausgebildet ist, können so Milchproteine ins Blut gelangen. Die Antikörper, die der menschliche Organismus gegen die fremden Milchproteine bildet, greifen dann u.a. in der Bauchspeicheldrüse die Beta-Zellen an, da sich dort ganz ähnlich strukturierte Proteine befinden. Statt der Kuhmilchproteine bekämpft der Körper somit seine eigenen Zellen – und kann so Diabetes hervorrufen.
(Studie: content.nejm.org/cgi/content/abstract/327/5/302)

Obwohl der dringende Verdacht besteht, dass Milch Diabetes verursachen kann, werden keine weitergehenden Studien finanziert – jedenfalls sind mir keine bekannt.

Da stelle ich mir doch zwei Fragen:

1. Wer von der Industrie sollte denn an so einer Studie ein Interesse haben? Mit Sicherheit nicht die Milchindustrie und die gesamte Agrarlobby, sowie die Lebensmittelkonzerne.

2. Warum werden immer noch Kuhmilchprodukte für Kleinkinder empfohlen.

Folgerungen:

1. Zumindest der dringende Verdacht, der sich aus bisherigen Studien ergibt und die im Tierversuch bestätigt wurden, legen nahe, Kindern KEINE Milch zu geben. Aber das empfehle ich ja schon seit Jahren…

2. Die Milchindustrie hat Untersuchungen beizubringen, dass Milch nicht schädlich ist und eventuell doch kein Diabetes verursacht.

3. Die Werbung “Milch ist gesund” hat sofort zu unterbleiben.

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