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Käse galt jahrzehntelang als Problemfall der Ernährung: zu viel Fett, zu viele Kalorien, zu riskant für Herz und Gefäße. Und nun das – eine große Langzeitstudie legt nahe, dass ausgerechnet fettreicher Käse mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein könnte.

27.670 Menschen wurden über 25 Jahre begleitet. Am Ende zeigte sich: Wer täglich größere Mengen Vollfett-Käse verzehrte, entwickelte seltener eine Demenz als diejenigen mit geringem Konsum. Besonders auffällig war der Effekt bei vaskulärer Demenz.

Ist das die Rehabilitierung des „bösen“ Milchfetts? Oder nur ein statistischer Zufall?

Die Studie liefert keinen Beweis für Schutz – aber sie stellt eine Frage, die nicht ins gewohnte Ernährungsschema passt. Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

Die Käse-Studie

Frisch aus der Druckerpresse kommt eine neue Studie mit einer etwas eigenartigen Aufgabenstellung. Die Autoren aus China und Schweden wollten herausfinden, ob Käse und Co. und deren Fettgehalt dazu beitragen könnte, das langfristige Demenzrisiko zu beeinflussen. [1]

Laut der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, könnte der Verzehr von fettreichem Käse und Sahne mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein. Die Studie beweist jedoch nicht, dass der Konsum von fettreichem Käse und Sahne das Demenzrisiko senkt, sondern zeigt lediglich einen Zusammenhang auf. Aber immerhin…

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So ein Käse?

Fettreiche Käsesorten enthalten mehr als 20 % Fett und umfassen beispielsweise Cheddar, Brie und Gouda. Fettreiche Sahne enthält typischerweise 30–40 % Fett und umfasst Schlagsahne, Doppelrahm und Clotted Cream (Streichrahm). Diese Produkte werden im Handel üblicherweise als „Vollfett“ oder „normal“ gekennzeichnet.

„Seit Jahrzehnten prägt die Debatte um fettreiche versus fettarme Ernährung die Gesundheitsempfehlungen und führt mitunter sogar dazu, dass Käse als ungesundes Lebensmittel eingestuft wird, dessen Verzehr eingeschränkt werden sollte“, so Dr. Emily Sonestedt von der Universität Lund in Schweden. „Unsere Studie ergab, dass einige fettreiche Milchprodukte das Demenzrisiko sogar senken können, was einige langjährige Annahmen über Fett und Gehirngesundheit infrage stellt.“

Forscher analysierten Daten von 27.670 Personen in Schweden mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren zu Studienbeginn. Die Studienteilnehmer wurden durchschnittlich 25 Jahre lang begleitet. Im Verlauf der Studie erkrankten 3.208 Personen an Demenz.

Die Teilnehmer dokumentierten eine Woche lang ihre Ernährung und beantworteten Fragen zur Häufigkeit des Verzehrs bestimmter Lebensmittel in den vergangenen Jahren. Sie sprachen außerdem mit den Forschern darüber, wie sie ihre Mahlzeiten zubereiteten.

Forscher verglichen Personen, die täglich 50 Gramm oder mehr fettreichen Käse aßen, mit Personen, die weniger als 15 Gramm täglich zu sich nahmen. 50 Gramm Käse entsprechen beispielsweise etwa zwei Scheiben Cheddar oder einer halben Tasse geriebenem Käse und wiegen ungefähr 51 Gramm. Eine typische Käseportion beträgt etwa 28 Gramm. Von denjenigen, die mehr fettreichen Käse aßen, entwickelten 10 % bis zum Ende der Studie eine Demenz. Von denjenigen, die weniger fettreichen Käse aßen, erkrankten 13 % an Demenz.

Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Bildungsstand und allgemeiner Ernährungsqualität stellten die Forscher fest, dass Personen, die mehr fettreichen Käse aßen, ein um 13 % geringeres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, als diejenigen, die weniger fettreichen Käse aßen. Bei der Betrachtung spezifischer Demenzformen zeigte sich, dass Personen, die mehr fettreichen Käse aßen, ein um 29 % geringeres Risiko für vaskuläre Demenz hatten.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass das Risiko für Alzheimer bei denjenigen geringer war, die mehr fettreichen Käse aßen, allerdings nur bei denjenigen, die die APOE e4-Genvariante nicht trugen – einen genetischen Risikofaktor für Alzheimer.

Aber auch hier scheint die Ernährung kleine „Wunder“ vollbringen zu können. Denn die Träger dieses Gens können viel für sich tun durch eine z.B. mediterrane Küche mit Fisch, Hülsenfrüchten, Nüssen, Gemüse und gesunden Fetten, also möglicherweise auch mit fetthaltigen Käsesorten. [2]

Forscher verglichen außerdem Personen, die täglich 20 Gramm oder mehr Sahne mit hohem Fettgehalt konsumierten, mit Personen, die keine Sahne zu sich nahmen. 20 Gramm Sahne mit hohem Fettgehalt entsprechen beispielsweise etwa 1,4 Esslöffeln Schlagsahne. Eine empfohlene Portionsgröße liegt bei etwa 1–2 Esslöffeln.

Nach entsprechenden Anpassungen stellten die Forscher fest, dass Personen, die täglich Sahne mit hohem Fettgehalt konsumierten, ein um 16 % geringeres Demenzrisiko hatten als Personen, die keine Sahne zu sich nahmen.

Andere Milchprodukte und Einschränkungen der Studie

Es wurden keine Zusammenhänge zwischen dem Demenzrisiko und dem Verzehr von fettarmem Käse, fettarmer Sahne, fettreicher oder fettarmer Milch, Butter oder fermentierten Milchprodukten wie Joghurt, Kefir und Buttermilch gefunden.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Milchprodukte hinsichtlich der Gehirngesundheit nicht gleich Milchprodukte sind“, so Sonestedt.

„Während der Verzehr von mehr fettreichem Käse und Sahne mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden war, zeigten andere Milchprodukte und fettarme Alternativen nicht denselben Effekt. Weitere Forschung ist notwendig, um unsere Studienergebnisse zu bestätigen und genauer zu untersuchen, ob der Konsum bestimmter fettreicher Milchprodukte tatsächlich einen gewissen Schutz für das Gehirn bietet.“

Eine Einschränkung der Studie bestand darin, dass alle Studienteilnehmer aus Schweden stammten, weshalb die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind. Sonestedt merkte an, dass Käse in Schweden häufig roh verzehrt wird, während er in den Vereinigten Staaten oft erhitzt oder mit Fleisch gegessen wird. Daher sei es wichtig, dass auch in den Vereinigten Staaten Studien durchgeführt werden.

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Quellen: 

Überraschung! Die Online-Ausgabe der „Süddeutsche.de“ bringt ein Interview mit einem dänischen Arzt und Wissenschaftler, Dr. Peter Christian Götzsche, das „sich gewaschen hat“.

Denn die Süddeutsche ist nicht unbedingt ein Blatt, dass etablierte Politik und Medizin kritisiert oder auch nur ansatzweise in Frage stellt. Dementsprechend „harmlos“ fängt der Artikel dann auch an:

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„Das ist aber nicht evidenzbasiert!“ schallt es durch die Medienwelt, wenn eine alternative Heilmethode wirksam ist. Doch wenn die Schulmedizin Studien unterschlägt, war das bisher keiner Erwähnung wert. Jetzt ist es aber auch bei der Presse angekommen, die ansonsten der Homöopathie, Fasten etc. mehr als kritisch gegenübersteht, denn der Spiegel berichtete jüngst: „Pharmakonzerne sollen alle Daten offenlegen“ (spiegel.de/wissenschaft/medizin/bmj-pharmakonzerne-muessen-alle-studien-offenlegen-a-865429.html).

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Cholesterin ist schlecht und verursacht Schlaganfälle und Herzinfarkte. Diese schulmedizinische Formel steckt seit Jahrzehnten in den Köpfen von Medizinern und Nicht-Medizinern. Handelt es sich hier um einen Erfolg der medizinischen Wissenschaften in Sachen Bewusstmachung? Jein – der Erfolg liegt auf der Hand in Sachen Meinungsbildung, dass Cholesterin = Unheil bedeutet; der Misserfolg liegt in der Tatsache, dass diese Meinung überhaupt nichts mit den biologischen und physiologischen Gegebenheiten zu tun hat.

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Krebserkrankungen gehören zu den Erkrankungen, die häufig auftreten, oft tödlich enden, meist mit intensiven Schmerzen einhergehen und deren Therapie mit Zytostatika nebenwirkungsreich und oft auch unwirksam ist. So sterben immer noch ca. 50 Prozent aller Krebskranken, und das, obwohl die medizinische Wissenschaft nicht aufhört, sieben-Meilen-Sprünge-Erfolge in ihrem Fortschritt im „Kampf gegen den Krebs“ zu feiern.

Dieses Szenario ist natürlich ein permanentes Thema in den einschlägigen Massenmedien. Damit ist es interessant, der Frage nachzugehen, was diese Massenmedien zu sagen haben zu einem Thema, bei dem es soviel medizinischen Fortschritt zu geben scheint, der sich aber irgendwie in der Praxis noch nicht so recht durchsetzen kann.

In den USA ist man genau dieser Frage einmal nachgegangen.
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Ingwer gilt seit Jahrhunderten als ein natürliches Heilmittel gegen verschiedene Beschwerden wie Erkältung, Magenverstimmung usw. Unlängst fanden Wissenschaftler der Universität Geogia heraus, dass ein täglicher Verzehr von Ingwer in der Lage ist, leichte bis moderate Muskelschmerzen zu lindern. Weiterlesen

Die DONALD Studie wurde 1985 am Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) in Form einer Langzeitstudie begonnen. Sie ist eine offene Langzeitstudie und begleitet Kleinkinder bis ins frühe Erwachsenenalter. Die Probanden werden regelmäßig medizinisch untersucht. Zusätzlich werden Laborparameter und Messungen erhoben. Da die Studie über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird, bietet sie Material für eine Reihe von interessanten Fragestellungen. Weiterlesen