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Vioxx ist längst vom Markt verschwunden. Der Skandal offenbar ebenfalls — jedenfalls aus dem Gedächtnis vieler Menschen. Dabei gehörte das Schmerzmittel zu den größten Arzneimitteldesastern der jüngeren Medizingeschichte. Ich erinnere mich noch sehr genau daran. Denn ich sah damals in meiner Praxis, dass mit diesem neuen „Wundermittel“ etwas nicht stimmen konnte.

Anfang August 2026 veröffentlichte das Brownstone Institute einen Beitrag über den Vioxx-Skandal. Der Autor Alan Cassels berichtet darin von einem Treffen mit sechs gut ausgebildeten Bekannten. Unternehmer, Hochschullehrer, ein Richter – alles Menschen, die im Leben nicht gerade unter Informationsmangel leiden. Er fragte sie, ob sie Vioxx kennen. Keiner wusste, wovon er sprach.

Komisch. Denn von einem Krieg mit annähernd 60.000 gefallenen US-Soldaten hat jeder gehört. Von einem Medikament, das nach epidemiologischen Hochrechnungen mit Zehntausenden schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen in Verbindung gebracht wird, wissen dagegen selbst gebildete Menschen nichts mehr. Kriege bekommt Denkmäler. Pharmaskandale bekommen eine neue Packungsbeilage und werden anschließend vergessen.

Was ich damals in meiner Praxis beobachtete

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als um die Jahrtausendwende die ersten Patienten in meine Praxis kamen, die das neue Schmerzmittel Vioxx bekommen hatten. Deren Schmerzen waren zunächst tatsächlich besser. Aber nach einigen Wochen und Monaten beobachtete ich bei mehr als der Hälfte dieser Patienten Symptome, die ich mir erst einmal überhaupt nicht erklären konnte. Beschwerden, die für den normalen Krankheitsverlauf merkwürdig erschienen und die auch auf meine naturheilkundliche Behandlung nicht so ansprachen, wie ich es erwartet hätte.

Gegen Mitte beziehungsweise Ende des Jahres 2000 war mir klar: Das könnte mit Vioxx zusammenhängen. Natürlich war meine Beobachtung keine kontrollierte Studie. Ich hatte keine Vergleichsgruppe und keine statistische Auswertung. Aber ich hatte etwas, das in der Medizin bisweilen erstaunlich gering geschätzt wird: Patienten vor mir, deren Zustand ich kannte und bei denen sich nach Beginn einer neuen Medikation etwas deutlich verändert hatte.

Im Rückblick ist dabei besonders interessant, dass in späteren Studien unter Vioxx unter anderem häufiger Bluthochdruck, Flüssigkeitseinlagerungen und Zeichen einer Herzschwäche beobachtet wurden. Genau solche Veränderungen können in der Praxis zunächst unspezifisch wirken. Der Patient fühlt sich anders, bekommt neue Beschwerden und niemand bringt diese unbedingt mit dem erst kürzlich verordneten Medikament in Verbindung.

Was war Vioxx?

Vioxx enthielt den Wirkstoff Rofecoxib und gehörte zur damals neuen Gruppe der selektiven COX-2-Hemmer. Das Versprechen war ausgesprochen verlockend: eine starke schmerz- und entzündungshemmende Wirkung, aber weniger Magen-Darm-Schäden als unter älteren Schmerzmitteln.

Für Patienten mit Arthrose, rheumatischen Beschwerden und chronischen Schmerzen klang das nach einem erheblichen Fortschritt.

Und tatsächlich konnte Vioxx Schmerzen lindern. Auch die Zahl bestimmter schwerer Magen-Darm-Komplikationen war geringer als unter Naproxen.

Das war die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht betraf das Herz.

Die VIGOR-Studie: Der Nutzen wurde gesehen – das Risiko kleingeredet

In der großen VIGOR-Studie wurden 8.076 Patienten mit rheumatoider Arthritis entweder mit Rofecoxib oder mit Naproxen behandelt. Der primäre Endpunkt waren Magen-Darm-Komplikationen.

Vioxx schnitt in diesem Punkt besser ab. In der veröffentlichten Studie wurden unter Rofecoxib 2,1 bestätigte obere Magen-Darm-Ereignisse pro 100 Patientenjahre festgestellt, unter Naproxen waren es 4,5.

Allerdings zeigte sich noch etwas anderes: Herzinfarkte traten unter Vioxx erheblich häufiger auf. In der Veröffentlichung wurden 0,4 Prozent unter Rofecoxib und 0,1 Prozent unter Naproxen angegeben. Vereinfacht ausgedrückt entsprach dies etwa einem vierfachen relativen Unterschied.

Das Herzinfarktsignal wurde in der Studie nicht vollständig verschwiegen. Es wurde jedoch mit einer ausgesprochen bequemen Erklärung versehen: Vielleicht sei Vioxx gar nicht gefährlicher – möglicherweise schütze Naproxen lediglich das Herz.

Die Botschaft lautete sinngemäß:

Unser Medikament ist nicht gefährlicher. Das Vergleichsmittel ist vermutlich nur ungewöhnlich gut.

Eine solche Erklärung kann stimmen. Sie kann aber auch ein Warnsignal elegant aus dem Weg räumen. Eine spätere Untersuchung von David Graham und Kollegen fand jedenfalls keine ausreichende Bestätigung dafür, dass die Ergebnisse allein mit einer besonderen Schutzwirkung von Naproxen erklärt werden konnten.

Noch unangenehmer wurde die Angelegenheit, als das New England Journal of Medicine im Jahr 2005 eine förmliche „Expression of Concern“ veröffentlichte. Drei Herzinfarkte aus der Vioxx-Gruppe waren in den beim Journal eingereichten Daten nicht enthalten.

Die Autoren und der Hersteller verwiesen auf unterschiedliche Stichtage bei der Erfassung der Ereignisse. Formal kann man darüber lange diskutieren. Für den Patienten bleibt ein schlichter Befund:

Alle drei nicht berücksichtigten Herzinfarkte waren unter Vioxx aufgetreten.

Vier Jahre zwischen Warnsignal und Marktrücknahme

Vioxx wurde 1999 in den USA zugelassen. Die VIGOR-Ergebnisse lagen bereits im Jahr 2000 vor. Vom Markt genommen wurde das Medikament aber erst im September 2004.

Den endgültigen Ausschlag gab die APPROVe-Studie. Eigentlich sollte untersucht werden, ob Rofecoxib die erneute Bildung von Darmpolypen verhindern kann. Stattdessen zeigte sich ein deutlich erhöhtes Risiko für thrombotische Herz-Kreislauf-Ereignisse.

Unter Vioxx wurden 46 bestätigte thrombotische Ereignisse registriert, unter Placebo 26. Das entsprach 1,50 gegenüber 0,78 Ereignissen pro 100 Patientenjahre und einem relativen Risiko von 1,92.

Das Risiko war also nahezu verdoppelt.

Häufig wird behauptet, die zusätzliche Gefahr habe erst nach 18 Monaten begonnen. So stand es zunächst auch in der Veröffentlichung. Später musste diese Aussage allerdings korrigiert werden: Die statistische Prüfung rechtfertigte keine derart klare zeitliche Grenze.

Das ist für Patienten wichtig. Aus der Studie lässt sich kein beruhigendes „Bis 18 Monate ist alles sicher“ ableiten.

Hinzu kamen weitere Auffälligkeiten. Unter Vioxx traten häufiger Bluthochdruck, Ödeme und Herzschwäche auf. Veränderungen des Blutdrucks waren bereits nach wenigen Wochen erkennbar. Die Kurven für Herzschwäche und Lungenödem trennten sich deutlich früher als die Kurven der bestätigten thrombotischen Ereignisse.

Als ich diese Ergebnisse später las, musste ich an jene Patienten denken, bei denen ich bereits im Jahr 2000 merkwürdige neue Symptome beobachtet hatte.

Wie viele Menschen wurden durch Vioxx geschädigt?

Der damalige FDA-Wissenschaftler David Graham und seine Kollegen werteten die Daten von rund 1,4 Millionen Versicherten aus. Ihre Hochrechnung ergab, dass Vioxx in den USA zwischen 88.000 und 140.000 zusätzliche Fälle schwerer koronarer Herzkrankheit verursacht haben könnte.

Aus dem angenommenen Anteil tödlicher Verläufe wurde später eine Größenordnung von bis zu ungefähr 56.000 Todesfällen abgeleitet. Daher stammt die häufig genannte Zahl von rund 60.000 Vioxx-Toten. Das sind keine 60.000 einzeln nachgewiesenen Todesfälle. Es handelt sich um eine Hochrechnung. Selbst die untere Grenze der Schätzung steht für ein Arzneimitteldesaster gewaltigen Ausmaßes.

Vioxx wurde Millionen Menschen verordnet – häufig wegen Beschwerden, die zwar schmerzhaft und belastend waren, aber nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Menschen nahmen ein Mittel gegen ein schmerzendes Gelenk und erhöhten möglicherweise ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Ghostwriter und akademische Namensgeber

Dass im Bereich der Arzneimittelstudien nicht immer alles sauber zugeht, ist keine Vermutung. Ich habe darüber bereits ausführlich in meinen Beiträgen über Medikamentenskandale und die Frage geschrieben, ob die Pharmaindustrie schlimmer als die Mafia agiert.

Was sich im Umfeld von Vioxx abspielte, war allerdings eine Sauerei der Extraklasse.

Im Jahr 2008 untersuchten Wissenschaftler für die Fachzeitschrift JAMA interne Dokumente, die im Zuge der Vioxx-Gerichtsverfahren öffentlich geworden waren.

Das Ergebnis: Manuskripte über klinische Studien waren teilweise von Mitarbeitern des Sponsors vorbereitet worden, während später akademische Wissenschaftler als prominente Autoren erschienen. Bei Übersichtsarbeiten wurden Manuskripte teils von nicht genannten Autoren erstellt und anschließend renommierten Medizinern zugeschrieben.

Der Leser glaubt, eine unabhängige Bewertung aus der Universität vor sich zu haben. Tatsächlich hält er möglicherweise ein Marketingdokument mit akademischem Briefkopf in der Hand. Willkommen im Club sage ich da nur…

Milliardenvergleiche und eine strafrechtliche Verurteilung

Merck richtete im Jahr 2007 ein Vergleichsprogramm in Höhe von 4,85 Milliarden US-Dollar ein, um einen Großteil der in den USA geltend gemachten Herzinfarkt- und Schlaganfallansprüche zu erledigen. Ein solcher Vergleich ist juristisch nicht automatisch ein Schuldeingeständnis. Er zeigt aber recht deutlich, in welcher Größenordnung das Problem lag.

Damit war die Sache noch nicht beendet.

Im Jahr 2011 stimmte Merck einer weiteren Zahlung von insgesamt 950 Millionen US-Dollar zu. Das Unternehmen bekannte sich im Zusammenhang mit der unzulässigen Vermarktung von Vioxx eines Verstoßes gegen das US-Arzneimittelrecht schuldig und zahlte eine strafrechtliche Geldbuße von rund 322 Millionen Dollar. Weitere rund 628 Millionen Dollar entfielen auf einen zivilrechtlichen Vergleich, der unter anderem Vorwürfe wegen nicht zugelassener Werbung und falscher Aussagen zur kardiovaskulären Sicherheit betraf.

Die Milliarden wurden bezahlt. Die Patienten blieben geschädigt. Und zwanzig Jahre später erinnert sich kaum noch jemand.

Das große Vergessen

Genau hier hat mich der aktuelle Brownstone-Beitrag überrascht. Er enthüllt keinen neuen Vioxx-Skandal. Die wesentlichen Tatsachen sind seit Jahren bekannt. Der neue Skandal ist, dass der Skandal verschwunden ist.

Ein Patient bekommt einen Herzinfarkt in Hamburg, ein anderer einen Schlaganfall in München, ein dritter stirbt zu Hause. In der Krankenakte steht dann „Herzinfarkt“, „Schlaganfall“ oder „plötzlicher Herztod“.

Auf dem Totenschein steht eben nicht: Tod durch Medikament XYZ.

Es gibt einzelne Patienten, einzelne Familien und viele statistische Datensätze. Genau deshalb lassen sich solche Katastrophen so leicht aus dem öffentlichen Gedächtnis entfernen. Das Produkt verschwindet und der Konzern bezahlt Vergleiche. Die Behörde kündigt strengere Überwachung an. Danach kommt das nächste neue Medikament.

Der medizinische Fortschritt hat ein erstaunlich kurzes Gedächtnis besonders dann, wenn die Erinnerung geschäftsschädigend werden könnte.

Was Patienten aus dem Vioxx-Skandal lernen sollten

Zulassungsstudien haben Grenzen. Sie laufen häufig nur begrenzte Zeit, schließen bestimmte Risikopatienten aus und sind nicht immer darauf ausgelegt, seltene oder erst langfristig auftretende Schäden zuverlässig zu erkennen. Wenn ein Präparat anschließend millionenfach eingesetzt wird, beginnt deshalb ein zweiter Teil der Arzneimittelprüfung… nur nennt man ihn nicht gerne so.

Diese findet am Patienten statt. Aus meiner Sicht sollten Patienten deshalb einige einfache Regeln beachten:

  • Notieren Sie, wann ein neues Medikament begonnen oder die Dosierung verändert wurde.
  • Halten Sie neue Beschwerden mit Datum fest.
  • Gehen Sie nicht automatisch davon aus, jedes neue Symptom sei eine neue Krankheit.
  • Lassen Sie bei ungewöhnlichen Beschwerden immer auch die vorhandene Medikation und mögliche Wechselwirkungen überprüfen.
  • Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenmächtig abrupt ab. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten.
  • Melden Sie einen begründeten Nebenwirkungsverdacht. Patienten können dies in Deutschland direkt über das gemeinsame Portal von BfArM und Paul-Ehrlich-Institut tun: nebenwirkungen.bund.de.

Ach ja… ich selbst würde KEIN Medikament nehmen, welches nicht mindestens 5 Jahre auf dem Markt ist. Aber das ist nur meine Entscheidung. Und weil wir gerade dabei sind: ich nehme sowieso keine verschreibungspflichtigen Medikamente der pharmazeutischen Industrie.

Welche Medizin funktioniert denn nun?

Diese Frage beschäftigt mich seit vielen Jahren. Von Gegnern der Naturheilkunde wird regelmäßig die angeblich fehlende wissenschaftliche Belegung zahlreicher Verfahren angeführt. Wissenschaftliche Prüfung ist wichtig. Aber auf eine „Belegung“ nach Art mancher Vioxx-Publikationen kann ich getrost verzichten.

Evidenz ist kein Qualitätssiegel, das automatisch entsteht, sobald eine Pharmafirma eine Studie finanziert und ein Professor seinen Namen daruntersetzt.

Entscheidend ist:

  • Wie wurde die Studie aufgebaut?
  • Welche Patienten wurden aufgenommen oder ausgeschlossen?
  • Welcher Endpunkt wurde untersucht?
  • Wie lange wurden die Teilnehmer beobachtet?
  • Welche unerwünschten Ereignisse wurden erfasst?
  • Wer kontrollierte die Daten?
  • Wer schrieb die Veröffentlichung?
  • Und wer hatte ein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis?

Vioxx wirkte gegen Schmerzen. Aber ein Medikament kann an einem gewünschten Endpunkt wirksam sein und dem Patienten insgesamt trotzdem schaden. Ein besserer Laborwert, weniger Schmerzen oder ein schöneres Studienergebnis sind kein ausreichender Erfolg, wenn gleichzeitig an anderer Stelle eine neue Krankheit entsteht. Wir behandeln schließlich keine Tabellen. Wir behandeln Menschen.

Mein Fazit

Der Vioxx-Skandal ist keine alte Kamelle, sondern ein Lehrstück erster Klasse. Er zeigt, wie ein reales therapeutisches Problem (Schmerzen und Magen-Darm-Schäden durch ältere Schmerzmittel) zur Vermarktung eines neuen Blockbusters genutzt wurde. Er zeigt, wie ein frühes Warnsignal mit einer günstigen Interpretation versehen werden konnte. Er zeigt, wie wissenschaftliche Veröffentlichungen, akademische Autorität, Werbung und wirtschaftliche Interessen ineinandergreifen können.

Und er zeigt, wie schlecht unser medizinisches Gedächtnis funktioniert. Ich begann bereits damals, öffentlich über solche Vorgänge zu schreiben. Nicht, weil ich Medikamente grundsätzlich ablehne. Sondern weil ich in meiner Praxis Patienten sah, deren Beschwerden sich nach Beginn einer neuen Arzneimitteltherapie merkwürdig veränderten – während das Mittel offiziell als moderner Fortschritt gefeiert wurde.

Vier Jahre nach meinen ersten Beobachtungen wurde Vioxx vom Markt genommen. Mehr als zwanzig Jahre später muss offenbar erst wieder daran erinnert werden, dass es diesen Skandal überhaupt gab.

Das ist vielleicht die bitterste Nebenwirkung von allen: das Vergessen.

Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag erschien erstmals im Jahr 2008, wurde 2020 überarbeitet und im August 2026 vollständig aktualisiert und erweitert.

Update 2025: Fluorchinolone stehen erneut unter Sicherheitsdruck. Die britische MHRA hat im Juni 2025 eine neue Sicherheitsbewertung veröffentlicht. Eine große deutsche Kohortenstudie in BMC Medicine liefert zusätzliche Real-World-Daten zu schweren Ereignissen nach Fluorchinolon-Verordnung. Damit ist das Thema mal wieder aktueller denn je!

Beginnen wir mit der Frage:

Was sind eigentlich Fluorchinolone?

Fluorchinolone sind Antibiotika, die eine Untergruppe der Chinolone bilden. Wie Letztere gehören die Fluorchinolone zu den Gyrasehemmern. Die Vertreter der neueren Generation sind zudem in der Lage, auch andere bakterielle Enzymsysteme nachteilig zu beeinflussen, wie zum Beispiel die Topoisomerase IV.

Bakterien und andere Prokaryoten besitzen ein Enzym, die Gyrase, dessen Aufgabe es ist, die DNA eines Bakteriums so zu spiralisieren, dass sie in den Zellraum des Bakteriums passt. Ohne diese Spiralisierung würde der Raum zu eng werden und die DNA könnte bei Vermehrungsprozessen nicht korrekt abgelesen werden.

Wenn eine DNA-Informationen abgerufen werden soll, muss das Molekül an dem betreffenden Genlocus entspiralisiert werden. Auch das ist die Aufgabe des Enzyms, dass die entwundenen Bereiche nach erfolgter Transkription der DNA in RNA wieder aufrollt. Mit der Hemmung der Gyrase wird also genau dieser Mechanismus genutzt, um eine Vermehrung der Bakterien zu verhindern.

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie hat die Fluorchinolone in vier Gruppen eingeteilt:

  • Orale Fluorchinolone gegen Harnwegsinfekte
  • Systemisch eingesetzte Fluorchinolone mit erweiterter Indikationsbreite
  • Fluorchinolone mit verbesserter Wirkung gegen grampositive und atypische Erreger
  • Wie zuvor, plus Wirksamkeit gegen Anaerobier

Die wichtigsten Vertreter aufgelistet nach Gruppenzugehörigkeit sind:

  • Gruppe 1: Enoxacin, Norfloxacin
  • Gruppe 2: Ciprofloxacin, Ofloxacin
  • Gruppe 3: Levofloxacin
  • Gruppe 4: Moxifloxacin

Wie alle Medikamente haben die Fluorchinolone Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel stehen.

Aber wie es aussieht, haben die Fluorchinolone derart schwere Nebenwirkungen, die selbst für Antibiotika untypisch sind. Dazu gehören lebenslange Schädigungen des Organismus und sogar das vorzeitige Ableben der betroffenen Patienten.

Damit würden sie sich bestenfalls für die Behandlung von Infektionen eignen, die auf andere Antibiotika nicht mehr ansprechen oder Infektionen von besonders ernster Natur. Statt dessen jedoch werden sie verteilt, wie die Kamellen im Kölner Karneval.

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Wirkmechanismus der Fluorchinolone: Tod der körpereigenen Zellkraftwerke

Im August 2018 erschien eine finnische Studie über den Wirkmechanismus, der die zahlreichen Nebenwirkungen der Fluorchinolone hervorruft. Die Forscher gingen von der Überlegung, dass die Mitochondrien all unserer Zellen den Bakterien grundsätzlich sehr ähnlich sind.

Diese kleinen „Zellkraftwerke“ waren einst Mikroben, die von höheren Zellen einverleibt und zu ihren Symbionten wurden. Deswegen tragen wir die ehemaligen Bakterien immer noch in unseren Zellen, als unentbehrliche kleine Helfer unseres Stoffwechsels. Bemerkenswert ist nun die Tatsache, dass Mitochondrien aus diesem Grund eine den Bakterien sehr ähnliche DNA (mtDNA) haben. Das Erbmolekül liegt bei ihnen ebenfalls in einer spiralisierten Form vor. Deshalb brauchen Mitochondrien auch Enzyme, die die DNA zur Nutzung entspiralisert.

Diese Topoisomerase II ist der Gyrase der Bakterien fast identisch. Und sie wird durch Fluorchinolole ebenso blockiert wie das Enzym der unerwünschten Eindringlinge. Die geschädigten Zellorganellen können ihrer „Wirtszelle“ nicht mehr genug Energie liefern, wodurch sie nachhaltig geschwächt wird. Besonders die Zellteilung und die Zell-Differenzierung sind stark behindert. Die Wissenschaftler kultivierten Mauszellen, die mit den Fluorchinololen Ciprofloxacin und Doxorubicin behandelt wurden.

Anschließend extrahierten die Forscher die mtDNA. Daneben ermittelten sie die Aktivität der Topoisomerase in vitro. Mit beiden Techniken konnte eine Blockade des mitochondrialen Enzyms nachgewiesen werden. Die untersuchten Antibioitika stören demnach die Zell-Physiologie ganz erheblich. Schwere Nebenwirkungen sind also kein Wunder…

Fluorchinolone – gegen Bakterien und Patient?

Die Fluorchinolone haben als integralen „Baustein“ ein Fluoratom in ihrer molekularen Struktur. Fluor ist ein bekanntes Nervengift. Außerdem dringen Substanzen mit angeheftetem Fluor leichter und schneller in das Gewebe ein. Dazu kommt noch, dass die Fluorchinolone in der Lage sind, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, eine Eigenschaft, die nicht jedem Antibiotikum zukommt. Dies ist der Grund, warum gerade die Fluorchinolone wesentlich häufiger Schäden im zentralen Nervensystem bewirken als andere Antibiotika.

Es gibt inzwischen eine recht lange Liste von Fluorchinolonen, die genau deswegen schon wieder vom Markt verschwunden sind: Fleroxacin, Gatifloxacin, Grepafloxacin, Pefloxacin, Sparfloxacin, Temafloxacin, Trovafloxacin und noch ein paar weitere.

Trovafloxacin zum Beispiel ist ein Produkt der Firma Pfizer. Die Firma testete 1996 das Antibiotikum in Nigeria an 200 Kindern. Das Mittel wurde hier erstmals an Menschen erprobt. In der Folge starben 5 Kinder und weitere erlitten dauerhafte Schädigungen. Zudem war das Studiendesign so ausgelegt, dass den erkrankten Kindern als Studienobjekte erwiesenermaßen wirksame Medikamente vorenthalten wurden.

Trotz der alarmierenden Ergebnisse bezüglich der Sicherheit und Verträglichkeit der Substanz, wurde sie 1998 zugelassen und in der Folge das am meisten verkaufte Präparat der Firma. Einige Jahre später zeigte sich dann, dass das Antibiotikum schwere Leberschäden verursacht, die häufig einen tödlichen Ausgang nahmen.

Die Fluorchinolone, die heute noch auf dem Markt sind, müssen in der USA einen separaten Warnhinweis (black box warning) auf dem Etikett führen, der die schwersten Nebenwirkungen noch einmal besonders deutlich hervorhebt. Eine der führenden Nebenwirkungen ist der Abriss von Sehnen beziehungsweise dessen erhöhtes Risiko unter einer Therapie mit Fluorchinolonen vom Faktor drei bis vier.

Aber dabei soll es nicht bleiben.

Die lange Liste der Nebenwirkungen

Die Liste der Nebenwirkungen ist richtig lang und liest sich wie das „Who is who“ der Unverträglichkeiten:

  • Ablösung der Retina und daraus resultierende Erblindung
  • Akutes Nierenversagen
  • Bewusstseinseintrübung, nachlassende kognitive Fähigkeiten
  • Depressionen
  • Halluzinationen
  • Psychotische Reaktionen
  • Schmerzhafte Ausschläge
  • Phototoxie
  • Übelkeit und Durchfälle
  • Hörprobleme
  • Störungen der körpereigenen Blutzuckerregulation
  • Neuropathien

Im Jahr 2001 dokumentierte Dr. Jay Cohen in einer Studie die folgenden Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit (Peripheral neuropathy associated with fluoroquinolones.):

  • Beeinträchtigungen des Nervensystems erfolgte bei 91 Prozent der Patienten, die über Schmerzen, Kribbeln, Taubheit, Schwindel, Übelkeit, Mattheit, Kopfschmerzen, Unruhe, Gedächtnisverlust, Psychosen und so weiter klagten.
  • Muskuloskelettale Symptome bei 73 Prozent der Patienten, wie Sehnenabrisse, Sehnenentzündungen, Gelenkschwellungen und so weiter.
  • Beeinträchtigungen der Wahrnehmung bei 42 Prozent, wie Tinnitus (Ohrenklingeln), Veränderungen des Hörens, Riechens und Schmeckens.
  • Kardiovaskuläre Symptome bei 36 Prozent der Patienten, wie Tachykardien (überhöhte Pulsfrequenz), Kurzatmigkeit, Brustschmerz, Herzklopfen.
  • Hautreaktionen bei 29 Prozent, wie Ausschläge, Erbrechen, Durchfälle, Bauchschmerzen.

Schon alleine die große Anzahl an unterschiedlichen Nebenwirkungen und deren jeweilige hohe Häufigkeit stellt bei dieser Antibiotika-Gruppe die Nutzen-Schaden-Relation in Frage. Bei einfachen Infektionen diese Substanz-Gruppe zum Einsatz zu bringen, das hört sich für mich so an, als ob man Russisches Roulett spielen wollte.

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Das Roulett-Spiel geht weiter…

Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika beziehungsweise der Einsatz auch bei leichten Infektionen und die Rückstände von Antibiotika im Fleisch von Zuchttieren werden als die Hauptgründe für die Entwicklung von Resistenzen bezeichnet. Besonders üble Vertreter und somit besonders gefürchtet sind der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und das resistente Clostridium difficile (C. diff), welches unter Umständen lebensbedrohliche Durchfälle verursacht. Wenn Sie Lust haben lesen Sie auch den Abschnitt in meinem Artikel: Wie man sich einen Horrorkeim züchtet

Eine Arbeit aus dem Jahr 2007 (Clostridium difficile: changing epidemiology und new treatment options.) bezeichnet Cephalosporine, Clindamycin und Fluorchinolone als „Hochrisiko-Antibiotika“ für die Entwicklung von C. diff und MRSA Infektionen. Ein zuvor seltener Stamm von C. diff, der ein schweres Krankheitsbild erzeugt mit erhöhten Konzentrationen an Toxinen, wurde in der Folge epidemisch.

Grund dafür war der Einsatz von Fluorchinolonen (The challenges posed by reemerging Clostridium difficile infection.). Eine Arbeit aus Kanada kommt zu genau den gleichen Ergebnissen (Emergence of Fluoroquinolones as the Predominant Risk Factor for Clostridium difficile–Associated Diarrhea: A Cohort Study during an Epidemic in Quebec).

Der durchgängige Mechanismus für dieses Phänomen ist der falsche Einsatz der Fluorchinolone. Da sie mit erheblichen Nebenwirkungen ausgestattet sind, sollten sie nur als Mittel der letzten Wahl bei lebensbedrohlichen Infektionen zum Einsatz kommen beziehungsweise bei antibiotikaresistenten Infektionen. Statt dessen jedoch kommen sie fast als „Standardmedikation“ zum Einsatz. Eine Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass 39 Prozent aller Fluorchinolon-Gaben überflüssig waren (Unnecessary use of fluoroquinolone antibiotics in hospitalized patients).

Andere Arbeiten in dieser Richtung sprechen sogar von einem über 80-prozentigen Missbrauch von Fluorchinolonen. In einem Interview mit der „New York Times“ porträtierte der pharmakologische Epidemiologe Mahyar Etminan den Übereinsatz so: „Dies machen faule Ärzte, die versuchen, eine Fliege mit einem Maschinengewehr zu erlegen“.

Als besonders gefährlich gelten die Substanzen für Kinder unter 18 Jahren und Erwachsene über 60 Jahre. Schwangere und stillende Mütter, Patienten mit Lebererkrankungen, Patienten mit Corticosteroiden als Medikation oder auch mit nicht-steroidalen Antirheumatika sollten auf keinen Fall Fluorchinolone einnehmen.

Fazit

Wer ein schulmedizinisches Abenteuer erleben will, der kann sich über die Einnahme von Fluorchinolonen den Kauf eines Revolvers ersparen. Statt dessen beschert ihm die Einnahme ein evidenzbasiertes schulmedizinisches Roulett. Wem das noch zu unbedenklich erscheint, der kann unter Die besten Medikamente zum Krankwerden? noch ein paar Zusatztipps bekommen, wie man erfolgreich und evidenzbasiert seine Gesundheit vor die Säue schmeißt.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Der Beitrag wurde im April 2013 erstellt und letztmalig am 13.5.2026 mit den Warnungen der britischen MHRA ergänzt.

Bild: 123rf.com – Jupiter8

Im Kern geht es um Folgendes: „Experten“ (Mediziner, u.a.), welche wissenschaftliche Studien für die bekanntesten Medizinzeitschriften prüfen, haben Geld von Pharmafirmen erhalten – insgesamt über 1 Milliarde Dollar in drei Jahren.

Und das ist ziemlich grob! Das Spiel läuft also anscheinend so:

Teil 1 des „Spiels“:

Pharmafirma XYZ erstellt eine Studie zu einem Medikament. WIE diese „Studien“ ablaufen und ablaufen könnten (ich muss aufpassen was ich schreibe), hatte ich in unzähligen Beiträgen in den letzten Jahren dokumentiert. Hier eine kleine Auswahl:

Diese „Studien“ werden dann bei Fachmagazinen eingereicht, die diese „Studien“ veröffentlichen sollen. Diese Magazine wollen natürlich ordentlich arbeiten und lassen die Studien begutachten – das nennt sich „Peer-Review-System“.

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Und genau jetzt kommt Teil 2 dieses perfiden Spiels:

Teil 2 des Spiels: Die verborgenen Interessenkonflikte im Peer-Review-System

Das Peer-Review-Verfahren gilt als das Rückgrat der wissenschaftlichen Qualitätssicherung. Es ist der Prozess, der sicherstellen soll, dass nur fundierte und glaubwürdige Studien den Weg in renommierte Fachzeitschriften finden.

Doch eine aktuelle Analyse (Studie) offenbart: Diese Grundfesten der Wissenschaft sind noch mehr ins Wanken geraten. Mehr als die Hälfte der Peer-Reviewer von vier der weltweit angesehensten medizinischen Journale (BMJ, JAMA, Lancet und NEJM) haben innerhalb von drei Jahren finanzielle Zuwendungen von Pharma- oder Medizinprodukteunternehmen erhalten. Der Gesamtwert dieser Zahlungen beläuft sich auf beeindruckende 1,06 Milliarden Dollar.

Die Dimension des Problems

Die Untersuchung stützt sich auf Daten aus der US-amerikanischen Open Payments-Datenbank, in der finanzielle Zuwendungen von Unternehmen an Ärzte und Forschungseinrichtungen offengelegt werden. Die Forschergruppe verglich die Listen der Peer-Reviewer aus dem Jahr 2022 mit den Zahlungsdaten der Jahre 2020 bis 2022. Die Ergebnisse sind alarmierend: 59 Prozent der Reviewer haben Zahlungen erhalten. Allein 1 Milliarde Dollar floss an Einzelpersonen oder Institutionen für Studienärztetätigkeiten, während weitere 64,2 Millionen Dollar als „allgemeine Zahlungen“ verbucht wurden. Letztere umfassen Honorare, Geschenke, Reisekosten und sogar Mahlzeiten.

Einzelne Gutachter bekamen im Durchschnitt 7.614 US-Dollar (maximal 43.069 US-Dollar) für Geschenke, Reisen oder Honorare. Für Forschungsarbeiten kassierten sie durchschnittlich 153.173 US-Dollar, in Einzelfällen sogar bis zu 835.637 US-Dollar.

So sieht dann „unabhängige Wissenschaft“ aus?

Peer-Review-Verfahren – Ein WITZ?

Das Peer-Review-System gilt seit Jahrzehnten als Bollwerk gegen wissenschaftliche Fehltritte. Gutachter überprüfen Manuskripte anonym und beurteilen sie nach Kriterien wie methodischer Strenge, Plausibilität usw. Ihre Empfehlungen beeinflussen maßgeblich, ob ein Artikel veröffentlicht wird oder nicht.

Doch diese Untersuchung zeigt: Die Neutralität der Peer-Reviewer ist nicht garantiert. Interessenkonflikte entstehen, wenn Reviewer finanzielle Beziehungen zu Unternehmen haben, deren Produkte oder Technologien Gegenstand der begutachteten Forschung sind.

Solche Zahlungen beeinflussen die Gutachter? Studien werden plötzlich besser bewertet? Änderungen passen oft genau zu den Wünschen der Geldgeber? Alles Zufall?

Wer´s glaubt wird seelig!

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Transparenz? Fehlanzeige!

Die Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) verlangen, dass Peer-Reviewer potenzielle Interessenkonflikte offenlegen. Theoretisch sollen sie sich bei Befangenheit von der Begutachtung eines Manuskripts zurückziehen. Doch die Praxis sieht anders aus. Die Offenlegung erfolgt nicht routinemäßig – weder gegenüber den Autoren noch der Öffentlichkeit. Die Reviewer bleiben anonym, und ihre finanziellen Verstrickungen bleiben verborgen.

Dieses intransparente System lässt Raum für Manipulationen. Wenn Gutachter die Inhalte von Studien ändern oder ihre Empfehlungen zugunsten bestimmter Interessen lenken, kann dies weitreichende Konsequenzen haben. Ihre Einflussnahme reicht oft weiter als die eines Co-Autors, bleibt jedoch im Verborgenen.

Die Verantwortung der Herausgeber

Auch die Herausgeber der Fachzeitschriften stehen in der Verantwortung. Ihre Entscheidungen für oder gegen eine Publikation basieren maßgeblich auf den Empfehlungen der Peer-Reviewer. Wenn diese jedoch durch finanzielle Interessenkonflikte gefärbt sind, kann dies die wissenschaftliche Integrität ganzer Journale untergraben.

Es stellt sich die Frage, warum diese Verflechtungen nicht längst systematisch offengelegt wurden? Während Autoren dazu verpflichtet sind, ihre Interessenkonflikte zu deklarieren, bleibt die Rolle der angeblichen „Gutachter“ weiterhin im Dunkeln!

Fazit

Es stinkt gewaltig! Mit dieser Art von Wissenschaft werden Medikamente auf den Markt gedrückt, die nicht das Wohl der Patienten, sondern die Gewinne der Unternehmen im Blick haben. Peer-Reviewer kassieren Millionen, während ihre Unabhängigkeit fragwürdig bleibt.

Wer immer noch glaubt, dass es in der Medizin weitgehend mit „rechten Dingen“ zugehe, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Dieser Glaube würde nicht schaden – aber die Einnahme von bestimmten Medikamenten?

Auch dazu hatte ich bereits mehrfach berichtet:

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Das Remdesivir ist ein verschreibungspflichtiges Medikament in Gestalt eines Virostatikums das bereits im Mai 2020 als „Heilsbringer“ bejubelt wurde.

Dabei ist das Mittel eine „alte Bekannte“, die uns schon in der Zeit der Schweinegrippe 2009 enttäuschte. In der EU, Japan und den USA wird dieses „Remdesivir“ unter bestimmten Auflagen vertrieben und wurde  auch in der EU zur Behandlung zugelassen.

Selbstverständlich läuft parallel die „Forschung“ nach Impfungen und Medikamenten auf Hochtouren. Denn ein „Durchbruch“ hier wäre für den „Erfinder“ der „Heilmethode“ wie sechs Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.

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Wir alle wissen und glauben ganz fest, dass die Pharmaindustrie zu unserer aller Wohl da ist und da zu sein hat. Das Geschäftliche an solchen „Institutionen“ ist natürlich nebensächlich oder auch nur ein notwendiges Übel. Sind wir uns da einig?

Aber dennoch scheinen die angesprochenen Firmen sich nicht an diese Erwartungshaltung zu halten: Immer wieder verstoßen sie gegen Auflagen oder wenden Tricks an, um Verkaufsschranken zu unterlaufen. Das allerdings geht nicht immer reibungslos über die Bühne; immer wieder fliegt die eine oder andere Firma mit ihren speziellen Machenschaften auf – und wird bestraft.

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In der evidenzbasierten Welt der schulmedizinischen Studien gibt es etliche Belege, wie unwissenschaftlich bis korrupt Studien durchgeführt werden, wenn es darum geht, bestimmte Fragen zielgerichtet zu beantworten.

Vor allem wird hier deutlich, dass es hier nicht mehr um Wissenschaft oder Forschung geht, sondern dass Wissenschaft genommen wird, um als geeignetes Marketing-Tool fragwürdige medizinische Produkte marktgerecht zu präsentieren.

Glauben Sie nicht?

Vielleicht (wieder) eine der angeblichen „Verschwörungstheorien“?

Oh nein… Dies ist seit Jahrzehnten gang und gäbe!

Wie dies „durchgeführt“ wird, das habe ich bereits in zahlreichen Beiträgen diskutiert:

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Oder: Medizinische Forschung und die verheimlichten Studienergebnisse

Im Dezember 2019 erschien ein Beitrag in der „Tagesschau“[1], der von einer extrem merkwürdigen Praxis der medizinischen Forschung an deutschen Universitäten berichtete: 93 Prozent aller medizinischen Studien werden nicht veröffentlicht. Die Untersuchung, die dies festgestellt haben will, kommt vom NDR, WDR und SZ.

Wenn man sich ein wenig in der Welt der Wissenschaft auskennt, dann weiß man (eigentlich), dass man keine scheu vor Veröffentlichungen hat. Im Gegenteil. Die Qualifikation eines Naturwissenschaftlers und der Grad seiner Bekanntheit wächst mit der Zahl seiner Veröffentlichungen. Und selbst wenn man eine Hypothese nicht bestätigen kann, dann weiß man wie es eben „nicht geht“. In unser so hoch gelobten „Medizin“ sieht das aber ganz anders aus…

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Es ist kein Geheimnis, dass viele Chemotherapeutika selbst karzinogen, also krebserzeugend sind (ich berichtete in meinem Artikel: „Krebszellen schlagen zurück“ darüber). Dennoch sind diese Mittel die erste Wahl bei der Bekämpfung von Tumoren – neben der Bestrahlung und der operativen Entfernung der Geschwulste.

Was sich jedoch noch nicht so herumgesprochen hat, ist die Beobachtung, dass Chemotherapeutika Therapieresistenzen entwickeln können. Anstatt den Tumor zu zerstören, scheinen sie dessen Wachstum zu fördern. Ähnliches kennen wir seit langem von den Antibiotika. Und überraschenderweise ist die Resistenz bei den Chemotherapeutika auch kein „Neutüt“.

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Robert F. Kennedy junior ist das 3. Kind von Robert F. Kennedy, der 1968 einem Attentat zum Opfer fiel. Kennedy ist Rechtsanwalt, Umweltaktivist und Autor und zudem ein populärer Impfskeptiker.

In einem Beitrag vom Januar 2019 gibt er ein interessantes Interview[1], in dem er erklärt, welchen Einfluss die Industrie im Allgemeinen und die Pharmaindustrie im Speziellen auf den amerikanischen Kongress ausübt. Wir treffen hier etliche alte Bekannte, zu denen ich bereits einiges veröffentlicht hatte.

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Jeder weiß es – angeblich: Bluthochdruck führt zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Und deshalb ist es eine Frage der Notwendigkeit, Bluthochdruck zu behandeln, und das mit allen Mitteln.

Und ich gebe zu: Eine Lachnummer ist es sicher nicht – eher zum heulen.

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