93 Prozent aller Medizin-Studien an deutschen Unis werden nicht vorschriftsgemäß veröffentlicht

93% aller Medizin-Studien an Universitäten werden nicht veröffentlicht

Oder: Medizinische Forschung und die verheimlichten Studienergebnisse

Im Dezember 2019 erschien ein Beitrag in der „Tagesschau“[1], der von einer extrem merkwürdigen Praxis der medizinischen Forschung an deutschen Universitäten berichtete: 93 Prozent aller medizinischen Studien werden nicht veröffentlicht. Die Untersuchung, die dies festgestellt haben will, kommt vom NDR, WDR und SZ.

Wenn man sich ein wenig in der Welt der Wissenschaft auskennt, dann weiß man (eigentlich), dass man keine scheu vor Veröffentlichungen hat. Im Gegenteil. Die Qualifikation eines Naturwissenschaftlers und der Grad seiner Bekanntheit wächst mit der Zahl seiner Veröffentlichungen. Und selbst wenn man eine Hypothese nicht bestätigen kann, dann weiß man wie es eben „nicht geht“. In unser so hoch gelobten „Medizin“ sieht das aber ganz anders aus…

Da fragt man sich natürlich, warum man sich gerade in der Medizin weigert, mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit zu treten.

Vielleicht hat dies auch etwas damit zu tun, dass die schulmedizinische Wissenschaft kaum als Wissenschaft im ursprünglichen Sinne anzusehen ist, wie ich ausführlich hier darlege: Unsere Schulmedizin – die einzig wahre Wissenschaft?

Bislang kannten wir dieses Phänomen der „versteckten Studienergebnisse“ nur seitens der Studien der Pharmaindustrie: Medikamente-Studien: Die Hälfte der Nebenwirkungen wird verschwiegen!

Oder aber Studien werden veröffentlicht und als „medizinischer Durchbruch“ gefeiert, wo in Wahrheit diese Studien bestenfalls Konkurrenzprodukte zu den Märchen der Brüder Grimm sind (wobei wir den Brüdern Grimm und den Märchen wirklich Unrecht tun):

Früh übt sich was ein Meister werden will

Jetzt also erfahren wir, dass die Mediziner an den Universitäten bereits das praktizieren, was für ihre Kollegen der Pharmaindustrie schon lange gang und gäbe ist.

Und die Medizinstudenten erfahren natürlich aus erster Hand, wie man in der medizinischen „Forschung“ forscht und dann mit den Ergebnissen verfährt, bzw. zu verfahren hat.

Wie genau?

Laut Bericht der „Tagesschau“ gibt es inzwischen 445 Studien, die bereits seit einem Jahr abgeschlossen sind, aber deren Ergebnisse nicht in der EU-Datenbank veröffentlicht wurden. Dies ist das Untersuchungsergebnis für alle Studien, die seit dem Jahr 2004 an deutschen Universitäten durchgeführt und bei der EU entsprechend registriert wurden.

Dies entspricht laut Statistik nur sieben Prozent der Studien, die an 35 medizinischen Hochschulen in Deutschland durchgeführt und dann auch veröffentlicht wurden. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, die einen Durchschnitt von 63 Prozent veröffentlichter Studienergebnisse haben, ist dies das untere Ende der Liste.

Das Spektrum der medizinischen Hochschulen umfasst von „fast vorbildlich“ bis „regungslos“, wenn es um die Veröffentlichungspraxis geht. Münster wird hier als positives Beispiel genannt, weil es immerhin 61 Prozent seiner Studien veröffentlicht. Ich denke, es ist bezeichnend, dass 61 Prozent in der medizinischen Forschung bereits als „vorbildlich“ eingestuft werden.

Dann kommt das Mittelfeld mit 20-30 Prozent veröffentlichter Studien, wie zum Beispiel Leipzig, Düsseldorf, Würzburg und Regensburg.

Und dann gibt es noch 17 Universitäten in Deutschland, die nichts veröffentlichen.

Gegenstand der Studien sind Erkrankungen wie Depression, Parkinson, Krebs etc.

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Warum wird geforscht, aber nicht veröffentlicht?

Diese Frage stellten sich natürlich auch die Autoren dieser Recherche. Die Antwort war ein bunter Blumenstrauß an Ausreden. Die Universität Freiburg zum Beispiel meinte, dass die Veröffentlichung in der EU-Datenbank sehr aufwendig sei. Da frage ich mich, warum dann der Aufwand zu forschen, wenn man Aufwand scheut?

Eine weitere „sehenswerte“ Ausrede ist, dass es angeblich keine gesetzliche Verpflichtung zur Veröffentlichung gäbe. Gibt es die nicht?

Falls es sie nicht gibt, dann gibt es auch keine gesetzliche Verpflichtung zur Forschung. Warum wird dann dennoch geforscht?

Laut „Tagesschau“-Bericht scheinen die Forschungs-Mediziner nicht zu wissen, wovon sie reden. Denn laut Angaben des BfArM müssen solche „relevanten ergebnisbezogenen Informationen“ öffentlich zugänglich sein. Und das ist nur machbar, indem diese Ergebnisse veröffentlicht werden.

Nicht nur das BfArM, sondern auch das europäische Gegenstück, die EMA, sieht es als eine Verpflichtung an, Studienergebnisse entsprechend zu veröffentlichen, also in der EU-Datenbank.

Danach kommt die Wende auf Seiten der deutschen Universitäten. Zuerst ist die Veröffentlichung zu mühsam oder nicht verpflichtend. Dann aber gibt man zu, dass man weder Mühen noch Verpflichtungen scheut, die Ergebnisse auf einer anderen Datenbank, der „PharmNet.Bund“[2], hoch zu laden und zu veröffentlichen.

Wenn man sich die Beschreibung dieser Datenbank bei Wikipedia[3] anschaut, dann wird relativ schnell klar, dass diese Datenbank für andere Zwecke bestimmt ist als für die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Studienergebnissen.

Schlecht gebrüllt Löwe

Wie also sieht die Situation aus? Die medizinische Forschung forscht. Danach verschwinden die Ergebnisse und nur sieben Prozent werden so veröffentlicht, wie die Vorgaben es erfordern.

Die forschenden Medizinhochschulen geben bei der Frage, warum sie nichts veröffentlichen, an, das alles zu mühsam und auch nicht verpflichtend ist. Danach stellt sich heraus dass sie doch veröffentlichen, aber in einer Datenbank ihrer eigenen Wahl.

Gehe ich jetzt recht in der Annahme, dass diese Hochschulforschung zu einem erheblichen Anteil von Steuergeldern finanziert wird?

Oder wird diese Forschung inzwischen überwiegend von der Pharmaindustrie finanziert?

Das letztere Szenario wäre eine Erklärung, warum die Hochschulforschung sich sagen lassen muss, was veröffentlicht wird und was nicht. Und es wäre eine Erklärung, dass diese Forschung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu 93 Prozent keine vorzeigbaren Ergebnisse für die Pharmaindustrie produziert, weshalb die Studien zurückgehalten werden.

Und so vermutet auch der „Tagesschau“-Bericht folgendes: „Manchmal komme in Studien zum Beispiel heraus, dass ein Medikament nicht so gut wirkt, wie man zuvor gedacht habe, oder es habe mehr Nebenwirkungen, als man angenommen habe“. Diese Worte kommen angeblich aus dem Mund von Jürgen Windeler, dem Leiter des IQWiG. Es ist bemerkenswert, dass dieser industrienahe Ersatz für Dr. Sawicki sich zu so einer „Vermutung“ versteigt. Nur ein Wort stört mich hier massiv. Und das ist das Wort „manchmal“. Denn „manchmal“ reicht nicht aus, um 93 Prozent zurückgehaltener Studien zu erklären.

Aber immerhin fordert er Konsequenzen, indem die öffentliche Förderung von der Veröffentlichung früherer Studien abhängig gemacht wird. Im Klartext heißt das, dass die Universitätskliniken, die forschten ohne zu veröffentlichen, in der Zukunft von der Förderung ausgeschlossen werden sollen.

Kein Problem oder? Wenn dann die Pharmaindustrie zu 100 Prozent helfend zur Seite springt, dann hat sie beide Füße in den Türen der Kliniken und Labore der Universitäten.

Fazit

Die forschende Hochschulmedizin forscht ohne Studienergebnisse zu veröffentlichen. In Deutschland werden nur sieben Prozent der Studien veröffentlicht. Die Ausreden für diese Nachlässigkeit sind phänomenal einfältig bis kindisch. Es gibt Grund für die Annahme, dass die Studienergebnisse in über neun von zehn Fällen keine marktgerechten Ergebnisse ergeben haben.

Ein fiktives Szenario, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte sieht wie folgt aus: Man forscht über Alzheimer und Plaques und stellt fest, dass das alte Dogma von Plaques als Ursache für Alzheimer hinfällig ist (was sowieso schon als erwiesen gelten muss). In der Naturwissenschaft würden solche Ergebnisse veröffentlicht und zur allgemeinen Diskussion  gestellt. In der Schulmedizin verschwinden solche Ergebnisse, da sie dieser Wissenschaft nicht in den Kram passen und das Geschäft schädigen.

Fazit vom Fazit: Die Heimlichtuerei in der Schulmedizin und ihrer Forschung hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Wer kann einer solchen Medizin und Forschung noch trauen, die sich scheut, ihre eigenen Ergebnisse öffentlich zu machen?

Kein Wunder, dass wir per Gesetz eine Impfpflicht verpasst bekommen. Denn auch in Sachen Impfungen gibt es keine hieb- und stichfeste Wissenschaft, sondern nur als Dogma gehandelte Hypothesen.

Nun: Man kann aber immer etwas tun. Wenn Sie dazu mehr „Input“ wünschen, dann fordern Sie meinen kostenlosen Newsletter an, den ich mit folgendem plakativen Satz beginne…

Quellen:

René Gräber

René Gräber

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