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Update 2025: Fluorchinolone stehen erneut unter Sicherheitsdruck. Die britische MHRA hat im Juni 2025 eine neue Sicherheitsbewertung veröffentlicht. Eine große deutsche Kohortenstudie in BMC Medicine liefert zusätzliche Real-World-Daten zu schweren Ereignissen nach Fluorchinolon-Verordnung. Damit ist das Thema mal wieder aktueller denn je!

Beginnen wir mit der Frage:

Was sind eigentlich Fluorchinolone?

Fluorchinolone sind Antibiotika, die eine Untergruppe der Chinolone bilden. Wie Letztere gehören die Fluorchinolone zu den Gyrasehemmern. Die Vertreter der neueren Generation sind zudem in der Lage, auch andere bakterielle Enzymsysteme nachteilig zu beeinflussen, wie zum Beispiel die Topoisomerase IV.

Bakterien und andere Prokaryoten besitzen ein Enzym, die Gyrase, dessen Aufgabe es ist, die DNA eines Bakteriums so zu spiralisieren, dass sie in den Zellraum des Bakteriums passt. Ohne diese Spiralisierung würde der Raum zu eng werden und die DNA könnte bei Vermehrungsprozessen nicht korrekt abgelesen werden.

Wenn eine DNA-Informationen abgerufen werden soll, muss das Molekül an dem betreffenden Genlocus entspiralisiert werden. Auch das ist die Aufgabe des Enzyms, dass die entwundenen Bereiche nach erfolgter Transkription der DNA in RNA wieder aufrollt. Mit der Hemmung der Gyrase wird also genau dieser Mechanismus genutzt, um eine Vermehrung der Bakterien zu verhindern.

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie hat die Fluorchinolone in vier Gruppen eingeteilt:

  • Orale Fluorchinolone gegen Harnwegsinfekte
  • Systemisch eingesetzte Fluorchinolone mit erweiterter Indikationsbreite
  • Fluorchinolone mit verbesserter Wirkung gegen grampositive und atypische Erreger
  • Wie zuvor, plus Wirksamkeit gegen Anaerobier

Die wichtigsten Vertreter aufgelistet nach Gruppenzugehörigkeit sind:

  • Gruppe 1: Enoxacin, Norfloxacin
  • Gruppe 2: Ciprofloxacin, Ofloxacin
  • Gruppe 3: Levofloxacin
  • Gruppe 4: Moxifloxacin

Wie alle Medikamente haben die Fluorchinolone Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel stehen.

Aber wie es aussieht, haben die Fluorchinolone derart schwere Nebenwirkungen, die selbst für Antibiotika untypisch sind. Dazu gehören lebenslange Schädigungen des Organismus und sogar das vorzeitige Ableben der betroffenen Patienten.

Damit würden sie sich bestenfalls für die Behandlung von Infektionen eignen, die auf andere Antibiotika nicht mehr ansprechen oder Infektionen von besonders ernster Natur. Statt dessen jedoch werden sie verteilt, wie die Kamellen im Kölner Karneval.

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Wirkmechanismus der Fluorchinolone: Tod der körpereigenen Zellkraftwerke

Im August 2018 erschien eine finnische Studie über den Wirkmechanismus, der die zahlreichen Nebenwirkungen der Fluorchinolone hervorruft. Die Forscher gingen von der Überlegung, dass die Mitochondrien all unserer Zellen den Bakterien grundsätzlich sehr ähnlich sind.

Diese kleinen „Zellkraftwerke“ waren einst Mikroben, die von höheren Zellen einverleibt und zu ihren Symbionten wurden. Deswegen tragen wir die ehemaligen Bakterien immer noch in unseren Zellen, als unentbehrliche kleine Helfer unseres Stoffwechsels. Bemerkenswert ist nun die Tatsache, dass Mitochondrien aus diesem Grund eine den Bakterien sehr ähnliche DNA (mtDNA) haben. Das Erbmolekül liegt bei ihnen ebenfalls in einer spiralisierten Form vor. Deshalb brauchen Mitochondrien auch Enzyme, die die DNA zur Nutzung entspiralisert.

Diese Topoisomerase II ist der Gyrase der Bakterien fast identisch. Und sie wird durch Fluorchinolole ebenso blockiert wie das Enzym der unerwünschten Eindringlinge. Die geschädigten Zellorganellen können ihrer „Wirtszelle“ nicht mehr genug Energie liefern, wodurch sie nachhaltig geschwächt wird. Besonders die Zellteilung und die Zell-Differenzierung sind stark behindert. Die Wissenschaftler kultivierten Mauszellen, die mit den Fluorchinololen Ciprofloxacin und Doxorubicin behandelt wurden.

Anschließend extrahierten die Forscher die mtDNA. Daneben ermittelten sie die Aktivität der Topoisomerase in vitro. Mit beiden Techniken konnte eine Blockade des mitochondrialen Enzyms nachgewiesen werden. Die untersuchten Antibioitika stören demnach die Zell-Physiologie ganz erheblich. Schwere Nebenwirkungen sind also kein Wunder…

Fluorchinolone – gegen Bakterien und Patient?

Die Fluorchinolone haben als integralen „Baustein“ ein Fluoratom in ihrer molekularen Struktur. Fluor ist ein bekanntes Nervengift. Außerdem dringen Substanzen mit angeheftetem Fluor leichter und schneller in das Gewebe ein. Dazu kommt noch, dass die Fluorchinolone in der Lage sind, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, eine Eigenschaft, die nicht jedem Antibiotikum zukommt. Dies ist der Grund, warum gerade die Fluorchinolone wesentlich häufiger Schäden im zentralen Nervensystem bewirken als andere Antibiotika.

Es gibt inzwischen eine recht lange Liste von Fluorchinolonen, die genau deswegen schon wieder vom Markt verschwunden sind: Fleroxacin, Gatifloxacin, Grepafloxacin, Pefloxacin, Sparfloxacin, Temafloxacin, Trovafloxacin und noch ein paar weitere.

Trovafloxacin zum Beispiel ist ein Produkt der Firma Pfizer. Die Firma testete 1996 das Antibiotikum in Nigeria an 200 Kindern. Das Mittel wurde hier erstmals an Menschen erprobt. In der Folge starben 5 Kinder und weitere erlitten dauerhafte Schädigungen. Zudem war das Studiendesign so ausgelegt, dass den erkrankten Kindern als Studienobjekte erwiesenermaßen wirksame Medikamente vorenthalten wurden.

Trotz der alarmierenden Ergebnisse bezüglich der Sicherheit und Verträglichkeit der Substanz, wurde sie 1998 zugelassen und in der Folge das am meisten verkaufte Präparat der Firma. Einige Jahre später zeigte sich dann, dass das Antibiotikum schwere Leberschäden verursacht, die häufig einen tödlichen Ausgang nahmen.

Die Fluorchinolone, die heute noch auf dem Markt sind, müssen in der USA einen separaten Warnhinweis (black box warning) auf dem Etikett führen, der die schwersten Nebenwirkungen noch einmal besonders deutlich hervorhebt. Eine der führenden Nebenwirkungen ist der Abriss von Sehnen beziehungsweise dessen erhöhtes Risiko unter einer Therapie mit Fluorchinolonen vom Faktor drei bis vier.

Aber dabei soll es nicht bleiben.

Die lange Liste der Nebenwirkungen

Die Liste der Nebenwirkungen ist richtig lang und liest sich wie das „Who is who“ der Unverträglichkeiten:

  • Ablösung der Retina und daraus resultierende Erblindung
  • Akutes Nierenversagen
  • Bewusstseinseintrübung, nachlassende kognitive Fähigkeiten
  • Depressionen
  • Halluzinationen
  • Psychotische Reaktionen
  • Schmerzhafte Ausschläge
  • Phototoxie
  • Übelkeit und Durchfälle
  • Hörprobleme
  • Störungen der körpereigenen Blutzuckerregulation
  • Neuropathien

Im Jahr 2001 dokumentierte Dr. Jay Cohen in einer Studie die folgenden Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit (Peripheral neuropathy associated with fluoroquinolones.):

  • Beeinträchtigungen des Nervensystems erfolgte bei 91 Prozent der Patienten, die über Schmerzen, Kribbeln, Taubheit, Schwindel, Übelkeit, Mattheit, Kopfschmerzen, Unruhe, Gedächtnisverlust, Psychosen und so weiter klagten.
  • Muskuloskelettale Symptome bei 73 Prozent der Patienten, wie Sehnenabrisse, Sehnenentzündungen, Gelenkschwellungen und so weiter.
  • Beeinträchtigungen der Wahrnehmung bei 42 Prozent, wie Tinnitus (Ohrenklingeln), Veränderungen des Hörens, Riechens und Schmeckens.
  • Kardiovaskuläre Symptome bei 36 Prozent der Patienten, wie Tachykardien (überhöhte Pulsfrequenz), Kurzatmigkeit, Brustschmerz, Herzklopfen.
  • Hautreaktionen bei 29 Prozent, wie Ausschläge, Erbrechen, Durchfälle, Bauchschmerzen.

Schon alleine die große Anzahl an unterschiedlichen Nebenwirkungen und deren jeweilige hohe Häufigkeit stellt bei dieser Antibiotika-Gruppe die Nutzen-Schaden-Relation in Frage. Bei einfachen Infektionen diese Substanz-Gruppe zum Einsatz zu bringen, das hört sich für mich so an, als ob man Russisches Roulett spielen wollte.

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Das Roulett-Spiel geht weiter…

Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika beziehungsweise der Einsatz auch bei leichten Infektionen und die Rückstände von Antibiotika im Fleisch von Zuchttieren werden als die Hauptgründe für die Entwicklung von Resistenzen bezeichnet. Besonders üble Vertreter und somit besonders gefürchtet sind der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und das resistente Clostridium difficile (C. diff), welches unter Umständen lebensbedrohliche Durchfälle verursacht. Wenn Sie Lust haben lesen Sie auch den Abschnitt in meinem Artikel: Wie man sich einen Horrorkeim züchtet

Eine Arbeit aus dem Jahr 2007 (Clostridium difficile: changing epidemiology und new treatment options.) bezeichnet Cephalosporine, Clindamycin und Fluorchinolone als „Hochrisiko-Antibiotika“ für die Entwicklung von C. diff und MRSA Infektionen. Ein zuvor seltener Stamm von C. diff, der ein schweres Krankheitsbild erzeugt mit erhöhten Konzentrationen an Toxinen, wurde in der Folge epidemisch.

Grund dafür war der Einsatz von Fluorchinolonen (The challenges posed by reemerging Clostridium difficile infection.). Eine Arbeit aus Kanada kommt zu genau den gleichen Ergebnissen (Emergence of Fluoroquinolones as the Predominant Risk Factor for Clostridium difficile–Associated Diarrhea: A Cohort Study during an Epidemic in Quebec).

Der durchgängige Mechanismus für dieses Phänomen ist der falsche Einsatz der Fluorchinolone. Da sie mit erheblichen Nebenwirkungen ausgestattet sind, sollten sie nur als Mittel der letzten Wahl bei lebensbedrohlichen Infektionen zum Einsatz kommen beziehungsweise bei antibiotikaresistenten Infektionen. Statt dessen jedoch kommen sie fast als „Standardmedikation“ zum Einsatz. Eine Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass 39 Prozent aller Fluorchinolon-Gaben überflüssig waren (Unnecessary use of fluoroquinolone antibiotics in hospitalized patients).

Andere Arbeiten in dieser Richtung sprechen sogar von einem über 80-prozentigen Missbrauch von Fluorchinolonen. In einem Interview mit der „New York Times“ porträtierte der pharmakologische Epidemiologe Mahyar Etminan den Übereinsatz so: „Dies machen faule Ärzte, die versuchen, eine Fliege mit einem Maschinengewehr zu erlegen“.

Als besonders gefährlich gelten die Substanzen für Kinder unter 18 Jahren und Erwachsene über 60 Jahre. Schwangere und stillende Mütter, Patienten mit Lebererkrankungen, Patienten mit Corticosteroiden als Medikation oder auch mit nicht-steroidalen Antirheumatika sollten auf keinen Fall Fluorchinolone einnehmen.

Fazit

Wer ein schulmedizinisches Abenteuer erleben will, der kann sich über die Einnahme von Fluorchinolonen den Kauf eines Revolvers ersparen. Statt dessen beschert ihm die Einnahme ein evidenzbasiertes schulmedizinisches Roulett. Wem das noch zu unbedenklich erscheint, der kann unter Die besten Medikamente zum Krankwerden? noch ein paar Zusatztipps bekommen, wie man erfolgreich und evidenzbasiert seine Gesundheit vor die Säue schmeißt.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Der Beitrag wurde im April 2013 erstellt und letztmalig am 13.5.2026 mit den Warnungen der britischen MHRA ergänzt.

Bild: 123rf.com – Jupiter8

Sie nennen es Fortschritt. Ich nenne es Entmenschlichung.

Die moderne Medizin will alles: beraten, behandeln, bevormunden. Doch wovon kaum noch die Rede ist: heilen. Der Patient wird zum Kunden, der Arzt zum Dienstleister – und das Gesundheitssystem zur Goldgrube für alle, nur nicht für die, um die es eigentlich geht.

Es ist Zeit, die sieben Todsünden der Medizin neu zu schreiben – aus Sicht derer, die das System täglich erleben. Nicht als Theorie. Sondern als Realität.

Profit vor Patient

These: Krankheit ist heute ein Geschäftsmodell.

Gesundheit bringt kein Geld. Kranke aber schon. Wer das System durchschaut, erkennt: Krankenhäuser arbeiten längst wie gewinnorientierte Unternehmen. Die sogenannte „Fallpauschale“ (DRG-System) macht aus jedem Patienten eine abrechenbare Nummer. Diagnosen sind Währung, Verweildauer wird budgetiert, und der Mensch wird zum Mittel zum Zweck.

Das hat Folgen. Beispiel Hüftgelenk: In Deutschland werden jährlich über 240.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt – weit mehr als medizinisch nötig. Eine Untersuchung des IGES-Instituts bezifferte bereits 2012, dass rund 20–30?% dieser Eingriffe vermeidbar wären – also Zehntausende Patienten operiert werden, obwohl andere Verfahren ausreichen würden.

Oder der Klassiker: Frühzeitige Entlassungen. Wer zu lange liegt, kostet. Also wird verlegt, verfrüht entlassen oder in Reha abgeschoben – selbst wenn der Patient instabil ist. Hauptsache, das nächste „abrechenbare Ereignis“ rückt nach. Besonders perfide: In manchen Kliniken erhalten Chefärzte leistungsbezogene Boni, die sich an Fallzahlen orientieren. Mehr OPs, mehr Geld.

Auch bei Medikamenten läuft die Maschinerie: Allein im Jahr 2022 wurden in Deutschland 49 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben – ein Allzeithoch; siehe mein Beitrag: Ausgaben für Arzneimittel steigen und steigen.
Dabei betrifft der größte Teil der Ausgaben nicht innovative Medikamente, sondern teure Dauertherapien für chronisch Kranke. Wer heilt, ist betriebswirtschaftlich unerwünscht. Lieber wird „eingestellt“ – mit Blutdrucksenkern, Cholesterinsenkern, Antidepressiva. Langfristig, natürlich.

Das alles ist kein Betriebsunfall – es ist systemisch gewollt. Denn was im Katalog steht, wird gemacht. Und was nicht im Katalog steht, fällt hinten runter. Nicht selten inklusive Menschlichkeit.

Gier nach Macht und Geld

Wem die Patienten nicht egal sind, der hat im System ein Problem.

Pharmakonzerne investieren nicht in Heilung, sondern in Wiederholung. Ein Medikament, das wirklich heilt, ist betriebswirtschaftlich gesehen ein Desaster. Was sich rechnet, sind Dauertherapien. Am besten lebenslang. Medikamente, die Symptome „managen“, ohne die Ursache zu beheben. Genau deshalb explodieren die Umsätze.

Ich habe oft genug dazu geschrieben:

Allein der weltweite Umsatz mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln lag 2023 bei rund 1.500 Milliarden US-Dollar – Tendenz steigend. Der Löwenanteil entfällt auf Therapien für Bluthochdruck, Diabetes, Rheuma, Krebs und psychische Erkrankungen. Fast alle davon: chronisch. Fast alle: wachsender Markt.

Und die Forschung? Laut einer Analyse der Fachzeitschrift BMJ investieren Pharmakonzerne im Schnitt doppelt so viel in Marketing wie in Forschung. Bei Pfizer waren es zuletzt über 12 Milliarden Dollar Marketing versus 8 Milliarden für F&E. Medikamente werden also nicht deshalb verschrieben, weil sie die besten sind – sondern weil sie am aggressivsten beworben wurden. Nicht Wirkung, sondern Wahrnehmung zählt.

Ein besonders aufschlussreiches Beispiel ist der Bereich der COVID-19-Impfstoffe: Die Entwicklung wurde größtenteils mit staatlichem Geld vorfinanziert – doch verkauft wurde anschließend zu Fantasiepreisen. Laut New York Times betrug der Herstellungspreis für eine Dosis BioNTech/Pfizer weniger als 2 Euro, verkauft wurde sie für bis zu 30 Euro. Die Gewinnspannen sprengten selbst für Pharmaverhältnisse den Rahmen. Und die Verträge? Geheim, ohne Regress bei Nebenwirkungen. Reiner Geschäftsinstinkt.

Auch bei Psychopharmaka lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Antidepressiva, Neuroleptika und Stimmungsstabilisierer werden inzwischen millionenfach verschrieben, oft ohne klare Diagnose, meist auf Dauer. Die Absetzversuche scheitern häufig, weil körperliche Abhängigkeiten entstehen. Studien wie die von Prof. Irving Kirsch (Harvard Medical School) zeigen zudem, dass viele Antidepressiva kaum besser wirken als Placebo – aber trotzdem Milliarden einspielen.

Noch eindrücklicher sind die Zahlen bei Statinen, den sogenannten Cholesterinsenkern. In Deutschland nehmen über 6 Millionen Menschen regelmäßig Statine ein – viele davon ohne nachgewiesenen Nutzen, dafür mit Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Leberschäden oder Diabetesrisiko. Die Absenkung des „Normalwerts“ von Cholesterin auf 200 mg/dl hat Millionen gesunde Menschen über Nacht zu Patienten gemacht. Ein medizinischer Marketingcoup, der jährlich Umsätze in Milliardenhöhe sichert – obwohl Cochrane-Reviews und andere unabhängige Auswertungen zeigen, dass der Nutzen bei Primärprävention oft minimal ist.

Zur Ehrenrettung muss ich natürlich sagen: Es gibt sie durchaus, die Kliniken und Praxen, die auf nachhaltige Genesung setzen – etwa durch multimodale Schmerztherapie, psychosomatische Rehabilitation, Naturheilverfahren oder strukturierte Bewegungstherapie. Gerade in der Reha, aber auch in der Integrativen Medizin wird täglich versucht, Patienten wirklich wieder auf die Beine zu bringen und nicht nur medikamentös zu „optimieren“.

Das Problem: Diese Ansätze sind zeitintensiv, oft nicht abrechenbar – und stehen im Wettbewerb mit schneller Technik und kalkulierbarer Medikamentierung. Wer heilt, arbeitet gegen die Ökonomie. Aber manche tun es trotzdem. Und das verdient Anerkennung.

Wissenschaft als Fassade? Oder nur gut getarnte Interessen?

„Evidenzbasiert“ – das klingt nach Objektivität, nach nüchterner Wahrheit, nach Entscheidungen auf Basis sauberer Daten. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Dieser Begriff wird inzwischen ebenso oft zur Verschleierung genutzt wie zur Aufklärung. Für die Betablocker hatte ich das mal recherchiert: Betablocker für alle – Evidenzbasierte Katastrophen der Schulmedizin.

Rund 80% aller Studien zu neuen Medikamenten werden von der Industrie finanziert. Und wenig überraschend: In fast 90% dieser Fälle schneiden die Produkte genau so ab, wie es sich die Geldgeber wünschen. Studien werden heute nicht mehr primär durchgeführt, um Wissen zu schaffen – sondern um Zustimmung zu erzeugen. Wer die Regeln der Statistik kennt, weiß: Man kann eine Studie so gestalten, dass das gewünschte Ergebnis fast sicher herauskommt. Stichwort: Surrogatparameter, Endpunktverschiebung, selektive Publikation.

Und doch wäre es zu einfach, nun alles als „gekauft“ abzutun. Es gibt sie noch – die unabhängigen Prüfstellen, die kritischen Wissenschaftler, die sauber arbeiten. Der IGeL-Monitor. Das IQWiG. Auch manche Cochrane-Analysen, so umkämpft sie inzwischen sind, leisten weiterhin wertvolle Arbeit. Aber sie sind in der Unterzahl. Und oft unterfinanziert. Die Schlagkraft liegt bei denen, die sich Sichtbarkeit kaufen können – mit Milliardenbudgets für Werbung, Fortbildung, PR und Lobbyarbeit.

Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Geschichte von Prof. Peter C. Gøtzsche, Mitgründer der Cochrane Collaboration. Er wurde 2018 aus dem Netzwerk gedrängt – nach deutlicher Kritik an industrienahen Studien zur HPV-Impfung und an einer zunehmenden Verflechtung von Wissenschaft und Kommerz. Ich hatte dazu seinerzeit hier berichtet: Prof. Dr. Goetsche – Medizin-Wissenschaftler wird mundtot gemacht. Seine Mahnung: „Wir erleben eine systematische Schönfärberei unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Seriosität.“ Wer das laut sagt, wird ausgegrenzt.

Auch die sogenannten „Leitlinien“ stehen längst unter Einfluss. Eine Analyse im British Medical Journal zeigte: In 71% der Leitlinienkommissionen sitzen Personen mit direkten finanziellen Verbindungen zur Industrie. Bei Empfehlungen zu Statinen, Psychopharmaka oder Diabetestherapie etwa. Das Ergebnis: Therapien, die sich rechnen – nicht unbedingt solche, die helfen.

Besonders perfide ist dabei die juristische Keule: Ärzte, die sich nicht an Leitlinien halten, riskieren Regress. Wer sich hingegen an die „Empfehlung“ klammert, ist juristisch auf der sicheren Seite – auch wenn der Patient darunter leidet. Das System schafft so eine Art Behandlungs-Autopilot: wissenschaftlich kaschiert, wirtschaftlich gewollt.

Noch ein Trick: Statt zu fragen, ob Patienten wirklich länger oder besser leben, wird oft nur gemessen, ob Laborwerte sinken. LDL-Cholesterin, Blutdruck, Entzündungsparameter. Das mag gut aussehen – schützt aber nicht zwingend vor Krankheit. Es verkauft sich nur besser.

Wissenschaft ist wichtig. Aber sie muss unabhängig sein. Und transparent. Solange dieselben Konzerne, die Medikamente verkaufen, auch die Studienlage dominieren, kann von echter Objektivität keine Rede sein. Die Fassade glänzt. Aber was dahinter liegt, ist oft ein Geschäftsmodell.

Korruption im System

Fangprämien, Kickbacks, Bonusvereinbarungen. Und keiner sieht hin.

Die Vorstellung, dass das Gesundheitswesen primär der Heilung dient, ist naiv. Es geht um Netzwerke, Einfluss, Marktanteile. Und oft um schlichte Korruption – stillschweigend institutionalisiert, systematisch organisiert, selten geahndet.

Auch dazu hatte ich bereits mehrfach im Laufe der letzten Jahrzehnte berichtet:

Laut einer Studie der Universität Halle-Wittenberg zahlt jede vierte Klinik in Deutschland sogenannte Fangprämien – also Geld dafür, dass Patienten gezielt zugewiesen werden. Besonders gefragt sind lukrative Diagnosen: Knie, Hüfte, Rücken. Der Hausarzt oder Facharzt überweist – das Krankenhaus bedankt sich mit Bargeld, Gutscheinen oder Fortbildungspauschalen. Offiziell nennt man das Kooperation.

Noch deutlicher wird es im Bereich der sogenannten „nicht-ärztlichen Leistungserbringer“: Laut derselben Studie berichten über zwei Drittel der befragten Logopäden, Ergotherapeuten, Heilmittelerbringer und Optiker, dass sie Ärzten wirtschaftliche Vorteile für Zuweisungen anbieten – „gelegentlich oder häufig“. Das ist keine Ausnahme, das ist Struktur.

Typisch sind dabei sogenannte Kooperationsverträge zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken: Die Klinik verpflichtet sich, Patienten innerhalb einer gewissen Frist aufzunehmen und zu operieren – im Gegenzug gibt es Rückvergütungen, Geräte, Studienplätze oder bezahlte „Beratungstätigkeiten“. Manchmal steht sogar im Vertrag, dass eine „Mindestanzahl an Fällen“ pro Quartal geliefert werden soll. Der Patient ist Teil der Lieferkette.

Und wer glaubt, das sei ein Problem der Vergangenheit, der möge sich an die Worte von Karl Lauterbach erinnern. Der heutige Gesundheitsminister sprach 2010 – damals noch Professor – von „Mafia-ähnlichen Zuständen“ im Gesundheitswesen. Gemeint war nicht etwa die Homöopathie, sondern genau diese Zuweisungsgeschäfte, die heute noch laufen – nur eben besser verschleiert.

Auch in der Arzneimittelversorgung ist das System durchzogen von Anreizen: Verordnungsboni, „unverbindliche Schulungen“, Fortbildungen in Luxus-Hotels, Honorare für vermeintliche „Studien“. Und das alles meist im Rahmen der Legalität – weil die Gesetze exakt so geschrieben sind, dass sie Grauzonen erzeugen. Gesetze, an denen dieselben Akteure mitgeschrieben haben, die davon profitieren.

Ein Beispiel: In den USA müssen Pharmaunternehmen offenlegen, welche Ärzte wie viel Geld von ihnen erhalten. In Deutschland war eine ähnliche Regelung geplant – doch sie wurde von der Industrie erfolgreich verwässert. Heute können Ärzte freiwillig offenlegen, ob sie Geld oder Sachleistungen erhalten haben. Ergebnis: Nur etwa 25?% machen das überhaupt – der Rest schweigt.

Auch Klinik-Rankings sind häufig ein Teil dieses Spiels. Viele Krankenhäuser kaufen sich aktiv in Bewertungsportale ein, zahlen für positive Erwähnungen in Gesundheitsmagazinen oder nutzen sogenannte „Qualitätssiegel“, die nichts anderes sind als gekaufte Werbefläche im Arztkittel-Gewand.

So erklärt sich auch, warum neue Medikamente in Deutschland häufig die höchsten Preise weltweit erzielen. Die Verhandlungen zwischen Herstellern und GKV-Spitzenverband sind oft absurd – und die Hersteller diktieren die Regeln. Intransparenz ist dabei Programm: Die Verträge sind geheim, die Kosten für den Steuerzahler nicht öffentlich einsehbar.

Was dabei auf der Strecke bleibt? Vertrauen. Verantwortung. Und die Frage, ob der Patient noch mehr ist als ein Marktsegment.

Entmündigung statt Heilung

Die Medizin sagt dir, wer du bist, was du darfst, und wann du gesund zu sein hast.

Gesundheit war einmal ein Zustand. Heute ist sie ein Verhalten. Und wer nicht mitmacht, gilt als verdächtig.

Die moderne Medizin hat sich längst vom Heilen verabschiedet – sie hat sich zur Kontrollinstanz des gesunden Lebens gemacht. Sie sagt dir, wann dein Blutdruck zu hoch ist, wann dein Cholesterin gefährlich wird, wann du zu still, zu laut, zu traurig, zu ängstlich bist. Und was du dagegen zu nehmen hast. Am besten täglich.

Dabei geht es nicht um dich als Mensch, sondern um dich als Risiko. Das Ziel ist nicht mehr, eine Krankheit zu behandeln, sondern eine Wahrscheinlichkeit zu senken. Man nennt das Prävention – in Wahrheit ist es Risikomanagement nach Versicherungslogik.

Ein nüchternes Beispiel: Statistisch gesehen braucht man 67 gesunde Menschen, um durch die Einnahme von Statinen einen Herzinfarkt zu verhindern (Number needed to treat, Primärprävention). Die anderen 66 tragen allein die Nebenwirkungen. Trotzdem gilt jeder, der sich weigert, als verantwortungslos.

Doch die Corona-Krise hat diese Entmündigung auf ein ganz neues Niveau gehoben! Plötzlich wurde nicht nur über unsere Körper, sondern über unsere Grundrechte entschieden – mit medizinischen Begründungen, die sich im Nachhinein oft als haltlos herausgestellt haben.

Sogenannte „Ungeimpfte“ galten plötzlich als Pandemietreiber, als Gefahr für die Gesellschaft, als asozial. Der Staat schränkte ihr Leben ein: Reiseverbote, Berufsverbote, Kontaktverbote – alles im Namen einer „solidarischen Medizin“. Wer widersprach, wurde ausgegrenzt, diffamiert und in den sozialen Medien auch gnadenlos zensiert.

Wer das nicht glaubt, darf sich gerne mal informieren:

Die veröffentlichten RKI-Protokolle in Deutschland zeigen, dass vieles davon nicht evidenzbasiert war, sondern politisch motiviert. Die angeblich sol „klare Datenlage“ existierte überhaupt nicht. Und trotzdem wurde mit aller Härte regiert – auf Basis von Modellierungen, nicht auf Basis der Realität. Die Medizin wurde zur Staatsreligion – wer widersprach, war Ketzer.

Auch hier wirkt der Mechanismus der medizinischen Moralisierung: Wer „ungeimpft“ war, gefährdete angeblich andere. Die gesellschaftliche Spaltung wurde nicht verhindert, sondern medizinisch legitimiert und durch die Medien auf breiter Front willfährig unterstützt.

Prof. Peter Nawroth nennt diese Entwicklung in der Medizin zu Recht eine neue Form von Herrschaft: Die Medizin beansprucht, über das Leben des Einzelnen bestimmen zu dürfen – unter dem Deckmantel der Fürsorge. Doch wer auf Statistiken basiert, kann das Individuum gar nicht sehen. Er kann nur normieren.

Dazu passt: Die Absenkung von Grenzwerten erfolgt oft nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern aus Marktlogik. Beispiel Blutzucker: Seit Jahren sinkt der Schwellenwert für die Diagnose „Prädiabetes“ – mit dem Effekt, dass plötzlich Millionen gesunder Menschen als behandlungsbedürftig gelten. Jeder neue Grenzwert schafft neue Patienten. Und neue Umsätze. Die Frage bleibt: ist das Wissenschaft oder Marktwirtschaft?

Was in Corona begann, setzt sich heute fort: Auch andere Themen wie Ernährung, Bewegung, Impfen, Lebensstil usw. werden zunehmend moralisch aufgeladen. Wer sich dem nicht fügt, wird nicht beraten sondern belehrt. Der Mensch wird entmündigt. Nicht, weil er nichts weiß, sondern weil er nichts mehr entscheiden darf.

Und genau darin liegt der Systemfehler: Wer sich der medizinischen Logik nicht unterordnet, gilt nicht als frei, sondern als gefährlich. Die Medizin hat sich vom Dienst am Menschen zum Wächter über ihn erhoben.

Zuwendung kostet – also fällt sie weg

Mitfühlen kann man nicht abrechnen. Deshalb stirbt es aus.

Im Hochglanzprospekt klingt alles menschlich: „Ganzheitliche Betreuung“, „Patient im Mittelpunkt“, „kompetente und empathische Pflege“. Doch wer einmal auf einer Normalstation gelegen hat, weiß: Davon bleibt oft nichts übrig. Nicht aus bösem Willen – sondern weil das System nur wenig Zeit für Menschlichkeit lässt.

Pflegekräfte laufen am Limit, oft mit 10 bis 15 Patienten gleichzeitig, kaum Pausen, ständige Unterbesetzung. Ein Gespräch über Ängste? Keine Zeit. Händchen halten im Aufwachraum? Nicht vorgesehen. Viele geben ihr Bestes – aber das System reibt sie auf. Rund 40?% aller Pflegekräfte denken regelmäßig ans Aufgeben, laut Deutschem Pflegerat. Und das ausgerechnet in einem Beruf wo es darum gehen sollte zu helfen…

Auch Ärzte stehen unter Druck: Fallzahlen, Dokumentationspflicht, Budgetkontrollen. Der berühmte „Hausbesuch“, einst Symbol ärztlicher Nähe, ist heute fast ausgestorben. Die durchschnittliche Gesprächszeit in der Sprechstunde liegt bei weniger als 8 Minuten. Was bleibt, ist eine Versorgung im Akkord – industrialisiert, durchgetaktet, entseelt. Ach ja… um die Seele kümmert man sich sowieso nicht mehr – aber das ist ein anderes Thema.

Das Problem ist nicht nur personell, sondern strukturell: Zuwendung taucht in keiner Fallpauschale auf. „Der Patient fühlt sich gut aufgehoben“ ist im DRG-Katalog kein Abrechnungspunkt. Wohl aber: „Knie-TEP links, komplikationslos“.

Die Konsequenzen sind bekannt: Burn-out, innere Kündigung, Berufsausstieg. Und eine kalte Logik, die längst Einzug gehalten hat: Wo der Mensch zu teuer ist, denkt man über Maschinen nach. In Japan, aber auch in europäischen Pilotprojekten, werden bereits Pflegeroboter getestet – als Antwort auf Fachkräftemangel und Kostendruck. Eine Maschine, die nicht müde wird, keine Pausen braucht und keine Empathie hat. Vielleicht effizient – aber sicher nicht menschlich. Oder vielleicht doch? Die Künstliche Intelligenz wird immer besser… wir werden sehen.

Trotz aller Kritik will ich deutlich sagen: Es gibt sie noch, die Ärzte, Pfleger usw., die sich weigern, mitzumachen. Die zuhören, begleiten, sich Zeit nehmen – auch wenn es das Budget nicht hergibt. Wer als Arzt in eigener Praxis wirklich heilen will, verdient oft weniger als ein Apparatemediziner mit IGeL-Katalog. Idealismus kostet. Menschlichkeit hat ihren Preis. Und genau das ist der Skandal.

Machbarkeitswahn und Normalitätsterror

Die Medizin hat keine Grenzen mehr. Alles ist therapierbar – vor allem das Normale. Aber Heilung?

Die moderne Medizin kennt keine Grenze mehr. Nicht zwischen Gesundheit und Krankheit, nicht zwischen sinnvoll und absurd, nicht einmal mehr zwischen Heilung und Optimierung. Was früher zum Leben gehörte (Altern, Vergessen, Nachlassen) gilt heute als Defekt, als behandelbares Problem.

Wer mit 50 eine Glatze bekommt, hat ein Haarwuchsmittel-Defizit. Wer mit 60 nicht mehr joggt, leidet an Bewegungsmangel-Syndrom. Wer mit 70 traurig ist, braucht einen Serotonin-Booster. Die Pathologisierung des Alltäglichen ist kein Ausrutscher – sie ist Geschäftsmodell. Für jede Abweichung von der Norm existiert heute ein ICD-Code. Und bald ein passendes Medikament.

Beispiel Cholesterin: Noch in den 1990er Jahren galt ein Gesamtcholesterinwert von bis zu 250?mg/dl als normal. Heute liegt der Grenzwert bei 200 – bei manchen Fachgesellschaften sogar darunter. Über Nacht wurden Millionen gesunder Menschen zu Risikopatienten. Nicht, weil sie sich verändert hätten – sondern weil die Definition es tat. Normwertverschiebung als Verkaufsstrategie. Haben wir deswegen weniger Kranke?

Auch der sogenannte „Prädiabetes“ ist ein Paradebeispiel: Der Grenzwert wurde mehrfach abgesenkt, sodass heute über 20 Millionen Menschen in Europa als „vordiabetisch“ gelten. Die allermeisten ohne Symptome. Doch der Markt ist geschaffen – mit Diäten, Apps, Medikamenten, Schulungen. Krankheit auf Verdacht.

Besonders perfide wird der Machbarkeitswahn, wenn es um Kinder geht. Diagnosen wie ADHS, frühkindliche Depression oder „emotionale Regulationsstörung“ treffen nicht nur echte Fälle – sondern inzwischen auch ganz normale Entwicklungsschritte. Ein lebhaftes Kind wird rasch zum „Fall“, ein schüchternes Kind zum „Behandlungsobjekt“. Was hier gemacht wird, ist nicht medizinisch – es ist ideologisch.

Hinter all dem steht ein stiller Terror: Normal ist, was optimiert wurde. Wer nicht funktioniert, ist therapiebedürftig. Wer Fragen stellt, wird umerzogen. Und wer nicht mithalten kann, gilt als Belastung. So wird die Medizin zur Vollstreckerin einer Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr aushält.

Ein alternder Körper ist kein Fehler. Müdigkeit ist kein Feind. Trauer ist keine Störung. Und Unvollkommenheit ist keine Krankheit. Doch solange diese Sichtweise kein Preisschild hat, bleibt sie im System wertlos.

Fazit

Das System ist krank – also werden wir es nicht heilen, indem wir uns ihm anpassen.

Die moderne Medizin hat sich verirrt. Sie verwechselt Fortschritt mit Kontrolle, Therapie mit Geschäft, Prävention mit Herrschaft. Sie hat den Menschen aus dem Blick verloren – und das Menschliche gleich mit. Wer heilt, verliert einen Kunden. Wer zweifelt, verliert seine Lizenz. Wer mitspielt, bleibt dabei. Und wer ausschert, steht allein.

Doch der Einzelne muss sich nicht länger anpassen. Er kann sich entziehen. Nicht durch Verweigerung – sondern durch Stärkung. Durch Wissen. Durch Eigenverantwortung. Durch Klarheit.

Mein Ansatz lautet: gnadenlos gesund werden. Nicht angepasst. Nicht normgerecht. Sondern vital, wach, informiert und frei. Denn Gesundheit ist nicht das, was dir jemand bescheinigt – sie ist das, was du dir zurückeroberst.

Wie das geht? Genau darum schreibe ich. Woche für Woche. Über stille Entzündungen, Mikronährstoffe, Fasten, Zellregeneration, Naturmedizin, Stoffwechsel-Resilienz, echte Prävention.

Wenn Sie nicht länger Objekt in diesem System sein wollen – sondern Subjekt Ihrer Gesundheit – dann lade ich Sie ein: Abonnieren Sie meinen Newsletter. Es ist Ihre Entscheidung. Aber sie könnte eine der wichtigsten sein:

Anmerkung: Der Beitrag wurde im Jahr 2014 erstmals von mir veröffentlicht und am 17.5.2025 komplett neu von mir erstellt. Der alte Beitrag war ursprünglich inspiriert von den Thesen von Dr. med. habil. Michael Imhof (Die 7 Todsünden der Schulmedizin). Inzwischen sind viele Jahre vergangen – und geändert hat sich: nichts. Im Gegenteil. Die Corona-Krise hat eindrucksvoll gezeigt, wie weit Kontrolle, Entmündigung und Profitorientierung in der Medizin heute reichen. Die Ausgaben für Medikamente steigen Jahr für Jahr auf neue Rekordwerte – und dennoch sinkt die Lebenserwartung in Deutschland. Mehr Medizin. Weniger Mensch. Es ist Zeit, neu hinzusehen – und neu zu handeln. Die Lösung kann meiner Ansicht nach aber nur bei den Menschen selbst liegen; denn das „System“ ist nicht mehr zu ändern.

Eine kurze Sequenz aus meiner Online-Sprechstunde zum Thema „Die Biologische Krebstherapie“.

Krebs – nur ein Gendefekt? in diesem kurzen Ausschnitt aus meiner Sprechstunde beleuchte ich zwei fundamental unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Krebserkrankungen:

Die Schulmedizin richtet ihren Fokus auf die gezielte Zerstörung des Tumors durch operative Eingriffe, Chemotherapie oder Bestrahlung. Dabei steht der Tumor selbst als lokales Problem im Mittelpunkt der Behandlung.

Die Biologische Medizin hingegen versteht Krebs als systemische Erkrankung, die nicht isoliert betrachtet werden kann. Sie berücksichtigt Prozesse wie den Zellstoffwechsel, die Funktion des Immunsystems und / oder die Rolle der Mitochondrien – also der „Kraftwerke“ unserer Zellen. Das versucht die Schulmedizin in den letzten Jahren auch, allerdings mit durchwachsenene Ergebnissen. Von den Kosten ganz zu schweigen…

Erfahren Sie, warum das sogenannte „Milieu“ (also das biologische Umfeld, in dem sich Krebszellen entwickeln) von zentraler Bedeutung ist.

Und schließlich eine provokante These, die zum Nachdenken anregen soll:
Ist Krebs möglicherweise ein (paradoxer) Versuch des Körpers, auf tiefgreifende Störungen zu reagieren? Ein Gedanke, der neue Perspektiven eröffnen könnte und Raum für ein umfassenderes Verständnis der Erkrankung schafft.

Wer sich für das Thema Krebs interessiert, hier einige meiner Artikel dazu:

 

Die komplette Aufzeichnung der Online-Sprechstunde finden Sie übrigens hier:

Übrigens: Wenn Sie so etwas interessiert, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter „Hoffnung bei Krebs“ dazu an:

Dieser Beitrag wurde am 29.4.25 erstellt.

Ein Gespenst geht umher in der Schulmedizin, das Gespenst der „Impfmüdigkeit“. Allerdings gibt es keine Gespenster (mehr), sondern eine Impfpflicht ab dem Jahr 2020.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt aber ziemlich erstaunliche Fakten:
Weniger impfen scheint gesünder zu sein!

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Die Überschrift ist provokativ – das ist klar. Wenn man sich aber einige Fakten anschaut, dann kann man nur hoffen, dass dies keine gewollte Kausalität ist.

Worum geht es? Es geht zunächst um süchtig machende, verschreibungspflichtige Medikamente. Ich hatte bereits über Opioide als legale Einstiegsdrogen berichtet, deren Legalität dadurch gewährleistet ist, dass man sie als „Schmerzmittel“ wie die Kamellen im Kölner Karneval verschreibt: Opioide – Der Nummer 1 Killer für alle unter 50.

Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sollen die Opioide auch vom legalen Weg abgekommen und auf dem Schwarzmarkt gelandet sein. Dafür haben offensichtlich die Pharma-Unternehmen gesorgt. Wie anders ist es zu erklären, dass McKesson und Cardinal Health 12,3 Millionen Einzeldosen an eine Dorf-Apotheke in Mount Gay-Shamrock (kaum 1.800 Einwohner) geliefert haben? Und 9 Millionen Opioid-Tabletten erhielt das 400-Seelen-Städtchen Kermit/West Virginia in nur 2 Jahren.

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Wir alle wissen und glauben ganz fest, dass die Pharmaindustrie zu unserer aller Wohl da ist und da zu sein hat. Das Geschäftliche an solchen „Institutionen“ ist natürlich nebensächlich oder auch nur ein notwendiges Übel. Sind wir uns da einig?

Aber dennoch scheinen die angesprochenen Firmen sich nicht an diese Erwartungshaltung zu halten: Immer wieder verstoßen sie gegen Auflagen oder wenden Tricks an, um Verkaufsschranken zu unterlaufen. Das allerdings geht nicht immer reibungslos über die Bühne; immer wieder fliegt die eine oder andere Firma mit ihren speziellen Machenschaften auf – und wird bestraft.

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Irren ist menschlich. Jeder macht Fehler. Und Ärzte sind auch nur Menschen. In gewissen Situationen jedoch sind Fehler von weitreichender Konsequenz. Wenn diese Fehler in der Medizin auftauchen, dann steht für die betroffenen Patienten meist viel auf dem Spiel.

Wie diese Fehler aussehen können, habe ich bereits in einigen Artikeln zuvor zu beschreiben versucht. Falsche Diagnosen sind ein „beliebter“ Fehler, indem man Krankheiten diagnostiziert, die gar nicht da sind oder aber schlichtweg bestehende Krankheiten nicht erkennt oder falsch einordnet (http://www.yamedo.de/blog/immer-mehr-falsche-diagnosen-2012-2/).

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Ich gebe zu: Der Titel scheint makaber. Schließlich gelten Ärzte als „Lebensretter“. Umso überraschender ist es, wenn man sich einige (mögliche) Zusammenhänge ansieht.

Ich schreibe hier jetzt mal nicht meine persönliche Einschätzung zu diesem Thema, sondern beziehe mich einmal auf eine Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung:

Schaden Ärztestreiks den Patienten? (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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Oder: Medizinische Forschung und die verheimlichten Studienergebnisse

Im Dezember 2019 erschien ein Beitrag in der „Tagesschau“[1], der von einer extrem merkwürdigen Praxis der medizinischen Forschung an deutschen Universitäten berichtete: 93 Prozent aller medizinischen Studien werden nicht veröffentlicht. Die Untersuchung, die dies festgestellt haben will, kommt vom NDR, WDR und SZ.

Wenn man sich ein wenig in der Welt der Wissenschaft auskennt, dann weiß man (eigentlich), dass man keine scheu vor Veröffentlichungen hat. Im Gegenteil. Die Qualifikation eines Naturwissenschaftlers und der Grad seiner Bekanntheit wächst mit der Zahl seiner Veröffentlichungen. Und selbst wenn man eine Hypothese nicht bestätigen kann, dann weiß man wie es eben „nicht geht“. In unser so hoch gelobten „Medizin“ sieht das aber ganz anders aus…

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Das Medikamente mit unliebsamen Stoffen verunreinigt sind, scheint immer mehr die Regel, als die Ausnahme zu werden.

Erst letztes Jahr war hierüber zu berichten:

Besonders erschütternd und besorgniserregend war die Vermutung, dass diese Verunreinigung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon seit dem Jahr 2012 bestand und damit etliche Millionen an Patienten diese Substanz frei Haus zur eigentlichen Medikation mit eingenommen haben.

Dies ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass die „evidenzb(l)asierte“ Schulmedizyn eben genau nicht das macht, was sie vorgibt, zu machen: Die Patienten mit streng kontrollierten, zugelassenen Medikamenten zu versorgen. Denn eine strenge Kontrolle hätte diesen Zustand seit 2012 schon längst entdecken müssen!

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