Röntgenologische Fehldiagnosen in der Notaufnahme

Eine Untersuchung der amerikanischen Fachzeitschrift für Röntgenologie kam zu dem Ergebnis, dass die Zuverlässigkeit von Röntgenuntersuchungen von Ärzten und Patienten zu hoch eingeschätzt wird. Das erklärt häufige Fehldiagnosen, besonders bei vermuteten Becken- und Hüftgelenksbrüchen.

Die Forscher Dr. Kirby und Dr. Spritzer von der radiologischen Abteilung der medizinischen Abteilung der Duke Universität in Durham, USA veröffentlichten ihre Untersuchungsergebnisse American Journal of Roentgennology 2010 Apr;194(4):1054-60: Radiographic detection of hip and pelvic fractures in the emergency department.

Sie führten ihre Untersuchungen in der radiologischen Abteilung ihrer Universität durch und kamen dabei zu dem Schluss, dass die üblichen Röntgenaufnahmen kaum zu verwenden sind für eine genaue Diagnose von Hüftgelenks- und Beckenbrüchen. Sie überprüften diese Behauptung, indem sie bei den fraglichen Patienten eine zweite Untersuchung mit Hilfe eines Magnet Resonanz Tomographen (MRT) durchführten. Dies ermöglichte eine genaue Diagnose bei den zumeist älteren Patienten.

Die MRT Untersuchungen zeigten häufig Brüche, die auf der Röntgenaufnahme nicht zu sehen waren. Umgekehrt konnten angebliche Brüche per MRT Untersuchungen ausgeschlossen werden.

In einer großen Zahl der Fälle waren die Röntgenuntersuchungen nicht in der Lage, die wahren Ursachen für die Hüftschmerzen zu ergründen.

Die Forscher konnten zeigen, dass von 92 Patienten, 13 Patienten mit angeblich normalen Röntgenergebnissen 23 Becken- oder Hüftgelenksbrüche aufwiesen, die nur per MRT nachgewiesen werden konnten.

Bei weiteren 11 Patienten wurden per Röntgenaufnahme Hüft- und Beckenbrüche gefunden, die aber per MRT nicht bestätigt werden konnten. 15 Patienten zeigten auffällige Röntgenaufnahmen, die aber keine direkten Hinweise auf irgendeinen Knochenbruch gaben. Die MRT Untersuchung stellte bei diesen Patienten 12 eindeutige Brüche des Beckens fest, die ohne diese Untersuchung nicht behandelt worden.

Meiner Meinung nach ist es noch besser, sich einfach mal ausreichend Zeit zu nehmen den Patienten zu befragen. Für eine vernünftige Diagnose sollte man in Ruhe auf die Umstände der Schmerzen eingehen, ihr Auftreten und die Dauer. Der Patient sollte mit Auge und Hand befragt werden, um die richtige Diagnose zu finden.

René Gräber

René Gräber

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3 Kommentare Kommentar hinzufügen

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    Michael Schnaufer

    8. Februar 2019 um 15:40

    Hallo, ich habe die Diagnose „Eine fissurale, viertgrasige Knorpelläsion des medialen Femurcondylus, knöcherne Begelitreaktion. Chondromalacia patellae mit vereinzelten fissuralen, viertgradigen Knorpelläsionen. Zwar mukoide Degeneration des Innenmeniskus und auch umschriebene Signalveränderungen am Übergang von der Pars Intermedia zum Hinterhorn, jedoch kein ganz eindeutiger Einriss.“
    Mein Orthopäde sagt, man müsse schnellstmöglich operieren, damit keine Arthrose entsteht, ich jedoch habe Angst, dass es danach nicht besser wird. Mein befreundeter Osteopath rät mir zur Faszienmethode und von einer OP ab. Was ist das Beste für mein Knie ? Ich habe für kommende Woche 3 Termine bei Orthopäden, einer Sportklinik und einer Gelenk Fachklinik ausgemacht, und der Hoffnung, dass ich danach weiß was das Richtige ist. Aber ich befürchte, dass alle nur verdienen wollen und mir zu einer OP raten werden. Bitte helfen Sie mir !!!

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