Bestechung und Korruption im Fall des Nobelpreises für Medizin 2008?
Seit ich mich eingehender mit den pharmazeutischen Medikamenten und Verfahren beschäftige, desto größer wird anscheinend der “Sumpf”…
Nach der ZDF Info Sendung der Redaktion Frontal21 (ich berichtete im Artikel: Die Pharmaindustrie), dachte ich, es könne wohl nicht mehr schlimmer kommen.
An Sylvester 2007 laß ich einen Bericht u.a. in der Züricher Neuen Zeitung:
Am Vorabend der alljährlichen Verleihung des Medizinnobelpreises erschütterte eine Nachricht zunächst die Hörer des schwedischen Radios und dann den Rest der Welt.
Die schwedische Oberstaatsanwaltschaft, welche zur “Reichseinheit für Korruption” gehört, prüft, ob eine Untersuchung gegen die Nobelstiftung eingeleitet werden soll.
Der Oberstaatsanwalt Christer von der Kwast schließt Verbindungen zwischen dem Pharmakonzern Astra Zeneca und Personen die in engem Bezug zur Nobelstiftung stehen nicht aus.
Astra Zeneca besitzt Patente für den Impfstoff (u.a. Gardasil), der die Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) verhindern soll. Dieses Virus ist ist zum Teil an der Entstehung des gefürchteten Gebärmutterkrebses beteiligt.
Entdeckt hat dieses Virus, der deutsche Virologe Harald zur Hausen der für diese Entdeckung die Hälfte des diesjährigen Nobelpreises im Bereich Medizin bekam.
Durch die “Honorierung” dieser Entdeckung könnten immer mehr Länder die Gebärmutterhalskrebs-Impfung (auch HPV-Impfung genannt), in ihre Impfvorsorgeprogramme aufnehmen. Dadurch würde der Pharmakonzern AstraZeneca profitieren, weil sich die Gewinne beim Verkauf des Impfstoffes erhöhen würden.
Vermutlich als Folge des Nobelpreises wird die Verordnung der Impfstoffe nochmals in die Höhe schnellen, was für AstraZeneca ein riesiges Geschäft bedeuten dürfte.
Wie der schwedische Radiosender Sveriges Radio (SR) recherchierte, gehört Astra Zeneca zu den Hauptsponsoren zweier Tochtergesellschaften der Nobelstiftung. Die Nobel Media ist zuständig für die richtige Vermarktung der Medienrechte des Nobelpreises und kontrolliert deren Einhaltung.
Des Weiteren unterstützt Astra Zeneca Presseberichten zufolge die Nobel Web, welche die Rechte im Internet “wahrt”.
In welcher Höhe die Unterstützung angesiedelt ist, bleibt weiter geheim, da der Sponsoring-Vertrag bis jetzt nicht veröffentlicht wurde. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es sich dabei um mehrere Millionen handelt.
Zugleich stehen laut SR mehrere Personen, die maßgeblich an der Vergabe des Medizinnobelpreises beteiligt sind, auf der Lohnliste von Astra Zeneca, wie etwa: Bo Anglin, der bei Astra Zeneca als Verwaltungsrat angestellt ist.
Gegenüber dem SR äußerte Bo Anglin, dass er sich nicht im Klaren darüber gewesen sei, dass Astra Zeneca Profit aus dem Umstand schlagen könnte, dass zu Dr. Dr. zur Hausen den Nobelpreis erhält…
In jeder Satire-Show zu diesem Thema käme jetzt der Kommentar: “Ja Klaaaaaar!” oder “Aber Siiiiicher doch!”
Vielleicht fragen Sie sich als Leser:
“Na, für eine gute Sache wird man auch mal ein bischen nachhelfen dürfen… und Sponsorengelder braucht das Nobelkommitee doch auch…”
Ja, wenn es eine hundertprozentige “Gute Sache” wäre, würde ich hier vermutlich gar nicht schreiben und die Dinge auf sich beruhen lassen.
Aber: Die Studienlage, die Effektivität des Impfstoffes (z.B. Gardasil und Cervarix) und die Umstände WIE es zur Markteinführung der Gebärmutterhalskrebs-Impfung kam lassen mehr als aufhorchen…
Mehr dazu in meinen Beiträgen:
Todesfälle nach Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs?
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs als vorbeugende Therapie?
Und wer das alles nicht glaubt schaue sich bitte einmal die Reportage von Frontal21 (ZDF Sendung) zum Thema: “Das Pharmakartell” an.










Mittwoch, 29. April 2009 20:03
[...] Die bittere Pille bezahlt der Patient, wie immer mehr Medikamentenskandale zeigen. Der neueste Fall von Bestechung könnte sich im Fall des Medizinnobelpreises 2008 zeigen. Lesen Sie hierzu auch den Beitrag: Bestechung und Korruption im Fall des Nobelpreises für Medizin? [...]
Montag, 15. Juni 2009 21:20
[...] man bedenkt, dass die schwedische Staatsanwaltschaft gegen das Nobelkommitee ermittelte, wegen des Verdachts der Bestechung im Zusammenhang mit der Vergabe des Medizinnobelpreises an Dr. Harald zur [...]