Vorsicht vor gepanschtem Honig – Die Machenschaften: unglaublich!

Ich liebe Honig. Honig ist ein wertvolles Natur-Produkt. Die Bienen sammeln Nektar, den sie im Bienenstock mit körpereigenen Sekreten anreichern und zur Reifung in Waben speichern. So enthält der ursprüngliche Nektar neben pflanzlichen Zuckern, Spuren-Elementen, Vitaminen und Pollen auch Enzyme und antibakterielle Wirkstoffe.

Die gesunde Honig-Süße ist deswegen um ein Vielfaches teurer als Industrie-Zucker. Viele Verbraucher wissen das zu schätzen, doch schauen sie auch auf den Preis des Bienen-Produktes. Die Produzenten versuchen deshalb, die Kosten zu senken – und dabei bedienen sie sich zunehmend raffinierterer Tricks.

Jeder vierte Honig ungenießbar

Die Stiftung Warentest veröffentlichte im Januar 2019 die Ergebnisse der neuesten Prüfung von 36 Honigen aus dem Einzelhandel. 10 der getesteten Produkte erhielten die Note mangelhaft und sollten daher gar nicht verzehrt werden. Grund für das schlechte Abschneiden sind mehrere Mängel, die die Lebensmittelchemiker anmahnten.

Einzelne Honige verdienten noch nicht einmal ihre Sortenbezeichnung, wie die Pollenanalyse ergab. Auch riskante Rückstände wurden in den Produkten gefunden. Zwar lagen die Werte für das Herbizid Glyphosat unterhalb der offiziellen Grenzen, dafür fanden die Tester kritische Mengen an Pyrrolizidinalkaloide (PA). Insgesamt 10 Artikel enthielten Spuren gentechnisch manipulierter Pflanzen inform ihrer Pollen. Besonders chinesische Honige wiesen Hitzeschäden auf, die durch eine „malträtierende“ Verarbeitung des Honigs entstehen.

Nur 11 Honige bekamen die Note gut – zum Beispiel der „Lindenhonig“ von D’arbo und Dr. Krieger’s „Bienenhonig“. Überraschend war, dass in den oberen Rängen sowohl teure Artikel als auch günstige Discounter-Produkte waren, wie beispielsweise der „Wald Honig“ von Aldi Nord und „Marlene aromatischer Waldhonig“ von Lidl. Auffallend war auch, dass nur ein Bio-Honig unter den Besten war (Rewe Bio Akazienhonig).

Imker und Bienen in Schwierigkeiten

Die Honig-Produktion steckt aus mehreren Gründen in der Krise. Über die Gründe dazu versuche ich in den Beiträgen:

nachzugehen.

Viele Imker handeln einfach aus der Not heraus. Wegen der teils außergewöhnlichen Witterung, müssen sie ihren Tieren zusätzlich Zuckerlösung anbieten.

Der Stress durch die Varroa-Milbe setzt den Bienenvölkern ebenfalls zu, denn die Spinnentiere übertragen einen Virus, der die Flügel der Bienen verkümmern lässt.

Oft sind die Imker auch gezwungen, den Bienen Wachs anzubieten. Und weil der teuer ist, strecken manche Produzenten das Natur-Produkt mit Stearin. Aber der aus Erdöl stammende Stoff ist für Insekten (mehr oder weniger) tödlich.

Kann man die Imker noch verstehen, wenn sie zu diesen Methoden greifen, hat die industrielle Honig-Produktion noch ganz andere Dimensionen auf Lager. Denn hier wird in großem Stil betrogen, was das Zeug hält. So wird auf dem Markt für Imkerei-Bedarf mittlerweile eine Vielzahl an Zuckerlösungen angeboten, um den fertigen Honig zu strecken. Andere Hersteller lassen es gar nicht erst zur echten Honig-Produktion kommen. Besonders in China werden die Bienen nicht in annähernd natürlichen Behausungen gehalten. In den stählernen Wohnstätten der Insekten wird ihnen der gesammelte Nektar abgenommen und in einem technischen Prozess zu einer Art Kunst-Honig verarbeitet.

Gepanschter Honig ist auch noch schwierig zu entdecken

Lebensmittel-Kontrolleure haben es zunehmend schwer, gepanschten Honig zu entdecken. Doch die Nachweis-Methoden verbessern sich in dem Maße, in dem die Praktiken der Honig-Fälscher raffinierter werden. Die 2015 eingeführte NMR-Analyse kann den biochemischen Fingerabdruck des Honigs erkennen. Doch die immer weiter verbesserten Tricks der industriellen Honig-Produzenten setzen die Behörden stetig unter Zugzwang. Der Wettlauf hat Ähnlichkeiten mit den Verhältnissen beim Doping im Leistungssport. Ein Unterschied besteht nur darin, dass die Honig-Panscher noch dreister sind. Sie lassen ihre Proben von den offiziellen Analytikern freiwillig überprüfen, um festzustellen, wie weit sie gehen dürfen.

Die Chinesen – Schon wieder…

Die Chinesen wissen bereits: Reis-Sirup kann bislang kaum als Zusatz-Stoff identifiziert werden. Die Zuckerlösung wird im Internet als “Rice Syrup Pass“ unverhohlen angeboten. Fälschungen können aber auch durch eine Pollen-Analyse entlarvt werden. Damit konnte bisher immerhin die Herkunft des Honigs eindeutig geklärt werden. Doch die Produzenten können diesen Marker inzwischen sogar durch die Zugabe von entsprechenden Pollen nach ihren Wünschen modulieren.

Auf die Machenschaften chinesischer Honig-Exporteure haben die USA mit Strafzöllen reagiert. Doch auch dagegen wussten sich die Hersteller zu helfen. Die Export-Bilanzen aus anderen Ländern liefern dafür eindeutige Indizien. Denn nach der Verhängung der Einfuhrzölle schnellte die Ausfuhr von Honig aus Vietnam, Indien und Thailand sprunghaft in die Höhe. Seit Inkrafttreten eines Handelsabkommens zwischen der Ukraine und er EU kam plötzlich eine erhebliche Menge auch aus dem osteuropäischen Land. Im vergleichbaren Maße nahm der Honig-Export aus China in diese Länder zu. Die Handelsströme lassen nur einen Schluss zu: um die Zölle zu umgehen, wird ein Umweg über Drittstaaten genommen.

Fazit

Ein hoher Preis und das Bio-Siegel sind keine Garantie für hochwertigen Honig. Naturbelassener guter Honig ist nicht zwangsläufig teuer. Auch Billig-Honig kann durchaus qualitativ in Ordnung sein. Ich vertraue dennoch auf unsere Imker vor Ort und kaufe dort direkt. Entweder man kennt jemanden (rumfragen!) oder geht mal auf einen Wochenmarkt.

Und dann noch ein Tipp für Imker: Beschäftigen Sie sich mal mit den Effektiven Mikroorganismen, siehe: https://www.gesund-heilfasten.de/nahrungsergaenzung/effektive-mikroorganismen-em-technologie.html – Imker berichten über eine deutlich bessere Widerstandskraft der Völker!

René Gräber

René Gräber

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7 Kommentare Kommentar hinzufügen

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    Waltrud Käser

    13. Mai 2018 um 10:18

    also ich habe das Glück, dass der Imker von dem ich meinen Honig kaufe, seinen Bienenwagen bei uns im Schwarzwald aufstellt und bevor er wieder wegfährt auch dort schleudert. Den Honig verkauft er gleich an Ort und Stelle. Nun, ich habe schon seit Jahren den Verdacht, dass der Honig im Laden gepanscht ist.

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    Was mir dabei komisch vorkommt : dt. Honig Vermarkter wie zb. die Münchner Firma Breitsamer verkaufen in den Supermärkten Honige aus bestimmten Regionen wie zB. den Alpen, franz. Regionen etc. Es steht auf dem Glas auch nicht der Satz „enthält Honig aus EU – und nicht EU Ländern“, er sollte also in Ordnung sein, allerdings kann ich alle diese Honige nicht essen da diese aggressiv süß sind, wie wenn es fast reine Zuckerlösung wäre. Breitsamer gibt aber an „Für jeden unserer Honige gelten höchste Qualitätsanforderungen – strenger als die deutsche Honigverordnung sie vorgibt – transparente Herkunftsangaben, Sortenreinheit“. Das verwundert, denn der Honig meines lokalen Orts Imkers schmeckt viel weniger süß, also wirklich angenehm süß und dazu vielfältiger im Aroma, so wie ein Honig schmecken muss, egal welcher, ob Wald, Sommer oder spezielle Honige.

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    Wo finde ich denn guten Honig? In Bioläden oder direkt einen Imker vor Ort finden?

    Antwort René Gräber:
    Ich kaufe bei einem mir bekannten Imker direkt vor Ort. Auf Wochenmärkten findet man die auch…

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    Josef Fattinger

    23. Februar 2019 um 19:33

    Danke…..vielen Dank für sooooo viele wertvolle und interessante Berichte!!!
    Josef

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    Guten Tag Herr Gräber,
    vielen Dank für die wieder sehr interessanten Informationen. Ja, so langsam wachen wir alle auf. Ich hätte da eine Frage bezüglich des Honigs an Sie. Wenn der „Honig“ sich im Glas aufteilt in Festes und Flüssiges, kann man dann davon ausgehen, dass dieser Honig „gestreckt“ wurde, eventuell mit Zuckerlösung? Danke für Ihre Antwort und alles Gute für Sie.
    Gruß Edith

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    Schreiberklinik

    4. März 2019 um 07:55

    Im Zweifel dann einfach wirklich zum hochwertigen Produkt greifen. Wir haben Bauern in der Nähe, die stellen den selbst her und da weiß man wenigstens wo er herkommt. Den luxus hat zwar nicht jeder, aber ich habe mir glaube ich noch nie Honig im Einzelhandel gekauft.

  7. Avatar

    Die in manchen Honigen enthaltenen Pyrrolizitinaldehyde stammen von der heimischen Giftpflanze ‚Jakobsgreisskraut‘ welches sich hier immer mehr breit macht, weil das Klima immer wärmer wird. Bilder und detaillierte Beschreibung in Wiki zu finden. Der Anblick der Pflanze ist zwar schön, aber alles daran von der Wurzel bis zur Blüte ist giftig. Es ist ein Lebergift das nicht abgebaut werden kann und sich daher akkumuliert. Es ist daher ratsam dem heimischen Imker bei seinem Bienenstand einen Besuch abzustatten, ob es in der Umgebung von einigen km solche Pflanzen gibt. Da die heutige Landwirtschaft durch zu häufiges Mähen den Bienen ihre Blütenpracht raubt, sind die Immen auf Alternativen am Waldrand angewiesen. Die Gifte die die Insekten aufnehmen, spielen wegen der kurzen Lebenszeit wohl nicht die große Rolle, aber für den Honigräuber Mensch könnte es nachteilig werden.

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