Zu viele Antibiotika für Kinder

Seit Jahren kritisiere stark die übliche und sofortige Verordnung von Antibiotika bei fast jeder Entzündung bei Kindern.

Was musste ich mir nicht für Kritiken anhören! Von unverantwortlichem Handeln, Risiken der Infektion etc. wurde gemanht und gedroht. (Dabei bin ich gar nicht absolut gegen eine antibiotische Therapie).

Aber die Verordnung bei fast jeglichem Infekt (vor allem bei einer Mittelohrentzündung) darf und muss hinterfragt werden.

Und genau darüber klagen jetzt wohl auch die Kassen:

Arzneimittelexperte Bern Glaeske sagte bei der Vorstellung einer Studie der Gmünder Ersatzkasse GEK, über die Praxis bei 80% der Kinder mit Mittelohrentzündung und Infektionen der oberen Atemwege Antibiotika zu verordnen:

„Das kann zur Beruhigung des Arztes sein, zur Beruhigung der Eltern, aber nicht zur Beruhigung der Viren“

Das Problem der Mittelohrentzündungen hatte ich schon einmal in einem Blog-Beitrag im Heilfasten-Blog beschrieben: http://www.gesund-heilfasten.de/blog/wiederkehrende-mittelohrentzuendungen/

Grundsätzlich sind die Fragen der Immunabwehr insgesamt! Die Immunlage der Kinder muss gestärkt werden. Mehr dazu im Artikel: Immunsystem stärken.

Hierzu habe ich auch die Frage eines Lesers beantwortet: http://www.gesund-heilfasten.de/blog/ernaehrung-erkaeltung-immunsystem/

Leider beobachte ich immer noch in der Praxis, dass seitens zahlreicher Ärzte eine „Drohkulisse“ aufgebaut wird, mit möglichen „Folgen“. Aber auch viele Eltern sind extrem unvernünftig und fordern Antibiotika für Ihre Kinder – bei jedem kleinen Infekt.

Datum: Donnerstag, 26. Juni 2008
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

2 Kommentare

  1. 1

    Meine Tochter muß gerade ein Antibiotiukum nehmen wegen eines Hundebisses. ICh frage mich, wie sie das überhaupt run terkiregen soll, weil es so ekelig schmeckt und die Tabletten sind so riesig, die kann ein Kind ja gar nicht schlucken. Im Krankenhaus hat sie es intravenös bekommen, aber jetzt zuhause.?

  2. 2

    In der Tat. Gerade wegen der negativen Wirkung auf die Darmflora sollten Antibiotika vor allem intravenös verabreicht werden. Dies hatte mir auch der Chefarzt der Uni-Kinderklinik in Kiel 2003 bestätigt. Die Frage ist ob die Infusionstherapie nicht fortgesetzt werden sollte. Eine „Alternative“ werden höchstens ein „Antibiotika-Saft“ – mit all den entsprechenden Nachteilen…

Kommentar abgeben