Stechapfelzellen – Wie Ibuprofen die roten Blutkörperchen verformt

Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verlassen sich nichtsahnend auf Ibuprofen um ihre Schmerzen zu lindern.

Und obwohl sich seit einigen Jahren ganz klar zeigt, dass wir (nicht nur beim Ibuprofen) massive Probleme / Nebenwirkungen haben, wird das Zeug nachwievor in Massen „gefressen“.

In meinem Grundsatzbeitrag hatte ich dazu mehrfach Stellung genomen: Ibuprofen – Nebenwirkung u.a. plötzlicher Herztod, Magenprobleme, Nierenversagen und einiges mehr!

Jetzt stolperte ich über eine weitere „Ungeheuerlichkeit“.

Die Überschrift dieses Beitrag zeigt es bereits um was es geht.

Ibuprofen kann unsere roten Blutkörperchen verformen, sie von ihrer lebenswichtigen napfförmigen Gestalt in stachelige, sogenannte „Stechapfelzellen“ verwandeln. Diese Veränderung ist NICHT „faszinierend“, sondern birgt schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit.

Unsere roten Blutkörperchen, die unaufhörlich Sauerstoff und Kohlendioxid in unserem Körper transportieren, sind Meister der Anpassungsfähigkeit, geschaffen, um die engsten Kapillaren zu durchqueren. Doch diese Forschung offenbart eine dunkle Seite von Ibuprofen: Schon nach kurzer Einwirkung des Medikaments verlieren diese essentiellen Zellen ihre Flexibilität und formen spitze Ausläufer. Ein Bild, das an einen Igel erinnert, jedoch nichts mit der süßen Harmlosigkeit dieses Tieres zu tun hat. Diese Verwandlung behindert ihre Fähigkeit, lebenswichtige Funktionen auszuführen und kann den Gasaustausch im Körper stören.

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Die Studie wurde hier veröffentlicht:
Label-Free Digital Holotomography Reveals Ibuprofen-Induced Morphological Changes to Red Blood Cells | ACS Nanoscience Au

Den Abstract (Zusammenfassung) gebe ich hier einmal auf deutsch wieder. Klar, ist das etwas „wissenschaftlich“. Sie können diesen Teil auch überspringen und scrollen weiter nach unten zu meinen Bildern. Hier der Abstract:

Das Verständnis der dosisabhängigen Wirkung von rezeptfreien Medikamenten auf rote Blutkörperchen ist für die Hämatologie und die digitale Pathologie von entscheidender Bedeutung. Es ist jedoch eine Herausforderung, die medikamenteninduzierten Formveränderungen von Erythrozyten kontinuierlich und markierungsfrei in Echtzeit aufzuzeichnen. Hier demonstrieren wir die digitale Holotomographie (DHTM), die die konzentrations- und zeitabhängige Überwachung von Ibuprofen auf Erythrozyten eines gesunden Spenders in Echtzeit und ohne Markierungen ermöglicht. Die Erythrozyten werden auf der Grundlage von dreidimensionalen (3D) und vierdimensionalen (4D) Brechungsindex-Tomogrammen segmentiert, ihre morphologischen und chemischen Parameter werden abgerufen und ihre Formen durch maschinelles Lernen klassifiziert. Wir haben die Bildung und Bewegung von Stacheln auf der RBC-Membran direkt beobachtet, als wässrige Ibuprofen-Lösungen auf feuchtes Blut getropft wurden, wodurch rau-membranige Echinozytenformen entstanden. Bei niedrigen Konzentrationen von 0,25-0,50 mM war die durch Ibuprofen hervorgerufene morphologische Veränderung vorübergehend, aber bei hohen Konzentrationen (1-3 mM) blieben die mit Stacheln versehenen Erythrozyten über einen Zeitraum von bis zu 1,5 Stunden bestehen. Molekulare Simulationen bestätigten, dass Aggregate von Ibuprofenmolekülen bei hohen Konzentrationen die strukturelle Integrität der Erythrozytenmembran und die Lipidordnung erheblich störten, bei niedrigen Ibuprofenkonzentrationen jedoch vernachlässigbare Auswirkungen hatten. Kontrollexperimente zur Wirkung von Harnstoff, Wasserstoffperoxid und wässrigen Lösungen auf Erythrozyten zeigten keine Spicule-Bildung. Unsere Arbeit verdeutlicht die dosisabhängigen chemischen Wirkungen auf Erythrozyten mit Hilfe markierungsfreier Mikroskope, die zur schnellen Erkennung einer Überdosierung von rezeptfreien und verschriebenen Medikamenten eingesetzt werden können.

Also:

Die Forschergruppe um Talia Bergaglio hat diese Veränderungen live und in Echtzeit beobachtet, eine angebliche „Premiere“ in der Wissenschaftsgeschichte. Mithilfe der digitalen holotomographischen Mikroskopie, einer Methode, die Zellen in einer Schonung und Detailtiefe sichtbar macht (mehr dazu weiter unten), haben sie diesen beunruhigenden Effekt dokumentiert. Die Ergebnisse sind eindeutig: Ibuprofen stört die Ordnung der Membranlipide und zieht die Doppelschicht der Zellmembran auseinander, wodurch die Zellen in eine Form gezwungen werden, die ihre natürliche Funktion beeinträchtigt.

Besonders besorgniserregend ist die Erkenntnis, dass bei einer Dosis von mehr als 800 Milligramm, eine Menge, die ohne ärztliche Anweisung ohnehin niemals eingenommen werden sollte, diese Verformung länger bestehen bleibt. Diese Entdeckung wirft ein grelles Licht auf die potenziellen Gefahren einer Überdosierung von Ibuprofen und stellt die Sicherheit dieses frei verkäuflichen Schmerzmittels in Frage. Und wenn ich dann von manchen Schmerzpatienten höre, wieviel Milligramm diese sich „einwerfen“, entgleiten mit manchmal die Gesichtszüge…

Was hier als angebliche „Premiere“ gefeiert wird, beobachte ich im Dunkelfeldmikroskop bereits seit Jahren

Zunächst ein „Normalbefund“. Die Scheiben die Sie sehen sind die roten Blutkörperchen. Diese sind im Wesenlichen rund. In der Mitte sehen Sie eine helle größere „Scheibe“. Dies ist ein Granulozyt (weißes Blutkörperchen).

Blut im Dunkelfeld - normal

Jetzt die Stechapfelformen der roten Blutkörperchen bei Patienten:

In diesem Bild sehen Sie die deutliche Zackenbildung (Stechapfel) bei den roten Blutkörperchen. Die Bildschärfe lässt zu wünschen übrig, aber es ist immer noch gut zu erkennen. Das Bild sieht auch „überbelichtet“ aus, was aber daran liegt, dass das Licht viel mehr Möglichkeiten zur „Reflektion“ im Dunkelfeld hat, als bei der „Normalbefund-Aufnahme“.

Dass ein Blutbild so aussieht ist übrigens sehr selten. Meist findet man bei frischem Blut Stechapfelformen (soweit vorhanden) deutlich seltener und nicht ganz so auffällig zu erkennen.

Ich möchte hier (wieder einmal) feststellen, dass wir in der sogenannten Alternativmedizin bereits seit Jahrzehnten dieses „Problem“ kennen und sehen. Dazu müsste man sich nur einmal an ein Dunkelfeldmikroskop setzen und sich das Blut der Patienten ansehen – und zwar nicht nur in der Sofortauswertung, sondern auch in der Entwicklung über mehrere Stunden. Denn das Blut „lebt“ auf dem Objektträger ja weiter. Und je nachdem was dort passiert, lässt einige Rückschlüsse zu – von der die Schulmedizin nichts weiter hören will.

In der oben angeführten Studie wurde ja die Holotomografie genutzt.  Bei der Holographie werden Interferenzmuster, die durch die Überlagerung von zwei oder mehr Lichtwellen entstehen, genutzt, um ein dreidimensionales Bild des Objekts zu erzeugen. Tomographie hingegen bezieht sich auf Bildgebungstechniken, die Schicht für Schicht Bilder von internen Strukturen eines Objekts oder Körpers produzieren, indem sie Daten aus verschiedenen Winkeln sammeln und diese zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Holotomografie vereint diese Techniken, indem sie die Phaseninformation des Lichts, das durch ein Objekt geht oder von ihm reflektiert wird, nutzt, um detaillierte 3D-Bilder zu erzeugen. Dies ermöglicht es, die interne Struktur und die optischen Eigenschaften des Objekts auf nicht-invasive Weise zu untersuchen. Die Technik findet Anwendung in verschiedenen Feldern, darunter die Biomedizin, Materialwissenschaften und Mikroskopie, da sie es ermöglicht, lebende Zellen in Echtzeit und ohne Färbung oder Markierung zu beobachten. Solch ein Gerät kostet mindestens mehrere 10.000.- Euro bis zu einigen hunderttausend Euro. Ein Dunkelfeldmikroskop kostet zwischen 1.500.- und 5.000.-Euro.

Mehr zur Dunkelfeldmikroskopie in meinen Beiträgen:

Fazit

1. Die teuren (neuen) Geräte bestätigen, was wir mit der Dunkelfeldmikroskopie seit Jahrzehnten sehen: Stechapfelformen bei roten Blutkörperchen. Wir wissen: das ist kein gutes Zeichen für die Patienten.

2. Ibuprofen ist meines Erachtens nur ein „Verursacher“ solcher Stechapfelformen, es gibt einige weitere… Dazu berichte ich ja fortlaufend.

3. Ich halte es für dringend geboten, dass sich alle Schmerzpatienten um eine „Alternative Schmerztherapie“ bemühen. Wie diese aussehen kann, habe ich ebenfalls in zahlreichen Beiträgen beschrieben. Wenn Sie möchten beginnen Sie mit folgendem Grundsatzbeitrag:
Akute und chronische Schmerzen – Wirksame und mögliche Therapiealternativen

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René Gräber

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5 Kommentare Kommentar hinzufügen

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    Wilhelm Sälinger

    12. Februar 2024 um 13:46

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    danke für diesen Beitrag „Ibuprofen“. Die Menschheit ist in eine Sackgasse geraten, aus der wir alle, ohne die echte Ursache zu erkennen, nicht mehr herauskommen. Es ist ein Teufelskreis entstanden, der immerzu, uns weiter ins Unglück führt. Geld, wirkt in unserer Gesellschaft etwa, wie das Blut in unserem Körper. Ist das System dieses Geldes ungerecht, zerstörerisch und verdoppelt sich selbst, etwa alle 7-10 Jahren (Guthaben und gleich hohe Schulden) und der Körper (Weltwirtschaft) kann nicht mehr mitwachsen, weil er in einer endlichen Welt lebt, so ist Krieg, Zerstörung, Ausbeutung und vieles mehr, der einzige Ausweg, die Selbstzerstörung. Viele Grüße Wilhelm

  2. Avatar
    Marlies Strempel

    12. Februar 2024 um 14:57

    Scheinbar ist und bleibt Profit weiterhin wichtiger ,als die Gesundheit der Menschen.

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    Immer mehr Äpfel, Zitronen, Trauben, etc. haben keine Kerne mehr!
    Ich boykottiere solche Ware. Da kommt etwas teuflisches auf uns zu.

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    Was ist mit den vielen Teenager die diese gefährlichen Medikamente gegen Menstruation-Schmerzen in jungen Jahren nehmen. Hier wäre Aufklärung in den Schulen und bei den Mütter angesagt. Wahrscheinlich schwer durchführbar. Die Pharma Lobby würde dies durch die Politiker verhindern. Corona hat uns gezeigt, was für eine gefährliche Macht die Pharma Industrie weltweit ausübt. Sie beherrscht sogar schon unsere Regierungen, wie uns Corona in erschreckender Weise gezeigt hat. Eigenverantwortung ist der Schlüssel, um unsere Gesundheit und Freiheit zurück zu
    gewinnen und zu erhalten.

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    Aus Erfahrung kann ich bestätigen, Ibu hilft leider erst nach 2 Std. und ist dann nur für ca. 4-5 Std. wirksam. Bei Daueranwendung von mehr als 10 Tagen, Magenschmerzen inklusive.
    Als ich das meinem Orthopäden mitteilte, bekam ich Etoricoxib verordnen, was auch half, aber nach 5 Tagen hatte ich Herzrhythmusstörungen. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, es ist ein Cox-II-Hemmer – Vioxx lässt grüßen!
    Als ich das meinem Orthopäden mitteilte, bekam ich Celebrex und habe vor Einnahme die Beschreibung gelesen. Ebenfalls ein Cox-II-Hemmer, den man kontinuierlich einnehmen muss. Die Risiken selbst drauf zu gehen, nur um meiner Arbeit nachgehen zu dürfen, waren mir dann doch zu groß.
    Ich bin jetzt wieder alternativ unterwegs: Eispackung für 30 Sekunden oder 2 Minuten die Hände in sehr warmes Wasser halten und dann 10 Sekunden unter sehr kaltes Wasser oder einfach nur DMSO auf die betroffenen Stellen – wirkt Wunder, wenn man es nicht übertreibt. Und bei heftigen Arthritis-Anfällen zusätzlich krank melden und Ruhe halten.
    Man muss den Tatsachen ins Auge sehen, damit man nicht blind den Abhang runter fällt 😉
    Danke Herr Gräber auch für Ihre anderen alternativen Methoden mit den Schmerzen umzugehen.

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