Wir diskutieren über Medikamente, Diäten, Bewegung, Insulinresistenz – und übersehen womöglich einen der schlichtesten Einflussfaktoren überhaupt: Licht.

Menschen in westlichen Industrienationen verbringen 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen unter Kunstlicht. Gleichzeitig steigt die Zahl der Typ-2-Diabetiker kontinuierlich. Zufall? Oder unterschätzen wir die biologische Bedeutung des natürlichen Tageslichts für unseren Stoffwechsel?

Eine aktuelle Studie vom Dezember 2025 bringt Bewegung in diese Frage. Sie zeigt: Natürliches Tageslicht kann bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Zeit im normalen Blutzuckerbereich verlängern und den Stoffwechsel messbar verändern. Nicht durch ein neues Präparat. Nicht durch eine Diät. Sondern durch Licht.

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Was das für die Praxis bedeutet, ist überraschend – und möglicherweise relevanter, als viele glauben.

Die Rolle von natürlichem Licht und dessen Bedeutung hatte ich in einigen Beiträgen unter die Lupe genommen: [1] [2] [3] [4]

Am 18. Dezember 2025 erschien eine Arbeit, die einen vollkommen anderen und erstaunlichen Aspekt des Lichts „beleuchtete“, der dem natürlichen Licht noch einmal eine ganz andere Bedeutung gibt: den Einfluss von Licht auf den Stoffwechsel, besonders auf den Glukosestoffwechsel. [5]

Natürliches Licht gegen Kunstlicht

Tageslicht ist bekanntermaßen stimmungsaufhellend und gesundheitsfördernd. Laut dem Forschungsteam verbringen die meisten Menschen in westlichen Gesellschaften jedoch typischerweise 80 bis 90 % ihrer Zeit in Innenräumen unter künstlichem Licht, das nicht so hell und dynamisch wie Sonnenlicht ist.

Dies ist wichtig, da der menschliche Körper von zirkadianen Rhythmen gesteuert wird, einer inneren 24-Stunden-Uhr, die eine Reihe biologischer Prozesse wie Verdauung und Temperaturregulation steuert. Diese Prozesse werden durch Licht synchronisiert, und ein Mangel an natürlichem Licht ist ein Risikofaktor für Typ-2-Diabetes.

Frühere Studien haben gezeigt, dass künstliches Licht in der Nacht diese Rhythmen stört und dass Tageslicht im Freien die Insulinwirkung des Körpers verbessern und so zur Blutzuckerkontrolle beitragen kann. Bisher wurde jedoch nicht untersucht, wie sich natürliches Licht, das durch ein Fenster einfällt, auf Menschen mit Diabetes auswirkt.

Um dies zu testen, rekrutierte das Forschungsteam 13 Freiwillige mit Typ-2-Diabetes, um zu untersuchen, wie ihr Körper auf natürliches Fensterlicht und künstliches Innenlicht reagiert. Die Teilnehmer verbrachten zwei separate 4,5-tägige Perioden in einer kontrollierten Büroumgebung. In einer Periode saßen sie von morgens bis zum späten Nachmittag an einem Schreibtisch mit Blick auf große Fenster.

In der anderen Periode befanden sie sich im selben Raum, jedoch mit abgedunkelten Fenstern und nur normaler Bürobeleuchtung. Alle Teilnehmer aßen dreimal täglich ähnliche Mahlzeiten und absolvierten in beiden Perioden zur gleichen Zeit die gleichen Übungen. Auch die Einnahme ihrer Medikamente wurde fortgesetzt.

Die Ergebnisse zeigten, dass die durchschnittlichen Blutzuckerwerte zwar in beiden Perioden ähnlich waren, die Teilnehmer jedoch deutlich mehr Zeit im normalen Blutzuckerbereich verbrachten, wenn sie natürlichem Tageslicht ausgesetzt waren. Auch der Stoffwechsel veränderte sich. Bei Tageslicht verbrannten die Freiwilligen mehr Fett und weniger Kohlenhydrate zur Energiegewinnung.

Die Forscher entnahmen außerdem Muskelbiopsien und züchteten Muskelzellen im Labor. Dabei stellten sie fest, dass Gene, die an der inneren Zelluhr beteiligt sind, unter natürlichem Licht besser mit dem Tagesrhythmus synchronisiert waren. Dies deutet darauf hin, dass Sonnenlicht als Signal fungiert, um die Muskeln „im Takt“ zu halten und so die Nährstoffverarbeitung zu verbessern.

Obwohl diese Studie nur wenige Personen umfasste, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass natürliches Tageslicht dazu beitragen kann, die starken Blutzuckerspitzen und -schwankungen zu reduzieren, die häufig bei Menschen mit dieser Erkrankung auftreten. Es bietet eine einfache und natürliche Möglichkeit, Menschen mit Typ-2-Diabetes zusätzlich zu bestehenden Therapien zu unterstützen.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Exposition gegenüber natürlichem Tageslicht einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel von Menschen mit Typ-2-Diabetes hat und die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen unterstützen könnte“, lautete die Schlussfolgerung der Forscher.

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Quellen:

Ohne Mantel raus – und zack, eine Woche später läuft die Nase. Zufall? Oder doch die Strafe für „zu dünn angezogen“?

Seit Generationen hält sich die Vorstellung, dass kalte Luft direkt krank macht. Der Begriff „Erkältung“ scheint das Urteil gleich mitzuliefern. Doch moderne Forschung zeichnet ein anderes Bild: Kälte erzeugt keine Viren. Sie wirkt nicht als Ursache – sondern als Verstärker.

Warum steigen Infektionen trotzdem im Winter weltweit an? Weshalb überleben Influenzaviren in trockener Luft länger? Und was passiert eigentlich in unserer Nasenschleimhaut, wenn wir eiskalte Luft einatmen?

Die Antworten sind biologisch plausibel, epidemiologisch gut dokumentiert – und deutlich komplexer als die einfache Gleichung „Kälte = Krankheit“. Wer verstehen will, warum Winterzeit tatsächlich Erkältungszeit ist, muss genauer hinschauen.

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Kaltes Wetter macht nicht krank – hier die echte Ursache

Moderne Forschungen zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Kälte und Krankheit differenzierter ist als die Vorstellung, dass Kälte direkt Krankheiten verursacht.

Kalte Temperaturen selbst verursachen keine Infektionen. Stattdessen beeinflussen sie eine Kombination aus biologischen, umweltbedingten und sozialen Faktoren, die Menschen insbesondere in den Wintermonaten anfälliger für Atemwegserkrankungen machen. [1]

Erkältungen und Grippe werden durch Viren verursacht, nicht durch kalte Luft. Viren wie Rhinoviren, die Erkältungen verursachen, und Influenzaviren verbreiten sich von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion oder Körperkontakt, unabhängig von der Außentemperatur.

Allerdings steigen die Raten von Atemwegsinfektionen in der kälteren Jahreszeit in vielen Teilen der Welt kontinuierlich an – ein weltweit beobachtetes Muster.

Dieses saisonale Muster ist teilweise auf die Art und Weise zurückzuführen, wie sich kalte Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit auf Viren in der Umwelt auswirken. Untersuchungen zeigen, dass viele Atemwegsviren, darunter Influenzaviren und Coronaviren, unter kalten, trockenen Bedingungen länger überleben und über längere Zeiträume infektiös bleiben.

Trockene Luft führt auch dazu, dass winzige Tröpfchen, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen freigesetzt werden, schnell verdunsten. Dadurch entstehen kleinere Partikel, die länger in der Luft schweben und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass andere sie einatmen.

Dadurch trägt kalte, trockene Luft dazu bei, dass Viren in der Umwelt verbleiben und ihre Chancen erhöhen, die Atemwege einer anderen Person zu erreichen.

Kalte Luft beeinflusst auch die Art und Weise, wie sich der Körper gegen Infektionen wehrt. [2]

Das Einatmen kalter Luft senkt die Temperatur in der Nase und den Atemwegen, was zu einer Gefäßverengung führen kann. Unter Vasokonstriktion versteht man die Verengung der Blutgefäße, wodurch die Durchblutung des Gewebes verringert wird.

In der Nasen- und Atemwegsschleimhaut kann dieser verminderte Blutfluss die lokalen Immunreaktionen schwächen, die normalerweise dazu beitragen, Viren zu erkennen und zu beseitigen, bevor sie eine Infektion verursachen. Auch Kälteeinwirkung und kältebedingter Stress können die normale Funktion der Atemwege beeinträchtigen, insbesondere bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen.

Zusammen können diese Effekte die ersten Verteidigungslinien des Körpers in Nase und Rachen unterdrücken. Kalte Luft erzeugt keine Viren, aber sie kann es Viren erleichtern, Fuß zu fassen, sobald sie exponiert sind.

Auch saisonale Veränderungen im menschlichen Verhalten und im Innenraumklima spielen eine große Rolle. Kaltes Wetter regt die Menschen dazu an, mehr Zeit drinnen zu verbringen, oft in engem Kontakt mit anderen. In überfüllten Räumen mit schlechter Belüftung sammeln sich virenhaltige Tröpfchen in der Luft an, was die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung zwischen Menschen erhöht. [3]

Nebenaspekt: Deshalb waren die Ausgangssperren während des Corona-Lockdowns derartig kontraproduktiv, weil sie die Wahrscheinlichkeit von Übertragung in den Innenräumen signifikant erhöhten.

Im Winter führt eine verminderte Sonneneinstrahlung zu einer geringeren Produktion von Vitamin D in der Haut. Vitamin D ist an der Regulierung der Immunfunktion beteiligt und niedrige Spiegel gehen mit schwächeren Immunreaktionen einher.  [4]

Eine Innenheizung ist zwar für den Komfort unerlässlich, trocknet aber die Luft aus. Trockene Luft kann die Nasen- und Rachenschleimhaut austrocknen und so die Wirksamkeit des Schleims verringern. Schleim fängt normalerweise Viren ein und hilft dabei, sie aus den Atemwegen zu entfernen, ein Vorgang, der als mukoziliäre Clearance bezeichnet wird. Wenn dieses System beeinträchtigt ist, können Viren Zellen leichter infizieren. [5]

Kaltes Wetter kann für Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma oder allergischer Rhinitis, die allgemein als Heuschnupfen bezeichnet wird, eine besondere Herausforderung darstellen.

Epidemiologische Studien (Forschung, die Krankheitsmuster in der Bevölkerung untersucht) zeigen, dass Kältebedingungen bei diesen Menschen die Symptome verschlimmern und die Funktionsbeeinträchtigung verstärken können. Dies kann die Auswirkungen von Atemwegsinfektionen verstärken, wenn diese auftreten. [6]

Fazit

Zusammengenommen zeichnen die Hinweise ein klares Bild davon, was kaltes Wetter bewirkt und was nicht. Kalte Temperaturen sind mit einer höheren Rate an Atemwegsinfektionen, einschließlich Influenza und Coronaviren, verbunden, insbesondere in gemäßigten Regionen im Winter. Labor- und Umweltstudien zeigen, dass Viren in kalter, trockener Luft länger überleben und sich leichter verbreiten.

Was die Hinweise nicht stützen, ist die Idee, dass allein eine Erkältung, beispielsweise wenn man ohne Mantel nach draußen geht, direkt eine Erkältung oder Grippe verursacht. Stattdessen wirkt kaltes Wetter als Risikoverstärker. Es schafft Bedingungen, die Viren helfen, zu überleben, sich zu verbreiten und die Abwehrkräfte des Körpers zu überwinden.

Fazit vom Fazit: Kurz gesagt, kaltes Wetter und Krankheit hängen zusammen, aber nicht in der von vielen Menschen angenommenen Weise. Kalte Temperaturen allein verursachen keine Infektionen. Stattdessen prägen sie die biologischen, ökologischen und sozialen Bedingungen, die das Gedeihen von Atemwegsviren ermöglichen.

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Quellen:

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Krankheiten

Jedes Jahr das gleiche Ritual: Kaum steigen die Infektionszahlen, werden Tests empfohlen, Tabletten beworben und Impfungen angepriesen. Die Grippe ist plötzlich wieder eine Bedrohung – nicht nur für den Körper, sondern auch für den gesunden Menschenverstand.

Dabei ist Influenza keine neue Erscheinung und schon gar kein medizinisches Mysterium. Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit – der Organismus signalisiert klar, dass er jetzt eines braucht: Ruhe. Stattdessen wird getestet, nachgetestet, behandelt und prophylaktisch medikamentiert.

Die eigentliche Frage lautet nicht: „Was tun bei Grippe?“
Sondern: Warum tun wir so viel, was offenkundig wenig bringt?

Wer nüchtern hinsieht, erkennt schnell: Zwischen sinnvoller Unterstützung des Immunsystems und therapeutischem Aktionismus liegt ein gewaltiger Unterschied. Wenn ich im Folgenden offizielle Empfehlungen hinterfrage, dann aus meiner Erfahrung als Naturheilkundler – nicht als Gesundheitsbehörde.

Die Grippe ist nun wahrlich keine neue Angelegenheit, wo man sich Gedanken machen müsste, was es ist und wie man gegen die Erkrankung vorgehen sollte. Ich hatte dazu bereits einige Beiträge verfasst, die einschlägige Ratschläge enthielten: [1] [2] [3] [4]

Dann gab es da noch die „Experten“, die mit der Grippe versuchten, Panik zu stiften. [5]

Wozu? Ja, um leichter entsprechende Impfungen unter die Leute zu bringen, wie der Artikel schlussfolgerte. Warum das aber keine gute Idee ist, das habe ich hier beschrieben: [6]

Grippe in der USA

In den USA scheint die Weihnachtszeit auch Grippezeit zu sein. Eigens zu diesem Ereignis hat „CNN Health“ einen kleinen Ratgeber herausgebracht, den ich mir einmal vorgeknöpft habe. [7]

Weil anscheinend Millionen von Amerikanern zur Weihnachtszeit reisen, kommt es damit auch schneller zur Verbreitung der Influenza-Viren.

Die Grippeaktivität nimmt landesweit bereits zu. In der Woche bis zum 13. Dezember entfielen laut den neuesten Daten des US-amerikanischen „Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention“ (CDC) rund 4 % der Arztbesuche auf Atemwegserkrankungen, und fast 10.000 Patienten wurden mit Grippe ins Krankenhaus eingeliefert. Bislang sind in dieser Grippesaison bereits drei Kinder an den Folgen der Grippe gestorben.

Es ist bekannt, dass Kinder in Sachen Influenza besonders betroffen sind und auch aus virologischer Sicht als „Vektoren“ (Verbreiter) gehandelt werden. Das hatte man sich perfiderweise bei Covid als Argument „ausgeliehen“, um Panik unter den Unwissenden zu schüren. Covid hat einen vollkommen anderen Infektionsweg. Und Kinder sind so gut wie gar nicht betroffen.

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Was tun, wenn es einen erwischt zu haben scheint?

Diese Zahlen bedeuten, dass das Virus vielen Familien näher sein könnte, als sie denken. Bei Weihnachtsfeiern könnten sich unter anderem Menschen befinden, die sich gerade von einer Grippe erholen oder erste Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Sollten sie trotzdem am Weihnachtsmorgen zum Geschenkeauspacken erscheinen? Wie lange sollte ein Besuch bei Oma und Opa verschoben werden, bevor man dort Plätzchen backt?

Wenn ich Symptome habe, wann sollte ich einen Grippetest machen?

In den USA sind verschiedene Grippetests rezeptfrei erhältlich, die wie Covid-19-Tests als Nasenabstrich zu Hause durchgeführt werden können. Viele Ärzte empfehlen, sich testen zu lassen, sobald Symptome auftreten. Natürlich…

Grippesymptome beginnen in der Regel plötzlich mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit, schrieb die Kinderärztin Dr. Pamela Lindor,.

Weiter sagte sie: „Wenn der Schnelltest negativ ausfällt, Ihre Symptome aber schwerwiegend sind, sollten Sie einen genaueren Test bei Ihrem Arzt oder in einer Notfallambulanz durchführen lassen. Grippe ist nicht die einzige Erkrankung, die uns Sorgen bereitet. Vielleicht haben Sie Covid-19. In diesem Fall gibt es ein weiteres Medikament, das Ihnen einen Krankenhausaufenthalt ersparen könnte.“

Meine Meinung zu dieser Meinung:

Warum einen Test machen, wenn man schon die ersten Symptome verspürt? Die Symptome sind doch die klinische Bestätigung, dass man eine Grippe hat, oder zumindest sich was eingefangen hat, das wie eine Grippe aussieht. Da ist ein Test so überflüssig wie ein Kropf.

Und warum dann auch noch einen Test auf Covid-19? Welchen Erkenntnisgewinn erhält man, wenn man weiß, dass man an Influenza und/oder Covid erkrankt ist? Dabei haben wir noch gar nicht über die Zuverlässigkeit der Tests gesprochen.

Für beide Infektionen sieht die Behandlung identisch aus. Nicht jedoch für CNN und seine „Experten“, die gerne Grippeimpfungen, Coronaimpfungen vom Schlag modRNA und antivirale Grippe- und Coronatabletten verkaufen möchten.

Was ich von Grippeimpfungen halte, das habe ich bereits weiter oben preisgegeben. Ähnlich verhält es sich mit den Genspritzen gegen Covid, die nicht wirken, dafür aber selten gut neben-wirken: [8] [9]

Und die antivirale Tablettentherapie schneidet auch nicht besser ab: [10] [11]

Wie blödsinnig das „lasst euch testen“ Argument zu sein scheint, demonstriert die Kinderärztin, die bei Symptomen und negativem Test einen „genaueren Test“ beim Arzt vorschlägt, also die Patienten so lange testen lässt, bis dass ein positiver Test herauskommt. Dann kann man sagen: Siehste! Wäre doch gelacht, wenn man nicht das Testergebnis bekommt, was man haben will!

Weiter auf der Tabletten-Leiter

Danach wird die orale Virentherapie beschworen. Man sollte selbige sehr früh beginnen, damit die Tabletten wirken. Und vor allem nebenwirken.

Stimmt, man sollte sehr früh beginnen, aber nicht damit, den Organismus noch zusätzlich mit toxischen Substanzen zu quälen, die nur auf dem Papier eine Wirkung haben, in der Praxis ohne Wirkung sind. Der CNN-Beitrag vermeidet auch geflissentlich, Quellen für seine kühnen Behauptungen anzugeben, was sich inzwischen als „Markenzeichen“ für derartige Darstellungen entwickelt hat.

Wenn mein Test positiv ausfällt, wie lange sollte ich den Kontakt zu anderen vermeiden?

Diese Frage ist an Ahnungslosigkeit kaum zu überbieten. Die darauf folgende Antwort weigert sich eigenartigerweise dann auch, diese Frage zu beantworten. Denn hier spricht der Autor plötzlich von Symptomen, nicht von Testergebnissen.

Er schreibt: „Sobald erste Symptome auftreten, sollte man zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Menschen meiden, um eine Ansteckung zu verhindern. Man kann das Grippevirus bereits einen Tag vor dem Auftreten der Symptome übertragen.

Trotzdem sollte man eine Maske tragen und den Kontakt zu anderen Familienmitgliedern so gut wie möglich meiden, bis die Symptome abklingen und man 24 Stunden fieberfrei ist, ohne Paracetamol einzunehmen.“ Maske? Moment, da kommt noch was…

Laut CDC können Menschen ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen, wenn sie mindestens 24 Stunden fieberfrei sind (ohne fiebersenkende Medikamente) und sich ihr Allgemeinzustand verbessert. Das dauert in der Regel mindestens vier bis fünf Tage. Die Grippe ist am ansteckendsten ab dem Tag vor dem Auftreten der Symptome und hält etwa eine Woche lang an.

Meine Meinung:

Im Prinzip stimme ich dem hier Gesagten zu. Ein Grippekranker braucht keine Tabletten, sondern Ruhe, Bettruhe um es genauer zu sagen. Und wer im Bett liegt, kann niemanden außer Haus anstecken. Mit der Bettruhe wird dem Immunsystem die Gelegenheit gegeben, sich voll und ganz auf die Bekämpfung der Infektion zu konzentrieren. Verminderter Appetit ist ebenfalls eine günstige Begleiterscheinung, weil mit der reduzierten Zufuhr von Nahrungsmitteln das Immunsystem im Darm entlastet wird. Zusätzlich ist es sinnvoll die Grippe biologisch zu behandeln. Wie das gehen kann, zeige ich in Beiträgen wie: Was hilft bei Grippe? Naturheilkunde, Heilpflanzen, Vitamine & mehr beschrieben.

Aber die Maske ist dann das ultimative literarische Highlight des Beitrags…

Darf ich mich in der Nähe anderer Menschen aufhalten, wenn ich eine Maske trage?

Laut vorheriger Aussage soll ich den Kontakt zu anderen meiden und eine Maske tragen. Wozu die Maske? Schützt sie nicht, da ich trotz Maske den Kontakt zu anderen meiden soll? Und wen infiziere ich, wenn ich weitestgehend alleine bin?

Der Autor erklärt auf die Maskenfrage, dass das Tragen von Masken nicht befähigt, an Weihnachtsfeiern teilzunehmen, so sein „Experte“. Weil die Fetzen keine Infektion verhindern, oder?

Der zitierte „Experte“ fährt dann fort: „Selbst wenn Sie sagen: ‚Ich habe zwar diese Symptome, aber ich trage trotzdem eine Maske.‘ Ja, das verringert das Ansteckungsrisiko, aber nicht auf null. Und wissen Sie was? Essen und Trinken mit Maske ist sehr schwierig. Sie werden also tatsächlich andere anstecken. Und wenn Sie dann zu Ihren Familienmitgliedern kommen, werden diese sich umarmen und küssen, selbst wenn Sie eine Maske tragen. Das sind sehr enge Situationen, deshalb müssen Sie sich zurückhalten und Abstand halten, sonst laufen Sie Gefahr, selbst zum gefürchteten Überträger zu werden.“

Oder mit anderen Worten: Weil die Masken nichts taugen, deshalb müssen sie dennoch getragen werden. Einfach toll!

Weitere Ratschläge, die Schläge verdienen

Während der Ratschlag, sich als Infizierter zu isolieren (ab ins Bett), noch vernünftig ist, wird darüber hinaus empfohlen, im Haus Desinfektionsmittel einzusetzen. Weiß man, ob diese überhaupt wirksam sind? Oder ist es nur ein psychologisches Mittel, sich zu beruhigen? Und wie viel Chemie wird da im Haus verteilt, über die Haut aufgenommen, eingeatmet etc.?

Auch antivirale Medikamente als Prophylaxe zu nehmen, entbehrt jeder Evidenz, auf die die Schulmedizin doch so stolz ist.

Und wann soll man ins Krankenhaus gehen? Antwort vom Grippe-Gott: Wenn der Test positiv ist… und wenn man Risikopatient ist. Wenn das Immunsystem bekannt dafür ist, nicht mehr sonderlich effizient zu arbeiten, dann ist immer Achtung erforderlich. Dann ist jede Infektion ein potenzieller Problemfall. Nicht nur die Grippe oder Covid.

Zum bösen Schluss noch einmal ein Lobgesang auf die Impfungen, die es auf keinen Fall zu vermeiden gilt. Hier das Gesangbuch:

„Ist es zu spät für eine Grippeimpfung? Nein, Sie können sich noch gegen die saisonale Grippe impfen lassen, falls Sie es noch nicht getan haben. An alle, die sich noch gesund fühlen: Wenn Sie noch nicht geimpft sind, lassen Sie sich bitte impfen. Zögern Sie nicht länger, sagte Schaffner.

Das ist ein Weihnachtsgeschenk für Sie und alle um Sie herum, sagte er. Es gibt verschiedene Grippeviren, und die Impfung hilft, schwere Erkrankungen durch drei verschiedene Grippeviren zu verhindern.

Lindor sagte, dass der beste Weg, um zu vermeiden, dass die Grippe die Familienfeiern während der Feiertage beeinträchtigt, darin besteht, dass sich alle Familienmitglieder jedes Jahr früh in der Grippesaison impfen lassen“.

Fazit

Tabletten und Impfungen als zentrale Behandlung von Grippe zu verkaufen, ist nichts Neues und scheint sich bis heute in der Schulmedizin und der hörigen Presse etabliert zu haben. Im Nebensatz wird dann doch manchmal etwas Richtiges verbreitet, dass man bei Symptomen zu Hause bleiben, also „sich isolieren“ sollte. Dass man darüber hinaus noch wichtige Dinge gegen die Infektion tun kann, bleibt unerwähnt, wie z.B. ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken, das Immunsystem stärken durch entsprechende natürliche Substanzen (Vitamin C) etc. [12] [13]

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Quellen:

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Medikamente

Antivirale Medikamente gelten als scharfe Waffe gegen Influenza und Covid. Sie sollen Hospitalisierungen verhindern, Leben retten, Pandemien kontrollierbar machen. Milliarden wurden investiert, Leitlinien formuliert, Vorräte angelegt.

Doch was bleibt, wenn man die Rhetorik abzieht und nur die Studiendaten betrachtet?

Die nüchterne Bilanz ist ernüchternd: Verkürzung der Symptomdauer um weniger als einen Tag. Keine belastbaren Belege für eine Senkung der Mortalität. Kaum Einfluss auf Hospitalisierungen. Dafür dokumentierte Nebenwirkungen – von gastrointestinalen Beschwerden bis zu neurologischen und psychiatrischen Störungen.

Und das sind keine Außenseitermeinungen. Es sind systematische Übersichtsarbeiten, Metaanalysen, publiziert in anerkannten Fachzeitschriften. Selbst kritische Arzneimittel-Informationsdienste bestätigen: Die Evidenz ist schwach. Teilweise erstaunlich dünn.

Warum also werden diese Präparate weiterhin offensiv beworben? Weshalb finden sie Eingang in Leitlinien? Und warum scheint die entscheidende klinische Frage – retten sie tatsächlich Leben – bis heute nicht überzeugend beantwortet?

Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Ich hatte seinerzeit einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit der Wirksamkeit und Sicherheit von Paxlovid beschäftigt hatte. [1]

Paxlovid ist ein Kombinationspräparat von gleich zwei antiviralen Substanzen gegen Covid-19. Das muss ja dann wirken, oder?

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In Sachen Nebenwirkungen ist das Präparat enorm effektiv. Gegen das böse Virus jedoch taten sich die beiden antiviralen Helden schwer. Es wurde sogar von Resistenzentwicklungen geredet. Aber auch ohne die Resistenzentwicklung gab es nichts Tolles zu berichten. Pfizer, der Hersteller des Präparats, hatte Juni 2020 eine groß angelegte Paxlovid-Studie abbrechen müssen, weil es keine Schutzwirkung des Präparats gegen Tod und Hospitalisierung zeigen konnte.

Ein weiterer Kandidat gegen Viren und ausgeprägter Wirkungslosigkeit ist Tamiflu gegen Influenzaviren. [2] [3]

Die ausgesprochen gute Wirksamkeit von Tamiflu, so stellt sich heraus, wurde nur in manipulierten, von Roche, dem Hersteller, bezahlten Studien gesehen. In der Praxis zeigte sich ein eher trauriges Bild: Tamiflu ist nicht besser als Placebo.

Das war vor 6 und mehr Jahren. Wie sieht es heute aus? Hat man seitens der Hersteller etwas dazu gelernt? Gibt es inzwischen bessere antivirale Präparate?

Heute wie damals

Das „Arznei-Telegramm“ bekam im Dezember 2025 eine Anfrage zu Tamiflu. Und die war sehr interessant. Die Redaktion vom „Arznei-Telegramm“ wurde gefragt, ob die inzwischen zurückhaltende Bewertung von Tamiflu immer noch aktuell sei. Denn in der Praxis habe sich gezeigt, dass das Medikament wieder kräftig vom Hersteller beworben würde. Sogar auf Fortbildungen würde es propagiert, selbstverständlich ohne Erwähnung der beträchtlichen Nebenwirkungen. Der Frager bat um eine aktualisierte Datenlage zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen.

Das „Arznei-Telegramm“ antwortete, dass die alten Daten in der Tat kein gutes Bild ergeben hatten. Daten aus dem Jahr 2014 zeigten, dass Tamiflu und Relenza (Zanamivir) nur die Symtomdauer um 0,75 Tage verkürzen konnten. Belege für eine Reduktion von Komplikationen der Influenza gab es nicht. Aber das war ja damals. Und heute?

Die Situation für heute wird sofort im nächsten Satz erläutert:

„In den letzten Jahren sind mehrere systematische Übersichten zum Thema publiziert worden, die die Datenlage aktualisieren – und im Wesentlichen die schwache Evidenz bestätigen.“

Und jetzt geht die Party richtig los!

Eine kanadische Arbeit von 2024 untersuchte die Wirksamkeit von Tamiflu auf die Hospitalisierung von Patienten mit einer Influenza-Infektion. [4]

Resultat:

„In dieser systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse an ambulanten Patienten mit Influenza war Oseltamivir nicht mit einem reduzierten Hospitalisierungsrisiko, sondern mit vermehrten gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden.“

Eine Metaanalyse, die 2025 den Nutzen verschiedener Virusstatika untersuchte, kam zu sehr ähnlichen Ergebnissen: [5]

Die Autoren führten eine systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse durch, die in „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht wurde, um die Wirksamkeit antiviraler Medikamente zur Behandlung von nicht-schwerer Influenza zu bewerten.

Studienziel: Vergleich der Wirkungen direkt wirkender antiviraler Influenzamedikamente (Oseltamivir, Baloxavir, Umifenovir, Zanamivir, Peramivir, Amantadin) mit Placebo oder Standardtherapie bei Patienten mit nicht-schwerer Influenza.

Die Analyse umfasste 73 randomisierte klinische Studien mit 34.332 Teilnehmern.

Hauptergebnisse:

Mortalität und Krankenhauseinweisungen (Patienten mit niedrigem Risiko): Alle antiviralen Medikamente zeigten geringe oder keine Auswirkungen auf Mortalität oder Krankenhauseinweisungen (hohe Evidenzsicherheit).

Krankenhausaufnahme (für Hochrisikopatienten): Oseltamivir zeigte keine signifikante Wirkung (RD: -0,4 %; 95 %-KI: -1,0 bis 0,4). Baloxavir könnte das Risiko verringern (RD: -1,6 %; 95 %-KI: -2,0 bis 0,4; geringe Evidenz).

Symptomdauer: Baloxavir verkürzte die Symptomdauer wahrscheinlich um 1,02 Tage (MD: -1,02; 95 %-KI: -1,41 bis -0,63; moderate Evidenz). Umifenovir könnte die Symptome verkürzt haben (MD: -1,10 Tage; geringe Evidenz). Oseltamivir hatte wahrscheinlich keine wesentliche Wirkung.

Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung: Es wurden keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich Nebenwirkungen oder Resistenzentwicklung zwischen den Medikamenten festgestellt.

Diese Studie liefert starke Evidenz dafür, dass Baloxavir das wirksamste antivirale Mittel zur Verkürzung der Symptomdauer bei nicht schwerer Influenza ist, insbesondere bei Hochrisikopatienten, während andere antivirale Mittel nur einen begrenzten klinischen Nutzen zeigen.

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Die gleichen Autoren hatten bereits in 2024 eine ähnliche Arbeit abgeliefert, diesmal bei schwerer Influenza. Hatten die Medikamente wenigstens bei schweren Infektionen so etwas wie eine Wirksamkeit? [6]

Die Schlussfolgerung der Autoren zu ihren Beobachtungen:

„Bei hospitalisierten Patienten mit schwerer Influenza könnten Oseltamivir und Peramivir die Krankenhausverweildauer im Vergleich zur Standardtherapie oder zu Placebo verkürzen, obwohl die Evidenzlage schwach ist. Die Auswirkungen aller antiviralen Medikamente auf die Mortalität und andere wichtige Patientenergebnisse sind aufgrund der wenigen Daten aus randomisierten kontrollierten Studien sehr unsicher.“

Oder mit anderen Worten: Man hatte was sehen können, war sich aber nicht sicher, ob das auf die Medikation oder auf den Zufall zurückzuführen war. Sieht so eindeutige Wirksamkeit aus?

Das „Arznei-Telegramm“ kommentiert die Ergebnisse so:

„Die Datengrundlage für Oseltamivir ist allerdings weiterhin extrem dünn und stammt lediglich aus zwei Studien mit insgesamt 104 hierzu ausgewerteten Teilnehmern. Mortalität und die Notwendigkeit für eine Verlegung auf Intensivstation unterscheiden sich zwischen Oseltamivir und Placebo nicht.“

Noch Fragen?

Nebenwirkungen?

Selbstverständlich kaum und wenn, nicht nennenswert. Wirklich?

Das „Arznei-Telegramm“ spricht in seinem Beitrag von „neurologischen und psychiatrischen Störwirkungen“ wie Halluzinationen, Verwirrtheit und Krampfanfälle vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Diese Beobachtungen wurden schon im Jahr 2005 veröffentlicht. In Japan gab es damals bis zum damaligen Zeitpunkt 12 Todesfälle im Zusammenhang mit Tamiflu-Einnahme. Todesursachen waren unter anderem Herzkreislaufstillstand (4 Berichte), Suizid (1 Bericht) und plötzlicher Tod (4 Berichte). Darüber hinaus wird über 12 schwere Hautschäden bei Kindern, darunter vier Stevens-Johnson-Syndrom, unter Tamiflu berichtet.

Schon damals war klar, dass die klinische Wirksamkeit von Tamiflu bei Kindern und Erwachsenen „begrenzt“ (= Null) ist. Und eine Senkung der Mortalität ist bisher weder für Kinder noch für Risikopatienten anhand von kontrollierten Studien belegt.

Es wurde damals ein Expertengremium gebildet, welches die Vorfälle zu untersuchen hatte. Das „Arznei-Telegramm“ kommentierte, dass dieses Gremium keinen Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Todesfällen sah. Warum wohl? Hierzu die Einschätzung des „Arznei-Telegramm“:

„Die verharmlosenden Bewertungen des Beratergremiums erwecken den Eindruck, als ob im Hinblick auf die Schreckensszenarien einer Vogelgrippe-Pandemie kein Schatten auf den Neuraminidasehemmer fallen dürfe.“

Wie gut, dass es die Vogelgrippe-Pandemie gab. Mit deren Hilfe konnte man ein unwirksames und nebenwirkungsreiches Medikament zu einer unumgänglichen schulmedizinischen Notwendigkeit mutieren lassen. Toll!

Neuere Arbeiten zu diesem Thema erstrecken sich nur auf Fallbeobachtungen, die mal bestätigt, mal nicht bestätigt werden. Eine koreanische Beobachtungsstudie fand mehr neurologische und psychiatrische Nebenwirkungen unter Tamiflu als bei Patienten ohne das Medikament. Andere Arbeiten von 2020 behaupten das Gegenteil. Diese widersprüchlichen Ergebnisse könnten zeigen, dass derartige „Studien“ ähnlich untauglich zu sein scheinen, wie das Medikament (oder Medikamentengruppe), das sie sich vorgeknöpft haben. Aber angesichts der früheren Studienergebnisse scheint man sich nicht mehr zu trauen, eine solide klinische Studie durchzuführen. Vielleicht weil man schon jetzt weiß, dass das Ergebnis nicht verkaufsfördernd sein wird.

Leitlinien ahoi!

Leitlinien und wie sie entstehen, das habe ich in diesem Beitrag erörtert: [7]

Selbstverständlich gibt es auch Leitlinien, die zum Einsatz von z.B. Tamiflu drängen. Laut „Arznei-Telegramm“ gibt es eine solche bei der „Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin“ (Stand 2021), die sich auf eine Metaanalyse stützt, die es „in sich hat“. [8]

Es handelt sich hier ebenfalls um eine Metaanalyse, keine klinische Studie. Aber das Beste kommt noch. Es gibt einen Rattenschwanz an Autoren, von denen die meisten mit irgendeiner Pharmafirma verbandelt sind. Welche?

MSD, Sanofi Pasteur, GlaxoSmithKline, Baxter AG, Solvay, Novartis, Hoffmann-La Roche, AstraZeneca, Baxter AG etc., also mit einigen Herstellern von antiviralen Pillen, unter anderem Tamiflu. Wie glaubwürdig und wie unabhängig sind Ergebnisse und Autoren unter diesen Umständen? Und das wird dann sofort in eine mehr oder weniger verbindliche Leitlinie gefasst, die selbstverständlich „rein medizinische“ Intentionen pflegt und keinen finanziellen Interessen dient.

Ich wusste nicht, dass die Hersteller die Medikamente kostenlos abgeben. Toll!

Fazit

Es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Antivirale Medikamente haben keine praktische Wirksamkeit, von speziellen Situationen, die sehr selten auftreten abgesehen. Die Mehrzahl der Patienten und gesunden Menschen ist nur einem höheren Risiko für zum Teil erhebliche Nebenwirkungen ausgesetzt.

Neue Studien scheint es nicht zu geben, höchstens Metaanalysen oder Fall- und Beobachtungsstudien, die wissenschaftlich keinen großen Aussagewert haben. Dieser Mangel an neuen Studien, die notwendig wären, da die alten keine guten Ergebnisse eingefahren hatten, scheint darauf begründet zu sein, dass man sich scheut, derartige Studien durchzuführen.

Denn die Wahrscheinlichkeit, dass wieder schlechte Ergebnisse in wissenschaftlich relevanter Form zutage treten, dürfte zu hoch sein. So etwas würde Leitlinien und Umsätze gewaltig stören.

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Quellen: