Vorsicht beim Verzehr von bitteren Aprikosenkernen

In seinem Magazin WISO setzt das ZDF regelmäßig „Fernsehdetektiv Sommer“ auf Fälle von Verbrauchertäuschung an. Im Beitrag vom 23. März 2009 ging es um eine Krebspatientin, die nach dem Verzehr von bitteren Aprikosenkernen unter Atemnot litt und den Verdacht hatte an Vergiftungserscheinungen zu leiden. Daraufhin alarmierte die Patientin den Giftnotruf. Dort riet man ihr, die Einnahme der Kerne sofort zu unterlassen.

Laut Aussage des Toxikologen Uwe Stedtler von der Vergiftungsinformationszentrale Freiburg können schon zehn Kerne tödlich wirken. Giftig ist die Mandel im Aprikosenstein, die wie alle Bittermandeln Cyanid enthält. Nach der Einnahme wird im Körper Blausäure freigesetzt. Diese wirkt unspezifisch giftig auf alle Zellen, anstatt gezielt die Krebszellen zu töten, was der Händler vollmundig versprochen haben soll.

Mittlerweile untersagte das Landratsamt Karlsruhe den Verkauf und verhängte ein Bußgeld gegen die Firma. Die zuständige Lebensmittelkontrolleurin begründete dies mit dem Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz: Lebensmittel – um die handelt es sich bei Aprikosenkernen – dürften nicht mit krankheitsbezogenen Angaben beworben werden. Zudem erklärte Markus Horneber vom Klinikum Nürnberg Nord, dass Untersuchungen keinen Nachweis für bittere Aprikosenkerne als Antikrebs-Mittel erbracht hätten.

Die Firma DryFruit (selbst Lieferant von bitteren Aprikosenkernen), veröffentlichte auf ihrer Webseite eine Gegendarstellung. Angeführt werden Untersuchungen des Bayrischen Landesuntersuchungsamt Erlangen aus dem Jahre 2002, wonach 0,5 bis 3,5 mg Cyanid pro Kilogramm Körpergewicht ungefährlich seien. Das entspräche einer Menge von 36 – 172 Kernen pro Tag für einen 60 kg schweren Erwachsenen. Zudem würde ein Zuviel an Cyanid vom menschlichen Körper abgebaut und über den Urin ausgeschieden. Deswegen wird auch die Salbe Regviderm mit dem Inhaltsstoff B12 (ebenfalls Cyanid) bei Problemen mit Neurodermitis und Schuppenflechte im homöopathischen Bereich besprochen.

Ungefährlich zu sein, das gilt jedoch nicht für Personen mit gestörtem Cyanidstoffwechsel, bei denen bereits weit weniger Kerne Übelkeit, Schwindelgefühl und Erbrechen auslösen können. Laut Aussage von DryFruit wurde dennoch bislang kein einziger Todesfall im Zusammenhang mit der Einnahme von bitteren Aprikosenkernen nachgewiesen. Die krebshemmende Wirkung sei dagegen belegt durch Studien der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärswesen Dresden. Für die Bildung des Vitalstoffes Rhodanid (= Thiocyanat) benötigt der menschliche Körper Cyanid als Vorstufe.

Dem Rhodanid wird eine Schutzwirkung gegen toxische sowie karzinogene Substanzen nachgesagt. Es soll die Immunabwehr stärken und Regenerationsprozesse fördern. Der menschliche Organismus bildet diesen Stoff normalerweise selbst aus Aminosäuren und Glucose. Als Ergänzung empfehlen Dr. Hohlfeld und Dr. Hübner eine Zufuhr über die Nahrung von bis zu sechs Milligramm täglich. Diese Menge – sie entspricht sieben bis acht Aprikosenkernen – sei absolut unbedenklich. Dennoch geht es DryFruit nach eigenem Bekunden nicht darum, für den Verzehr von bitteren Aprikosenkernen zu werben.

Datum: Sonntag, 16. Mai 2010
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6 Kommentare

  1. 1

    Hallo,
    ich esse seit circa einem Jahr bittere Aprikosenkerne, da ich meinen Brustkrebs alternativ behandeln lasse. Es sind täglich 10-15 Stück und ich kann nur sagen, dass sie mir überhaupt nicht schaden.
    Sondern eher gut tun. 🙂
    V.G. Ramona

  2. 2

    Ist der Krebs denn ‚besser‘ geworden? Meine Nachbarin hat letzte Woche die gleiche Diagnose erhalten.

  3. 3

    Hallo,ich habe seit 5 Jahren Brustkrebs mit multiplen Lebermetastasen.Die Onkologen haben mich mit massiven Mengen von Chemoterapie ohne Erfolg beinah umgebracht und als austerapiert nach Hause zum Sterben geschickt.Seit 6 Monaten lasse mich alternativ behandeln mit grossen Mengen von Vit.17,auch intravenös,mir gehts sehr gut,die Tumore bilden sich zurück,ich fühle mich fast gesund.Alles Gute für die Nachbarin.

  4. 4

    Hallo Barbara
    ich hätte gern nähere Info´s zur B17 Therapie.

  5. 5

    > hallo barbara,

    > deine zeilen haben mich sehr angesprochen,
    > habe auch seit 2jahren im mittelohr einen
    > bösartigen tumor und jetzt die ganze wirbelsäule
    > voller metastasen.
    > was machst du für alternatives?
    > ich spritze mistel = iscador,
    >
    liebe oster grüsse
    > heidy

  6. 6

    Besorgt euch Salvestrole (nähere Info über Google)von Wissenschaftlern entwickelt. Es sind pflanzliche Substanzen (Phytoalexine), die Krebszellen zum Absterben bringen.

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