Milch – gesundes Lebensmittel oder krankmachendes Getränk?

Bereits 1994 warnte das Magazin FOCUS vor möglichen Nebenwirkungen des Rinderwachstumshormons BST. Das gentechnisch produzierte Bovine Somatotropin wurde von den zuständigen Behörden als unbedenklich eingestuft, obwohl es Hinweise gab, dass die erhöhte Aufnahme von Wachstumsfaktoren mit der Milch die menschlichen Darmzellen zu vermehrter Teilung anregt.

„Milchhormone gefährden die Gesundheit“, lautet das Fazit eines Reports von Robert Cohen. Das Forum „milchlos.de“ stellt dessen Buch „Milk – the Deadly Poison“ vor.


Zu Beginn entlarvt Cohen die weitverbreitete Ansicht, dass Milch gesund sei als eine reine Werbebotschaft des Dairy Marketing Board. Dieser Marketingagentur der US-amerikanischen Milchindustrie stehen jährlich zwischen 228 und 364 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Genug, um Prominente vor der Kamera zum Milchgenuss zu bewegen und (so befürchtet Cohen), Gefälligkeitsgutachten angeblicher Gesundheitsexperten zu kaufen.

In Kapitel 2 und 3 schildert der Autor Geschichte und Wandel der Milch. Gab eine Kuh zur Zeit der Pilgerväter gerade mal einen Liter Milch, so schaffen heutige Hochleistungsrassen durchschnittlich 24 Liter und Spitzenkühe das Doppelte. Das geht nur mit Wachstumshormonen. Wie sorglos die US-amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelsicherheit FDA deren Zulassung handhabt, zeigt Cohen am Beispiel des rBST. Im gentechnologischen Herstellungsprozess unterlief dem Konzern Monsanto ein folgenschwerer Fehler.

An Stelle von Lysin entstand eine neuartige Aminosäure und damit ein verändertes Protein, dessen Auswirkungen auf die Gesundheit von Kühen und Milchkonsumenten nicht absehbar sind. Die Industrie wiegelte ab. Modifizierte Proteine würden keinerlei Gefahr darstellen, weil die Magensäure das Milcheiweiß zerstört. Cohen konterte, dass Milchgenuss den sauren pH-Wert von rund 2,0 ins fast neutrale Milieu von 6,0 verschiebt.

Er bekam unerwartete Unterstützung durch Richard Teske von der Food and Drug Administration. Der Leiter des FDA-Zentrums für Veterinärmedizin wies nach, dass die Pepsine im Magen bei pH 6 keine Proteine abbauen können. Rund 80 % der veränderten Eiweißstoffe überleben selbst die Pasteurisierung, bei der Milch für 30 Minuten auf 72 °C erhitzt wird.

Die Gesundheitsrisiken der Milchhormone beschreibt Kapitel 4 am Beispiel von Rattenversuchen durch die FDA. Deren Ergebnisse wurden nur teilweise veröffentlicht, doch die wenigen Fakten waren erschreckend. Knapp 40 % der männlichen Nager hatten nach Injektion des Wachstumshormons rBGH eine vergrößerte Milz. Bei den Weibchen waren es sogar 46 %. Cohen zog vor Gericht, um Einblick in die gesamte Forschungsreihe zu erhalten. So wurde klar, warum die Experimente nur für 90 Tage dokumentiert wurden, statt über den gesamten Zeitraum von 180 Tagen.

Die Ratten lebten nicht lange genug, da nach 90 Tagen alle Tiere Krebs entwickelten, auch jene, denen man rBGH über die Nahrung verabreichte hatte. Die EU stand der Einführung von rBGH und rBST zwar kritischer gegenüber. Doch auch in der Europäischen Union werden Wachstumshormone eingesetzt – mit üblen Folgen für die Kühe. Euterentzündungen und Eierstockzysten nehmen zu, die Fruchtbarkeit nimmt ab.

In Kapitel 5 und 6 belegt Cohen, dass die FDA keineswegs die unabhängige Kontrollinstanz ist, die der Verbraucher erwartet. Er zeigt Verflechtungen zwischen FDA und Monsanto auf und die Einflussnahme des Konzerns auf Abgeordnete im amerikanischen Kongress. Journalisten werden anscheinend entweder vor den Karren gespannt oder mundtot gemacht. Kapitel 7 schildert Versuche, Veröffentlichungen des kritischen Wissenschaftsautors Jeremy Rifkin zu verhindern. Verschweigen wollte man auch die Studien von Professor Millstone, der an der Universität Sussex die Ursache von Euterentzündungen erforscht.

Kapitel 8 bis 11 befassen sich ausführlich mit den ungesunden Seiten der Milch. Dafür sichtete Cohen über 500 wissenschaftliche Publikationen zu Erkrankungen, die mit erhöhtem Milchkonsum in Verbindung gebracht werden. Die Palette reicht von Allergien, Asthma, Stirnhöhlenvereiterungen, Darmentzündungen, Diabetes bei Jugendlichen, bis hin zu Leukämie oder Krebs. Einige Mediziner betrachten den plötzlichen Kindstod als hochallergische Reaktion des Säuglings auf Kuhmilch. Deshalb warne die amerikanische Pädiatrische Akademie davor, Kinder unter einem Jahr mit Kuhmilch-Präparaten zu ernähren.

Kapitel 13 zeigt Zusammenhänge auf zwischen BSE, Prionen, Wachstumshormonen und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Doch nicht nur Milchhormone werden kritisch bewertet. Auch Cholesterin, Kasein und Milchzucker sind keineswegs gesundheitsfördernd.

Fazit von Kapitel 12: Milch ist nicht für den menschlichen Verzehr gedacht. Das beweist schon die Tatsache, dass 3/4 der Weltbevölkerung keinen Milchzucker vertragen. Diese Laktose-Intoleranz ist laut Cohen die normale Abwehrreaktion des menschlichen Organismus. Milch könne auch keine Osteoporose verhindern. Sie enthält zu viel Eiweiß und zu wenig Magnesium, um das reichlich vorhandene Kalzium zu verwerten. Cohen plädiert für grünes Gemüse als besseren Kalziumlieferanten, rät zu völligem Verzicht auf Milchprodukte und listet in Kapitel 14 Alternativen zur Milch auf.

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Datum: Montag, 12. Juli 2010
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13 Kommentare

  1. 1

    Warum sind denn eigentlich Globuli und die Schüssler-Salze alle mit Milchzucker gefertigt, wenn der doch für den Menschen gar nicht gut sein soll?

    Antwort René Gräber:
    Bei Patienten die starke Probleme mit Milchzucker haben, weicht man einfach auf milchzuckerfreie Präparate aus.
    Ansonsten ist eine geringe als „tolerabel“ anzusehen.

  2. 2

    Hallo Rene,
    Milch soll müde Männer munter machen…, das ist ja auch so eine Fehlinformation wie vieles, was versucht wird uns süchtig gemachten Menschen glaubhaft zu machen. Mit der Menschheit geht es gesundheitlich immer mehr bergab. Die meisten Krankheiten sind ernährungsbedingt. Das sollte doch auch dem „Dümmsten“ (dumm gemachten) langsam klar werden. Als es damals in den 60igern los ging mit Maggi, Knorr, Alete Milupa und den vielen anderen Lebensmittel herstellenden Firmen, haben die Bluthochdruck Kranken, Herzinfarkte auch bei Frauen, Zuckerkrankheit, „Dicken“ enorm zugenommen. In unserer Familie waren zum Glück keine Dicken, da wir schon immer versucht haben uns natürlich und nicht künstlich zu ernähren. Ausser bei der Milch, da wurde mir auch täglich eine gewisse Dosis verordnet, da wir ja auf der Landwirtschaft genug davon hatten. Meine Hauthausschläge wuden dann mit einer Salbe eingeschmiert um das Jucken einigermaßen zu ertragen. Als ich keine Milchprodukte mehr zu mir nahm, waren auch die Hautausschläge weg.
    Hyperaktive Kinder gibt es immer mehr. Vielleicht liegt das an der Ernährung? Warum macht sich darüber keiner Gedanken? Man könnte ja feststellen, dass es wirklich an den Fertiggerichten und den schnellen in den Ofen schiebenden Pizzen liegt.

  3. 3

    […] Wenn schon Milch, dann frische Milch – von frei grasenden Kühen. Die ganze Turbo-Kuh-Mastmilch birgt an sich ja schon ein Problem in sich […]

  4. 4

    Hallo und erst mal Danke für den Beitrag.

    Ich wollte mich über Laktose-Intoleranz informieren und bin über Google auf diesen Beitrag gestoßen. Mein kleiner Sohn leidet ebenfalls an Laktose-Intoleranz (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Blähbauch, Schlafstörungen, ..) und ich suche momentan nach Möglichkeiten, ihm das Leben etwas einfacher zu machen. Jetzt habe ich schon diverse Produkte von z.B. MinusL und 3pauly.de/produkte/lactosefrei/ probiert, der Effekt stellt sich allerdings noch nicht ein – wir testen allerdings auch erst seit ca. zwei Wochen.

    Daher nun meine Frage: Kann es sein, dass der Körper länger für die Umstellung braucht oder sind wir evtl. auf dem falschen Dampfer unterwegs?

    Lieben Dank im Voraus!
    Eva

    Antwort René Gräber:

    Bei solchen Problemen rate ich dazu komplett auf Milch und auch Milchprodukte zu verzichten.
    Etwas mehr zur Laktoseintoleranz habe ich hier geschrieben: http://www.naturheilt.com/Inhalt/LaktoseIntol.htm

  5. 5

    […] Ist es verwunderlich, wenn z.B. der Anteil an übergewichtigen Kindern im Vergleich von 80er und 90er Jahren um 50 Prozent gestiegen ist? Heute leiden mehr als 15 Prozent der Kinder an Übergewicht, weitere 6 Prozent gelten als fettleibig (adipös). Kein Wunder also, wenn auch die „Volkskrankheiten“ Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs usw. in gleichem Maße zunehmen. Aber das ist ja eigentlich bekannt und kaum jemand wird den Zusammenhang zwischen Ernährung und Erkrankungen leugnen wollen. Wo liegt dann der Hund begraben? […]

  6. 6

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    vielen herzlichen Dank für den äußerst interessanten Artikel. Ich bin kein Mediziner, aber ich beschäftige mich wegen meinem Leistungstraining intensiv mit gesundheitlichen Aspekten. Das Suchtpotential von Milchprodukten habe ich bei Bekannten und Kollegen schon lange beobachtet. Je mehr Milchprodukte sie verzehren, desto stärker ist ihr Bedarf nach mehr.
    Der Konsum und das Angebot von Milchprodukten hat sich seit 20, 30 Jahren vervielfacht.
    Proportional dazu auch Autismus, Schizophrenie. Demenz und Alzheimer. Wieviel Leid könnte den Betroffenen und deren Angehörigen erspart bleiben, wenn sie die Ursache erkennen und eine Verschlimmerung vermeiden könnten. Ursache für den sehr hohen Konsum von Milchprodukten könnten neben Junkfood die hässlichen Fettpolster und Cellulite schon bei Jugendlichen sein.
    Asiaten, die in der Regel – wie ich – keine Milchprodukte zu sich nehmen, haben – wie ich- diese deformierenden Fettpolster nicht.
    Es wäre für das Wohl der Menschheit sehr wichtig, wenn Fachleute wie Sie Ihre Erkenntnisse und die genannten Schriften an internationale Ärztekongresse, Gesundheitsministerien, Fachärzte usw. weiterleiten könnten.

  7. 7

    Lieber Herr Gräber,
    was halten Sie von dieser unserer Praxis:

    Wir trinken keine Milch.
    Wenn in einem Rezept „Milch“ verlangt wird, nehmen wir flüssige Sahne und Wasser.

    LG
    Klaus Linder

    Antwort René Gräber:

    Das habe ich früher sehr oft so gemacht 🙂 Jetzt nehme ich nur noch einen Schuss Sahne in meinen Kaffee (echte Sahne, keine Dosensahne etc.).

  8. 8

    Hallo,

    können Sie mir sagen ob es eine Milchprotein-Allergie gibt?
    Und wie äussert sich diese?
    Besten Dank im voraus
    Ursula

    Antwort René Gräber:

    Es muss nicht unbedingt eine Allergie sein. Viele Menschen haben eine Unverträglichkeit, nicht nur auf Milchzucker, sondern auch auf Milcheiweiß. Wenn es nach mir geht, sollte (Kuh-)Milch sowieso nicht auf dem Speiseplan stehen:

    http://www.naturheilt.com/Inhalt/Milch.htm
    http://naturheilt.com/blog/milch-gesundes-lebensmittel-toedliches-gift/
    http://naturheilt.com/blog/milch-trinken-ist-das-noch-gesund/
    http://naturheilt.com/blog/milch-fordert-diabetes/

  9. 9

    Guten Tag Herr Gräber,

    ich habe das grosse Glück, in einem Laden in meiner Nähe Rohmilch kaufen zu können. Sie ist tatsächlich weder pasteurisiert noch homogenisiert und stammt zudem aus Demeter-Landwirtschaft, die in ihrem ökologischen Qualitätsanspruch höher steht als jedes mir bekannte Bio-Label. Diese Milch kommt mir ganz anders vor als die durchindustrialisierte Milch, die man normalerweise kaufen kann.
    Wissen Sie über diesen Unterschied etwas?

    Herzliche Grüsse,
    Iris

  10. 10

    Hallo Eva M., ich habe meine Tochter mit HA Baby Milch groß gezogen. Sie war als Baby schon zierlich und allergisch veranlagt. Heutzutage bekommt sie bei mehr als ein achtel Milch gleich Durchfall und, und Sie trinkt darum gerne Reismilch, Mandelmilch, Sojamilch und Karottensaft.
    Liebe Grüsse
    Conny D.

  11. 11

    […] Fazit: Ich halte diese Initiative für sehr interessant. Heilpraktiker und Naturheilkundler haben die Milch schon (fast) immer auf die Verbotsliste gesetzt. Auch die Belege, dass Milch im Zusammenhang mit Diabetes steht lässt aufhorchen.  Weitere Gedanken zum Milchkonsum finden Sie in meinem Beitrag: Milch – gesundes Lebensmittel oder krankmachendes Getränk? […]

  12. 12

    …. wir essen einfach zuviel verarbeitete Sachen … Und dann wundern wir uns, dass wir Allergien usw. entwickeln. Was ist schon alles von Amerika gekommen (z.B.) Cola? Nur die reine, unverarbeitete Milch? Wie so oft, die Dosis macht das Gift.

  13. 13

    Hallo Zusammen,

    habe gerade, beginnden bei der Osteoporose (ich bin 45!) beginnend die Artikel überflogen.
    Fazit: Rauchen und Kuhmilch –> die besten Mittel die eigene Gesundheit nachhaltig zu ruinieren.
    WAs ist mit tierischen Alternativen? Ziegenmilch Schafmilch (als Calciumlieferant und als Lebensmittel generell)
    Gibt es Erfahrungswerte wie weit man den österreichischen Biolinien vertrauen kann?
    Ich denke an „Ja! natürlich“(REWE), „zurück zum Ursprung“(ALDI, Hofer in Ö),…

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