Schlagwortarchiv für: Arzneimittelstudien

Es gibt „bitteren Pillen und es gibt schlechte Nachrichten… Jetzt gibt es ganz schlechte Nachrichten. Und die basieren auf einem Skandal, der sich vor rund zwei Jahren in der Pharmabranche abspielte: Pharmaskandal – Gefälschte Arzneimittelstudien durch GVK Bio?

Diesen Artikel schrieb ich seinerzeit zu diesem Skandal. In diesem Beitrag sind weitere Links und Verweise auf ähnlich ausgerichtete Artikel aus meiner Feder, die belegen, dass diese Praktiken der Pharmaindustrie alles andere sind als „Ausrutscher“ oder „Einzelfälle“.

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Überraschung! Die Online-Ausgabe der „Süddeutsche.de“ bringt ein Interview mit einem dänischen Arzt und Wissenschaftler, Dr. Peter Christian Götzsche, das „sich gewaschen hat“.

Denn die Süddeutsche ist nicht unbedingt ein Blatt, dass etablierte Politik und Medizin kritisiert oder auch nur ansatzweise in Frage stellt. Dementsprechend „harmlos“ fängt der Artikel dann auch an:

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Pharmaskandal: 176 Mittel von 28 Pharmafirmen werden überprüft

In der Welt der evidenzbasierten Schulmedizin und Pharmazie wird alles, was für den Patienten entworfen und bei ihm eingesetzt wird, durch evidenzbasierte Studien abgesichert. Im Gegensatz dazu gibt es die Natur, bei der überhaupt nichts evidenzbasiert und daher potentiell gefährlich ist. Daher sind auch Naturheilmittel nicht evidenzbasiert und somit noch gefährlicher. Natürliche Heilmethoden, wie zum Beispiel das Fasten, sind am gefährlichsten, da sie die Patienten gleich scharenweise ins Jenseits befördern: Die Friedhöfe sind voll von Fastentoten.

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„Das ist aber nicht evidenzbasiert!“ schallt es durch die Medienwelt, wenn eine alternative Heilmethode wirksam ist. Doch wenn die Schulmedizin Studien unterschlägt, war das bisher keiner Erwähnung wert. Jetzt ist es aber auch bei der Presse angekommen, die ansonsten der Homöopathie, Fasten etc. mehr als kritisch gegenübersteht, denn der Spiegel berichtete jüngst: „Pharmakonzerne sollen alle Daten offenlegen“ (spiegel.de/wissenschaft/medizin/bmj-pharmakonzerne-muessen-alle-studien-offenlegen-a-865429.html).

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Cholesterin ist schlecht und verursacht Schlaganfälle und Herzinfarkte. Diese schulmedizinische Formel steckt seit Jahrzehnten in den Köpfen von Medizinern und Nicht-Medizinern. Handelt es sich hier um einen Erfolg der medizinischen Wissenschaften in Sachen Bewusstmachung? Jein – der Erfolg liegt auf der Hand in Sachen Meinungsbildung, dass Cholesterin = Unheil bedeutet; der Misserfolg liegt in der Tatsache, dass diese Meinung überhaupt nichts mit den biologischen und physiologischen Gegebenheiten zu tun hat.

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Von der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The Lancet“ kommt ein interessanter Beitrag zur Alzheimer-Krankheit und den aussagearmen Medikamentenstudien für diese Erkrankung.

Der neueste Kandidat in Sachen medikamentöser Alzheimer-Therapie, Semagacestat, hat die Phase-III Austestung nicht überlebt. Das kann ja vorkommen, mag man denken, aber Semagacestat ist nicht die einzige Substanz, die sang- und klanglos bei dieser Indikation versagte.

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Es ist ein Betrug im doppelten Sinne, dessen Schaden bisher noch nicht überschaubar ist. Einerseits ein Betrug an den unzähligen Schmerzpatienten, die neuen Entwicklungen hoffnungsvoll entgegen sehen und andererseits ein Betrug an der Wissenschaft als solches und den vielen rechtschaffenen Forschern, deren Glaubwürdigkeit und Seriosität nun zur Debatte stehen.

Der in der post-operativen Schmerztherapie als Experte bekannte Mediziner Scott S. Reuben vom Baystate Medical Center in Springfield, Massachusetts hat über mehr als 10 Jahre hinweg wissenschaftliche Studien nicht nur gefälscht, sondern sogar schlicht weg Arzneimittelstudien erfunden.

Noch bis 2007 wurde der Anästhesist Reuben in Fachzeitschriften als Wegbereiter einer neuen Schmerztherapie gelobt. Er beschäftigte sich in seinen vermeintlichen Forschungsarbeiten unter anderem mit dem Einsatz von COX-2-Hemmern (Bextra, Vioxx, Celebrex), die im Vergleich zu den konventionellen sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen) mit einer besseren Magenverträglichkeit punkten.

Ginge es nur um einen Betrug an der wissenschaftlichen Erkenntnis, würden sich die Wogen sicherlich bald wieder glätten. Wie jedoch Steven Shaver, der Chefredakteur des Fachjournals“Anestesia & Analgesia“ formuliert, geht es um „Millionen Patienten weltweit, deren postoperatives Schmerzmanagement auf den Studien von Dr. Deuben basierte„.

Und es geht um Unsummen an Erlösen, die die Pharmaindustrie auf Grundlagen dieser Studien erwirtschaftet hat.

Niemand schien es zu wundern, dass das von Herrn Scott Reuben empfohlene Vioxx bereits 2004 wegen zu hoher Sicherheitsbedenken, die sich in der Praxis ergeben haben, vom Markt genommen wurde (Vioxx Skandal). Auch die enge Verbandelung des Schmerzforschers mit dem Hersteller Pfizer, dessen Produkte er schwerpunktmäßig erforschte, schien niemand zur Kenntnis zu nehmen.

Reuben war zeitweise Sprecher von Pfizer und mehrere seiner Forschungsstipendien wurden durch den Pharmakonzerns finanziert. Was immer die Motivation für diese immense Lügengeschichte war, ob blinder Ehrgeiz nach Ruhm und Anerkennung oder einfach nur die Gier nach Geld oder beides zusammen gepaart mit unglücklichen Verstrickungen, die Karriere des Schmerzforschers dürfte an diesem Punkt zu Ende sein.

Häufig wird die langsame Umsetzung neure Erkenntnisse in der Forschungslandschaft Deutschland bemängelt. In diesem Fall scheint es jedoch eher von Vorteil.

Zwar wurden die wissenschaftlichen Studien von Scott Reuben bereits im Mai 2007 in die Behandlungsleitlinien eingearbeitet, jedoch dauert es oft einige Jahre bis die neuen Leitlinien in den Kliniken auch tatsächlich umgesetzt werden. Dies bietet nun die Chance, die neuen Leitlinien ohne die gefälschten Studienergebnisse zu überarbeiten.

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