Symbioflor in Österreich nur auf Rezept – und was ist mit „Dropchen“?
Aus der Naturheilpraxis von René Gräber / Kategorie: Medikamente
Frage aus Österreich: Symbioflor nur auf Rezept – und was ist mit „Dropchen“?
Hallo Herr Gräber!
Ich habe noch eine Frage: Gibt es in Österreich die unterschiedlichen Symbioflor-Tropfen auch?
Die Apotheke konnte mir dazu nichts Näheres sagen. Symbioflor ist bei uns rezeptpflichtig und muss daher vom Arzt verordnet werden. Auf Ihrer Probiotika-Seite habe ich außerdem nichts über „Dropchen“ gefunden – gehören die überhaupt zu den Probiotika?
Dropchen wird ja zum Darmfloraaufbau bei Säuglingen und Kleinkindern verwendet. Es enthält Milchsäurebakterien (Lactobacillus reuteri Protectis). Wirken Milchsäurebakterien nur im Darm oder können sie auch das Immunsystem bzw. die Abwehr stärken?
Danke für Ihre Frage – die kommt tatsächlich öfter, gerade aus Österreich.
1) Gibt es Symbioflor in Österreich überhaupt?
Ja – grundsätzlich schon. Aber: In Österreich sind manche Symbioflor-Produkte rezeptpflichtig oder schlicht schwer verfügbar, je nach Präparat und aktueller Listung.
Das ist für viele Patienten frustrierend, weil es nicht um ein „gefährliches Hochrisiko-Medikament“ geht, sondern um Bakterienpräparate, die in Deutschland seit Jahrzehnten eingesetzt werden.
Warum das so geregelt ist? Offiziell wird dann gern mit „Arzneimittelstatus“ und „Sicherheit“ argumentiert. In der Praxis heißt es für Sie: Sie brauchen einen Arzt, der es Ihnen aufschreibt – und eine Apotheke, die es bestellen kann.
Wenn Ihre Apotheke nichts weiß: Das ist leider normal. Probiotika sind in vielen Apotheken ein Randthema – außer es steht „Marketingbudget“ drauf.
2) Und was ist mit „Dropchen“ – ist das ein Probiotikum?
Ja. Dropchen ist ein Probiotikum.
Es enthält Lactobacillus reuteri DSM 17938 (oft als „Protectis“ bezeichnet). Das ist ein gut untersuchter Stamm, der vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern verwendet wird.
Wichtig: Dropchen ist kein „Darmaufbau-Komplettpaket“, sondern ein Ein-Stamm-Probiotikum – das kann sinnvoll sein, wenn man genau diesen Stamm gezielt einsetzen will.
3) Wofür ist Lactobacillus reuteri bei Babys sinnvoll?
In der Praxis wird L. reuteri häufig genutzt bei:
Säuglingskoliken (klassischer Einsatzbereich)
unruhigem Bauch, viel Luft, Blähungen
nach Antibiotika (wenn überhaupt möglich bei so kleinen Kindern)
funktionellen Verdauungsproblemen in den ersten Monaten
Ich formuliere es mal so:
Dropchen sind nicht „die Darmsanierung“ – aber sie können ein sehr brauchbarer Einstieg sein.
4) Wirken Milchsäurebakterien nur im Darm – oder auch auf die Abwehr?
Beides.
Der Darm ist nicht nur Verdauung, sondern auch Immuntraining. Ein großer Teil der Immunzellen sitzt im Darmbereich, und das Mikrobiom beeinflusst, wie „nervös“ oder wie „stabil“ das Immunsystem reagiert.
Milchsäurebakterien können deshalb:
die Darmbarriere unterstützen
Entzündungsreize im Darm senken
die Reifung des Immunsystems mitprägen
indirekt auch die Infektanfälligkeit beeinflussen
Aber: Das ist kein Schalter „Bakterien rein = Kind wird nie krank“. Es ist eher ein Baustein – oft ein sehr sinnvoller.
5) Was würde ich praktisch empfehlen?
Wenn es um ein Baby geht und Sie etwas Sanftes, Bewährtes suchen, dann sind Dropchen absolut eine Option.
Wenn es aber um einen umfassenderen Darmfloraaufbau geht (z. B. nach Infekten, nach Antibiotika, bei wiederkehrenden Problemen oder bei älteren Kindern), dann sind Mehrstamm-Präparate häufig sinnvoller als „nur ein Stamm“.
In solchen Fällen halte ich Bactoflor für Kinder (oder vergleichbare kindgerechte Mehrstamm-Probiotika) oft für die bessere Lösung – weil das Mikrobiom eben nicht aus einem einzigen Stamm besteht.
6) Kurzer Tipp zur Anwendung
Bei Säuglingen gilt meist: lieber niedrig starten, regelmäßig geben, nicht ständig wechseln.
Und ganz wichtig: Wenn parallel starkes Spucken, Gedeihstörung, Blut im Stuhl oder anhaltendes Schreien über Stunden besteht, dann muss man natürlich auch an andere Ursachen denken – nicht nur an „Darmflora“.
Was Sie in Österreich beim Arzt sagen können (damit Symbioflor verschrieben wird)
„Ich habe wiederkehrende Darmbeschwerden / Blähungen / Reizdarm-Symptome / Infektanfälligkeit und möchte das Darm-Immunsystem gezielt stabilisieren. Symbioflor wäre eine Option. Können wir das als Therapieversuch für 4 bis 8 Wochen machen?“
Wenn der Arzt abwinkt könnten Sie einwenden:
1) „Okay. Welche probiotische Alternative würden Sie dann konkret empfehlen – mit Stammnamen und Dosierung?“
(Die meisten merken dann, dass sie dazu nichts Handfestes haben.)
2) „Mir reicht ein zeitlich begrenzter Therapieversuch. Wenn es nichts bringt, lassen wir es.“
(Sehr schwer, dagegen zu argumentieren.)
3) „Ich möchte es ergänzend probieren, nicht als Ersatz für etwas anderes.“
(Das nimmt Druck aus der Situation.)
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1Kommentar
Lisa Ebner sagte:
Vielen Dank für den Hinweis! Ich finde es super, dass es so ein natürliches Extrakt gibt. Die Darmflora meines Kleinen ist viel besser, seitdem ich Dropchen verwende.
Ich hole es mir immer in meiner Hausapotheke
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Vielen Dank für den Hinweis! Ich finde es super, dass es so ein natürliches Extrakt gibt. Die Darmflora meines Kleinen ist viel besser, seitdem ich Dropchen verwende.
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