Frauenprobleme

Wechseljahresbeschwerden natürlich behandeln – Naturheilkunde und Hausmittel, die wirken

In unserer „Kultur“ wird den Frauen durch die Werbung (und leider oft auch durch die Ärzte) suggeriert, dass die Wechseljahre eine Krankheit seien und einer dringenden Behandlung bedürfen – meist durch synthetische Hormone, die mehr Schaden anrichten, als sie nützen.

Übrigens: auch Männer durchlaufen ein solches Stadium, sie können es bloß nicht zugeben. Das Allerwichtigste in den Wechseljahren ist, diesen neuen Lebensabschnitt akzeptieren zu können, trotz Werbung.

Als Wechseljahre (= Klimakterium) der Frau bezeichnet man die Übergangsphase zwischen dem Beginn unregelmäßiger Blutungen bis zur Erschöpfung der Eierstockfunktion. Das Klimakterium umfasst in etwa den Lebensabschnitt vom 45. bis zum 55. Lebensjahr.

In dieser Zeit kommt es zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung (= Menopause).

Der Zeitraum (vier bis fünf Jahre) vor der Menopause wird Prämenopause genannt, manchmal auch Perimenopause. Der Zeitraum (ein Jahr) nach der Menopause heißt Postmenopause.

Während der Prämenopause sinkt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab. Östrogene sind weibliche Sexualhormone, die unter anderem die Reproduktion steuern. Es kommt zum Ausbleiben des Eisprungs oder zu verspätetem Eisprung. Es können Zwischenblutungen oder Dauerblutungen auftreten.

Außerdem kann es in dieser Zeit zu einigen neurovegetativen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, einer Verminderung des Sexualtriebes, Scheidentrockenheit oder -entzündungen kommen. Besonders Hitzewallungen und Schweißausbrüche werden als sehr belastend beschrieben, vor allem wenn sie nachts auftreten und so die Schlafqualität beeinträchtigen. Bis vor wenigen Jahren ging man außerdem davon aus, dass die Hitzewallungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen würden. Inzwischen ist klar: Das Gegenteil ist der Fall. Frauen, die schon zu Beginn der Wechseljahre an diesen Symptomen leiden, bekommen seltener Herz-Kreislauf-Probleme. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt.

Jedoch: Alleine die Sichtweise, dass die Probleme nicht nur unschädlich, sondern sogar nützlich sind, kann es für viele Frauen schon leichter machen, mit ihnen umzugehen.

Bei einigen Frauen tritt auch ein Menopausensyndrom auf, das neben den genannten Beschwerden auch häufig mit Schwindel, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Leistungsabfall, Schlafstörungen, FettleibigkeitArteriosklerose(= Arterienverkalkung) und Osteoporose (= Knochenschwund) einhergeht.

Auch Männer erleben Wechseljahre (= Klimakterium virile), die mit Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen, Leistungsminderung und einer Libido- und Potenzminderung verbunden sind. Die Ursache wird hier im Rückgang der Testosteronproduktion gesehen.

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Sprache der Symptome

Das Klimakterium ist der Zeitpunkt, an dem der Körper nicht mehr bereit ist, neues Leben zu bilden. Frauen, die Kinder geboren haben, dürfen sich nun zurücklehnen, sie haben ihre Aufgabe biologisch gesehen „erfüllt“. Frauen, die unter den Wechseljahren besonders leiden, haben möglicherweise Probleme mit dem Abschluss dieses Lebensabschnittes.

Ursachen

Die Produktion der Eierstockhormone (Östrogene) geht langsam zurück. Während dieser Umstellung des Hormonhaushaltes kann es zu den unerwünschten Wechseljahresbeschwerden kommen.

Mögliche Symptome bei Beschwerden in den Wechseljahren

Wenn Sie nun anfangen, gegen die einzelnen Beschwerdebilder Medikamente zu schlucken, werden Sie bestimmt nicht gesünder.

Therapie der Wechseljahresbeschwerden

Das Wort „Therapie“ ist hier eigentlich fehl am Platz. Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich beim Klimakterium und der Menopause nicht um eine therapiebedürftige Erkrankung, sondern um einen natürlichen, biologischen Vorgang.

Wenn aber dieser biologische Vorgang zu unerträglichen Begleiterscheinungen und Beschwerden, sprich Symptomen, führt, die die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verschlechtern, dann ist eine symptomatische „Therapie“ durchaus angezeigt.

Ziel der Behandlung wird aber nicht sein, die Menopause zu verhindern, sondern nur seine nicht tolerierbaren Symptome zu lindern oder zu beseitigen.

Die Therapie der Schulmedizin (=Allopathie)

Lange Zeit war die Schulmedizin der Ansicht, dass über einen Ersatz der nachlassenden Hormone eine Therapie des Klimakteriums durchgeführt werden müsse.

Es wurden also (und werden zum Teil auch noch) Ersatzhormone verabreicht, die der Körper in dieser Konzentration gar nicht mehr benötigt. Ausführlicher beschreibe ich dieses Problem im Beitrag:

Wie Frauen mit Hormonen abgefüttert werden und was jede Frau zur Hormonersatztherapie wissen sollte.

Hier werden Studien-Ergebnisse dargestellt, die die Risiken der Therapie belegen beziehungsweise nahelegen.

fotolia.com – Zerbor

17Abb1: Was jede Frau zur Hormontherapie wissen sollte!

Heute weiß man, auch in der Schulmedizin, dass dieser Gedankenansatz teilweise böse Folgen für die betroffenen Patientinnen haben kann bzw. gehabt hat.

Presomen

Presomen (in den USA Premarin) ist ein Östrogen, das aus dem Urin schwangerer Stuten gewonnen wird. Heute ist bekannt, dass eine Hormonersatztherapie (HET) mit diesem Präparat das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für die behandelten Frauen deutlich erhöht.

Obwohl eine Therapie mit diesem Wirkstoff sich als effektiv in der Abschwächung von Symptomen der Menopause herausstellte, zeigte sich zudem ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und eine Erhöhung des Insulinspiegels.

Depo Clinovir

Depo-Clinovir Provera ist ein synthetisches Gestagen (Progesteron), das häufig als Ovulationshemmer (also zur Verhinderung des Eisprungs) zum Einsatz kommt (in der Antibabypille oder Dreimonatsspritze). Es kam aber auch häufig zur Behandlung von Symptomen der Menopause zum Einsatz. Heute weiß man, dass dieser Wirkstoff eine Reihe von Nebenwirkungen hat. Die bekannteste davon ist die erhöhte Bereitschaft zur Bildung von Blutgerinnseln.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Langzeitstudien, die einen Zusammenhang von HET mit Brust- und Eierstockkrebs aufzeigen (Breast cancer risk factors in Turkey: a hospital-based case-control study).

Gleiches gilt auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (The hormone replacement therapy (HRT) of menopause: focus on cardiovascular implications).

Aber hier spielen offensichtlich eine Reihe von Faktoren wie Genetik, Verabreichungsform, Behandlungsdauer etc. eine weitere Rolle und machen den Sachverhalt noch unübersichtlicher.

Diese komplizierten Zusammenhänge sind der Grund für die Protagonisten der Hormonersatztherapie (=HET), diese als unschädlich und nützlich zu bewerben. Dies mag sogar in extremen Fällen, bei denen alternative Mittel nicht mehr greifen, stimmen. Aber ich denke, dass man nicht in jedem Fall sofort mit der Kanone auf alle Spatzen schießen, sondern der Schwere des Falls angemessen vorgehen sollte.

Denn was die Protagonisten der HET gerne verschweigen, ist, dass man die Symptome der Menopause oft auch ohne Chemie und Pharmakologie günstig beeinflussen kann.

Nichtsdestotrotz empfehlen besonders alternative US-Ärzte wie Dr. Mercola nach wie vor Progesteron. Der Östrogenantagonist sollte nach seiner Meinung aber nicht als Injektion, sondern nur transmukosal appliziert werden. Bei dieser Anwendungsart wird Progesteron auf das Zahnfleisch aufgetragen. Auf keinen Fall sollten Frauen das Hormon transdermal (über die Haut) oder oral (verschlucken) aufnehmen. Als Lösungsmittel empfiehlt der Arzt Vitamin E, und zwar in der Form von D-Alpha-Tocopherol. Das synthetische Alpha-Tocopherolacetat sollten die Frauen auf keinen Fall verwenden. Anzumerken ist, dass US-Produzenten die transmukosale Anwendung laut der FDA nicht propagieren dürfen. Deswegen werden die Präparate mit „topischer Applikation“ (transdermal) beworben.

Progesteron kann aus dieser Sicht die Schlafqualität verbessern und nächtliches Schwitzen in Grenzen halten (Oral micronized progesterone for perimenopausal night sweats and hot flushes a Phase III Canada-wide randomized placebo-controlled 4 month trial). Hitzewallungen stehen nicht im Zusammenhang mit niedrigem Östrogen-, sondern mit einem reduzierten Progesteronspiegel. Darauf weisen die Verfechter der Progesterontherapie hin.

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Naturheilkunde und Hausmittel

Und hier treffen wir wieder auf einen alten Bekannten: die Ernährung. Hier ein paar Vorschläge für eine angepasste Ernährung, bevor ich auf die naturwissenschaftliche Einschätzung dazu eingehe.

Phytoöstrogene

Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen Lignane und Isoflavone zählen. Allerdings handelt es sich hier nicht um „wirkliche“ Östrogene, sondern sie besitzen gewisse strukturelle Gemeinsamkeiten mit den Östrogenen. Diese Gemeinsamkeiten ermöglichen es den Phytoöstrogenen, ebenfalls an die Östrogenrezeptoren des Organismus anzudocken und eine östrogenähnliche Wirksamkeit zu entfalten. Jedoch ist die Stärke der Wirkung häufig nicht mit der der originalen Östrogene gleichzusetzen.

Die bekanntesten Phytoöstrogene sind Daidzein, Genistein, Coumestrol etc. Pflanzen, die relativ hohe Konzentrationen an Phytoöstrogenen enthalten, sind:

  • Sojabohnen
  • Rotklee
  • Leinsamen
  • Hülsenfrüchte
  • Getreidekleie
  • Luzerne
  • Lakritze
  • Salbei
  • Obst und Gemüse
  • Samen
  • Hopfen
  • Tee
  • Bier
  • Wein

Damit wäre es denkbar, eine auf Nahrungsmitteln basierte HET zu betreiben, die gleichzeitig auch noch eine Fülle an anderen Nährstoffen zuführen würde.

Da die Wirksamkeit der Phytoöstrogene in der Regel nicht so stark ausgeprägt ist, wären auch weniger therapiebedingte Nebenwirkungen zu erwarten. Damit könnte man leichtere bis mittelschwere Beschwerden kontrollieren.

Zudem wird in der naturwissenschaftlichen Literatur auch die Möglichkeit einer krebsverhindernden Wirksamkeit der Phytoöstrogene diskutiert, gänzlich im Gegensatz zur HET mit synthetischen Östrogenen (Soy foods and soybean isoflavones and menopausal health).

Maca (Lepidium meyenii)

Maca stammt aus den peruanischen Anden und gehört zur Gattung der Kressen. Die Wurzeln enthalten eine Reihe von nützlichen Nährstoffen wie Proteine, Zink, Eisen, Kalzium, Magnesium, Kohlenhydrate, Phosphor, Mineralstoffe, Zucker und etliche Vitamine.

Darüber hinaus enthält die Wurzel ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe mit östrogenähnlicher Wirksamkeit. Maca-Pulver wird daher auch als natürliches Potenzmittel verkauft. Es gibt Berichte und Fallbeispiele, wo Probanden von einer gesteigerten sexuellen Lust, einer gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit, einem besseren Immunsystem, weniger Depressionen und einem Nachlassen von chronischer Müdigkeit berichtet haben. Für den Einsatz bei Frauen mit menopausalen Problemen gibt es bislang nur zwei Arbeiten, die sich dieses Themas annehmen (Beneficial effects of Lepidium meyenii (Maca) on psychological symptoms and measures of sexual dysfunction in postmenopausal women are not related to estrogen or androgen content).

Beide Arbeiten zeigen einen positiven Effekt von Maca auf die Symptome während der Menopause. Allerdings schränken sie ein, dass die untersuchte Probandenzahl für definitive Aussagen noch zu gering ist. Aber auch hier lässt sich abschließend resümieren, dass ein Versuch mit Maca mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu unangenehmen oder gar ernstlichen Nebenwirkungen führen wird.

Heilpflanzen

Aus dem Bereich der Heilpflanzen kommen einige Pflanzen in Frage.

Da wären zum Beispiel das Geraniumöl oder auch so „einfache“ Dinge wie Grüner Tee. Dieser Tee enthält Polyphenole, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Diese Polyphenole sind sogar teilweise noch wirksamer als die im Rotwein. Außerdem haben sie eine starke anti-oxidative Wirksamkeit. Grüner Tee scheint sich aber auch für die „Bekämpfung“ von menopausalen Symptomen zu eignen. Es gibt hierfür (leider nur) drei Arbeiten, die dies eindrucksvoll belegen können können (Association of coffee, green tea, and caffeine intakes with serum concentrations of estradiol and sex hormone-binding globulin in premenopausal Japanese women).

Extrakt aus der Wurzel von Ashwagandha (Schlaf¬beere, Indischer Ginseng oder Winterkirsche) soll laut einer Studie leichte bis mittlere Beschwerden in der Menopause lindern können (Effect of an ashwagandha (Withania Somnifera) root extract on climacteric symptoms in women during perimenopause: A randomized, double-blind, placebo-controlled study).

Ätherische Öle

Die sekundären Pflanzenstoffe können mit verschiedenen Applikationen hilfreich sein. Zur sanften Bauch-Massage bereite man ein Öl mit fünf Tropfen reinem Extrakt von Pfefferminze, Lavendel, Muskatnuss und Zypresse auf 30 Milliliter Jojoba- oder Kokosöl.

Bewährt hat sich auch die Zubereitung aus drei Tropfen Kamille, Wacholder und Salbei auf 30 Milliliter Trägeröl. Die Trägeröle verdünnen die recht intensiven ätherischen Öle, die auch als Badezusatz nicht zu hoch konzentriert sein dürfen. Drei bis fünf Tropfen Öl von Lavendel, Kamille, Geranie und Salbei kommen auf einen Esslöffel Trägeröl.

Eine Handvoll Epsom-Salz ergänzt den Badezusatz. Zur Förderung der hormonellen Balance eignet sich eine Kombination aus Ylang Ylang, Geranie und Salbei.Ätherische Öle können auch als Raumluft-Aroma die Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Im Handel sind Öl-Diffusoren erhältlich, die ätherische Öle in die Raumluft zersteuben.

Omega-3-Fettsäuren

Diese Form der Fettsäuren gehört zur Gruppe der ungesättigten Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren können vom Organismus nicht selbst hergestellt werden und müssen somit über die Nahrung aufgenommen werden. Eine Reihe von verschiedenen Omega-3-Fettsäuren sind für den Organismus lebensnotwendig. So sind z.B. die beiden Vertreter, die Docosahexaensäure und die Eicosapentaensäure, integrale Bestandteile der Zellmembranen, ohne die es kein Leben gäbe. Diese beiden Fettsäuren sind in der Lage, Zellfunktionen zu modulieren.

Von daher haben sie eine „Latte“ an verschiedenen Funktionen. Sie wirken anti-arrhythmisch, sowohl supraventrikulär als auch ventrikulär (im Vorhof und in der Kammer des Herzens). Sie stabilisieren Gefäße und Zellverbände, die zu einem Infarkt neigen. Sie senken Triglycerid-Konzentrationen im Blut. Sie wirken anti-atherosklerotisch und haben noch viele weitere Wirkungen. Damit verbessern sie die Gefäßfunktion, den Blutdruck und wirken entzündungshemmend, indem sie die Produktion von Arachidonsäure hemmen, die einen entzündungsfördernden Effekt aufweist.

Omega-3-Fettsäuren sind in einer Reihe von Pflanzenölen enthalten, zum Beispiel Leinöl, Chiaöl, Leindotteröl, Perillaöl, Hanföl, Rapsöl, Walnussöl etc.

Viele Fische enthalten ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, die sogar eine bessere Bioverfügbarkeit aufweisen als die aus pflanzlichen Quellen. Schattenseite der Fische ist die Belastung mit Schwermetallen, was im besonderen Maße für die längerlebigen Raubfische gilt, die weiter oben an der Spitze der Nahrungskette stehen und bei denen sich die Schwermetalle akkumulieren.

Als optimaler Ausweg bietet sich hier Krill Öl an. Krill ist ein kleiner Leuchtkrebs, der sich von Phytoplankton ernährt. Krill hat einen deutlich höheren Omega-3-Fettsäuren-Anteil als Fisch, da jener sich entweder von Krill oder Plankton ernährt und somit erst einmal signifikante Mengen aufnehmen muss, bevor er eine Omega-3-Fettsäuren-„Quelle“ werden kann. Als nächsten Vorteil umgeht der Konsument der Belastung mit Schwermetallen. Dazu kommt noch, dass die Omega-3-Fettsäuren in Studien einen guten Effekt auf die menopausalen Symptome gezeigt haben (Effects of ethyl-eicosapentaenoic acid omega-3 fatty acid supplementation on hot flashes and quality of life among middle-aged women: a double-blind, placebo-controlled, randomized clinical trial).

Hier zeigten sich vor allem Verbesserungen bei Depressionen, Hitzewallungen und Lebensqualität.

Akupunktur

Studien bestätigen auch meine Erfahrungen mit der Akupunktur bei Wechseljahresbeschwerden. Die weibliche Hormon-Achse scheint durch die Akupunktur sehr gut anzusprechen. Bei den behandelten Patientinnen stiegen die Östrogenwerte, die Hitzewallungen und andere Symptome der Wechseljahre besserten sich spürbar.

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Homöopathie

Ein Heilverfahren erster Klasse würde ich niemals unterschätzen! Die Homöopathie. Die Wechseljahre können als Umstellungsprozess verstanden werden, bei dem Dysbalancen zu den genannten Beschwerden führen.

Homöopathische Mittel können die Regulationskräfte des Körpers anregen und so die Hormone schneller wieder ins Gleichgewicht bringen.

Infrage kommen zum Beispiel Cypripedium (Frauenschuh), vor allem in Kombination mit Baldrian, Traubensilberkerze und Passionsblume. Weitere vielversprechende Mittel: Mönchspfeffer, Sepia oder Buschmeister (Lachesis).

Ernährung und Menopause

Laut wissenschaftlicher Erörterung scheint es einen signifikanten Zusammenhang zu geben zwischen metabolischem Syndrom und Problemen während des Klimakteriums. Das metabolische Syndrom wiederum wird im Wesentlichen durch die Ernährung beeinflusst, wie folgende Studien zeigen: Sex, menopause, metabolic syndrome, and all-cause and cause-specific mortality–cohort analysis from the Third National Health and Nutrition Examination Survey.

Diese Studie beurteilte das Mortalitätsrisiko in Abhängigkeit vom metabolischen Syndrom für Teilnehmer der Third National Health and Nutrition Examination Study. Untersucht wurde die Mortalität von 1364 Männern und 1321 Frauen in einem Alter von 40 und mehr Jahren. Alle Teilnehmer zeigten erhöhte Cholesterinwerte zu Beginn der Studie.

Probanden, die Insulin, orale Antidiabetika, Antihypertensiva oder Lipidsenker benutzten, wurden von der Studie ausgeschlossen.
Gemessen wurde die Mortalität aufgrund allgemeiner, kardiovaskulärer, kardialer und nicht-kardiovaskulärer Ursachen. Die Daten stammen aus einer Nachfolgebeobachtung der oben erwähnten Studie seit dem Jahr 2000.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für das metabolische Syndrom lag bei 33 Prozent für Männer und 29 Prozent für Frauen. Bei den männlichen Probanden ergab sich keine signifikante Korrelation zwischen metabolischem Syndrom und einer erhöhten Mortalität. Bei den Frauen zeigte sich das metabolische Syndrom als ein unabhängiger Risikofaktor für die allgemeine, die kardiovaskuläre, kardiale und nicht-kardiovaskuläre Mortalität. Der Korrelationsfaktor wurde stärker bei der Analyse der Daten von Frauen in der Postmenopause. Für Frauen in der prämenopausalen Phase ergaben sich keine Korrelationen. Der geschlechtsspezifische Korrelationsfaktor blieb unverändert unabhängig vom Status des metabolischen Syndroms.

Die Autoren schlossen daraus, dass das metabolische Syndrom ein signifikantes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko für Frauen in der Postmenopause darstellt. Selbiges trifft für Männer und Frauen in der Prämenopause nicht zu. Das Geschlecht ist somit ein wichtiger Modifizierer für allgemeine und spezifische Todesursachen.

Eine neuere Arbeit „schlägt in die gleiche Kerbe“:

Nutritional status and quality of life of climacteric women

Das Ziel dieser Arbeit war, die Lebensqualität von Frauen im Klimakterium in Beziehung zu setzen mit ihrem Ernährungsstatus. Bei der Studie handelte es sich um eine Querschnittsstudie mit 200 klimakterischen Frauen zwischen 40 und 65 Jahren. Die Probandinnen wurden über sozioökonomische Faktoren befragt, sowie über die aktuelle und vergangene Krankengeschichte der Probandin und ihrer Familie. Des Weiteren wurden Body-Mass-Index (BMI), Umfang der Taille (UT) und das Verhältnis von Taille zur Hüfte für anthropometrische Berechnungen ermittelt. Für die Beurteilung der Lebensqualität wurde ein spezifischer Fragebogen zur Menopause und zu Symptomen benutzt.

Der durchschnittliche BMI betrug 30,1 Kilogramm pro Quadratmeter. Dies entspricht dem Adipositas Grad 1. Der Taillenumfang lag bei 99 Zentimetern, was auf ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen hindeutet. Es wurde ein erhöhter Konsum an Proteinen beobachtet und ein gleichzeitig verringerter Konsum an Ballaststoffen, Kalzium und Vitamin D. Die häufigste Erkrankung war Bluthochdruck mit 48,5 Prozent der Frauen unter einer Therapie gegen kardiovaskuläre Probleme und 23 Prozent unter Antidepressiva. Bezüglich der Lebensqualität ergaben sich signifikante Ergebnisse in Bezug auf BMI und Blutdruckwerte.

Die Autoren schlossen, dass eine Umstellung der Ernährung, mit dem Ziel, die anthropometrischen Werte über die Ernährung zu verbessern, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in gesundheitlichem Nutzen für Frauen im Klimakterium resultiert. Die Häufigkeit von Übergewicht ist mit einer schlechteren Lebensqualität, sowie einer höheren Mortalität und Morbidität assoziiert. Diese Beobachtung unterstreicht die Notwendigkeit, Frauen im Klimakterium auf die besondere Bedeutung der Ernährung hinzuweisen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Autoren einer anderen Arbeit (Role of exercise and nutrition in menopause).

Die ketogene Diät ist nicht mehr im Trend

Eine Studie hebt den Nutzen einer Ernährung mit vielen wertvollen Kohlenhydraten und Ballaststoffen hervor. Die gesunden Kohlenhydrate, beispielsweise im Vollkornreis, konnten nach drei Monaten bei den Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe die Lebensqualität verbessern. Dieses Merkmal untersuchten die Forscher mit einem Fragebogen (MENQOL). Daneben konnte die Ernährung mit wenig Fett, aber vielen Vollkornprodukten, Gemüse und Obst die mittelgradigen und schwerwiegenden Hitzewallungen um 86 % reduzieren. Am Studienende waren in dieser Gruppe solche Beschwerden praktisch ganz verschwunden. In der Kontrollgruppe waren die Hitzewallungen nur um 34 % reduziert. Die Frauen der Interventionsgruppe hatten sogar 3,6 kg abgenommen (A dietary intervention for vasomotor symptoms of menopause: a randomized, controlled trial). Daraus folgt die Empfehlung für die Menopause: Viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe und wenig Fett verzehren.

Eine iranische Studie fand einen Zusammenhang vor allem zwischen der Qualität der Kohlenhydrate und der Linderung der Wechseljahrsbeschwerden. Hochwertige Kohlenhydrate konnten im Zuge der Arbeit die Symptome in der Menopause deutlich lindern (Carbohydrate quality index: Its relationship to menopausal symptoms in postmenopausal women).

Fast 400 Frauen nahmen an der Untersuchung teil. Die Forscher bewerteten die Kohlenhydrate in deren Ernährung nach einem Qualitätsindex (CQI). Je höher der Wert liegt, umso niedriger ist der glykämische Index (GI) und umso höher ist der Anteil der Ballaststoffe in den Mahlzeiten. Eine Kost mit hohem CQI wirkt entzündungshemmend und ausgleichend auf den Blutzucker.

Eine Ernährung mit viel Industriezucker und verarbeiteten Lebensmitteln kann Wechseljahrsbeschwerden verstärken. Dies trifft vor allem auf Depressionen zu (High glycemic index diet as a risk factor for depression: analyses from the Women’s Health Initiative).

Verarbeitete Lebensmittel enthalten viel Linolsäure, die im Organismus eine dem Östrogen ähnliche Wirkung entfaltet. Das ist natürlich bei Wechseljahrsbeschwerden äußerst ungünstig. Eine Studie an Sportlern zeigt, wie sehr eine kohlenhydratarme Ernährung (LCHF-Diät) dem Körper schaden kann. Im Hinblick auf die Menopause ist besonders die Wirkung auf die Knochen interessant: Diese „ketogene Diät“ führte zu erniedriger Kollagenmasse und zu reduzierten Osteocalcin. Das Hormon dient als Signalgeber im Zuge der Knochenerhaltung. Ein zusätzliches Osteoporoserisiko sollten Frauen in der Menopaus strikt vermeiden (A Short-Term Ketogenic Diet Impairs Markers of Bone Health in Response to Exercise). LCHF-Diäten haben sich in einer anderen Studie als schädlich für das Immunsystem erwiesen. Die Kost erhöhte Entzündungsmarker wie Interleukin-7 (IL-7) und den Cortisolspiegel (Six Days of Low Carbohydrate, Not Energy Availability, Alters the Iron and Immune Response to Exercise in Elite Athletes).

Cortisol steigert den Umsatz in der Gluconeogenese (Physiology, Glucocorticoids). In dem biochemischen Prozess gewinnt der Körper Glukose aus Proteinen, die auch aus den Muskeln stammen. Schon von daher sollte die Reserve von Glukose nicht durch ketogene Diäten gefährdet werden (Physiology, Fasting).

Die Studien der letzten Jahre haben zu einem Umdenken geführt. Während die ketogene Diät noch vor Kurzem in Heilpraktikerkreisen positiv gesehen wurde, nehmen heute viele Therapeuten davon Abstand.

Besonders Frauen in der Menopause sollten pro Tag rund 250 Gramm gesunde Kohlenhydrate aufnehmen. Gleichzeitig ist auf eine gesunde Darmflora zu achten: Darmsanierung: Darmflora gut – Gesundheit gut.

Schädliche Bakterien können die Mitochondrien durch Endotoxine beeinträchtigen. Bei Verdauungsproblemen kann ein paar Wochen lang Glukosewasser (Dextroselösung) getrunken werden, bis sich die Beschwerden gelegt haben. Dann empfiehlt es sich, schrittweise zu Fruchtsäften und Obst überzugehen.

Süßkartoffeln und Sojabohnen können den Dehydro-Epiandrosteron-Spiegel (DHEA) erhöhen. Dieses „Universalhormon“ mit teils unbekannten Aufgaben ist auch als Medikament im Umlauf. Einer Studie zufolge kann es bei Wechseljahrsbeschwerden helfen (Blocking estrogen (and/or taking DHEA) prevents menopausal obesity, diabetes, osteoporosis, etc).

Fazit

Das Klimakterium und die Menopause sind bedeutende, aber natürliche Einschnitte in das Leben einer Frau, die unter Umständen zu „Nebenwirkungen“ führen. Abhängig vom Ernährungsstatus scheinen die Symptome zuzunehmen, wenn die Betroffene übergewichtig ist. Darüber hinaus stellt Übergewicht direkt und indirekt ein erhöhtes Risiko für die Mortalität und Morbidität in der postmenopausalen Phase dar.

Die praktische Konsequenz aus diesen Einsichten ist nicht der Gang zur Apotheke, um sich hier mit Präparaten der Pharmaindustrie zu versorgen.

Oft hilft schon eine Ernährungsumstellung, besonders der Verzicht auf Zucker und industriell verarbeitete Lebensmittel mit Lebensmittelzusatzstoffen. Ratsam ist auch ein vorsichtiger Umgang mit den Genussgiften, die unseren Alltag begleiten. Sport und Entspannungsübungen (Yoga, Meditation) unterstützen die Selbsthilfe in den Wechseljahren ebenfalls (Complementary and Alternative Medicine for Menopause). Einige Therapeuten raten auch zu täglichen Saunagängen und können sich dabei auf wissenschaftliche Fakten stützen. Das Saunieren steht dabei im Zusammenhang mit Gewichtsreduktion (Daily sauna time might help prevent menopause-related weight gain).

Daneben werden auch die Hypnose und eine Verhaltenstherapie empfohlen. Bewegung an frischer Luft sorgt auch für genügend Sonneneinstrahlung und fördert die Vitamin-D-Bildung. Der Bedarf an dem Vitalstoff ist in der schwierigen Zeit erhöht.

Der Gang zum Arzt wird natürlich immer dann notwendig, wenn die Symptomatik einen außerordentlichen Leidensdruck verursacht. Bei weniger ausgeprägten Symptomen hilft häufig eine Umstellung der Ernährung. Dieser Weg hat den weiteren Vorteil, dass in der Folgezeit nicht nur die Symptomatik, sondern auch das Risiko für Mortalität und Morbidität gesenkt wird. Selbiges ist von einer HET nicht bekannt, im Gegenteil.

Erst wenn Ernährung und die oben aufgezählten natürlichen Alternativen (Phytoöstrogene, Omega-3 etc.) nicht greifen, kann aus meiner Sicht die Einnahme von synthetischen Hormonen in Betracht gezogen werden, und auch nur kurzfristig.


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Beitragsbilder: pixabay.com – Ennaej

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