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Legalon – Welche Variante ist das Beste? Forte? Protect? 140mg?

Was ist los mit den Herstellern von Naturheilmitteln? Kaum hat man sich an ein Präparat gewöhnt, wird es umbenannt, die Rezeptur verändert oder es verschwindet ganz vom Markt. Legalon ist da keine Ausnahme. Wer sich in den letzten Jahren auf die Mariendistel-Produkte von Madaus verlassen hat, dürfte inzwischen verwirrt sein: Welche Variante gibt es noch? Welches ist wirklich wirksam? Und warum dieser ständige Wechsel?

Was ist das Legalon und welche Variante ist die Beste?

Legalon von der Firma Madaus ist ein Leberpräparat, das auf der Mariendistel beruht. Es sind aber immer noch (Stand Februar 2025) unterschiedliche Präparate von Madaus erhältlich.

Von den ursprünglich vier Legalon-Präparaten ist mittlerweile nur noch Legalon forte meines Wissens „offiziell“ erhältlich. Die anderen Varianten scheinen zwar noch bestellbar in manchen Online Apotheken, aber dabei scheint es sich um Restbestände zu handeln.

Hier ein Überblick was ich (Stand Februar 2025) gefunden habe:

Legalon 140 mg: Enthielt 140 mg Silymarin pro Kapsel

Legalon Madaus 156 mg: Enthielt 156 mg Silymarin pro Kapsel

Legalon forte (offiziell erhältlich): Enthält 108 mg Silymarin (HPLC) bzw. 140 mg Silymarin (DNPH)

Legalon Protect: Enthielt 54,1 mg Silymarin pro Kapsel

Das Legalon forte scheint das derzeit „gültige Präparat“ zu sein. Ich bin selbst verwirrt, wegen dieser ständigen Namensänderungen, die nicht nur das Legalon betreffen.

Wirkungen

Ein paar Worte zur Wirkung. Laut Angaben der Firma hat das Produkt folgende Wirkungen:

  • Stärkung der Zellmembranen der Leberzellen
  • Schutz vor freien Radikalen (anti-oxidative Wirksamkeit)
  • Entgiftende Wirkung auf die Leber
  • Stimulation der Stoffwechselleistung der Leber
  • Verbesserung und Unterstützung des Regenerationspotentials der Leber

Eine Beschreibung der Pflanze und deren medizinischem Potential liefert die Firma in ihrem Pflanzen-Almanach (ehemaliger Link: rottapharm-madaus.de/index.php?id=361).

Interessant ist hier die Geschichte aus dem Heidelberger Zoo, in dem Mähnenrobben an Tuberkulose erkrankten. Eine Behandlung der Tiere mit einem Tuberkulose-Präparat zeitigte gefährliche Nebenwirkungen auf die Leber der Tiere, die durch das Madaus-Präparat antagonisiert werden konnten.

Der Zoo von Emmen in Holland stand 2007 vor dem gleichen Problem und musste in der Folge seine Tiere einschläfern, da die Leberschäden zu stark ausgefallen waren. Eine kurze, firmenunabhängige Darstellung der Mariendistel (inklusive einiger aktueller Studien), habe ich hier dargestellt: https://www.gesund-heilfasten.de/mariendistel/

Firmenstrategie gegen Wissenschaft?

Firmen bewerben ihre Produkte, damit sie in den Verkauf gehen. Niemand möchte Ladenhüter produzieren. Dementsprechend vielversprechend sieht die Werbung dann auch aus. Oft erfindet die Marketingabteilung wahre Wundertaten und „Durchbrüche“, die man besonders „nett“ bei der Pharmaindustrie beobachten kann. Ob diese vollmundigen Versprechungen dann auch durch die Realität bestätigt werden können, das ist dann eine andere Sache.

Um sich hier einen objektiven Eindruck zu verschaffen, ist der Interessent gezwungen, unvoreingenommene Informationen zu suchen. Hier stehen wissenschaftliche Veröffentlichungen an vorderster Front, obwohl auch hier Abstriche zu machen sind. Um welche Abstriche es sich handelt (besonders bei der Medizinwissenschaft), können Sie nachlesen unter:

Was kann die Mariendistel gegen Leberschädigungen unternehmen?

In der Natur- und Pflanzenheilkunde wird die Pflanze zur Behandlung von verschiedenen Leberleiden eingesetzt. Dies sind ZirrhosenGelbsucht und Hepatitis, aber auch Probleme mit der Gallenblase.

Zudem soll sie einen Schutz bei Vergiftungen bieten. Ein Inhaltsstoff der Mariendistel ist Silibinin, auch Silybin oder Sylimarin I genannt.

Dieser Stoff ist bekannt aufgrund seiner leberschützenden Eigenschaften (hepatoprotektiv, anti-hepatotoxisch). Die Substanz hat zudem anti-oxidative Eigenschaften und stabilisiert und schützt hierdurch die Membranlipide der Hepatozyten (Leberzellen). Eine weitere Substanz, Silicristin, hemmt die Enzyme Peroxidase und Lipoxygenase. Eine relativ neue wissenschaftliche Arbeit zeigte im Laborversuch eine potente Wirkung gegen Leberkrebs (Scientific Evidence Of The Significant Anti-cancer Effect Of Milk Thistle).

Im Jahr 2005 erschien eine Meta-Analyse des Cochrane Instituts. Diese Arbeit beurteilte dreizehn randomisierte klinische Studien, die die Mariendistel bei 915 Patienten mit Lebererkrankungen aufgrund von Alkoholabusus und den verschiedenen Formen von Hepatitis eingesetzt hatten. Die Meta-Analyse ergab aber keine schlüssigen Daten zur Zuverlässigkeit der Pflanze bei der Behandlung der angesprochenen Erkrankungen. Ein Grund dafür war die mangelnde Qualität der Arbeiten.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.2.2025 überarbeitet.

Beitragsbild: istock

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