Es beginnt oft schleichend. Farben verblassen, die Welt wirkt wie hinter einem Schleier, und irgendwann scheinen selbst die hellsten Tage trüb. Viele Menschen halten dies für eine unvermeidliche Alterserscheinung – ein Irrtum, den ich nach über 25 Jahren naturheilkundlicher Praxis immer wieder aufklären durfte. Denn was uns oft als „normal“ verkauft wird, hat tiefergehende Ursachen, die weit über das Alter hinausreichen. Chemische Belastungen, falsche Ernährung, Stoffwechselprobleme – der graue Star ist ein stiller Zeuge moderner Lebensweisen. Sind Sie bereit, hinter den Schleier zu blicken? Dann lesen Sie weiter.
Eine Alterserscheinung?
Der graue Star (medizinisch Katarakt genannt), zeigt sich in den meisten Fällen ab einem Alter von über 60 Jahren als eine Form der Alterserscheinung, zum Beispiel durch die eingeschränkte Durchblutung des gesamten Körpers, die auch das Auge erfasst. Die Stoffwechselvorgänge verlaufen langsamer und die Kritsallin-Proteine des Linsenkörpers verändern sich, sodass sie zunehmend intransparent werden.
In dieser Zeit kommt zum Symptom der Lichtscheu noch eine Altersweitsichtigkeit hinzu, bei der die Linse weiterhin an Elastizität verliert. Der graue Star wird allgemein einfach als „Alterserscheinung“ abgetan. Dabei gibt es vor allem aus naturheilkundlicher Sicht einige Faktoren, die wir zu den Ursachen zählen würden: Ernährung und freie Radikale gehören sicherlich dazu. Aber auch im Bereich der „schulmedizinischen“ Medikamente gibt es Mittel, die das Risiko für den Grauen Star erhöhen, wie zum Beispiel die Medikamentengruppe der Statine (siehe: Cholesterinsenker). Auch die längere Kortison-Einnahme fördert die Erkrankung.
Viele Faktoren spielen mit
Nicht nur das Alter schlechthin, sondern auch chemische und physikalische Einflüsse durch Ernährung und Umwelt können die Entstehung des grauen Stars auslösen. Harte Strahlung wie UV-Licht (Cataracta radiationis) kommt hier infrage und auch Stoffwechselerkrankungen, die die Biochemie des Körpers durcheinander bringen.
So kommt der graue Star bei Patienten mit Diabetes häufiger vor (Catacta diabetica). Auch wenn der Kalzium-Haushalt durch eine Nierenerkrankung oder auf hormonellem Wege gestört ist, provoziert dies eine stetige Linseneintrübung. Der zugrundeliegende Kalzium-Mangel (Hypokalzämie) führt dann zu überreizten Nerven (Tetanie), woraus die Bezeichnung „Cataracta tetanica“ entstand. Die Cataracta complicata ist dann gegeben, wenn die Auslöser andere Augenerkrankungen sind. Die Ursachen sind dann Augenentzündungen wie Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut), starke Myopie (Kurzsichtigkeit) oder ein Glaukom-Anfall (plötzliche Erhöhung des Augeninnendruckes).
Im Krankheitsgeschehen sind oft auch Autoimmun-Krankheiten wie Neurodermitis oder die Weißfleckenkrankheit (Vitilgo) beteiligt. Daneben können Augenverletzungen durch Unfälle oder Operationen die Linsentrübung herbeiführen (Cataracta traumatica).
Die Unterversorgung der Augenlinse mit Antioxidantien ist ein weiterer Risikofaktor für die Krankheitsentstehung.
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Der graue Star kann auch angeboren sein
Die Cataracta congenita ist die angeborene Form des grauen Stars. Die Erkrankung ist dann oft schon bei der Geburt sofort erkennbar und erfordert eine zügig durchzuführende Operation. Dies kommt häufig vor, wenn das Kind bereits im Mutterleib an Virusinfektionen Röteln oder Herpes erkrankt ist. Dies kann auch bei einer Infektion mit Toxoplasmose der Fall sein.
Es kann aber auch eine vererbte Fehlbildung des Auges sein, die den grauen Star verursacht hat. So ist beim Norrie-Syndrom der Glaskörper und die Netzhaut falsch entwickelt, wodurch auch der graue Star entstehen kann. Bei der Stoffwechselstörung Galaktosämie, die ebenfalls auf einem Gen-Defekt beruht, ist die Ausprägung des grauen Stars wahrscheinlich. Genetische Faktoren sind auch beim okulo-zerebro-renale Syndrom die Ursache, wenn ein grauer Star früh in Erscheinung tritt.
Die Welt wird wie durch einen Schleier verhüllt
Die angeborene oder auch durch Erkrankungen entstehende Linsentrübung im menschlichen Auge schränkt das Sehvermögen ein. Entwickelt sich die Krankheit später, können zu Beginn Farben und Tiefen immer weniger richtig eingeschätzt werden.
Die angesprochene Tiefen- und Farbwahrnehmung wird immer mehr eingeschränkt und die Krankheit meist erst in einem sehr späten Stadium erkannt. Dabei erscheinen dem Erkrankten im Laufe der Zeit Gegenstände nur noch verschwommen und wie durch eine Nebelwand wahrgenommen.
Hinzu kommt eine verstärkte Lichtempfindlichkeit, die sich nicht nur bei extremer und spontaner Sonneneinstrahlung bemerkbar macht, sondern auch künstliche Lichtquellen einschließt. Dazu zählt Scheinwerferlicht genauso wie beispielsweise Laserstrahlen, die im privaten Raum zum Einsatz kommen.
Wie stellt der Arzt den grauen Star fest?
Bei der Anamnese vermutet der Augenarzt sofort zwei Krankheiten: den grauen oder den grünen Star, der mit einer Schädigung des Sehnerven verläuft. Mit dem Spaltlampen-Mikroskop und dem Brückner-Test schaut er in die Augen hinein und kann damit die beiden Erkrankungen voneinander unterscheiden. Zusätzlich wird er mit der Pachymetrie die Beschaffenheit der Hornhaut erkunden. In welchem Maße die Sehkraft vermindert ist, offenbart der Sehtest.
Die Operation ist die wichtigste schulmedizinische Therapie
Um die Sehkraft wieder herstellen zu können (oder zumindest einen Großteil davon), wird oftmals eine Operation angeboten. Die Linse des betroffenen Auges wird dabei entfernt, indem sie mit Ultraschall zerlegt und abgesaugt wird. An ihre Stelle wird eine künstliche Linse eingesetzt.
Bei der extrakapsulären Operation kann die hintere Kapselwand im Auge verbleiben. Daran wird dann eine Hinterkammerlinse befestigt. Wenn immer es möglich ist, ist diese Technik das Mittel der Wahl. Im Zuge der intrakaspulären Operation wird die Linsenkapsel vollständig entfernt und eine Vorderkammerlinse inseriert. Die Endoprothesen bestehen aus Plexiglas.
Beim einfachen Linsenersatz braucht der Patient eine Lesehilfe (meist + 1,5 dpt), ist also weiterhin leicht weitsichtig. Die teuren Zweistufenlinsen ermöglichen Weit- und Nahsicht, können aber nur mit privaten Zuzahlungen erworben werden.
Es ist nicht immer möglich, während der Operation eine Endoprothese einzusetzen. Dann muss der Patient entweder Kontaktlinsen oder eine Starbrille (+ 15 dpt) tragen. Ohne die optischen Hilfen, könnte der Patient zwar auch sehen, hätte aber wegen des unscharfen Bildes keinerlei Detail-Wahrnehmung.
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Naturheilkunde, Alternativmedizin & Hausmittel
Im folgenden finden Sie Hilfe und Hausmittel aus der Naturheilkunde und der Alternativmedizin, die bei einem Grauen Star in Frage kommen.
Ernährung
Eine Zuckerart, die nur im Milchzucker vorkommt, die Galaktose, kann das Risiko für den Grauen Star erhöhen. Milch und Milchprodukte sollten in diesem Falle gemieden oder jedenfalls stark eingeschränkt werden. Mehr zum Thema unter Ernährung bei grauem Star.
Zur Vitalstoff-Versorgung ist eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse angezeigt. Speziell auf grauen Star abgestimmt ist ein Smoothie von Blaubeeren, Äpfeln Karotten, Spinat, Sellerie, Petersilie, und Endivien. Empfehlenswert ist die tägliche Zubereitung aus den frischen Zutaten mit dem Entsafter oder dem Pürierstab.
Die Antioxidantien frischer Lebensmittel können helfen, die Trübungen zu verhindern. Besonders das Tripeptid Glutathion und das Lutein grüner Blattgemüse sind hier besonders hervorzuheben. Leider gelangen die Vitalstoffe praktisch nicht in die Augenlinse hinein. Zur Erhöhung des Glutathion-Spiegels ist besonders Bierhefe geeignet.
Frischpflanzentropfen (Urtinkturen)
Zur besseren Durchblutung der Kapillargefäße am Auge kann folgende Mischung hilfreich sein: 50 ml Ginkgo-Biloba, 30 ml Mäusedorn, 20 ml Mistel. Diese Mischung wird eingenommen.
Augenbad: Wird 2 – 3 Mal pro Woche gemacht. Ein halber TL Augentrostkraut und Fenchelsamen wird in einer Tasse mit kochend heißem Wasser angebrüht. Nach drei Minuten ziehen lassen gibt man eine Messerspitze Meersalz dazu und filtert die Zubereitung durch einen Papierfilter ab. In die lauwarme Flüssigkeit gibt man einen Tropfen Cineraria-Maritima-Urtinktur. Jedes Auge etwa 1 Minute in geöffnetem Zustand baden. Eine Augenschale für Augenbäder erhält man in Drogerien oder Apotheken.
Homöopathie
Aus dem Bereich der Homöopathie kommen zahlreiche Mittel infrage. Zur lokalen Anwendung kann ich auf jeden Fall zum Weleda-Mittel: Cineraria maritima D3 Augentropfen raten.
Orthomolekular-Medizin
Die orthomolekulare Medizin kann bei der Vorbeugung und unterstützenden Behandlung von grauem Star (Katarakt) eine Rolle spielen, indem sie den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt, die oxidative Schäden an der Augenlinse reduzieren können. Grauer Star entsteht oft durch Alterungsprozesse und oxidativen Stress, der die Proteine in der Linse schädigt und Trübungen verursacht. Einige Nährstoffe haben sich dabei als hilfreich erwiesen, andere sind unerlässlich. Man muss in der Praxis prüfen was benötigt wird. Infrage kommen:
Vitamin A: ist das wichtigste Augen-Vitamin und sollte mit 5.000 I.E. supplementiert werden. Das nah verwandte ß-Carotin sogar mit 15.000 IE.
Wertvolle Antioxdanzien für das Auge und bei grauem Star sind alpha-Liponsäure mit 150 mg, N-Acetylcystein mit 600 mg und Carnosin mit 1.000 mg täglich. N-Acetylcarnosin kann in Form einprozentiger Augentropfen einmal täglich angewendet werden.
Glutathion: Neuere Ansätze erforschen die Produktion von mehr Glutathion durch die Wirkstoffe Trimetazidin und Ferulinsäure. Die Methode funktioniert im Tierexperiment über die Anregung des sogenannten „Nrf2-Signalweges“. Diese Wirkstoffe aktivieren Enzym-Gene, die die Synthese des Tripeptids bewerkstelligen. Anwendungsreif ist diese Möglichkeit allerdings noch nicht. Die Methode funktioniert im Tierexperiment über den sogenannten „Nrf2-Signalweg“ Researchers boost natural defenses to fight cataracts and delay the need for surgery).
Säure-Basen-Haushalt
Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt kann die Entstehung von Katarakt begünstigen, da Übersäuerung den oxidativen Stress im Körper erhöht. Dieser fördert die Schädigung der Linsenproteine und trägt zur Trübung der Linse bei. Maßnahmen zur Regulierung, wie die Neutralisation überschüssiger Säuren und die Förderung der basischen Stoffwechselprozesse, sind daher essenziell, um die Augengesundheit zu unterstützen. Wie man eine biologische Entsäuerung „richtig“ durchführt lesen Sie ausführlich in meinem Buch: Die biologische Entsäuerungstherapie – Rene Gräber Bücher
Schüssler-Salze
Für die Unterstützung bei Katarakt empfiehlt sich ein gezielter Einsatz von Schüßler-Salzen, um die Stoffwechselvorgänge zu fördern und die Augenlinsen zu stärken:
- Calcium fluoratum Nr. 1 und Silicea Nr. 11 können im Wechsel eingenommen werden, jeweils 3-mal täglich eine Tablette, um das Bindegewebe und die Elastizität der Augenlinse zu unterstützen.
- Kalium chloratum Nr. 4, Natrium chloratum Nr. 8 und Natrium phosphoricum Nr. 9 ergänzen diese Kombination optimal, da sie den Säure-Basen-Haushalt regulieren und die Zellgesundheit fördern.
Diese Kombination hilft, die natürliche Balance wiederherzustellen und die Augenfunktion nachhaltig zu stärken.
Darmsanierung
Eine gut funktionierende Darmflora ist entscheidend für die Aufnahme von Vitalstoffen, die die Gesundheit der Augen unterstützen können. Eine Darmsanierung ist daher ein sinnvoller Ansatz, um den Körper ganzheitlich zu stärken und die Regeneration zu fördern.
Schritte zur Darmsanierung bei Katarakt:
- Colon-Hydro-Therapie oder sanfte Darmreinigung: Unterstützt die gründliche Reinigung des Darms und schafft die Grundlage für den Aufbau einer gesunden Flora. Mehr dazu in meinen Beiträgen:
Colon Hydro Therapie – Darmspülung zum Wohl der Gesundheit
Darmreinigung: Kann man den Darm damit entgiften und entschlacken? - Probiotika und Präbiotika: Probiotika (z. B. Lactobacillus- und Bifidobakterien) helfen, die natürliche Balance der Darmflora wiederherzustellen. Präbiotika (z. B. Inulin) dienen als Nahrung für die „guten“ Bakterien und fördern deren Vermehrung. Mehr dazu: Probiotika und Präbiotika: Fakten und Wirkung
Sonstiges
Meistens wird der Graue Star operativ behandelt, oft sogar ambulant. Entschließen Sie sich zu diesem Schritt allerdings erst, wenn Sie wirklich störende Beschwerden feststellen. Nicht immer ist nämlich eine Operation so erfolgreich, wie Sie sich das wünschen.
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Beitragsbild: 123rf.com – Ian Allenden
Dieser Beitrag wurde 2015 erstellt und wurde letztmalig am 1. Januar 2025 aktualisiert.