Betrug bei Krebsmitteln für
Chemotherapie
Krebsmittel werden immer öfters zum Objekt eines Betrugs, wie es der Millionbetrug mit Krebsmitteln in NRW aus
dem Jahre 2007 zeigt.
In Deutschland dürfen nur knapp über 300 Apotheken Krebsmittel produzieren, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden.
Dies soll eine hohe Qualität der Präparate sicherstellen. Jedoch stehen eben diese Produzenten nun unter dem
Verdacht, die Grundstoffe für die Medikamente aus dem Ausland billig bezogen und so große Gewinne erwirtschaftet
haben.
Um auf dieses Komplott überhaupt aufmerksam zu werden, war der Tipp eines Informanten nötig. Eben dieser
veranlasste die Polizei zu einer bundesweiten Durchsuchungsaktion, welche in einigen Apotheken Beweismaterial
hervorbrachten.
Diese Tat stellt allerdings mehr als nur einen reinen finanziellen Betrug dar. So kann davon ausgegangen werden,
dass die Medikamente, welche teils aus Südamerika stammen,
nicht den hohen qualitativen Standards Deutschlands genügen.
So befürchtet Stefan Derix, Mitarbeiter der deutschen Apothekerkammer, dass diese Präparate vielleicht sogar
unrein und unter Umständen zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen beim Patienten selbst führen konnten.
Die zentrale Problematik dieses Themenkomplexes ist die Tatsache, dass niemand erkennen kann, was sich denn nun
wirklich in einer Infusionsflasche befindet.
Ein unwirksames Medikament ist erst am Ergebnis beim Patienten erkennbar, also erst dann, wenn es bereits zu
spät ist. Deshalb sollte man nur zum Apotheker seines Vertrauens gehen und notfalls schlicht fragen, ob diese
Apotheke durchsucht wurde.
Dass die Apotheker davon wussten, dass diese Stoffe nicht nur billiger sind, sondern auch minderwertiger, davon
ist laut Derix nicht auszugehen.
Dennoch hätte der billige Preis diese eigentlich stutzig machen müssen, da dieser mit einem deutschen Gütesiegel
kaum zu vereinbaren ist. Insgesamt ist dies dennoch ein Vorfall, bei welchen Derix betont, dass keine
Entschuldigung genüge.
Hierbei ist es egal, ob es sich nur um einen finanziellen Betrug oder um eine wirkliche Gefährdung der Patienten
handelte.
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