Traditionelle Chinesische
Medizin
Traditionelle Chinesische Medizin - Über 4000
Jahre Heilwissen
In einem der 34 Bücher der klassischen chinesischen Medizin
„Huang-di nei-jing-Su-Wen“ („Einfache Fragen des
Gelben Kaisers über praktische Medizin“) steht geschrieben:
„Die Himmelskräfte (Tian-Qi) steigen herab, die
Erdkräfte (Di-Qi) steigen auf. Yin und Yang durchdringen
einander und die unzähligen Lebewesen haben zu gleichen
Teilen daran teil. Die Einheit von Yin und Yang besteht in
dem Ineinandergreifen von irdischen und himmlischen
Kräftewirken, ohne das kein Lebewesen entstehen kann.“
Dieses Werk ist zwischen 700 und 500 vor unserer
Zeitrechnung entstanden, lange bevor unsere moderne Physik dies
(auf andere Weise) wiederentdeckt hat. Heute müssen selbst
moderne Wissenschaftler zugeben, dass alles, das gesamte
Universum, von einer alles durchdringenden Kraft (Energie)
durchdrungen ist.

Yin und Yang sind die zwei Aspekte dieser Energie, oder eben
Qi. Im allgemeinen schreibt man dem Yin-Aspekt folgende
Eigenschaften zu: dunkel, innen, kalt, weiblich, Mond, passiv,
stabil. Die Eigenschaften des Yang-Aspektes sind: hell, aussen,
warm, männlich, Sonne, aktiv, fliessend.
Demzufolge sind Bluthochdruck, Entzündungen, Krampfzustände,
Unruhe Yang-Zustände, während Erschöpfung, Kältegefühle,
niedriger Blutdruck, Depressionen etc. Yin-Zustände sind. Weil
alles Yin- und Yang-Kräfte enthält, sind aber reine
Yin-Zustände nicht möglich. Auch diese wiederum enthalten
Yang-Aspekte und vordergründige Yang-Zustände enthalten bereits
wieder Yin-Aspekte.
Dies geht aus der Yin-Yang-Monade hervor. Im Yin
(weisser Teil) ist immer auch etwas von Yang (schwarzer Punkt)
enthalten und umgekehrt. Im gleichen Masse wie Yin abnimmt
(schmaler wird), in dem Masse nimmt Yang zu. Wenn Sie eine
solche Monade (Yin-Yang-Zeichen) betrachten, wird alles
plötzlich sehr plausibel.
Durch das „ineinander übergehen“ der beiden Energien erklärt
sich auch das entstehen der „Fünf Elemente“, Holz, Feuer, Erde,
Metall und Wasser. Der chinesische Begriff „wuxing“ bedeutet
eigentlich „Fünf Wandlungsphasen“, weil die Energie als solche
sich nicht ändert, sondern lediglich deren Aspekt. Yin ist
keine andere Energie als Yang, nur ihr Aspekt (die
Ausdrucksform) ändert sich. „Die Energie ist die Ursache allen
Entstehens und Vergehens. Himmel und Erde, alle Wesen und alle
Dinge gehen aus der Energie hervor“ fasst das vietnamesische
Werk Trung Y Hoc noch einmal das Fundament der chinesischen
Medizintheorie zusammen.
Diagnose in der Traditionellen
Chinesischen Medizin
Für die Diagnose in der TCM spielen das Sehen, Hören,
Tasten, Riechen und Schmecken eine grosse Rolle. Eine genaue
Anamnese beinhaltet folgende Aspekte: Gesichts- und Hautfarbe,
Augen, Nase, Ohren, Mund, Zunge und Zähne, aber auch Körper-
und Atemgeräusche, Mundgeruch und Geruch von
Körperausscheidungen. Wichtig sind auch soziale und familiäre
Verhältnisse, Ernährung, Schlafgewohnheiten, Beruf und
Körperempfindungen. Zur Diagnose gehört auch eine Pulsdiagnose,
es gibt 28 verschiedene Pulsqualitäten.
In der TCM werden verschiedene Therapiearten eingesetzt:
Akupunktur, Atemtherapien, Ausleitungsverfahren, Bäder,
Bewegungstherapien, Ansetzen von Blutegeln, Ernährungslehre,
Massagen, Moxibustion, Packungen, Schlammbehandlungen,
Schröpfen und nicht zuletzt Feng Shui, die Lehre vom
harmonischen Wohnen.
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