{"id":801,"date":"2011-04-18T00:17:49","date_gmt":"2011-04-17T22:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=801"},"modified":"2023-10-02T19:40:44","modified_gmt":"2023-10-02T17:40:44","slug":"in-deutschland-wird-zuviel-geroentgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/in-deutschland-wird-zuviel-geroentgt\/","title":{"rendered":"R\u00f6ntgen: In Deutschland wird zuviel ger\u00f6ntgt"},"content":{"rendered":"<p>1994 brachte das Focus Magazin einen Artikel, in dem das R\u00f6ntgen-Gebaren der Mediziner unter die Lupe genommen wurde. Dies war umso bemerkenswerter, wurde doch 1988 eine Neufassung der R\u00f6ntgenverordnung verabschiedet mit dem Ziel, unter anderem die Strahlenbelastung f\u00fcr den Patienten zu senken. Aber schon 1994 war die Effektivit\u00e4t dieser Ma\u00dfnahme nicht gegeben.<\/p>\n<p><strong>Warum?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Strahlenschutzexperten von der Gesellschaft f\u00fcr Strahlenschutz ver\u00f6ffentlichten damals neue Untersuchungen, die besagten, dass die R\u00f6ntgendiagnostik allein f\u00fcr 16.000 Krebstote jedes Jahr sorgt. <\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Man sprach von einem R\u00f6ntgenskandal. Dieser Skandal bestand weniger in einer m\u00f6glicherweise falschen oder laschen Schutzverordnung. Er bestand in dessen permanenter Umgehung. So vermutete man, dass eine konsequente Beachtung der Schutzvorschriften etwa ein Drittel der 16.000 Krebstoten verhindern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aber 9.000 Krebstote sind auch kein Ruhmesblatt f\u00fcr eine Zunft, die die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und nicht die Vernichtung von Gesundheit auf ihre Fahnen geschrieben hat. Damit tun sich Fragen auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Wer garantiert die Einhaltung dieser Vorsichtsma\u00dfnahmen?<\/li>\n<li>Die \u201cfreiwillige Selbstkontrolle\u201d der \u00c4rzte?<\/li>\n<li>\u00dcberwachungsbeh\u00f6rden, die keinen Einblick haben, wer wie viele R\u00f6ntgenbilder produziert?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schon 1994 wurden bis zu 500 Millionen R\u00f6ntgenaufnahmen pro Jahr in Deutschland gemacht. So kamen die Gutachter zu dem Schluss, dass nicht nur \u00fcberm\u00e4\u00dfig viele Aufnahmen gemacht wurden, sondern dass mit der Masse auch weniger Klasse produziert wurde. Die Aufnahmen waren gr\u00f6\u00dftenteils schlecht. <strong>Ein weiterer Aspekt in der t\u00e4glichen medizinischen Praxis war seinerzeit, dass nur jeder 20. R\u00f6ntgenarzt nach den damals geltenden Vorschriften ausgebildet war.<\/strong> Und die Fragen zur Sch\u00e4dlichkeit bzw. Unbedenklichkeit von Strahlung und deren Dosen waren nur akademisch und f\u00fcr die Praxis ohne Relevanz, da teilweise auch nur spekulativ.<\/p>\n<p>Als weiterer Punkt kam noch dazu, dass die Hersteller von R\u00f6ntgenfilmen sich weigerten, eine verl\u00e4sslichere Aufnahmetechnik zur Verf\u00fcgung zu stellen und die Qualit\u00e4t der Filme zu verbessern. Dieser Ma\u00dfnahmenkomplex alleine in Verbindung mit einer besseren \u00dcberwachung, so vermutete man damals, h\u00e4tte die Strahlenbelastung um fast 90 Prozent senken k\u00f6nnen, und das damit verbundene Krebsrisiko.<\/p>\n<p>Die Liste der M\u00e4ngel im Bereich der R\u00f6ntgendiagnostik war ellenlang. Die Spezialisten bem\u00e4ngelten fehlendes Fachwissen bei den \u00c4rzten, die in Aufnahmen resultierten, von denen nur etwa 25 Prozent ohne Fehl und Tadel waren. In 30 Prozent der F\u00e4lle wurden Magenaufnahmen im Stil von Conrad R\u00f6ntgen gemacht, also mit Megadosen an Strahlung f\u00fcr den untersuchten Patienten. Naja, und wenn die Aufnahme nicht so gut geworden ist, dann wird sie einfach wiederholt, geradeso als wenn es sich um eine Fotoserie aus dem Urlaubsalbum handelt. Begr\u00fcndet wird dies dann oft mit der unausweichlichen Notwendigkeit f\u00fcr eine genaue Abkl\u00e4rung einer m\u00f6glicherweise lebensbedrohlichen Erkrankung.<\/p>\n<p>Aber auch diese \u201cAusrede\u201d scheint fragw\u00fcrdig. Denn laut Statistik von 2008 wurden in Deutschland 850.000 Koronarangiografien durchgef\u00fchrt, die 540.000 (64 Prozent) mal keinerlei therapeutische Konsequenz nach sich zogen. Man kann sich also leicht vorstellen, dass R\u00f6ntgenaufnahmen bei weniger dramatischen Erkrankungen wie in den Herzkranzgef\u00e4\u00dfen vielleicht eine noch h\u00f6here Aufnahmerate haben, ohne dass es zu den geforderten therapeutischen Konsequenzen kommt.<\/p>\n<h2><strong>Warum scheinen\u00a0\u00c4rzte von einer Art &#8222;R\u00f6ntgentollwut&#8220; befallen zu sein?<\/strong><\/h2>\n<p>Wer eine Anlage kauft, der macht sich Gedanken, wie er die Kosten und Unterhaltskosten f\u00fcr die Maschine wieder hereinbekommt. Das Ger\u00e4t muss sich \u201camortisieren\u201d. Es muss Geld machen. Somit wird der Patient im Zweifelsfalle f\u00fcr einen R\u00f6ntgengang verdammt. Und die medizinisch ethische Ideologie vom Diagnostizieren und Therapieren \u00fcberdeckt die unbarmherzige Realit\u00e4t von der Notwendigkeit wirtschaftlichen Denkens in der Medizin. Denn auch ein R\u00f6ntgenger\u00e4t ist in erster Linie eine Geldbeschaffungsma\u00dfnahme und keine karitative Veranstaltung. Und genau aus diesen Gr\u00fcnden werden zus\u00e4tzliche Kosten vermieden. Man spricht dann von \u201cUnkosten\u201d. Denn wenn sich ein Ger\u00e4t noch nicht amortisiert hat, dann sind aus rein wirtschaftlichen Gr\u00fcnden Modernisierungsma\u00dfnahmen nicht machbar. Schon 1994 waren 40 Prozent der Uralt-Modelle in Praxen und den \u201cGesundheits\u201d\u00e4mtern zu finden. Die Kliniken hatten immerhin noch zu 17 Prozent veraltete Modelle in der Verwendung.<\/p>\n<h2><strong>Die Problematik \u201cungef\u00e4hrlicher\u201d Strahlung<\/strong><\/h2>\n<p>Bestimmte Strahlungen\u00a0sind f\u00fcr das menschliche Auge nicht sichtbar.\u00a0R\u00f6ntgenstrahlung tut nicht unmittelbar weh. Sie schmeckt nicht schlecht, riecht nicht \u00fcbel und ist f\u00fcr den Otto-Normalverbraucher gar nicht da, auch wenn sie da ist. Kann etwas so unauff\u00e4lliges denn gr\u00f6\u00dferen Schaden anrichten?<\/p>\n<p>Die Antwort ist \u201cJA\u201d, es kann! Nicht nur die Atombomben von Hiroshima, das Reaktorungl\u00fcck von Tschernobyl etc. haben gezeigt, mit welcher Heimt\u00fccke unsichtbare Strahlung Menschen in nur wenigen Wochen zum Tode bef\u00f6rdert hat. Nat\u00fcrlich handelte es sich hier um mehr als nur die beim Arzt verwendete R\u00f6ntgenstrahlung. Und die Intensit\u00e4t ist ungleich\u00a0sehr viel\u00a0h\u00f6her.<\/p>\n<p>Aber solch \u00fcbertriebene Darstellung verdeutlicht das Prinzip: Strahlung ist gef\u00e4hrlich. Dies h\u00e4ngt von der Art der Strahlung und deren Intensit\u00e4t ab. Auch hier ist die Dosis die bestimmende Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Sch\u00e4digung oder Unbedenklichkeit. Ein direkter Nutzen der R\u00f6ntgenstrahlung, au\u00dfer in der Diagnostik und der Tumorbehandlung mit Strahlen, ist nicht bekannt. Damit stehen alle Zeichen auf Verharmlosung: So h\u00f6rt man immer und immer wieder, dass das mit der R\u00f6ntgenstrahlung gar nicht so f\u00fcrchterlich sei, wie man vielleicht annehmen k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich w\u00e4re eine R\u00f6ntgenaufnahme nicht schlimmer als die Strahlung, die der Patient beim letzten Flug in den Urlaub nach Thailand im Flieger abbekommen h\u00e4tte. Oder die Mammographie entspr\u00e4che im Wesentlichen der Strahlung bei einem Ausflug ins Hochgebirge.<\/p>\n<p><strong>Stimmt das etwa nicht? <\/strong><\/p>\n<p>Doch, es stimmt! Es stimmt aber nur dann, wenn der Patient in der Lage ist, in den n\u00e4chsten wenigen Minuten fast 200-mal in Urlaub zu fliegen und die Frau drei Jahre Hochgebirgsurlaub macht. Denn das Herabspielen und Verharmlosen dieser Strahlung ist mit ein Grund, warum es schon 1994 \u00fcber 16.000 strahlungsbedingte Krebstote gab. Und es ist eine Garantie, dass das so bleiben wird, da man ja irrt\u00fcmlicherweise glaubt, dass es sich bei dieser Strahlung um Urlaub und Ausflug handelt. Wer so unbesorgt mit der Strahlung umgeht, wird sich auch wenig Gedanken machen \u00fcber die Menge an Strahlen, die dem Patienten zugemutet wird.<\/p>\n<p>Diese Tatsache kommt besonders gut zum Ausdruck in einer Studie einer Arbeitsgruppe f\u00fcr Strahlenschutz, die Dosismeter an eine Reihe von deutschen und europ\u00e4ischen Kliniken schickte. Diese kleinen Messger\u00e4te wurden den Patienten w\u00e4hrend des R\u00f6ntgenvorgangs auf der Haut befestigt. Bei den R\u00f6ntgenaufnahmen handelte es sich um routinem\u00e4\u00dfige R\u00f6ntgenbilder. Ergebnis dieser Untersuchung war, dass bei Abbildungen der Wirbels\u00e4ule die h\u00f6chste Strahlendosis 60-mal h\u00f6her war als die Niedrigste. Es gab Kliniken, wo die Schwankungen in der Strahlungsdosierung relativ eng begrenzt ausfielen. Andere Kliniken muteten ihren Patienten f\u00fcr die gleichen Untersuchungen eine 10-fache Dosis zu, wobei es bei den eigenen Patienten auch zu einer Schwankung der Strahlendosis um den Faktor 10 kam. <strong>Und es scheint ein weitverbreitetes Missverst\u00e4ndnis zu sein, dass die Strahlenmenge einen Einfluss auf die Bildqualit\u00e4t hat. <\/strong><\/p>\n<p>Aber eine hohe Strahlendosis ist kein Garant f\u00fcr eine hohe Aufnahmequalit\u00e4t. Das einzige Trostpflaster, was uns diese Studie auf den Weg mitgeben kann, ist die Tatsache, dass nicht nur in Deutschland diese Schwankungen zu verzeichnen sind. In diesem Aspekt ist sich Europa einig.<\/p>\n<h2><strong>R\u00f6ntgen heute<\/strong><\/h2>\n<p>Wurden laut Statistik 1994 etwa 500 Millionen R\u00f6ntgenaufnahmen gemacht, so sind es 2010 nur noch 140 Millionen. Das sieht nach einem Lernprozess aus, der hier eingesetzt zu haben scheint. Aber dennoch schreibt z.B. die \u201cWelt online\u201d, dass wir in Sachen R\u00f6ntgen \u201ceinsame Spitze\u201d sind. Weltmeister allerdings sind die Japaner mit nur knappem Vorsprung vor R\u00f6ntgen-Vizeweltmeister Deutschland. <strong>Erstmals sind auch Strahlenwerte zu vernehmen: <\/strong>Im Mittel erh\u00e4lt jeder Deutsche jedes Jahr eine Dosis von 2 mSv (Milli-Sievert). Deutlich abgeschlagen landen auf Platz 3 und 4 Frankreich und die Schweiz. Man kann erfahren, dass dort nur halb so viel ger\u00f6ntgt wird wie in Deutschland. In England kommt man mit nur einem Siebtel der Strahlenbelastung aus.<\/p>\n<p>Aber wie kann man sich eine seit 1994 praktisch gleich hoch gebliebene Strahlungsbelastung erkl\u00e4ren, konnte man doch einen deutlichen Abfall der R\u00f6ntgenmenge verzeichnen, von 500 Millionen auf 140 Millionen? Die Antwort k\u00f6nnte so aussehen: Im Laufe der Zeit hat sich die R\u00f6ntgendiagnostik entwickelt, so dass das alte Standardverfahren h\u00e4ufig durch neue, leistungsf\u00e4higere Verfahren, wie die Computertomographie (CT) ersetzt wird. CTs zeigen eine deutlich h\u00f6here Strahlungsbelastung als die normalen R\u00f6ntgenger\u00e4te. Hier einmal ein paar Vergleichswerte:<\/p>\n<p><strong>Effektive Strahlendosis einiger R\u00f6ntgenuntersuchungen:<\/strong><\/p>\n<p>Extremit\u00e4ten: 0,01 mSv<br \/>\nBrustkorb: 0,02 mSv<br \/>\nHalswirbels\u00e4ule: 0,1mSv<br \/>\nBrustwirbels\u00e4ule 1 mSv<br \/>\nLendenwirbels\u00e4ule: 2,4 mSv<br \/>\nSch\u00e4del: 0,1 mSv<br \/>\nCT Sch\u00e4del: 2,0 mSv<br \/>\nCT Brust: 11 mSv<br \/>\nCT Bauchraum: 8 mSv<\/p>\n<p>Die nat\u00fcrliche Strahlung, der jeder ausgesetzt ist, betr\u00e4gt pro Jahr 2 mSv.<\/p>\n<blockquote><p>Anmerkung: Eine sehr gute Vergleichs-\u00dcbersicht bez\u00fcglich der Strahlendosen hat die S\u00fcddeutsche Zeitung in mehreren Grafiken veranschaulicht: http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/radioaktive-strahlung-vom-roentgen-bis-zum-super-gau-1.1081825-2<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus diesen Zahlen l\u00e4sst sich sch\u00f6n erkennen, dass CT-Untersuchungen 10 bis 20-fach h\u00f6here Strahlungsdosen abgeben als die konventionellen R\u00f6ntgenuntersuchungen. Sie zeigen auch, dass eine Sch\u00e4del CT z.B. die nat\u00fcrliche Strahlungsdosis schlagartig verdoppelt.<\/p>\n<p>Damit scheint sich die weiter oben gestellte Frage so langsam zu beantworten: Es ist der Zuwachs an CT-Untersuchungen. Seit 1996 hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt. Laut Statistik wurden damals 0,06 Untersuchungen pro Einwohner unternommen. Heute sind es mehr als 0,12. CT-Untersuchungen tragen zu 60 Prozent an der gesamten medizinischen Strahlenbelastung bei. Dies ist umso bemerkenswerter, betr\u00e4gt ihr Anteil an der radiologischen Diagnostik weniger als 10 Prozent. Die Abnahme aller R\u00f6ntgenuntersuchungen von 1,8 auf 1,6 pro Einwohner pro Jahr war zwar signifikant, aber nicht ausreichend, auch die gesamte Strahlenbelastung nach unten zu beeinflussen.<\/p>\n<p><strong>Diese Zahlen sind umso erstaunlicher, da ein anderes diagnostisches Verfahren, die Magnetresonanz-Tomografie (MRT), sich im gleichen Zeitraum verdreifacht hat. <\/strong>Aber auch diese Verdreifachung hatte keinen Einfluss auf die Strahlenbelastung. Kein Wunder wenn sich die Experten wundern, warum immer noch zuviel ger\u00f6ntgt wird. Sonographie und MRT sind Alternativen, die immer noch nicht genug ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Wenn man sich diese Zahlen genauer anschaut, taucht ein scheinbarer Widerspruch auf. Die Abnahme von 500 Millionen auf 140 Millionen R\u00f6ntgenaufnahmen korrespondiert auf den ersten Blick nicht mit der Abnahme von 1,8 auf 1,6 R\u00f6ntgenuntersuchungen pro Einwohner pro Jahr. Vorausgesetzt, dass diese Zahlen stimmen, kann dies nur bedeuten, dass nicht nur die R\u00f6ntgenuntersuchungen abgenommen haben, sondern dass auch die Anzahl der R\u00f6ntgenaufnahmen pro Untersuchung abgenommen hat. Beides sind begr\u00fc\u00dfenswerte Tendenzen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2><strong>Strahlendosis &#8211; darf es etwas mehr sein?<\/strong><\/h2>\n<p>Die durchschnittliche j\u00e4hrliche Gesamtbelastung betr\u00e4gt also etwa 2 mSv. Durch eine R\u00f6ntgenuntersuchung, je nach Untersuchungsmethode und K\u00f6rperteil, kann sich diese Dosis verdoppeln. Damit ist man immer noch weit entfernt von Strahlungssch\u00e4den. Die treten auf bei 200 mSv pro Stunde f\u00fcr die Dauer von 5 Stunden, also 1 Sv gesamt. Dann treten die ersten Symptome einer Strahlenkrankheit auf.<\/p>\n<p>In Deutschland werden bei Belastungen von 100 mSv pro Woche Evakuierungsma\u00dfnahmen eingeleitet. Personen, die aufgrund beruflicher T\u00e4tigkeiten Strahlungen ausgesetzt sind, d\u00fcrfen nicht mehr als 20 mSv pro Jahr erhalten. Ein ungeborenes Kind darf nicht mehr als 1 mSv erhalten. Da bleibt die Frage, ab wann die Strahlung dann f\u00fcr das Auftreten von Krebserkrankungen verantwortlich ist? Verbindliche Grenzwerte gibt es hier nicht. Jeder wird zudem eine individuelle Toleranzgrenze haben.<\/p>\n<p><strong>Grob \u00fcber den Daumen gepeilt l\u00e4sst sich festhalten: Je h\u00f6her die Strahlungsdosis, desto gr\u00f6\u00dfer die Gefahr einer strahlungsbedingten Krebserkrankung.<\/strong> Von daher ist es nur logisch, die medizinisch bedingte Strahlung auf ein Minimum zu reduzieren &#8211; oder?<\/p>\n<h2><strong>Was sollten Patienten also tun?<\/strong><\/h2>\n<p>1. Erkundigen Sie sich wie alt das jeweilige Ger\u00e4t bei Ihrem Arzt oder in der Klinik ist.<\/p>\n<p>2. Lassen Sie nicht bei jedem Arzt wegen der gleichen Beschwerden eine Aufnahme machen. Nehmen Sie stattdessen vorhandene Bilder mit, ebenso die Befunde.<\/p>\n<p>3. Ein CT (Computertomograph) arbeitet mit R\u00f6ntgenstrahlung, ein MRT (Magnetresonanztomograph, auch Kernspin genannt) arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen. Vor allem die Anwendung eines CTs bei Krebspatienten halte ich f\u00fcr bedenklich. Diese sollten auf jeden Fall auf ein MRT bestehen.<\/p>\n<p>4. Es ist die Frage zu stellen, ob man \u00fcberhaupt so viele R\u00f6ntgenbilder ben\u00f6tigt. Ein Professor erkl\u00e4rt mir in der Ausbildung einmal: &#8222;85% aller Diagnosen k\u00f6nnten bereits gestellt werden, wenn man den Patienten richtig befragen und mit den H\u00e4nden untersuchen w\u00fcrde.&#8220; Leider ist dies in den meisten Praxen heutzutage leider nicht mehr der Fall. Fairerweise muss ich auch sagen: es wird von den Kassen auch nicht wirklich honoriert. R\u00f6ntgenbilder werden da schon besser verg\u00fctet &#8211; also wird erst mal ein Bild gemacht.<\/p>\n<p>5. Eine L\u00f6sung k\u00f6nnte sein, wie es in anderen L\u00e4ndern auch \u00fcblich ist: R\u00f6ntgen, CT und MRT werden nur in entsprechenden Zentren von einem Radiologen ausgef\u00fchrt. Dies wird allerdings auf erbitterten Widerstand der \u00c4rzte sto\u00dfen, die solche Ger\u00e4te in der Praxis haben. Und den Herstellern der Ger\u00e4te wird dies auch nicht gefallen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>http:\/\/www.bfs.de\/de\/bfs\/presse\/pr10\/pr1210.html<\/p>\n<p>http:\/\/www.bfs.de\/de\/bfs\/druck\/uus\/JB08Zusammenfassung.pdf<\/p>\n<p>http:\/\/www.welt.de\/print-welt\/article271051\/Wird_in_Deutschland_zu_viel_geroentgt.html<\/p>\n<p>http:\/\/www.apotheken-umschau.de\/Diagnostik-Therapie\/Wird-in-Deutschland-zu-viel-geroentgt-74369.html<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: pixabay.com &#8211; Taokinesis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1994 brachte das Focus Magazin einen Artikel, in dem das R\u00f6ntgen-Gebaren der Mediziner unter die Lupe genommen wurde. 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