{"id":751,"date":"2011-02-14T15:49:33","date_gmt":"2011-02-14T13:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=751"},"modified":"2025-10-22T09:40:08","modified_gmt":"2025-10-22T07:40:08","slug":"us-massenmedien-und-krebs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/us-massenmedien-und-krebs\/","title":{"rendered":"US-Massenmedien und Krebs &#8211; Nebeneinander von Risiko-Verharmlosung und Schweigen \u00fcber palliative Angebote"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Krebs.htm\">Krebserkrankungen<\/a> geh\u00f6ren zu den Erkrankungen, die h\u00e4ufig auftreten, oft t\u00f6dlich enden, meist mit intensiven Schmerzen einhergehen und deren Therapie mit <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Chemonach.htm\">Zytostatika<\/a> nebenwirkungsreich und oft auch unwirksam ist. <strong>So sterben immer noch ca. 50 Prozent aller Krebskranken, und das, obwohl die medizinische Wissenschaft nicht aufh\u00f6rt, sieben-Meilen-Spr\u00fcnge-Erfolge in ihrem Fortschritt im \u201eKampf gegen den Krebs\u201c zu feiern.<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Szenario ist nat\u00fcrlich ein permanentes Thema in den einschl\u00e4gigen Massenmedien. Damit ist es interessant, der Frage nachzugehen, was diese Massenmedien zu sagen haben zu einem Thema, bei dem es soviel medizinischen Fortschritt zu geben scheint, der sich aber irgendwie in der Praxis noch nicht so recht durchsetzen kann.<\/p>\n<p><strong>In den USA ist man genau dieser Frage einmal nachgegangen.<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\nEine Forschergruppe von der Universit\u00e4t von Pennsylvania f\u00fchrte eine gro\u00dfe Analyse von Krebsberichterstattungen durch, die in acht gro\u00dfen und renommierten Tageszeitungen (z.B. New York Times, Chicago Tribune oder Philadelphia Inquirer) und f\u00fcnf bundesweiten Magazinen (z.B. Newsweek, Time und People) in dem Zeitraum von 2005 bis 2007 publiziert worden sind. Es fanden sich 2.228 Artikel, von denen 436 Artikel zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt und dann inhaltlich analysiert wurden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie so etwas interessiert, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter<br \/>\n&#8222;Hoffnung bei Krebs&#8220; dazu an:<\/strong><\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1Ki\" data-webform-id=\"pL1Ki\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich kurz zusammenfassen: <\/strong><\/p>\n<p>1. Mehr als 32 Prozent der Artikel schrieben \u00fcber eine erfolgreiche Behandlung von mindestens einem Patienten. Nur 7,6 Prozent schrieben \u00fcber Patienten, die krankheitsbedingt kurz vor dem Tod standen. Eine ausgewogene Berichterstattung \u00fcber positive und negative Behandlungsergebnisse fand nur in 2,2 Prozent der F\u00e4lle statt. <strong>Fokus der Berichterstattung waren meist positive Behandlungsergebnisse in Verbindung mit aggressiven Behandlungsmethoden.<\/strong> Palliativmedizinische (das Leiden lindernde) Behandlung und Sterberisiko waren deutlich unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>2. Schaut man sich die Mortalit\u00e4t der Krebspatienten an, die in den ver\u00f6ffentlichten Massenmedienartikeln angegeben wird, dann sterben diesen zufolge nur 21,3 Prozent, w\u00e4hrend 78,7 Prozent die Krankheit erfolgreich \u00fcberleben. Die Realit\u00e4t diktiert indes ganz andere Zahlen: Die Rate der \u00dcberlebenden liegt bei gerade mal 50 Prozent.<\/p>\n<p>3. Die aggressiven Formen der Krebstherapie stehen im Vordergrund der Berichterstattung (75 Prozent). Dabei gaben nur 13,1 Prozent der Artikel zu, dass diese Formen der Behandlung t\u00f6dlich enden k\u00f6nnen. Noch weniger Artikel behandelten das Thema Behandlung und Versorgung am Lebensende (zwei Artikel), und 2,5 Prozent berichteten auch \u00fcber palliative Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>4. Nur 30 Prozent der Artikel erw\u00e4hnt, dass die aggressiven Therapieformen auch Nebenwirkungen haben k\u00f6nnen bzw. meist haben.<\/p>\n<p><strong>Bei einer solch optimistischen \u201eKriegsberichterstattung im Kampf gegen den Krebs\u201c muss der uninformierte Leser den Eindruck gewinnen, dass die medizinische Armee in ihren K\u00e4mpfen einen Sieg nach dem anderen erringt, und dass Krebs bald so leicht zu heilen sein wird wie &#8222;Husten, Schnupfen und Heiserkeit&#8220;. <\/strong><\/p>\n<p>Eine solche Einstellung bzw. Fehleinsch\u00e4tzung verhindert auch, dass man sich \u00fcber prophylaktische Ma\u00dfnahmen kundig macht, weil ja die Behandlung ein Kinderspiel zu sein scheint. Auch die Menschen, die eine hochwertige Palliativversorgung ben\u00f6tigen, werden durch diese Medien nur unzureichend informiert, weil diese sich anscheinend scheut, in Sachen Krebs Ross und Reiter zu nennen.<\/p>\n<p><strong>Eine positive Einstellung, auch im Krankheitsfall, ist nur dann eine gute Angelegenheit, wenn der Bezug mit der Realit\u00e4t bewahrt bleibt.<\/strong> Positives Scheuklappen-Denken f\u00fchrt zu gef\u00e4hrlichen Fehleinsch\u00e4tzungen, die in der Realit\u00e4t negativ enden. Wer Krebs den Status einer leicht behandelbaren Verstimmung gibt, der denkt vielleicht positiv, wird aber bald mit den negativen Gegebenheiten der Realit\u00e4t kollidieren.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Untersuchung wie die aus Pennsylvania w\u00e4re auch f\u00fcr die bundesdeutschen Massenmedien w\u00fcnschenswert. Krebs, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Demenz.htm\">Demenz<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Diabetes.htm\">Diabetes<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Hypertonie.htm\">Bluthochdruck<\/a> und andere Erkrankungen, die die Schulmedizin nicht in den Griff bekommt, tauchen in den Medien auch in unserem Land immer und immer wieder auf. Beim ersten Hinsehen scheint es kaum Unterschiede zur amerikanischen Studie zu geben. <strong>Auch hier gewinnt der Leser oder Zuschauer den Eindruck, dass diese Krankheiten aufgrund der modernen Medizin keinerlei Probleme darstellen. <\/strong><\/p>\n<p>Anstelle dessen werden dem Leser andere Probleme pr\u00e4sentiert, die man getrost in den Bereich der M\u00e4rchenwelt verbannen kann: Mythen \u00fcber Kostenexplosionen im Gesundheitswesen etc. vernebeln die wahre Sicht der Dinge. Denn wenn es wirklich eine Kostenexplosion gibt, dann r\u00fchrt das vielleicht daher, dass die moderne Medizin so viele behandlungsbed\u00fcrftige Diabetiker, Hypertoniker, Krebskranke usw. zul\u00e4sst, deren Therapie und Medikation \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume die Krankenkassen belasten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie so etwas interessiert, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter<br \/>\n&#8222;Hoffnung bei Krebs&#8220; dazu an:<\/strong><\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1Ki\" data-webform-id=\"pL1Ki\"><\/script><\/p>\n<p>Beitragsbild: 123rf.com &#8211; Kateryna-Kon<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krebserkrankungen geh\u00f6ren zu den Erkrankungen, die h\u00e4ufig auftreten, oft t\u00f6dlich enden, meist mit intensiven Schmerzen einhergehen und deren Therapie mit Zytostatika nebenwirkungsreich und oft auch unwirksam ist. So sterben immer noch ca. 50 Prozent aller Krebskranken, und das, obwohl die medizinische Wissenschaft nicht aufh\u00f6rt, sieben-Meilen-Spr\u00fcnge-Erfolge in ihrem Fortschritt im \u201eKampf gegen den Krebs\u201c zu feiern. 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