{"id":579,"date":"2024-04-18T10:05:24","date_gmt":"2024-04-18T08:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=579"},"modified":"2024-05-06T19:01:07","modified_gmt":"2024-05-06T17:01:07","slug":"medikamente-nebenwirkung-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/medikamente-nebenwirkung-tod\/","title":{"rendered":"Medikamente &#8211; Nebenwirkung Tod"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland ist doch Weltmeister. Nein \u2013 nicht im Fu\u00dfball, daf\u00fcr aber im Pillenschlucken. Kein Volk der Welt greift so oft zu Medikamenten wie die Deutschen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass jedes Jahr ca. 58.000 Deutsche an den Folgen von Medikamentennebenwirkungen versterben &#8211; wie zum Beispiel Prof. Fr\u00f6hlich annimmt.<\/p>\n<p>Aber es scheint keinen zu interessieren. Stattdessen diskutierten wir zum Beispiel im September 2017 \u00fcber Dieselautos, was mich zu folgender Grafik\/Frage veranlasste:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2451\" src=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Diesel-Medikamente-510px.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Diesel-Medikamente-510px.jpg 510w, https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Diesel-Medikamente-510px-300x230.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dieselautos sollen also verboten werden, weil die Abgase gesundheitssch\u00e4dlich sind&#8230; &#8211; w\u00e4hrend es weiter hingenommen wird, dass wir 58.000 Tote durch Arzneimittel-Nebenwirkungen jedes Jahr haben?<\/p>\n<p>In den USA sterben j\u00e4hrlich \u00fcber 100.000 Menschen an Medikamenten. Der US-Soziologe David D. Phillips wertete 50 Millionen Totenscheine aus und kam zu dem Ergebnis, dass zwischen 1983 und 2014 die Zahl der durch Medikamente ums Leben Gekommenen um 360 % gestiegen sei. Diese Angaben beziehen sich auf die Einnahme nur eines Medikamentes. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln (auch Drogen und Alkohol) k\u00f6nnen hier also keine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die Erkenntnis ist gar nicht so neu. Eine Metastudie aus 1998 \u00fcber 39 Einzelarbeiten beziffert die Zahl der durch Medikationen verstorbenen Patienten ebenfalls auf \u00fcber 100.000 (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/9555760\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Incidence of adverse drug reactions in hospitalized patients: a meta-analysis of prospective studies<\/a>). Da die Metastudie nur Krankenhauspatienten ber\u00fccksichtigt, d\u00fcrfte das wahre Ausma\u00df noch viel gr\u00f6\u00dfer sein. Wie viele Kranke sterben wohl daheim, weil sie die Medikamente nicht vertragen?<\/p>\n<p>Abgesehen von der Dunkelziffer ist auf jeden Fall eine steigende Tendenz erkennbar. Die US-amerikanische (Food and Drug Administration) registrierte 2006 noch 37.309 Todesf\u00e4lle nach Medikamenteneinnahme. 2014 belief sich diese Fallzahl schon auf 123.927 (<a href=\"https:\/\/www.fda.gov\/drugs\/questions-and-answers-fdas-adverse-event-reporting-system-faers\/faers-reporting-patient-outcomes-year\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FAERS Reporting by Patient Outcomes by Year<\/a>). Hochrechnungen kritischer \u00c4rzte gehen sogar von fast 900.000 Todesf\u00e4llen j\u00e4hrlich in den USA durch Medikamente aus.<\/p>\n<p>Dabei schlug schon 2001 eine Studie aus den Niederlanden Alarm. In dem Jahr z\u00e4hlten die Autoren in ihrem Land 12.249 Krankenhausaufenthalte, die auf Medikamenten-Nebenwirkungen zur\u00fcckzuf\u00fchren waren. Insgesamt waren das 1,83 % aller Hospitalisierungen. Bei 734 der Patienten geriet die Medikamenten-Wirkung zur Todesursache (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/16454543\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adverse drug reaction-related hospitalisations: a nationwide study in The Netherlands<\/a>).<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich erst einmal ziemlich unglaublich an.<\/p>\n<h2>T\u00f6dliche Pillen<\/h2>\n<p>Eine eindrucksvolle Reportage des SWR &#8222;Die Gesundheitsfalle &#8211; T\u00f6dliche Pillen&#8220; zeigt dazu erschreckende Beispiele. Diese Reportage finden Sie noch auf einigen Videoportalen. Wenn das Video (wieder einmal) gel\u00f6scht worden sein sollte: Geben Sie dazu einfach mal &#8222;SWR &#8222;Die Gesundheitsfalle &#8211; T\u00f6dliche Pillen&#8220; z.B. in Youtube ein.<\/p>\n<p>Laut Prof. Fr\u00f6hlich von der Universit\u00e4t Hannover sind die 58.000 Toten durch Medikamenten-Nebenwirkungen aber nur die <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/medikamenten-skandale.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spitze des Eisbergs<\/a>. Er vermutet, dass die Zahl der Todesf\u00e4lle noch weitaus h\u00f6her liegt.<\/p>\n<p>Diese F\u00e4lle werden aber entweder nicht als <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/\">Todesursache durch Medikamenten-Nebenwirkung<\/a> erkannt oder sie werden \u201eumetikettiert\u201c in eine andere Todesursache. Dabei wurde noch nicht von den Betroffenen gesprochen, die durch medikament\u00f6se Nebenwirkungen Dauersch\u00e4den erleiden.<\/p>\n<p>Prof. Fr\u00f6hlich erkl\u00e4rt, dass 10 Prozent der Krankenhausliegezeit, 5 Prozent aller Krankenhausaufnahmen und 15 Prozent der Krankenhausaufnahmen von \u00e4lteren Patienten bedingt sind durch unerw\u00fcnschte Arzneimittelwirkungen. Damit sind diese Nebenwirkungen die am h\u00e4ufigsten auftretende Erkrankung, noch vor <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Krebs<\/a>,\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/herzkrankheiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Herzkrankheiten<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/kreislauferkrankungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kreislauferkrankungen<\/a>. Man k\u00f6nnte auch sagen, dass wir uns krank therapieren, zumindest aus medikament\u00f6ser Sicht.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Psychopharmaka&#8230;<\/h2>\n<p>Am einfachsten ist in diesem Zusammenhang die Verschreibung von Psychopharmaka. Die Diagnosen sind oft unsicher und f\u00f6rdern so die Medikationen. In den USA ist der Missbrauch von Ritalin zu einem regelrechten Skandal geworden. Der psychotrope Wirkstoff soll eigentlich aufputschen, wirkt aber bei Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/hyperaktivitaet-ads-adhs\/\">ADS\/ADHS<\/a> paradox. Daher wird Ritalin zur Beruhigung bei den angeblich hyperaktiven Kindern eingesetzt.<\/p>\n<p>In den USA soll bereits jedes siebte Kind unter dem Einfluss des Medikamentes stehen. Die Langzeitfolgen k\u00f6nnen Diabetes sein, aber auch Suizid-Gedanken sind nicht selten. Neben Ritalin vertreibt der Konzern auch das sehr \u00e4hnliche <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/adhs-strattera\/\">Pr\u00e4parat Strattera<\/a>. Wirkung und Nebenwirkung sind denen von Ritalin sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Auf die t\u00f6dlichen Risiken der Psychopharmaka weist auch der d\u00e4nische Arzt, Biologe und Chemiker Peter Christian G\u00f8tzsche hin. Der Mitbegr\u00fcnder des internationalen Mediziner-Netzwerks \u201eCochrane Collaboration\u201c wurde 2018 aus seiner \u201eeigenen\u201c Organisation ausgeschlossen, und zwar wegen fortgesetzten \u201eschlechten Benehmens\u201c. Das Danebenbenehmen bestand darin, dass er die totale Kommerzialisierung von Big Pharma kritisierte. Vier weitere Mitglieder aus leitenden Gremien der Cochrane Collaboration traten aus Protest zur\u00fcck. Zwei Mitarbeiter der Chefetage wurden aus \u201eParit\u00e4tsgr\u00fcnden\u201c degradiert. Hatten die sich auch schlecht benommen?<\/p>\n<p>Aber das nur nebenbei. Solche Skandale sind ja keine Argumente, aber die Fakten sprechen f\u00fcr sich. In seinem Buch \u201eT\u00f6dliche Medikamente und organisierte Kriminalit\u00e4t \u201eWie Big Pharma das Gesundheitswesen korrumpiert hat\u201c (Radcliffe Publishing 2013) stellt G\u00f8tzsche Unglaubliches fest: Psychopharmaka sind die dritth\u00e4ufigste Todesursache. In den USA gehen Sch\u00e4tzungen dahin, die teils wirkungsschwachen Medikamente auf Platz Vier dieser Rangliste zu stellen (Death By Prescription). Der Wissenschaftler glaubt, dass in den USA pro Jahr \u00fcber 200.000 Menschen an den Folgen einer Medikation mit Benzodiazepinen (z.B. Valium), Neuroleptika und Antidepressiva sterben.<\/p>\n<h2>Neuroleptika<\/h2>\n<p>Dieselbe Verschreibungswut haben US-\u00c4rzte bei den Neuroleptika in Gang gesetzt. Die massenhaften Verschreibungen geschehen oft nach oberfl\u00e4chlichen Diagnosen, sodass viele Patienten mit angeblicher Psychose die Medikamente v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig schlucken. Und noch schlimmer wird es bei <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/neuroleptika-fuer-kinder\/\">Neuroleptika f\u00fcr Kinder<\/a>.<\/p>\n<p>Sogar junge Patienten k\u00f6nnen an Herzrhythmus-St\u00f6rungen sterben, wenn sie Neuroleptika nehmen. Besonders hoch scheint das Risiko dann zu sein, wenn die Medikamente abgesetzt werden. Offensichtlich erleben die Kranken daraufhin einen regelrechten Entzug, wie dies G\u00f8tzsche in einem Buch darstellt: \u201eMental Health Survival Kit and Withdrawal from Psychiatric Drugs: A User&#8217;s Guide\u201c (Institute for Scientific Freedom 2021).<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Antidepressiva<\/h2>\n<p>Viele Antidepressiva wirken auch sedierend und k\u00f6nnen den Blutdruck senken. Hinzu kommen k\u00f6nnen Verwirrtheitszust\u00e4nde und Gleichgewichtsst\u00f6rungen, in deren Folge das Sturz-Risiko steigt. Betroffen davon sind besonders \u00e4ltere Patienten (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/9744971\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antidepressants and the risk of falls among nursing home residents<\/a>). Viele der Senioren erleiden beim Hinfallen einen Oberschenkelhalsbruch, der bei Antidepressiva-Einnahme wahrscheinlicher ist (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/12835289\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Exposure to tricyclic and selective serotonin reuptake inhibitor antidepressants and the risk of hip fracture<\/a>). Oft erholen sich \u00e4ltere Menschen von dem Schlag nicht mehr.<\/p>\n<p>Die Mortalit\u00e4t unter einer Antidepressiva-Medikation steigt auf 50 % bis 65 %, wenn die Mittel mit einem Antipsychotikum kombiniert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metastudie \u00fcber 244 einzelne wissenschaftliche Abhandlungen zu der Frage (<a href=\"https:\/\/bmjopen.bmj.com\/content\/4\/7\/e005535\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Differences in reporting serious adverse events in industry sponsored clinical trial registries and journal articles on antidepressant and antipsychotic drugs: a cross-sectional study<\/a>). Antipsychotika gegen Demenz-Symptome sind ebenfalls mit einem erh\u00f6hten Sterberisiko verbunden. Das betrifft die Pr\u00e4parate Aripiprazol, Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon und Ziprasidon (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/16234500\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Risk of death with atypical antipsychotic drug treatment for dementia: meta-analysis of randomized placebo-controlled trials<\/a>).<\/p>\n<p>\u00c4rzte vermuteten schon l\u00e4nger, dass das Antidepressivum Sertralin die Selbstmordgefahr bei Patienten erh\u00f6hen k\u00f6nnte. Eine Pfizer-Studie, die dies \u00fcberpr\u00fcfen sollte, kam zu dem Ergebnis, dies sei nicht der Fall (<a href=\"https:\/\/europepmc.org\/article\/MED\/19552866\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A pooled analysis of suicidality in double-blind, placebo-controlled studies of sertraline in adults.<\/a>). Eine Folgestudie, die die Erkrankten l\u00e4nger beobachtete, spricht jedoch von einem doppelt so hohen Selbstmord-Risiko im Vergleich zum Placebo (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/31234169\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Newer-Generation Antidepressants and Suicide Risk in Randomized Controlled Trials: A Re-Analysis of the FDA Database<\/a>).<\/p>\n<p>Eine Kohorten-Studie untersuchte das Schicksal von 60.746 Menschen, die Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) aufgrund ihrer Depressionen einnahmen. Im Vergleich zu trizyklischen Antidepressiva k\u00f6nnen SSRIs mit einem signifikant erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr akute Erkrankungen und St\u00f6rungen verbunden sein, die auch letal verlaufen k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren Schlaganfall, Krampfanf\u00e4lle, Epilepsie, Hyponatri\u00e4mie (Natirum-Mangel) und Knochenbr\u00fcche sowie Selbstmordversuche (<a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/343\/bmj.d4551\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antidepressant use and risk of adverse outcomes in older people: population based cohort study<\/a>). Eine Studie mit \u00e4hnlichem Ansatz mit 136.293 Teilnehmerinnen stellt eine Erh\u00f6hung der Mortalit\u00e4t durch SSRIs um 32 % fest (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/20008698\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antidepressant use and risk of incident cardiovascular morbidity and mortality among postmenopausal women in the Women&#8217;s Health Initiative study<\/a>).<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferst riskant war auch die Verschreibung des Antidepressivums Prozac von Eli Lilly. Dass das Pr\u00e4parat Selbstmordgedanken heraufbeschw\u00f6rt, wusste der Konzern seit den 1980er Jahren. Die unliebsame Tatsache wurde aber verheimlicht.<\/p>\n<p>Erst der Psychiater Martin Teicher von der Harvard University brachte den Skandal ans Tageslicht. Bis dahin wurde Prozac 55 Millionen mal verschrieben. Doch das ist nicht die einzige Nebenwirkung des Antidepressivums. Patientinnen, die gleichzeitig das Chemotherapeutikum Tamoxifen zur Behandlung von Brustkrebs einnahmen, mussten eine abgeschw\u00e4chte Wirkung des Krebsmittels in Kauf nehmen.<\/p>\n<h2>Benzodiazepine und Z-Drugs<\/h2>\n<p>Angstl\u00f6ser wie Benzodiazepine und Medikamente aus der Gruppe der Z-Drugs (Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon) erh\u00f6hen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit eines fr\u00fchzeitigen Todes. Das zeigt eine Kohorten-Studie an 34.727 Menschen. Benzodiazepine erh\u00f6hen die Mortalit\u00e4t der Konsumenten ums Doppelte. Die Z-Drugs steigern das Risiko sogar um mehr als das Vierfache (<a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/348\/bmj.g1996\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Effect of anxiolytic and hypnotic drug prescriptions on mortality hazards: retrospective cohort study<\/a>).<\/p>\n<h2>&#8222;Blutverd\u00fcnner&#8220;<\/h2>\n<p>Ein heikles Thema sind auch die Antikoagulantien. Die sogenannten \u201eBlutverd\u00fcnner\u201c sollen Gef\u00e4\u00dfverschl\u00fcsse verhindern und gelten allgemein als unumg\u00e4ngliches Mittel gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch zur Vermeidung von Thrombosen nach Operationen werden sie eingesetzt.<\/p>\n<p>Die richtige Dosierung ist eine Kunst f\u00fcr sich. Denn eine zu hohe Konzentration kann zu inneren Blutungen f\u00fchren. Das Risiko wird hingenommen, weil die Nichteinnahme f\u00fcr noch gef\u00e4hrlicher gehalten wird.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen in<a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/boehringer-pradaxa\/boehringer-says-about-260-deaths-related-to-pradaxa-idUSL5E7MC09K20111112\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> manchen Publikationen in den USA<\/a> gehen jedoch davon aus, dass es beispielsweise durch das Medikament Pradaxa zu hunderten von Todesf\u00e4llen gekommen ist. Boehringer Ingelheim\u00a0 gab die Zahl der Toten durch die Einnahme des Blutverd\u00fcnners mit 50 an und vertrat die Ansicht, dies sei in Anbetracht der Indikation vertretbar.<\/p>\n<p>Doch der Konzern hatte die Zahlen sogar noch heruntergespielt. Tats\u00e4chlich waren es n\u00e4mlich \u00fcber 250 Menschen, die an inneren Blutungen durch Pradaxa gestorben waren. Vertretbar h\u00e4lt auch die Europ\u00e4ische Zulassungsbeh\u00f6rde f\u00fcr Arzneimittel (EMA) das Risiko. Die Zust\u00e4ndigen belie\u00dfen es bei einem Warnhinweis f\u00fcr Patienten mit Nierenerkrankungen.<\/p>\n<p>Immer wieder stellt sich heraus, dass die US-Amerikaner risikobewusster sind als die Europ\u00e4er. So entzog die FDA dem Brustkrebs-Medikament Avastin die Zulassung, nachdem es zu Thrombosen und Infarkten kam. Die EMA hielt die Gefahren durch das Chemotherapeutikum f\u00fcr vertretbar. Doch im Falle des Antidiabetikums <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/avandia-evidenzbasiertes-desaster-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Avandia<\/a> reagierte die EMA relativ z\u00fcgig und nahm das Mittel vom Markt. 300 Patienten waren nach der Einnahme verstorben.<\/p>\n<h3>Anti-Cholesterin-Medikamente<\/h3>\n<p>Jahrzehntelang war der Lipidsenker Benfluorex (der auch als Appetitz\u00fcgler eingesetzt wurde) in Europa erh\u00e4ltlich, ohne dass die Folgewirkungen bekannt waren. Viele Patienten litten nach der jahrelangen Einnahme an schweren Sch\u00e4digungen der Herzklappen.<\/p>\n<h3>Schmerzmittel (Analgetika)<\/h3>\n<p>Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig Schmerzmittel einnehmen m\u00fcssen, tragen ein besonders hohes Risiko von Langzeitsch\u00e4den. Nach langer Anwendung sterben rund 30 % der Patienten nach <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/paracetamol\/\">Paracetamol-Einnahme an Leberversagen<\/a>. Vertr\u00e4glichere Alternativen sollen Ibuprofen und Aspirin (ASS) sein. ASS kann allerdings Magenblutungen verursachen (und noch einiges mehr) und <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/ibuprofen\/\">Ibuprofen steht stark im Verdacht f\u00fcr pl\u00f6tzliche Herztode<\/a> verantwortlich zu sein (und auch f\u00fcr einiges mehr!).<\/p>\n<p>Jedenfalls k\u00f6nnen fast alle Analgetika bei jahrzehntelangem Gebrauch zu vollst\u00e4ndigem Nierenversagen f\u00fchren. Opioide stellen ein besonders hohes Risiko f\u00fcr ein sofortiges Versterben durch eine \u00dcberdosis dar. 2012 waren es 106.699 Menschen in den USA, die dieses Schicksal ereilte. 88 % davon waren nicht Opfer illegaler Drogen, sondern synthetischer Opioide (Schmerzmittel): <a href=\"https:\/\/www.cdc.gov\/drugoverdose\/deaths\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drug Overdose Deaths<\/a><\/p>\n<p>Der Cox-2-Hemmer Vioxx (Rofecoxib) wurde vom MSD (Hersteller Merck Sharp &amp; Dohme) vom Markt genommen, nachdem eine Studie zeigte, dass unter der Medikation das Risiko f\u00fcr Herzinfarkt und Schlaganfall stark ansteigt (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/15713943\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cardiovascular events associated with rofecoxib in a colorectal adenoma chemoprevention trial<\/a>).<\/p>\n<p>Schmerz- und Fiebermittel vom Typ der NSAIDs (Nichtsteroidalen Antirheumatika) bergen die Gefahr einer Magen-Darm-Blutung. Forscher untersuchten in einer Studie, wie viele Notf\u00e4lle in britischen Krankenh\u00e4usern darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Dann verfolgten die Wissenschaftler nach, welcher Prozentsatz der Ereignisse durch NAIDSs verursacht worden waren. Die Extrapolation aller Zahlen ergab, dass in Gro\u00dfbritannien pro Jahr rund 330 Menschen an Magen-Darm-Blutungen infolge NAIDS-Medikationen versterben (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/9146764\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Emergency admissions for upper gastrointestinal disease and their relation to NSAID use<\/a>).<\/p>\n<h3>Risiko Krankenhaus<\/h3>\n<p>Doch auch w\u00e4hrend der Krankenhausbehandlung ist das Risiko sich an verordneten Medikamenten praktisch zu vergiften gar nicht so gering. Der Radiologe Dr. Gerd Reuther hat ermittelt, das 0,3 % aller Krankenhaus-Patienten in Deutschland dem Pharma-Tod zum Opfer fallen. Das sind bei 20.000.000 station\u00e4r behandelten 60.000! Als Beispiel f\u00fcr ein hochriskantes Medikament benennt Reuther das <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/diclofenac-risiken-2013\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schmerzmittel Diclofenac, das die Gefahr f\u00fcr einen Herzinfarkt verdoppelt<\/a>.<\/p>\n<p>Nach 30 Jahren \u00e4rztlicher T\u00e4tigkeit ist Reuther nun zum Medizin-Aufkl\u00e4rer geworden, wie er sich selber nennt. Er beklagt weniger, dass er selber der Kritik durch Kollegen ausgesetzt ist, sondern dass seine Thesen in Fachkreisen totgeschwiegen werden. Nachzulesen in einem seiner B\u00fccher \u201eDer betrogene Patient\u201c. Nachzulesen ist dort auch, dass <strong>Reuther die Medizin f\u00fcr die h\u00e4ufigste Todesursache in Deutschland h\u00e4lt<\/strong>. Dieser Auffassung kann ich mich nur anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wenn man sich dann noch anschaut, dass es bei einem <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/aerztestreik-weniger-tote\/\">\u00c4rztestreik WENIGER Tote<\/a> gibt, dann muss man sich schon mal fragen, was wir hier eigentlich treiben.<\/p>\n<h2>Der Profit entscheidet \u2013 nicht das Patienten-Wohl<\/h2>\n<p>F\u00fcr die <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/die-pharmaindustrie-wie-wir-patienten-belogen-werden\/\">Pharmaindustrie<\/a> scheinen allerdings noch andere Belange von Bedeutung zu sein. Um Ums\u00e4tze und Profite zu steigern, werden Marketing-Ma\u00dfnahmen ergriffen, die sich in nichts von denen f\u00fcr den Verkauf von Waschmitteln unterscheiden. Der Konkurrenzkampf der einzelnen Firmen ist erbarmungslos.<\/p>\n<p><strong>70.000 verschiedene Medikamente wollen an den Patienten gebracht werden<\/strong><\/p>\n<p>Bei 70.000 verschiedenen <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamente\/\">Medikamenten<\/a>, die aber zum gro\u00dfen Teil identisch sind, braucht es eben die &#8222;Hilfe&#8220; der Industrie.<\/p>\n<p>Und da werden \u00c4rzte auch schon einmal mit Reisen, Geld, 5-Sterne Essen und \u00e4hnlichem &#8222;\u00fcberzeugt&#8220;. Als Gegenleistung erwartet man nat\u00fcrlich gesteigerte Verschreibungszahlen. Das ist zwar inzwischen &#8222;verboten&#8220;, wird aber immer noch in manchen Varianten weiter ausgelebt&#8230;<\/p>\n<p>Damit ist auf der Seite eines Arztes nicht mehr nur die medizinische Indikation allein der Entscheidungsgrund f\u00fcr den Einsatz eines Pr\u00e4parates, sondern materielle Interessen k\u00f6nnen dann eben auch eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Wen wundert es dann noch, wenn Herr Doktor auch mal gro\u00dfz\u00fcgig \u00fcber eine Kontraindikation hinweg sieht, bzw. ein Pr\u00e4parat verschreibt, obwohl es der Patient eigentlich nicht unbedingt ben\u00f6tigt?<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die Nebenwirkungen haben wir ja noch Medikamente, die die Nebenwirkungen von Medikamenten antagonisieren. Und f\u00fcr deren Nebenwirkung gibt es noch&#8230;<\/p>\n<p>John Virapen, ehemaliger Eli Lilly Chef in Schweden, meinte in einem Interview:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWenn Sie glauben, dass die Pharmaindustrie um Ihr Wohlergehen besorgt ist, dann vergessen Sie das ruhig. Die sind nur um ihr eigenes finanzielles Wohlergehen besorgt\u201c.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Food and Drug Administration der USA (FDA) scheint den Machenschaften der Pharma-Riesen jetzt auf der Spur zu sein. Die angeblichen seltenen Nebenwirkungen sind n\u00e4mlich in Wirklichkeit viel h\u00e4ufiger als von den Herstellern angegebenen. Als Konsequenz wurden 2017 nicht weniger als 500 Pr\u00e4parate durch die FDA vom Markt genommen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: 123rf.com &#8211; Andrea Obzerova<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde von mir im Juli 2010 erstellt und am 18.04.2024 erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland ist doch Weltmeister. Nein \u2013 nicht im Fu\u00dfball, daf\u00fcr aber im Pillenschlucken. Kein Volk der Welt greift so oft zu Medikamenten wie die Deutschen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass jedes Jahr ca. 58.000 Deutsche an den Folgen von Medikamentennebenwirkungen versterben &#8211; wie zum Beispiel Prof. Fr\u00f6hlich annimmt. Aber es scheint keinen zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":3177,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[54],"tags":[98,318,32,104,29,81,166],"class_list":["post-579","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medikamente","tag-arzneimittel","tag-medikamente","tag-medikamentenskandale","tag-nebenwirkungen","tag-pharmaindustrie","tag-pharmakartell","tag-pharmakonzerne"],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=579"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/579\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}