{"id":5130,"date":"2023-03-17T15:34:51","date_gmt":"2023-03-17T13:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=5130"},"modified":"2023-10-12T19:46:39","modified_gmt":"2023-10-12T17:46:39","slug":"entzugssymptome-absetzen-betablocker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/entzugssymptome-absetzen-betablocker\/","title":{"rendered":"Entzugssymptome nach Absetzen von Betablockern?"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt die Sage, dass Betablocker ein Abh\u00e4ngigkeitspotenzial haben wie man es von Drogen, Alkohol oder Schmerzmedikamenten her kennt. Denn die nach dem Absetzen des Betablockers relativ h\u00e4ufig auftretenden Symptome entsprechen in gewisser Weise den Symptomen eines Entzugs nach Drogen-, Alkohol- oder Schmerzmedikamentenkonsum, wie zum Beispiel Unruhe, Herzrasen, Schwitzen, Schlafst\u00f6rungen etc.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es keine Belege daf\u00fcr, dass es sich hier im klassischen Sinne um Entzugserscheinungen handelt. Denn der definiert Abh\u00e4ngigkeitspotenzial oder Suchtpotenzial als die Eigenschaft einer Substanz, den Konsumenten zu einem unbedingten neuen Konsum zu veranlassen, was f\u00fcr Betablocker sicher in dieser Form nicht zutrifft. Die Patienten nehmen ihren Betablocker ein, weil der Arzt ihnen dies so verordnet hat und nicht, weil sie eine Sucht nach der Substanz entwickelt haben.<\/p>\n<p>Aber dennoch kommt es relativ h\u00e4ufig nach dem Absetzen zu entzugsartigen Symptomen. Wie passt das zusammen?<!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h3>Ein Entzug, der keiner ist<\/h3>\n<p>Wenn die \u201eEntzugssymptome\u201c nach Beendigung der Betablocker-Einnahme keine Entzugssymptome sind, was sind sie dann?<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte dies im weitesten Sinne als eine \u201ehormonelle Dysregulation\u201c bezeichnen, die durch die Betablockade verursacht wird. Nach Beendigung der Betablockade kommt es dann zu einem scheinbaren \u201e\u00dcberschie\u00dfen\u201c der hormonellen Effekte, die zuvor vom Betablocker verhindert wurden.<\/p>\n<p>Die hier beteiligten Hormone sind Adrenalin und Noradrenalin. Sie geh\u00f6ren unter anderem zu den \u201eStresshormonen\u201c und bewirken unter anderem eine Erh\u00f6hung der Herzfrequenz, indem sie Betarezeptoren am Herzen aktivieren. Und sie erh\u00f6hen dadurch zus\u00e4tzlich den Blutdruck.<\/p>\n<p>Schirmt man die Betarezeptoren am Herzen vor dem Einfluss von Adrenalin und Noradrenalin ab, indem man eine Substanz nimmt, die diese Betarezeptoren am Herzen blockiert (daher der Name \u201eBetablocker\u201c), dann k\u00f6nnen Herzfrequenz und Blutdruck in einer Belastungssituation weniger deutlich ansteigen als ohne Betablocker.<\/p>\n<p>Dieser positive Effekt scheint bei einer Reihe von Patienten mit einem weiteren, weniger angenehmen Effekt einher zu gehen.<\/p>\n<p>Durch die Abschirmung der Betarezeptoren durch die Betablockade versucht der Organismus gegenzusteuern, indem er kompensatorisch neue Betarezeptoren kreiert. Nach dem Absetzen des Betablockers stehen dann viel mehr freie Betarezeptoren als sonst \u00fcblich zur Verf\u00fcgung, deren Aktivierung durch Adrenalin oder Noradrenalin zu einer physiologisch \u00fcbersteigerten Reaktion f\u00fchrt, n\u00e4mlich zu noch h\u00f6heren Herzfrequenzen und Blutdruckspitzen.<\/p>\n<p>Die erh\u00f6hte Zahl von Betarezeptoren wird vom Organismus im Laufe der Zeit nach unten korrigiert und auf ein normales Ma\u00df zur\u00fcckgeschraubt. In dieser \u00dcbergangsphase kommt es zu den geschilderten Symptomen, solange die Zahl der Betarezeptoren unphysiologisch hoch ist.<\/p>\n<h3>Was tun?<\/h3>\n<p>Genau aus diesem Grunde gibt es die Empfehlung, die Therapie mit Betablockern nicht abrupt zu beenden. Vielmehr sollte man hier die Dosierung \u201eausschleichen\u201c. Das hei\u00dft, dass die Dosierung erst einmal Schritt f\u00fcr Schritt verringert wird, bis dass das Medikament endg\u00fcltig abgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Wichtig in diesem Zusammenhang: Diese Ma\u00dfnahme sollten Sie immer in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt durchf\u00fchren. Denn Blutdruckspitzen und Rhythmusst\u00f6rungen k\u00f6nnen t\u00f6dlich enden, obwohl dies eher die Ausnahme ist.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h3>Wie lange dauert diese \u201eAusschleich-Phase\u201c?<\/h3>\n<p>Ein \u00e4lterer Beitrag des \u201eArznei-Telegramm\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> aus dem Jahr 1997 empfiehlt einen l\u00e4ngeren Zeitraum, in dem das Medikament reduziert wird. Der Beitrag bezeichnet diesen Zeitraum als \u201eempfindliche Phase des Absetzens\u201c und beziffert ihn auf \u201esch\u00e4tzungsweise einen Monat\u201c.<\/p>\n<p>Gleichzeitig empfiehlt der Autor des Beitrags eine engmaschige \u00e4rztliche \u00dcberwachung, die aber in der Regel keinen Krankenhausaufenthalt notwendig macht.<\/p>\n<h3>Gibt es Alternativen?<\/h3>\n<p>Alternativen beim Absetzen eines Betablockers und der damit verbundenen Vorgehensweise d\u00fcrfte es, nach meinem Wissen, keine geben. Wer einmal auf einen Betablocker eingestellt ist und jetzt die Einnahme beendigen m\u00f6chte, der d\u00fcrfte gut beraten sein, diese \u201eAusschleich-Taktik\u201c in Anwendung zu bringen, um diese sehr unangenehmen \u201eEntzugssymptome\u201c zu vermeiden.<\/p>\n<p>Ob die in dem \u201eArzneimittel-Telegramm\u201c behauptete Erh\u00f6hung des Risikos f\u00fcr koronare Herzkrankheit um das Vierfache und die Entstehung von Angina pectoris und Herzinfarkt nach pl\u00f6tzlichem Absetzen des Betablockers stimmt, wage ich zu bezweifeln. Es ist nicht nur, dass hier wieder einmal die typische Keule der schulmedizinischen Drohmedizin hervorgeholt wird. Die \u201ewissenschaftliche\u201c Arbeit, die diesen Sachverhalt angeblich \u201ebewiesen\u201c haben soll, ist auch mehr als merkw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Es handelt sich hier um eine Fallanalyse<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> und nicht um eine klinische Studie. Die \u201eVerumgruppe\u201c hier wurde aus Datens\u00e4tzen aus Apotheken gewonnen, wo man die Patienten herausgefiltert hatte, die nicht regelm\u00e4\u00dfig genug ihre Betablocker-Rezepte eingel\u00f6st hatten. Das war dann die Gruppe, deren Daten man auf die genannten Komplikationen untersucht hatte. Und die Placebogruppe? Fehlanzeige!<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<p>Die beste Alternative ist offensichtlich die Vermeidung einer Indikation f\u00fcr die Einnahme eines Betablockers. Von Seiten der Schulmedizin wird behauptet, dass Antihypertensiva, und damit auch Betablocker, vor Herzinfarkt und Schlaganfall sch\u00fctzten. Indes ist die Beweislage hier f\u00fcr derartige Behauptungen recht d\u00fcnn:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/betablocker-schuetzen-nicht-vor-herzinfarkt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Betablocker sch\u00fctzen nicht vor Herzinfarkt oder Schlaganfall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/blutdrucksenker-schlaganfall\/\">Lachnummer: Blutdrucksenker sollen Schlaganfall vorbeugen?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Betablocker, wie andere Medikamente der Schulmedizin, fallen eher durch ein breites Spektrum an h\u00e4ufigen Nebenwirkungen auf. Dies ist zum Teil auch dem Verschreibungsverhalten der \u00c4rzte geschuldet, die lieber zu viel Medikamente verordnen als zu wenig:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/betablocker-fuer-alle-2014\/\">Betablocker f\u00fcr alle &#8211; Evidenzbasierte Katastrophen der Schulmedizin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Therapiert werden Erkrankungen nach dem Gie\u00dfkannenprinzip per \u201emedizinische Leitlinien\u201c:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/medizinische-leitlinien-2013\/\">Medizinische Leitlinien &#8211; Warum ich mich weigern w\u00fcrde nur nach diesen behandelt zu werden\u2026<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei definieren die Leitlinien normale und nicht normale Blutdruckwerte fast nach Belieben:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/blutdruck-und-seine-normwerte\/\">Blutdruck und seine Normwerte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/schwankender-blutdruck-2015\/\">Blutdruck und seine noch schwankendere Behandlung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Im zuletzt genannten Beitrag diskutiere ich eine Studie, die festgestellt hatte, dass Patienten mit leichten Bluthochdruck (systolisch 140-159 mmHg; diastolisch 90-99 mmHg) eben nicht den erhofften Vorteil von einer antihypertensiven Therapie davontragen, also keine Reduktion der Mortalit\u00e4t durch die Behandlung erfolgt. Das Gleiche gilt auch f\u00fcr die Verhinderung von koronarer Herzkrankheit und Schlaganf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Stattdessen empfehlen die Autoren zu einem \u201edramatischen Umdenken bei der Behandlung der Hypertonie\u201c. Statt Pillen empfehlen die Autoren effektivere Ma\u00dfnahmen zur Blutdruckkontrolle, wie k\u00f6rperliche Bewegung, kein Rauchen, ausgewogene und gesunde Ern\u00e4hrung, Vermeidung von Genussgiften etc.<\/p>\n<p>Hierzu einige Beitr\u00e4ge von mir:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/hoher-blutdruck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hoher Blutdruck? Symptome, Diagnose &amp; Therapie bei Bluthochdruck \u2013 Yamedo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/hoher-blutdruck\/\">Zu hoher Blutdruck? Naturheilkunde bei Hypertonie (Bluthochdruck)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Und vor allem diese Alternative:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/heilfasten-bluthochdruck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heilfasten bei und gegen Bluthochdruck<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/www.arznei-telegramm.de\/html\/1997_10\/9710107_01.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 AUSSCHLEICHEN VON BETABLOCKERN &#8211; arznei telegramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/1968518\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 The relative risk of incident coronary heart disease associated with recently stopping the use of beta-blockers &#8211; PubMed<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Beitrag wurde am 17.03.2023 erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt die Sage, dass Betablocker ein Abh\u00e4ngigkeitspotenzial haben wie man es von Drogen, Alkohol oder Schmerzmedikamenten her kennt. Denn die nach dem Absetzen des Betablockers relativ h\u00e4ufig auftretenden Symptome entsprechen in gewisser Weise den Symptomen eines Entzugs nach Drogen-, Alkohol- oder Schmerzmedikamentenkonsum, wie zum Beispiel Unruhe, Herzrasen, Schwitzen, Schlafst\u00f6rungen etc. Allerdings gibt es keine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":4976,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-5130","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medikamente"],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5130\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}