{"id":281,"date":"2020-08-21T08:09:04","date_gmt":"2020-08-21T06:09:04","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=281"},"modified":"2023-10-10T19:31:18","modified_gmt":"2023-10-10T17:31:18","slug":"wissenschaftlich-erwiesen-das-gebrochene-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wissenschaftlich-erwiesen-das-gebrochene-herz\/","title":{"rendered":"Das Herz mit eigenem Bewu\u00dftsein? Oder: Kann man an einem &#8222;gebrochenen Herz&#8220; sterben?"},"content":{"rendered":"<p>Ich liebe deutsche Sprichworte. Meine pers\u00f6nliche \u00dcberzeugung ist n\u00e4mlich, dass in jedem Sprichwort eine Wahrheit steckt. So auch im Sprichwort: &#8222;Mein <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Mehr_Herz.htm\">Herz<\/a> ist gebrochen&#8220;.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher musste ich mir da schon eher Dinge anh\u00f6ren wie: &#8222;Ja, ja, wenn es aus Porzellan w\u00e4re, dann k\u00f6nnte es schon brechen&#8230;&#8220;. Aber die Weisheit der Menschen (die nicht durch Studien verbildet ist), wei\u00df es besser. Und die &#8222;Wissenschaft&#8220; wei\u00df es jetzt auch besser.<\/p>\n<p>Anfang der 90er Jahre wurde bei Patienten ein bis dahin unbekanntes kardiologisches Krankheitsbild am Herzen diagnostiziert: Die sogenannte <em>Tako-Tsubo-Kardiomyopathie<\/em> &#8211; auf Deutsch: &#8222;Stress-Kardiomyopathie&#8220;. Im englischen Sprachraum bezeichnet man es als &#8222;Broken-Heart-Syndrom&#8220; &#8211; das &#8222;Gebrochene Herzen-Syndrom&#8220;.<\/p>\n<p>Diese\u00a0Tako-Tsubo-Kardiomyopathie wurde zun\u00e4chst in Japan beobachtet und Mediziner hielten sie zun\u00e4chst f\u00fcr ein asiatisches Ph\u00e4nomen. Doch das \u201eBroken-Heart-Syndrom\u201c betrifft auch Patienten der westlichen Industriel\u00e4nder. Da die Symptome starke \u00c4hnlichkeit mit einem <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Herzinfarkt.htm\">Herzinfarkt<\/a> haben, blieb die Krankheit lange Zeit unerkannt.<\/p>\n<p>Es beginnt mit den typischen starken Schmerzen auf der linken Seite und dem panischen Gef\u00fchl zugeschn\u00fcrter Enge im Brustkorb. Untersuchungen mit dem EKG und dem Ultraschall deuten auf einen Infarkt hin, da Teile des Herzens aufgeh\u00f6rt haben zu schlagen. Erst das R\u00f6ntgenbild zeigt, dass die Gef\u00e4\u00dfe nicht verengt, und das Herz im Grunde vollkommen intakt ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>\u00c4rzte r\u00e4tseln \u00fcber Infarkt-Symptome ohne Infarkt<\/h2>\n<p>Noch 2006 gab es keine eindeutigen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das \u201eBroken-Heart-Sysndrom\u201c und nach wie vor forschen Mediziner nach den Ursachen. Um einen Infarkt bei typischen Infarkt-Symptomen eindeutig auszuschlie\u00dfen, m\u00fcssen s\u00e4mtliche infrage kommenden Diagnosem\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft werden, so etwa die zus\u00e4tzliche Untersuchung der Herzkammern. Gegenw\u00e4rtig wird gesch\u00e4tzt, dass etwa 1 bis 2 % der Patienten mit der Diagnose Herzinfarkt unter der harmloseren Form der &#8222;Stress-Kardiomyopathie&#8220; leiden.<\/p>\n<p>Sind die Faktoren f\u00fcr einen Herzinfarkt vielschichtiger Natur und die Ursachen sowie die eigentlichen Ausl\u00f6ser nicht immer eindeutig, k\u00fcndigt sich das \u201eBroken-Heart-Syndrom\u201c in den meisten F\u00e4llen nach besonderen oder l\u00e4ngeren Stress-Situationen an. Ein Tod in der Familie oder ein Unfall k\u00f6nnen die Symptome hervorrufen.<\/p>\n<p>Wissenschaftler vermuten, dass eine pl\u00f6tzliche, hohe Konzentration der Hormone Adrenalin, Dopamin und Noradrenalin die Funktion der unteren linken Herzkammer deaktivieren kann. Kleine Blutgef\u00e4\u00dfe k\u00f6nnen sich unter dem Einfluss der Hormone zusammenziehen und so den Stillstand des Herzens verursachen. Ebenso wird spekuliert, dass die Hormonkonzentration toxisch auf die Zellen der Herzmuskulatur wirken k\u00f6nne.<\/p>\n<p>.Die Sauerstoff-Unterversorgung f\u00fchrt zur Vergr\u00f6\u00dferung der linken Hauptkammer und erinnert an eine tonnenf\u00f6rmige japanische Tintenfischfalle, die Tako-Tsubo.<br \/>\nGesichert ist, dass das Muskelgewebe nicht dauerhaft gesch\u00e4digt wird wie bei einem Herzinfarkt. Das Organ regeneriert sich nach dem abrupten Anfall und ist oft innerhalb weniger Wochen wieder voll funktionsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Bei sehr schweren Schocks durch den Tod naher Angeh\u00f6riger kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das Herz wieder gesund ist. Die akute Stress-Kardiomyopathie kann aber auch lebensgef\u00e4hrlich sein und muss sofort professionell behandelt werden.<\/p>\n<h2>Eine erf\u00fcllte Partnerschaft sch\u00fctzt vor Stress<\/h2>\n<p>Die physiologischen Vorg\u00e4nge, die bei der Paarbildung und Sexualit\u00e4t auftreten, sind grundlegender Natur und im Zwischenhirn beheimatet, das auch Hunger und Durst steuert. Eine als optimal empfundene Partnerschaft erh\u00f6ht den Spiegel des Sexual-Hormons Oxytocin, dass die Aussch\u00fcttung des Stress-Hormons Cortisol reduziert. Als positiv f\u00fcr M\u00e4nner erweist sich die erh\u00f6hte Sezernierung von Testosteron w\u00e4hrend einer gl\u00fccklichen Beziehung.<\/p>\n<p>Der Neurotransmitter Dopamin ist ein weiterer Faktor, der das seelische Wohlbefinden f\u00f6rdert und so Stress entgegenwirkt. Nach dem Ende einer Beziehung \u00e4ndert sich diese Stoffwechsellage schlagartig, worauf auch das Herz-Kreislauf-System sofort reagiert. Zudem b\u00fcndeln Stress-Hormone die Kr\u00e4fte auf das akut Lebensnotwendige, weswegen auch dem Immunsystem Ressourcen entzogen werden. Die Folge ist eine Abwehrschw\u00e4che.<\/p>\n<p>Dass die Anwesenheit eines geliebten Menschen das Gehirn gegen Stress abschirmt, ist experimentell bewiesen. In Studien untersuchten Wissenschaftler die Aktivit\u00e4t des Hypothalamus\u2018 in Stress-Situationen. Dabei machte es einen deutlichen Unterschied, ob dabei ein Partner zur Seite stand oder nicht.<\/p>\n<p>Wissenschaftler vom HeartMath-Institute sehen die Zusammenh\u00e4nge anders. Sie glauben, dass Menschen die elektromagnetischen Felder, die vom Herzen ausgehen, von Mitmenschen intuitiv wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Neben Sprache, Mimik, Gesten sollen so Emotionen von Mensch zu Mensch \u00fcbermittelt und die Gem\u00fctslage beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Sind die \u00fcbertragenen Emotionen positiv, hat dies eine Senkung des Stress-Levels zur Folge. Die Forscher schreiben den \u2013 zweifellos nachweisbaren \u2013 elektromagnetischen Feldern des Herzens noch andere Wirkungen zu. So sollen die Felder auch mit unserem Gehirn kommunizieren, \u00e4hnlich wie dies \u00fcber Nervenimpulse oder Hormone bewerkstelligen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Beziehungen sind existenziell<\/h2>\n<p>Sterbe-Statistiken beweisen, dass Beziehungen \u00fcber Leben und Tod entscheiden k\u00f6nnen. Untersucht haben dies Wissenschaftler der Harvard University und der University of Yamanashi, Tokio. Ihre Meta-Analyse umfasst 15 Einzel-Studien \u00fcber die Sterblichkeit nach dem Tod des Partners\/Partnerin.<\/p>\n<p>Dem Ergebnis nach ist die Wahrscheinlichkeit des Versterbens im Halbjahr nach dem Tod der Bezugs-Person um 41 % erh\u00f6ht. Erstaunlicherweise ist der Zusammenhang unabh\u00e4ngig vom Lebensalter der betroffenen Menschen. Freilich erwiesen sich Frauen in dieser Untersuchung als widerstandsf\u00e4higer, weil sie den Tod ihres Partners besser verkraften.<\/p>\n<p>Grund k\u00f6nnte nach Ansicht der Wissenschaftler sein, dass Frauen durch traditionelle Rollenmuster bedingt bessere Alltags-Kompetenzen innehaben. Eine gewisse Hilflosigkeit vieler M\u00e4nner in Haushaltsangelegenheiten scheint die Resignation zu verst\u00e4rken und das Ableben wahrscheinlicher zu machen als bei Witwen.<\/p>\n<p>Eine britische Arbeit \u00fcber Witwen und Witwer ermittelte eine Verdoppelung des Risikos f\u00fcr Herzinfarkt und Schlaganfall im ersten Monat nach dem Tod des Partners\/Partnerin.<br \/>\nNoch gravierender als der Partner-Verlust ist der Tod eines Kindes. Eine US-Studie \u00fcber rund 70.000 entsprechende F\u00e4lle beziffert das erh\u00f6hte Sterbe-Risiko einer hinterbliebenen Mutter auf 133 % gegen\u00fcber normaler Lebens-Situationen.<\/p>\n<p>Diese Zusammenh\u00e4nge k\u00f6nnen auch erkl\u00e4ren, warum alte Ehepaare oft kurz nacheinander versterben. So kann der Eindruck, ein Partner lebe nur noch f\u00fcr den schwer erkrankten lieben Menschen, durchaus zutreffen. Einige erfahrene Pflegekr\u00e4fte in Hospizen sprechen sogar von einer bewussten Entscheidung, dem Partner im Tod folgen zu wollen.<\/p>\n<h2>Entscheidend ist der seelische Zustand<\/h2>\n<p>Neben dem Beziehungs-Status k\u00f6nnen auch andere Aspekte des sozialen Lebens \u00fcber psychosomatische Prozesse gesundheitliche Auswirkungen haben. Forscher der University of California fanden heraus, dass in j\u00fcdischen Gemeinden die Zahl der Todesf\u00e4lle vor dem Passahfest sinkt, um danach wieder anzusteigen.<\/p>\n<p>Einen entsprechenden Zusammenhang ergab auch die Analyse der chinesischen Sterbe-Statistik vor und nach dem asiatischen Mondfest. Hier zeigt sich, wie wichtig die Einbindung in traditionelle Gepflogenheiten f\u00fcr K\u00f6rper und Seele ist.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Bild: fotolia.com<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde im Februar 2010 erstellt und im August 2020 erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich liebe deutsche Sprichworte. Meine pers\u00f6nliche \u00dcberzeugung ist n\u00e4mlich, dass in jedem Sprichwort eine Wahrheit steckt. So auch im Sprichwort: &#8222;Mein Herz ist gebrochen&#8220;. 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