{"id":2615,"date":"2018-02-13T21:44:19","date_gmt":"2018-02-13T19:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=2615"},"modified":"2023-10-10T18:37:21","modified_gmt":"2023-10-10T16:37:21","slug":"big-pharma-bisher-3000-jetzt-33000-euro-ocrelizumab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/big-pharma-bisher-3000-jetzt-33000-euro-ocrelizumab\/","title":{"rendered":"Big Pharma: Bisher 3.000 &#8211; jetzt 33.000 Euro pro Medikament"},"content":{"rendered":"<p>Es ist wieder soweit: Die Pharmaindustrie gl\u00e4nzt wieder einmal mit Aktionen, die meine vor Jahren in den Raum gestellten Behauptungen voll und ganz best\u00e4tigen, auch im Nachhinein.<\/p>\n<p>Worum geht es hier? Es geht um ein Medikament f\u00fcr, bzw. gegen die Multiple Sklerose.<\/p>\n<p>Zur\u00a0Multiplen Sklerose (MS) muss ich gleich vorausschicken, dass ich diese in gewisser Weise f\u00fcr heilbar halte! Mehr dazu in meinem Grundsatzbeitrag zu dieser Erkrankung:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/MS.htm\">Multiple Sklerose MS &#8211; Therapie und Heilung<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und die dass die MS ein RIESENGESCH\u00c4FT ist, hatte ich auch schon mal belegt: <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/multiple-sklerose-2014\/\">Multiple Sklerose &#8211; Das neue Milliardengesch\u00e4ft<\/a>. Hier steht eine alte Substanz im Mittelpunkt, die urspr\u00fcnglich zur Behandlung von Psoriasis eingesetzt wurde beziehungsweise wird, und jetzt in h\u00f6herer Dosierung einen Effekt bei der Multiplen Sklerose haben soll. Aber nicht nur die Dosis ist erh\u00f6ht, sondern auch der Preis f\u00fcr die Substanz, und das in einem \u00fcberproportionalen Ma\u00dfe.<\/p>\n<p>Und heute hat die Industrie \u201enoch Einen drauf gesetzt\u201c. Und dieser \u201eEine\u201c ist so gewaltig, dass selbst der\u00a0normale &#8222;Medienzirkus&#8220;\u00a0aufgeschreckt ist und die Raffgier anprangert.<\/p>\n<h2>Roche als Verwandlungsk\u00fcnstler<\/h2>\n<p>Es geht um eine Substanz, die selbstverst\u00e4ndlich wieder einmal ein \u201eDurchbruch\u201c in der Therapie\u00a0der MS sein soll. Die neue Substanz h\u00f6rt auf den Namen \u201eOcrelizumab\u201c. Die Einf\u00fchrung dieser Substanz soll der \u201eTodessto\u00df\u201c f\u00fcr eine \u00e4ltere Substanz werden, die in schulmedizinischen Fachkreisen als zuverl\u00e4ssig und gut vertr\u00e4glich eingestuft wird: \u201eRituximab\u201c. Diese Substanz hat nur eine Zulassung zur Behandlung von einigen Krebserkrankungen, nicht aber\u00a0der MS.<\/p>\n<p>Beide Substanzen kommen von der Firma Roche. Der Unterschied? Auf dem Preisschild der alten Substanz steht 3.000 EUR, auf dem der neuen Substanz 33.000 EUR. Wie also rechtfertigt die Firma diesen enormen Preisunterschied?<\/p>\n<p><strong>Antwort: Mit Verwandlungsk\u00fcnsten!<\/strong><\/p>\n<p>Um den Start der neuen Substanz optimal zu gestalten, besinnt sich die Firma der Tatsache, dass ihre alte Substanz eigentlich \u00fcberhaupt gar keine offizielle Zulassung zur Behandlung der MS hat, ganz im Gegensatz zur neuen Substanz (Off-Label-Einsatz seit den 2000er Jahren). Wo fr\u00fcher (und heute und morgen auch) die Gier nach Umsatz keine Skrupel vor einem gesetzeswidrigen Umgang beim Einsatz der Produkte hatte, besinnen sich diese Gesellen pl\u00f6tzlich heuchlerisch auf die fehlende Zulassung und pfeffern ihre Abkehr von ihrem gesetzeswidrigen Tun mit den entsprechend saftigen Preisen. Oder mit anderen Worten: Wenn die gesetzlichen Bestimmungen sich f\u00fcr unsere gesch\u00e4ftlichen Zwecke nutzen lassen, dann halten wir uns auch an die Gesetze. Und f\u00fcr die sich pl\u00f6tzlich einstellende Konformit\u00e4t mit dem Gesetz erheben wir dann die entsprechenden Geb\u00fchren. Wo k\u00e4men wir denn dahin, wenn sich jeder an das Gesetz halten w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Aber nicht nur die existierende gesetzliche Zulassung der neuen Substanz ist ein Vorteil gegen\u00fcber der alten. Denn die k\u00f6nnte man ja auch durch entsprechende Studien und Zulassungsverfahren mit einer Zulassung versehen. Aber damit w\u00fcrde sich die Firma einen Konkurrenten im eigenen Haus verschaffen, der \u00fcber 90 Prozent weniger kostet als das neue Baby, was jetzt schon ein Blockbuster zu werden verspricht. Immerhin brachte das neue Baby im Jahr 2017 \u00fcber 850 Millionen\u00a0Schweizer Franken\u00a0in die Kassen von Roche.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h3>Der Verbiegung zweiter Teil<\/h3>\n<p>Also bedarf es eines Arguments, warum man nicht einfach die alte Substanz einer Nachzulassung unterzieht, wo die doch schon so lange so gut gegen MS gewirkt hat, sondern stattdessen auf die neue Substanz setzt. Und hier kommt wieder die Sache mit dem \u201eDurchbruch\u201c ins Spiel. Die Firma hat ein anderes Wort daf\u00fcr: \u201eRevolution\u00e4r der MS-Therapie\u201c.<\/p>\n<p>Das durchbrechend Revolution\u00e4re von Ocrelizumab liegt angeblich in einer h\u00f6heren Wirksamkeit und einer besseren Vertr\u00e4glichkeit als das alte Mittel. Und dann gibt es ja auch noch viel weniger \u201eInfusionsreaktionen\u201c.<\/p>\n<p>Die schulmedizinische Fachwelt dagegen kann sich mit dieser Argumentation kaum anfreunden. Die MS-Spezialisten sehen kaum Unterschiede bei der klinischen Anwendung. Zur Frage der Vertr\u00e4glichkeit und \u201eInfusionsreaktionen\u201c gibt es keine Aussagen.<\/p>\n<p>Dieses anscheinend ach so nebenwirkungsarme Medikament scheint dann doch nicht so nebenwirkungsarm zu sein, wie es uns die Legoland-Strategen vom Roche-Marketing glauben machen wollen. Jedenfalls berichtet Drugs.com von etlichen Nebenwirkung in stattlicher Zahl: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210508234043\/https:\/\/www.drugs.com\/sfx\/ocrelizumab-side-effects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ocrelizumab Side Effects in Detail \u2013 Drugs.com<\/a><\/p>\n<p>Da wir uns aber bei den Verwandlungsk\u00fcnsten und Verbiegungen befinden, kann ich nur annehmen, dass die hier aufgef\u00fchrten Nebenwirkungen in H\u00e4ufigkeit und Schwere ebenfalls zu \u201ebesonders vertr\u00e4glich\u201c und \u201efrei von Nebenwirkungen\u201c um definiert worden sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Sehr h\u00e4ufiges Vorkommen (entspricht zehn Prozent und mehr): Infektionen der oberen Atemwege bis zu 49 Prozent.<\/li>\n<li>H\u00e4ufiges Vorkommen (zwischen einem und zehn Prozent): Infektionen der unteren Atemwege.<\/li>\n<li>H\u00e4ufig: Depressionen.<\/li>\n<li>Selten (zwischen 0,1 Prozent und einem Prozent): Brustkrebs. Beachtenswert: Sogar Wikipedia weist in ihrer deutschen Ausgabe auf dieses Risiko hin und ermahnt Frauen unter dieser Medikation zu regelm\u00e4\u00dfigen Vorsorgekontrollen!<\/li>\n<li>H\u00e4ufig: R\u00fcckenschmerzen, Schmerzen in den Extremit\u00e4ten.<\/li>\n<li>Sehr h\u00e4ufig: Die beschworenen \u201eInfusionsreaktionen\u201c, die hier mit 40 Prozent beziffert werden. Ein Vergleich dazu mit der alten Substanz Rituximab, f\u00fcr die Drugs.com (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20211204144716\/https:\/\/www.drugs.com\/sfx\/rituximab-side-effects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rituximab Side Effects in Detail &#8211; Drugs.com<\/a>) eine H\u00e4ufigkeit von \u201enur\u201c 27 Prozent angibt. Wie bl\u00f6d muss man sein, andere f\u00fcr so bl\u00f6d zu halten, solche L\u00fcgengeschichten ungesehen und unverdaut zu schlucken!<\/li>\n<li>H\u00e4ufig: Infektionen, die mit Herpes assoziiert sind.<\/li>\n<li>Sehr h\u00e4ufig: Abnahme der Neutrophilen bei 13 Prozent der F\u00e4lle.<\/li>\n<li>Sehr h\u00e4ufig: Hautinfektionen bei 14 Prozent. Bei diesem Nebenwirkungsprofil, wie es sich bei Drugs.com darstellt, werden wir mit einiger Wahrscheinlichkeit in Zukunft eine Reihe von \u201erevolution\u00e4ren\u201c Todesfolgen zu erwarten haben, die auf diese Substanz zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, und wo dann Roche mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen jeden Zusammenhang von sich wei\u00dft\u2026 Richtig, die Betroffenen hatten ja auch keine Arthritis\u2026<\/li>\n<li>\u00dcber Wikipedia erfahren wir auch, dass Ocrelizumab eigentlich ein Medikament zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis werden sollte. Da es aber bei den Tests zu Todesf\u00e4llen kam, hatte man diese Idee verworfen und sich stattdessen auf die Behandlung von MS konzentriert. Ach so! Wie darf man jetzt dieses Szenario interpretieren?<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Alternativen zum Profitwahn<\/h2>\n<p>MS ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die meines Erachtens den Einsatz von alternativen und in gewisser Weise auch von schulmedizinischen Therapien (in gewissen Stadien) rechtfertigt. Hintergrund hier ist jedoch nicht der gesteigerte Umsatz von Behandlungseinheiten und Substanzen, sondern die Verbesserung der Heilungschancen der Betroffenen.<\/p>\n<p>Bei Roche jedoch, so auch bei den meisten anderen Pharmafirmen in anderen Zusammenh\u00e4ngen, steht die Heilung der Patienten ganz unten auf der Priorit\u00e4tenliste. Diese Dinge werden von der Industrie nur dann hervorgeholt, wenn sie marketingtechnisch gut ins Bild passen und dem Verkauf der Produkte dienlich sind.<\/p>\n<p><strong>Weniger verkaufsf\u00f6rdernd und umsatztreibend sind Strategien aus dem alternativen Bereich:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/ketogene-ernaehrung-multiple-sklerose.htm\">Ketogene Ern\u00e4hrung und Multiple Sklerose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/multiple-sklerose.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fasten bei Multipler Sklerose<\/a>: Man k\u00f6nnte auch meinen, dass mit dem Preis der Behandlung die H\u00e4ufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen korreliert ist. Jedenfalls sind Fasten und die ketogene Di\u00e4t im Vergleich zu Ocrelizumab konkurrenzlos preiswert und gleichzeitig nebenwirkungsarm bis nebenwirkungsfrei. Was also spricht gegen den Einsatz dieser Therapieformen als begleitende Ma\u00dfnahmen oder als Prophylaxe gegen die Schubentwicklung? Die einzige Antwort dazu, die ich kenne, lautet, dass diese Ma\u00dfnahmen umsatzst\u00f6renden Charakter haben, da sie f\u00fcr den Geschmack der Pharmaindustrie zu effektiv sind. Nur das w\u00fcrde diese nie und nimmer zugeben wollen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie Sie diesen Beitr\u00e4gen entnehmen k\u00f6nnen, gibt es sogar wissenschaftliche Arbeiten, die die Wirksamkeit dieser Ma\u00dfnahmen belegen. Die Frage nach den Nebenwirkungen dieser Ma\u00dfnahmen, vor allem im Hinblick beziehungsweise Vergleich auf das, was wir jetzt von Drugs.com \u00fcber die \u201eRevolution in der MS-Therapie\u201c erfahren haben, brauchen wir nicht weiter zu diskutieren.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Roche zeigt wieder, wo der Hammer h\u00e4ngt. Eine Preissteigerung von \u00fcber 1100 Prozent f\u00fcr ein neues Produkt, das keinesfalls 1100-prozentig besser ist als das alte Produkt, zeigt unversch\u00e4mt und h\u00fcllenlos, worum es Roche speziell und der Pharmaindustrie im Allgemeinen geht: Profite auf Kosten und Knochen ihrer bemitleidenswerten Kundschaft. Und gesetzliche Auflagen werden nur dann zur Kenntnis genommen und eingehalten, wenn sie der Industrie in den Kram passen und umsatzf\u00f6rdernden Charakter aufweisen. Siehe zu diesem Thema auch: <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/pharmaindustrie-mafia-2015\/\">Die Pharmaindustrie \u2013 schlimmer als die Mafia?<\/a><\/p>\n<p>Fazit vom Fazit: Bleibt gesund, sonst geht es Euch doppelt dreckig!<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wieder soweit: Die Pharmaindustrie gl\u00e4nzt wieder einmal mit Aktionen, die meine vor Jahren in den Raum gestellten Behauptungen voll und ganz best\u00e4tigen, auch im Nachhinein. Worum geht es hier? Es geht um ein Medikament f\u00fcr, bzw. gegen die Multiple Sklerose. 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