{"id":2338,"date":"2019-02-06T10:45:22","date_gmt":"2019-02-06T08:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=2338"},"modified":"2025-10-22T09:56:48","modified_gmt":"2025-10-22T07:56:48","slug":"bauchspeicheldruesenkrebs-zucker-und-genkontrollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/bauchspeicheldruesenkrebs-zucker-und-genkontrollen\/","title":{"rendered":"Epigenetik statt Mutation: Neue Spur zur Metastasenbildung"},"content":{"rendered":"<p>In der modernen Krebsforschung beginnt sich gerade ein stiller Paradigmenwechsel abzuzeichnen. Immer mehr Studien zeigen, dass Metastasen nicht \u2013 wie seit Jahrzehnten behauptet \u2013 prim\u00e4r durch genetische Mutationen getrieben werden. Sondern durch epigenetische Programme, die direkt vom Zuckerstoffwechsel und damit von unserem Lebensstil gesteuert werden.<\/p>\n<p>Zu dieser Erkenntnis kommt jetzt auch eine Forschungsarbeit der Johns Hopkins Universit\u00e4t und des Memorial Sloan Kettering Cancer Centers \u2013 zwei der weltweit einflussreichsten onkologischen Zentren. Und ihre Daten sind brisant: In aggressiven Metastasen fanden die Forscher keinerlei neue Mutationen. Daf\u00fcr aber tiefgreifende epigenetische Umprogrammierungen \u2013 direkt gekoppelt an den Glukosestoffwechsel. Es geht um diese Studie: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/28092686\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Epigenomic reprogramming during pancreatic cancer progression links anabolic glucose metabolism to distant metastasis.<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr diese Arbeit entnahmen die Autoren Tumorproben von acht Patienten, die an Pankreaskrebs erkrankt und daran verstorben waren. Die Proben wurden vom Prim\u00e4rtumor in der Bauchspeicheldr\u00fcse entnommen und zudem von Tumoren, die als Metastasen in anderen Organen und Geweben entdeckt werden konnten.<\/p>\n<p>Danach wurde ein genetisches Profil f\u00fcr alle Tumore erstellt und miteinander verglichen. Ziel des Vergleichs war, Unterschiede im genetischen Profil zu ermitteln und damit Mutationen zu bestimmen. Das Ergebnis zeigte jedoch, dass in keinem Fall eine Mutation zu sehen war.<\/p>\n<p>Damit stellte sich die Frage, welcher Mechanismus f\u00fcr die Metastasenbildung verantwortlich ist, wenn Mutationen hierf\u00fcr ausscheiden. Daf\u00fcr sahen die Autoren anstelle der vermuteten Mutationen Ver\u00e4nderungen im sogenannten Epigenom.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie man unter dem Begriff \u201eGenom\u201c die Gesamtheit der Erbinformationen versteht, bezeichnet der Begriff \u201eEpigenom\u201c die Gesamtheit aller epigenetischen Vorg\u00e4nge und Zust\u00e4nde. Das Epigenom bildet einen Komplex von reversiblen biochemischen und strukturellen Ver\u00e4nderungen in Bezug auf die DNA und seinen Proteinen, die es umfassen.<\/p>\n<p>Dabei wird die grunds\u00e4tzliche Information der DNA nicht ver\u00e4ndert. Denn eine solche Ver\u00e4nderung ist die Grundlage f\u00fcr eine Mutation. Epigenetische Ver\u00e4nderungen dagegen bestimmen das Ausma\u00df, mit dem spezifische Gene genutzt oder abgeschaltet werden.<\/p>\n<p>Die Autoren sahen keine gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen in den Tumoren, die im Bereich der Bauchspeicheldr\u00fcse entdeckt werden konnten. Tumore, die als weit entfernte Metastasen in Lunge und Leber auftauchten, zeigten dagegen massive epigenetische Ver\u00e4nderungen, die sich auf gro\u00dfe, blockartige Segmente der Zell-DNA bezogen. Diese Ver\u00e4nderungen bezogen sich auf gro\u00dfe Bereiche des Chromatins.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie so etwas interessiert, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Newsletter<br \/>\n&#8222;Hoffnung bei Krebs&#8220; dazu an:<\/strong><\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1Ki\" data-webform-id=\"pL1Ki\"><\/script><\/p>\n<p>Chromatin ist der Baustoff, der f\u00fcr die Bildung der Chromosomen notwendig ist. Es handelt sich hier um einen Komplex aus DNA und Proteinen, die zur H\u00e4lfte f\u00fcr die Bildung von Histonen zust\u00e4ndig sind. Histone sind eine Art \u201eVerpackungsmaterial\u201c f\u00fcr die DNA.<\/p>\n<p>Die Autoren berichten weiter, dass es eine bemerkenswerte Verbindung zum Kohlehydratstoffwechsel gibt. Denn diese epigenetischen Ver\u00e4nderungen in den Metastasen schienen abh\u00e4ngig zu sein vom sogenannten Pentosephosphatweg.<\/p>\n<p>Es handelt sich beim Pentosephosphatweg um einen Stoffwechselweg, der eine zentrale Rolle bei der Verwertung von Kohlenhydraten spielt, besonders der Glukose.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, dass mit einem verbesserten Angebot an Glukose diese epigenetischen Ver\u00e4nderungen durchgesetzt werden k\u00f6nnen, und damit die Metastasenbildung beg\u00fcnstigt wird. Die Autoren sahen ebenfalls, dass eine Hemmung dieses Stoffwechselwegs zu einer Umprogrammierung des Chromatins f\u00fchrte, was verbunden war mit einer Blockierung der malignen Genexpression und Tumorgenese.<\/p>\n<p>Die biochemischen Tests zeigten, dass weit entfernte Metastasen besonders hohe Mengen an Glukose beanspruchten im Vergleich zu Metastasen, die in der Bauchspeicheldr\u00fcse oder n\u00e4heren Umgebung lokalisiert waren.<\/p>\n<p>Damit liegt der Verdacht sehr nahe, dass eine Di\u00e4t, die arm an Kohlenhydraten ist, wie zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/diaet\/Ketogene-Diaet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ketogene Di\u00e4t<\/a>, eine Prophylaxe oder m\u00f6glicherweise auch eine (begleitende) Therapie gegen Metastasenbildung sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Artikel meinerseits, die in die gleiche Richtung deuten, hatte ich bereits vor einiger Zeit verfasst:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/angiogenese-oder-essen-gegen-krebs\/\">Angiogenese oder: Wie esse ich gegen Krebs?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/kalorienreduktion-krebskiller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kalorienreduktion als Krebskiller?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/fasten-bei-krebs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fasten bei Krebs \u2013 Erstaunliche Erkenntnisse<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter diesen Verh\u00e4ltnissen und mit diesem neuen Erkenntnissen wird der Zucker in ein noch schlechteres Licht gestellt als er ohnehin schon steht: <a href=\"http:\/\/renegraeber.de\/blog\/zucker-kassenschlager\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zucker \u2013 der s\u00fc\u00dfe Kassenschlager<\/a>. Und dass nicht von \u201eesoterischen Alternativmedizinern und Schamanen\u201c, sondern von anerkannten Institutionen der Schulmedizin.<\/p>\n<p>Der Leiter dieser Studie, Professor Feinberg, vermutet, dass diese epigenetische Ver\u00e4nderung der blockartigen Segmente auch bei anderen Krebsformen vorkommen k\u00f6nnte. Er sagt hierzu, dass diese Vermutung noch nicht \u00fcberpr\u00fcft worden ist.<\/p>\n<p>Man wei\u00df jedoch, dass \u00e4hnliche epigenetische Regionen bei anderen Krebsformen aufgefallen sind, wie zum Beispiel bei Dickdarmkrebs. Daher liege die Vermutung nahe, dass diese breitfl\u00e4chig angelegten epigenetischen Ver\u00e4nderungen bei anderen Krebsformen ebenfalls von zentraler Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Die epigenetischen Ver\u00e4nderungen in den Metastasen bewirkten nicht nur einen erh\u00f6hten Glukosebedarf der Tumorzellen, sondern ver\u00e4nderte die Genaktivit\u00e4t der Zellen dahingehend, dass die Zellen Vorteile in Bezug auf Migration (weitergehende Metastasenbildung) und Resistenz gegen eine Chemotherapie erlangten. Dies w\u00fcrde auch die Aggressivit\u00e4t und Gef\u00e4hrlichkeit von Metastasen erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2 style=\"margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;\">Der schulmedizinische Schwenk<\/h2>\n<p>Die Schulmedizin w\u00e4re nicht die Schulmedizin, wenn sie nicht auch hier eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr pharmakologische Eingriffe sehen w\u00fcrde. Die noch nicht zugelassene Substanz, die hier zum Einsatz kam, blockierte den Pentosephosphatweg, genauer gesagt die Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase, die Teil des Pentosephosphatwegs ist.<\/p>\n<p>Sie hei\u00dft \u201e6-Aminonicotinamid\u201c, kann aber in dieser Form nicht beim Menschen eingesetzt werden, da sie extrem viele Nebenwirkungen mit sich bringt. Die Beobachtungen, die hier geschildert werden, sind reine Laborversuche und bislang noch weit von einer klinischen Pr\u00fcfung entfernt.<\/p>\n<p>Das Ziel weiterer Bem\u00fchungen scheint zu sein, eine Substanz zu entwickeln, die den Pentosephosphatweg und damit die epigenetischen Ver\u00e4nderungen und die sich daraus ergebende Metastasenbildung blockiert, ohne dabei tiefgreifende Nebenwirkungen zu verursachen.<\/p>\n<p>Eine solche Substanz w\u00e4re m\u00f6glicherweise der \u201eDurchbruch\u201c, von dem die Schulmedizin regelm\u00e4\u00dfig schw\u00e4rmt (und tr\u00e4umt). Denn mit einer solchen Substanz k\u00f6nnte man auch weiter Zucker ohne Ende genie\u00dfen, ohne das Risiko Krebserkrankungen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4ren Zuckerhersteller und Lebensmittelindustrie \u201eaus dem Schneider\u201c. Die Pharmaindustrie h\u00e4tte ein Super-Medikament gegen eine Erkrankung, vor der jeder Angst hat. Und die Schulmedizin h\u00e4tte ein Medikament, von dem sie schon lange getr\u00e4umt hat.<\/p>\n<p>Nachdem wir aus diesem profittr\u00e4chtigen Traum aus dem M\u00e4rchenland aufgewacht sind, dr\u00e4ngt sich bei mir die Idee auf, es einmal mit etwas mehr Menschenverstand zu versuchen. Denn wo kein Zucker ist, gibt es auch keinen Pentosephosphatweg, der im physiologischen Overdrive zu epigenetischen Ver\u00e4nderungen f\u00fchrt. Aber solche Ideen haben nat\u00fcrlich absolut kein Marktpotenzial.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2 style=\"margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;\">Fazit<\/h2>\n<p>Es gibt immer mehr Hinweise und Belege, jetzt auch seitens der Schulmedizin, dass Krebserkrankungen durch die Ern\u00e4hrung zumindest beg\u00fcnstigt, wenn nicht sogar initiiert werden. An erster Stelle steht hier Zucker, der sich als integraler Bestandteil in jeder Form von industriell erzeugten Nahrungsmitteln befindet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Schulmedizin Statistiken bem\u00fcht, die \u201ebeweisen\u201c, dass Impfungen Infektionskrankheiten besiegt haben, scheut sie sich, \u00e4hnliche Statistiken f\u00fcr Ern\u00e4hrung und erh\u00f6htes Krebsaufkommen zu erstellen und zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Denn der Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum, der \u00fcber die letzten 100 Jahre stetig zugenommen hat, und dem stetig steigenden Auftreten von Krebserkrankungen, ist inzwischen kaum noch zu leugnen.<\/p>\n<p>Aber auch hier wird nur das anerkannt, was in die g\u00e4ngige Ideologie passt und nicht was der Realit\u00e4t entspricht. Evidenzbasiert? Ein Wort, das die Schulmedizin schnell vergessen sollte.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der modernen Krebsforschung beginnt sich gerade ein stiller Paradigmenwechsel abzuzeichnen. Immer mehr Studien zeigen, dass Metastasen nicht \u2013 wie seit Jahrzehnten behauptet \u2013 prim\u00e4r durch genetische Mutationen getrieben werden. Sondern durch epigenetische Programme, die direkt vom Zuckerstoffwechsel und damit von unserem Lebensstil gesteuert werden. 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