{"id":2323,"date":"2017-02-02T22:43:01","date_gmt":"2017-02-02T20:43:01","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=2323"},"modified":"2025-10-22T09:48:35","modified_gmt":"2025-10-22T07:48:35","slug":"medikamentenskandal-valproinsaeure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/medikamentenskandal-valproinsaeure\/","title":{"rendered":"Medikamentenskandal Valproins\u00e4ure: Missbildungen bei Embryos, Autismus, Entwicklungsst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df: Skandale gibt es zahlreiche, besonders wenn man die Zeitungen aufschl\u00e4gt oder den Fernseher einschaltet. Aber wenn es die Pharmabranche betrifft, h\u00f6rt und liest man wenig bis gar nichts dazu. Dabei k\u00f6nnten wir es mit einem Skandal zu tun haben, der in die N\u00e4he des Contergan-Skandals der 50er \/ 60er kommt&#8230;<\/p>\n<p>Der Medikamentenskandal kommt diesmal aus Frankreich.\u00a0Aber eigentlich sollte es auch\u00a0ein Skandal in Deutschland sein. Aber in unseren Landen wird das, was da in Frankreich abl\u00e4uft, einfach ignoriert. Auch wenn es hoch &#8222;evidenzbasiert&#8220; stattfindet. Aber Evidenzbasiertheit findet in der Schulmedizin nur dann statt, wenn man selbst den wei\u00dfen Kittel an hat, selbst wenn der von Motten zerfressen und mit Schmutzflecken \u00fcbers\u00e4t ist.<\/p>\n<h2><!--more-->Was war passiert?<\/h2>\n<p>Laut \u201eSpiegel\u201c (spiegel.de\/gesundheit\/schwangerschaft\/pharmaskandal-in-frankreich-valproinsaeure-auch-in-deutschland-eingesetzt-a-1131840.hhtm) verschrieben \u00c4rzte ein <strong>Medikament an Schwangere, von dem inzwischen bekannt ist, dass es das ungeborene Leben gef\u00e4hrden kann.<\/strong> So etwas \u00c4hnliches hatten wir ja bereits in den 1950er und 60er Jahren mit Contergan, einem Schlafmittel, das f\u00fcr Missbildungen bei F\u00f6ten ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigt wurde.<\/p>\n<p>Die neue (gar nicht zu neue) Substanz ist die <strong>Valproins\u00e4ure<\/strong>. Es handelt sich hier um eine synthetische Substanz, die als Antiepileptikum zum Einsatz kommt. Sie wurde erstmalig 1881 synthetisiert und zun\u00e4chst als L\u00f6sungsmittel eingesetzt. Anfang der sechziger Jahre stellte sich heraus, dass diese S\u00e4ure eine antikonvulsive Eigenschaft besitzt und sich damit zur Therapie bei Epilepsie eignet.<\/p>\n<p>Die Valproins\u00e4ure\u00a0kommt aber auch zur Prophylaxe von depressiven und manischen Zust\u00e4nden, also bipolaren St\u00f6rungen, zum Einsatz. Depressionen, Psychosen, Alkohol- und Medikamentenentzug, Migr\u00e4neprophylaxe (obwohl es hierf\u00fcr keine Zulassung gibt!), Cluster-Kopfschmerzen (auch ohne Zulassung!) und so weiter geh\u00f6ren zu den Anwendungsgebieten.<\/p>\n<p>Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass schwangere Frauen mit Migr\u00e4ne diese Substanz von ihrem Arzt haben verschrieben bekommen. Und laut \u201eSpiegel\u201c haben viele Frauen, die das Medikament genommen haben, sp\u00e4ter Kinder zur Welt gebracht, die durch das Medikament gesch\u00e4digt wurden.<\/p>\n<h2>Embryonale Missbildungen, Autismus, Entwicklungsst\u00f6rungen<\/h2>\n<p><strong>Kaum zu fassen ist die Mitteilung, dass seit den achtziger Jahren bekannt ist, dass die Substanz w\u00e4hrend der Schwangerschaft eingenommen zu embryonalen Missbildungen f\u00fchren kann.<\/strong> Seit dieser Zeit gibt es sogar explizite Warnhinweise hierf\u00fcr in der Packungsbeilage.<\/p>\n<p>Nachdem die evidenzbasierte Schulmedizin in den letzten 20 Jahren ihre wissenschaftliche T\u00e4tigkeit in Form von Anwendungsbeobachtungen zu dieser Substanz am lebenden Objekt durchgef\u00fchrt hat, stellte sich heraus, <strong>dass die Valproins\u00e4ure auch zu Autismus, verminderter Intelligenz bei Kindern und Entwicklungsst\u00f6rungen f\u00fchrt<\/strong>.<\/p>\n<p>Die staatliche franz\u00f6sische Untersuchungskommission IGAS stellte jetzt fest, dass diese Nebenwirkungen bereits im Jahr 2004 bekannt waren. Dementsprechend h\u00e4tte es zu diesem Zeitpunkt die entsprechenden Warnhinweise geben m\u00fcssen, was zwar der Fall war. Aber die Versch\u00e4rfung der Warnhinweise schien zumindest in Frankreich kein Grund zu sein, die Verschreibungsh\u00e4ufigkeit zu verringern. F\u00fcr die Firma Sanofi war diese Versch\u00e4rfung jedenfalls keine gesch\u00e4ftssch\u00e4digende Aktion.<\/p>\n<p><strong>Der franz\u00f6sische Staat scheint dieses kriminelle Verhalten nicht einfach so hinnehmen zu wollen.<\/strong> Er errichtete einen Fond von 10 Millionen Euro, um Frauen zu entsch\u00e4digen, denen die Substanz w\u00e4hrend der Schwangerschaft verschrieben worden ist. Dabei soll Sanofi auch zur Kasse gebeten werden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Man glaubt es kaum! Seit 2014\u00a0gibt es endlich auch Indikationsbeschr\u00e4nkungen<\/h2>\n<p>Seit 2014 gibt es dann endlich eine Indikationsbeschr\u00e4nkung! Man beachte die rasante Geschwindigkeit, mit der diese Beschr\u00e4nkung durchgesetzt wurde! Unglaublich wie schnell man allerseits reagierte!<\/p>\n<p><strong>Diese Beschr\u00e4nkung sieht so aus, dass die Substanz nur noch als Mittel der letzten Wahl verschrieben werden darf, und das nur bei Epilepsie und bipolaren St\u00f6rungen.<\/strong><\/p>\n<p>Damit sind mit Sicherheit Migr\u00e4neprophylaxe und die Prophylaxe gegen Cluster-Kopfschmerz, f\u00fcr die es nie eine Zulassung gegeben hatte, und die dennoch von der \u201eDeutschen Migr\u00e4ne- und Kopfschmerz-Gesellschaft\u201c als Einsatzgebiet empfohlen wurde, kein Grund f\u00fcr weitere Verschreibungen, auch nicht bei nicht schwangeren Frauen.<\/p>\n<h2>450 gesch\u00e4digte Babys oder Totgeburten<\/h2>\n<p>In Frankreich soll es 450 Babys gegeben haben, die aufgrund der Verschreibung von Valproins\u00e4ure gesch\u00e4digt oder tot geboren wurden. Insgesamt wurde das Mittel 14.000 Schwangeren verschrieben, von denen 4300 Patientinnen einen Schwangerschaftsabbruch durchf\u00fchrten. Man verzeichnete 800 Fehlgeburten und 115 Totgeburten. Der genaue Anteil an Missbildungen ist zur Zeit nicht bekannt.<\/p>\n<p><strong>Es ist bemerkenswert, wie die franz\u00f6sischen Gesundheitsbeh\u00f6rden mit diesem Skandal umgehen. Anstatt ihn zu verschleiern, werden die entsprechenden gesetzlichen Verf\u00fcgungen erlassen und ein Fond zur Entsch\u00e4digung der Betroffenen errichtet.<\/strong><\/p>\n<h2>Was macht man in Deutschland?<\/h2>\n<p>In Deutschland dagegen scheint man so zu tun, als w\u00fcrde es die Substanz \u00fcberhaupt nicht geben. Die offiziellen deutschen Gesundheitsbeh\u00f6rden geben sich mit der Erkenntnis zufrieden, dass Valproins\u00e4ure hierzulande weniger h\u00e4ufig verschrieben wurde als in Frankreich. Laut Unterlagen der AOK wurde die Substanz in den letzten zehn Jahren 250.000-290.000 mal f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter verschrieben.<\/p>\n<p>Trotz der Warnhinweise und der massiv eingeschr\u00e4nkten Indikationsstellung gibt es nur eine schwach abnehmende Tendenz bei den Verschreibungen.<\/p>\n<p><strong> F\u00fcr mich ist der deutsche Umgang mit dem Skandal ein Skandal im Skandal!<\/strong> Statt hier den Verantwortlichen auf die F\u00fc\u00dfe zu treten, wie die Franzosen das zu tun gedenken, wird hier wieder alles unter den Teppich gekehrt.<\/p>\n<p>Klar, wegen den paar Kr\u00fcppeln die deutsche Wettbewerbsf\u00e4higkeit aufs Spiel setzen, so was kommt evidenzbasiert nicht infrage!<\/p>\n<p><strong>Pillen die krank machen, ein Gesundheitssystem was die Verantwortlichen vor der Verantwortung sch\u00fctzt, kein Aufschrei nach Verboten, wenn medizinische Verb\u00e4nde Substanzen f\u00fcr Indikationen zur Prophylaxe freigeben, f\u00fcr die es keine Zulassung gibt und vieles mehr &#8211; dies sind evidenzbasierte Schweinereien der Schulmedizin und Pharmaindustrie, die endlich dem Letzten klarmachen sollten, dass wir hier nie und nimmer von Gesundheit reden.<\/strong><\/p>\n<p>Nur so ist es zu verstehen, dass der Fall Contergan immer wieder m\u00f6glich wird, wenn auch nur mit anderen Substanzen, aber mit \u00e4hnlichen Konsequenzen. Es handelt sich hier weniger um eine mangelnde Lernf\u00e4higkeit seitens der Schulmedizin und Pharmaindustrie, sondern vielmehr um die immer gleiche und wiederkehrende Triebfeder: das Gesch\u00e4ft mit der Gesundheit.<\/p>\n<p>Und so endet der \u201eSpiegel\u201c-Bericht mit der Beobachtung, dass die Verschreibungen von Valproins\u00e4ure in Deutschland im Jahr 2015 immer noch die stolze Zahl von 237.000 ausmachte, nur 11.000 Verschreibungen weniger als im Jahr zuvor.<\/p>\n<p>Das ist eine bemerkenswerte Bilanz f\u00fcr eine Substanz, f\u00fcr die es eine sehr eng gefasste Indikation gibt, und da nur als Mittel der letzten Wahl, und wof\u00fcr es stattdessen f\u00fcnf alternative Wirkstoffe gibt, die w\u00e4hrend der Schwangerschaft nicht diese Probleme provozieren.<\/p>\n<h2>F\u00fcr mich stellt sich hier die Frage: Was geht hier eigentlich vor sich?<\/h2>\n<p>Denn im Jahr 2015 war die offizielle Einschr\u00e4nkung der Indikation mit allem drum und dran bereits Teil der medizinischen Regularien. Aber dennoch scheinen sich die\u00a0Mediziner ein feuchtes Etwas um die eigenen Vorschriften zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Unter diesem Aspekt verbiete ich mir jede Kritik seitens der Schulmedizin an\u00a0naturheilkundlichen Ma\u00dfnahmen. Kehrt erst einmal vor eurer eigenen T\u00fcr! Ich kenne keine alternativmedizinische oder naturheilkundliche\u00a0Ma\u00dfnahme, die \u00e4hnlich viel Elend in die Welt gesetzt hat &#8211; und Contergan, <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/avandia-evidenzbasiertes-desaster-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Avandia<\/a>, <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/vioxx-skandal-merck\/\">Vioxx<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/lipobay-skandal.html\">Lipobay,<\/a> <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/aids-export\/\">AIDS Export nach Asien<\/a> und all die anderen noch nicht mit eingerechnet.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p><strong>Nichts Neues im Land der Skandale. Wenn einer auftaucht, dann wird er (zumindest in Deutschland) totgeschwiegen. Denn das Gesch\u00e4ft darf dadurch nicht gest\u00f6rt werden. The show must go on.<\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte den ganzen Tag einfach nur kotzen!<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df: Skandale gibt es zahlreiche, besonders wenn man die Zeitungen aufschl\u00e4gt oder den Fernseher einschaltet. Aber wenn es die Pharmabranche betrifft, h\u00f6rt und liest man wenig bis gar nichts dazu. 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