{"id":2287,"date":"2016-12-15T11:30:49","date_gmt":"2016-12-15T09:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=2287"},"modified":"2022-12-04T23:52:59","modified_gmt":"2022-12-04T21:52:59","slug":"kranker-teurer-patient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/kranker-teurer-patient\/","title":{"rendered":"Der kranke teure Patient &#8211; Oder: Wie wir ver\u00e4ppelt werden&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Alle reden vom Sparen. Eigentlich schon immer.\u00a0Und wenn in der Pharmaindustrie und &#8222;Schulmedizin&#8220; vom Sparen geredet wird, dann kann man fast sicher sein, dass\u00a0gro\u00dfe Ausgaben vor der T\u00fcr stehen.<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr wen? Wenn alle Stricke rei\u00dfen, dann sicherlich f\u00fcr die Patienten&#8230;<\/p>\n<p>Und so geht das Spiel los: Jedes Jahr kommen um die 30 neue Medikamente auf den Markt. Man sollte hier meinen, dass aufgrund der Menge und dem marktwirtschaftlichen Gesetz von Angebot und Nachfrage die Preise f\u00fcr Medikamente fallen sollten. In der Realit\u00e4t ist aber das genaue Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p>Die Preise steigen, steigen, und steigen. Jahrestherapiekosten f\u00fcr einen Krebspatienten in der Onkologie k\u00f6nnen da schon mal 100.000 \u20ac und mehr erreichen. Von daher braucht man kein Prophet zu sein, um voraussagen zu k\u00f6nnen, dass das Gesundheits- und Krankenversicherungssystem fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kollabieren wird&#8230;<\/p>\n<p><!--more-->Ein Beispiel ist ein relativ neu zugelassenes Medikament zur Behandlung von Hepatitis C: Sofosbuvir. Die Substanz wurde 2014 in den USA zugelassen. Sie gilt heute schon als unentbehrliches Arzneimittel in der Liste der Weltgesundheitsorganisation. Diese Unendbehrlichkeit kostet den Patienten bzw. seiner Krankenkasse fast 44.000 \u20ac f\u00fcr eine zw\u00f6lfw\u00f6chige Therapie. In Deutschland gibt es rund 300.000 Patienten mit Hepatitis C. Der daraus resultierende Betrag ergibt eine Summe, die keine Krankenkasse aufbringen kann.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung f\u00fcr die hohen Preise seitens der Hersteller ist nat\u00fcrlich die Behauptung, dass dieses Medikament eine Heilung von <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/leber\/hepatitis-c.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hepatitis C <\/a>sicherstellt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich nicht behaupten, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Aber bei solch hohen Preisen kann man doch als Kunde, sprich Patient, eine Studienlage erwarten, wo durch prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studien die Sicherheit und Effektivit\u00e4t der Substanz nachgewiesen worden ist.<\/p>\n<p>Die Studien, die 2016 zu dieser Substanz durchgef\u00fchrt worden sind, sind entweder offene Studien, Kurzzeitstudien, oder Studien mit geringer Teilnehmerzahl. Die neueste Studie vom Dezember dieses Jahres (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27943605\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Efficacy and Safety of DAA-based antiviral therapies for HCV patients with stage 4-5 chronic kidney disease: A Meta-analysis.<\/a>) ist eine Metaanalyse, die elf Studien umfasst mit insgesamt 264 Teilnehmern. Das sind im Durchschnitt 24 Teilnehmer pro Studie. Selbstredend kommt diese Metaanalyse zu positiven Ergebnissen, ungeachtet der Tatsache, dass die Teilnehmerzahl alles andere als aussagekr\u00e4ftig ist.<\/p>\n<p><strong>Wie es aussieht, hat die Pharmaindustrie jetzt ein neues Gesch\u00e4ftsmodell: mangelhafte und undurchsichtige Dokumentationen, wo die Hand voll von Teilnehmern gerade einmal eine Alibifunktion einnimmt. Daf\u00fcr, dass man bei der Dokumentation hat sparen k\u00f6nnen, kann man die Ersparnis beim Preis aufschlagen.<\/strong><\/p>\n<p>Alle diese Studien behaupten zudem, dass die Substanz gut vertr\u00e4glich sei. Wenn man sich aber einmal die Webseite von <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220530022944\/https:\/\/www.drugs.com\/sfx\/sofosbuvir-side-effects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drugs.com<\/a> anschaut, dann sieht man schnell, dass man aus dem Legoland der schulmedizinischen Wissenschaft zur\u00fcckgekehrt sein muss. Denn diese Substanz, die angeblich so gut vertr\u00e4glich ist, zeigt hier eine Latte an Nebenwirkungen, die f\u00fcr mein Daf\u00fcrhalten nichts mit Vertr\u00e4glichkeit zu tun haben.<\/p>\n<p>Zum Beispiel: 36 % Kopfschmerzen und Schwindel, bis zu 10 % Konzentrationsst\u00f6rungen, Migr\u00e4ne und eingeschr\u00e4nktes Erinnerungsverm\u00f6gen. 34 % \u00dcbelkeit 12 % Durchfall, 27 % Juckreiz, 18 % Hautausschlag, bis zu 10 % Haarausfall, 25 % Schlafst\u00f6rungen, 13 % Gereiztheit, bis zu 10 % Depressionen und Unruhezust\u00e4nde. Die Liste geht weiter mit h\u00e4matologischen, kardiovaskul\u00e4ren, metabolischen usw. Nebenwirkungen, die alles andere als Vertr\u00e4glichkeit dokumentieren.<\/p>\n<p><strong>Das Problem der steigenden Preise f\u00fcr Medikamente liegt nach meinem Daf\u00fcrhalten in der Tatsache begr\u00fcndet, dass \u00c4rzte und Patienten immer noch an das Dogma der Schulmedizin glauben, dass nur chemische Substanzen in der Lage sind, Krankheiten zu heilen.<\/strong> Wenn dieses Dogma kategorisch alternative Heilmethoden ignoriert oder negiert, dann sind Schulmedizin und Pharmaindustrie die alleinigen Besitzer der Lizenz zum Heilen und haben somit das Monopol daf\u00fcr. Und wer das Monopol hat, der darf auch die Preise bestimmen.<\/p>\n<p><strong>Darum bem\u00fcht man sich auch in der \u00c4rzteschaft um die Quadratur des Kreises, indem man die Monopolstellung f\u00fcr sich zementieren m\u00f6chte, ohne die daraus folgenden Konsequenzen zu akzeptieren.<\/strong> Und einer dieser Konsequenzen ist, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen machtlos sind. Und wie es aussieht wird sich diese Machtlosigkeit auf die verehrte Kundschaft (die Versicherten) niederschlagen.\u00a0Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden die Versicherungsbeitr\u00e4ge wieder einmal erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Gibt es Medikamente ohne nachweisbaren Nutzen?<\/h2>\n<p>So etwas ist in der evidenzbasierten Schulmedizin so gut wie unm\u00f6glich, oder? Ist es nicht so, dass dies im Prinzip nur f\u00fcr die alternative Medizin gilt? Umso verwunderlicher ist es, wenn wir zum Beispiel bei DocCheck zu lesen bekommen, dass es anscheinend\u00a0neue Medikamente gibt, wo ein nachweisbarer Nutzen fehlt.<\/p>\n<p><strong>Ein Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen bem\u00e4ngelt in diesem Zusammenhang, dass die neuen Medikamente h\u00e4ufig nichts anderes sind als minimale Ver\u00e4nderungen alter Medikamente, sich durch diese spezifischen Ver\u00e4nderungen aber f\u00fcr eine Patentierbarkeit qualifizieren.<\/strong> Und so ein Patent l\u00e4uft nun mal 20 Jahre, in denen der Hersteller das Monopol auf das entsprechende Pr\u00e4parat hat. So kritisiert der eben erw\u00e4hnte Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, dass die n\u00fctzliche oder positive Wirkung neuer Substanzen oft nicht erwiesen ist. Er sagt weiter: \u201e<i>Teuer ist sie auf jeden Fall, und darin besteht das Hauptanliegen der Pharmaindustrie<\/i>.\u201c<\/p>\n<p>Die Idee von der \u201eindividualisierten und ma\u00dfgeschneiderten Therapie\u201c (die schon seit Jahrzehnten in der\u00a0Naturheilkunde verankert ist), wird dennoch als\u00a0&#8222;nicht evidenzbasiert&#8220; bewertet. Da kann\u00a0ich fast nur den Eindruck gewinnen, dass\u00a0man in der Schulmedizin anscheinend\u00a0Superargumente f\u00fcr eine super teure Therapie hat und sich dabei sehr wohl f\u00fchlt&#8230;<\/p>\n<p><strong>Der Erfindungsreichtum der Pharmaindustrie, wenn es darum geht, die Preise nach oben zu liften, scheint unersch\u00f6pflich zu sein.<\/strong> <em><strong>Nicht umsonst sind weltweit die Kosten f\u00fcr patentgesch\u00fctzte Arzneimittel zwischen 1996 und 2015 um das Siebenfache gewachsen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>An dieser Stelle kommt nat\u00fcrlich sofort der Einwand seitens der Pharmaindustrie, dass die Forschung mit allen drum und dran f\u00fcrchterlich teuer ist. In Wahrheit gibt die Pharmaindustrie signifikant mehr Mittel aus f\u00fcr Werbung und Marketing als f\u00fcr Forschung. Und inzwischen gibt es Belege das \u00f6ffentlich finanzierte Pharmaforschung neue Medikamente generieren kann, wo die Forschungskosten nur ein Zehntel dessen betragen, was die Pharmaindustrie von sich behauptet.<\/p>\n<p>Am Beispiel von <em>Sofosbuvir<\/em> k\u00f6nnen wir erkennen, dass die Dokumentation dieser neuen Substanz, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anderer Substanzen, alles andere als evidenzbasiert zu sein scheint. Denn der goldene Standard klinischer Studien sieht anders aus. In den letzten Jahren ist immer mehr der Trend zu beobachten, dass Studien mit fragw\u00fcrdigem Design, die man sonst so gerne Substanzen der Alternativmedizin unterstellt, den neuen goldenen Standard schulmedizinischer Forschung auszumachen scheinen. Komplement\u00e4r dazu scheint auch das Zur\u00fcckhalten von Studienergebnissen oder die Manipulation von Studiendaten neuer integraler Bestandteil der schulmedizinischen Forschung zu werden. Unter diesen Gesichtspunkten glaube ich, dass wir die Bedeutung des Wortes \u201eevidenzbasiert\u201c neu definieren m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>\u00dcber die Quadratur des Kreises<\/h2>\n<p>Man k\u00f6nnte auch sagen, wasch mich, aber mach mich nicht nass. Denn laut DocCheck stellen die Experten eine Reihe von Forderungen, wie dieses Problem mit den hohen Preisen zu l\u00f6sen ist.<\/p>\n<p>Wie?<\/p>\n<p>Durch Offenheit.<\/p>\n<p>Aha.<\/p>\n<p>Wo?<\/p>\n<p>Bei der Preisgestaltung.<\/p>\n<p>Es soll eine Transparenz geben f\u00fcr die Kosten in Forschung und Entwicklung. Und es soll eine Transparenz geben bei den Ergebnissen klinischer Studien. Deutlicher kann man es nicht zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>Keine Transparenz bei klinischen Studien? Wozu dann noch klinische Studien?<\/p>\n<p>So l\u00e4sst einer der Experten verlauten: \u201e<i>Lange war es kaum m\u00f6glich zu erfahren, welchen Nutzen neue Medikamente tats\u00e4chlich f\u00fcr die Patienten hatten. Denn wenn etwas neu oder innovativ bedeutet das ja nicht, dass es auch n\u00fctzlich ist.<\/i>\u201c Bei diesen Worten m\u00f6chte man glatt glauben, dass der Experte von alternativmedizinischen Produkten redet. Aber das ist nicht der Fall.<\/p>\n<p>Interessant auch die Ank\u00fcndigung dass die Offenlegung von Studiendaten auf europ\u00e4ischer Ebene beschlossen worden ist, ein f\u00fcr mich kaum nachvollziehbarer Beschluss. Denn das ist das mehr oder weniger direkte Eingest\u00e4ndnis, dass in der Schulmedizin Studiendaten Geheimsache sind\/waren. Wir haben hier offensichtlich einen weiteren fundamentalen Unterschied zu den Naturwissenschaften, wo der Erkenntnisfortschritt vom Austausch der Ergebnisse der verschiedenen Forschergruppen abh\u00e4ngt. Aber da die schulmedizinische Forschung keine Wissenschaft ist, sondern ein Gesch\u00e4ftsmodell, wo es um viel Geld geht, gibt es nat\u00fcrlich auch die entsprechenden Gesch\u00e4ftsgeheimnisse.<\/p>\n<p>Leider gibt es auch die entsprechenden Konsequenzen f\u00fcr die Patienten, die mit teuren, nebenwirkungsreichen und oft wirkungsarmen Medikamenten leben &#8211; oder sterben \u2013 m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle reden vom Sparen. Eigentlich schon immer.\u00a0Und wenn in der Pharmaindustrie und &#8222;Schulmedizin&#8220; vom Sparen geredet wird, dann kann man fast sicher sein, dass\u00a0gro\u00dfe Ausgaben vor der T\u00fcr stehen. Aber f\u00fcr wen? 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