{"id":2199,"date":"2016-06-01T15:56:07","date_gmt":"2016-06-01T13:56:07","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=2199"},"modified":"2025-10-22T09:48:36","modified_gmt":"2025-10-22T07:48:36","slug":"bittere-arzneimittelstudien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/bittere-arzneimittelstudien\/","title":{"rendered":"Arzneimittelstudien: Noch mehr bittere Pillen"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt \u201e<a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/\">bitteren Pillen und es gibt schlechte Nachrichten\u2026<\/a> Jetzt gibt es ganz schlechte Nachrichten. Und die basieren auf einem Skandal, der sich vor rund zwei Jahren in der Pharmabranche abspielte: <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/pharmaskandal-gefaelschte-arzneimittelstudien-gkv-bio-2014\/\">Pharmaskandal \u2013 Gef\u00e4lschte Arzneimittelstudien durch GVK Bio?<\/a><\/p>\n<p>Diesen Artikel schrieb ich seinerzeit zu diesem Skandal. In diesem Beitrag sind weitere Links und Verweise auf \u00e4hnlich ausgerichtete Artikel aus meiner Feder, die belegen, dass diese Praktiken der Pharmaindustrie alles andere sind als \u201eAusrutscher\u201c oder \u201eEinzelf\u00e4lle\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Danach h\u00f6rte man nicht mehr viel von dieser \u201ePanscherei\u201c aus Indien, wo sich namhafte Pharmafirmen ihre Zulassungsstudien und mehr haben stricken lassen. Mit dieser Strategie des Totschweigens wollte man Gras \u00fcber die Sache wachsen lassen, auf dass man zu gegebener Zeit wieder als \u201eevidenzbasierte\u201c Einrichtung vor die \u00d6ffentlichkeit treten konnte.<\/p>\n<p>Aber: Jetzt gibt es sie wieder, diese \u00d6ffentlichkeit. Und die sieht alles andere als\u00a0rosig aus. Die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c behauptet n\u00e4mlich: \u201e<i>Beh\u00f6rde: 52 deutsche Medikamente vorerst besser nicht zulassen<\/i>\u201c. Leider beziehungsweise Gottlob ist die S\u00fcddeutsche nicht die Einzige, die dies behauptet. Gleiches berichten uns \u201e<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160814233413\/http:\/\/www.focus.de\/wissen\/diverses\/wissenschaft-behoerde-52-deutsche-medikamente-vorerst-besser-nicht-zulassen_id_4426935.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Focus<\/a>\u201c, Greenpeace, \u201e<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wissenschaft_nt\/article136711441\/52-deutsche-Medikamente-vorerst-besser-nicht-zulassen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Welt<\/a>\u201c und <a href=\"http:\/\/www.bionity.com\/de\/news\/150877\/80-medikamente-in-deutschland-gestoppt-studien-mangelhaft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bionity<\/a>, die sogar von 80 Medikamenten sprechen&#8230;<\/p>\n<p>Und Grundlage f\u00fcr den Zulassungsstop ist eben dieser Medikamentenskandal in Indien von vor rund zwei Jahren. Insgesamt sind 16 Hersteller von Nachahmer-Pr\u00e4paraten mit 80 Produkten betroffen. Es handelt sich hier um Medikamente zur Behandlung von Hypertonie, Migr\u00e4ne, Depressionen und prophylaktische Mittel gegen Herzinfarkt. Wie das BfArM verlauten lie\u00df, sind hiervon verschiedene Darreichungsformen und Packungsgr\u00f6\u00dfen betroffen, f\u00fcr die jeweils gesonderte Zulassungen notwendig sind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Vertreter von GVK Biosciences Manipulationsvorw\u00fcrfe zur\u00fcckweisen, gilt es heute als erwiesen, dass die Firma im gro\u00dfen Stil manipuliert hat. Es sind Daten sch\u00f6n gerechnet und EKGs manipuliert worden.<\/p>\n<p>Inzwischen f\u00fchrt GVK keine Studien mehr durch. Man wartet hier ab, wie sich die Streitfrage um die Manipulationen entwickeln.\u00a0Ich w\u00fcrde\u00a0ja erwarten, dass solche Manipulationen als Betrug eingestuft werden &#8211;\u00a0da sich\u00a0dies ja (unter Umst\u00e4nden) nachhaltig auf die Gesundheit und vielleicht sogar das Leben (oder vielmehr vorzeitige Ableben) der Patienten auswirken k\u00f6nnte,\u00a0 die solche \u201egesch\u00f6nten\u201c Medikamente einnehmen oder in Zukunft einnehmen sollen.<\/p>\n<p>Werden eventuell auftretende Todesf\u00e4lle oder nachhaltige gesundheitliche Sch\u00e4den dann als \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c behandelt oder als Totschlag beziehungsweise K\u00f6rperverletzung? Wie gesagt, bestreitet GVK alle Anschuldigungen. Und damit werden m\u00f6gliche Probleme beim Patienten, der so zugelassene Medikamente einnimmt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eben nicht auf die get\u00fcrkten Zulassungsdaten zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>An dieser Stelle w\u00fcrde man die ersten juristischen Schritte gegen GVK erwarten. Aber so wie es aussieht freut sich die Firma, dass hier (noch) nichts in die Wege geleitet worden ist: \u201e\u00ab<i>Wir haben noch nicht von unseren Kunden geh\u00f6rt\u00bb, sagte die [GVK] Sprecherin.<\/i>\u201c Und wie es den Anschein hat, wird es auch keine juristischen Schritte geben.<\/strong><\/p>\n<p>Denn die Auftraggeber-Firmen waren ja im Grunde mit den Ergebnissen der Zulassungsstudien (Bio\u00e4quivalenzstudien) zufrieden. H\u00e4tte es da nicht diese Entdeckung durch die franz\u00f6sische Arzneimittelbeh\u00f6rde ANSM gegeben, dass hier im gro\u00dfen Stil betrogen wurde, w\u00e4re keiner der Auftraggeber aufgestanden und h\u00e4tte sich beklagt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Vertreter der Schulmedizin hat aber auch dieser Tiefschlag gegen den eigenen Anspruch auf Allwissenheit und Evidenzbasiertheit noch ein Gutes. Der Pr\u00e4sident des BfArM formuliert das folgenderma\u00dfen: \u201e<i>Es ist gut, dass wir jetzt auch auf europ\u00e4ischer Ebene ein deutliches Signal f\u00fcr die Einhaltung unserer hohen ethischen und medizinischen Standards f\u00fcr klinische Pr\u00fcfungen setzen.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Gut gebr\u00fcllt, L\u00f6we! <strong>Immer wenn etwas f\u00fcrchterlich \u201ein die Hose geht\u201c, dann werden Ideale und Standards auf h\u00f6chster Ebene aus der Schublade gekramt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Aber Ideale und Standards haben ist die eine Sache \u2013 und ziemlich einfach dazu. Diese aber konsequent \u201eevidenzbasiert\u201c in der Praxis durchsetzen, auch wenn es einmal teuer und kompliziert wird, das ist die Kehrseite, an der die Schulmedizin und vor allem die Pharmaindustrie regelm\u00e4\u00dfig (= sehr h\u00e4ufig) scheitern. Wer finanzielle Interessen als oberste Priorit\u00e4t gesetzt hat, f\u00fcr den sind Ideale und sch\u00f6ne Standards nichts als ideologische Begleitmusik zu kriminellen Praktiken.<\/p>\n<p>Und da ist der \u201eUnfall\u201c in Indien nur als ein leider allzu deutliches Bild von den Vorg\u00e4ngen in der Pharmaindustrie zu werten: W\u00e4hrend man in Europa und den Staaten etwas geschickter und mit mehr Feigenbl\u00e4ttern seine betr\u00fcgerischen Aktivit\u00e4ten umsetzt, haben sich die Inder wohl gedacht, dass Europa und die USA weit entfernt sind und dass man hier mit seinen Praktiken etwas unvorsichtiger\/bedachtloser sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Der \u201eZulassungsskandal\u201c in Indien ist ein \u201eZulassungsunfall\u201c. Die Inder haben der Welt zeigen k\u00f6nnen, ohne es zu wollen nat\u00fcrlich, wie man in der Pharmaindustrie arbeitet und was hier \u201eevidenzbasiert\u201c hei\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Die Betr\u00fcgereien waren so heftig, dass selbst die europ\u00e4ischen Zulassungsbeh\u00f6rden nicht in der Lage waren, die Augen zu verschlie\u00dfen und der Sache ihren Lauf zu lassen.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr Jubel \u00fcber die hohen ethischen und medizinischen Standards ist diese Angelegenheit nicht. Sie ist (f\u00fcr mich wenigstens) ein sehr gewichtiger Grund, mehr \u00fcber gesundheitliche Prophylaxe und alternative Behandlungskonzepte nachzudenken. Denn sollte man einmal erkranken und dann solche (m\u00f6glicherweise) krank machenden Medikamente erhalten, dann wird man evidenzbasiert den K\u00fcrzeren ziehen.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr alle Freunde der Schulmedizin und Pharmaindustrie habe ich noch den Rat bereit: Bevor ihr verlangt, dass Hom\u00f6opathie, Heilpflanzen (und so weiter) eine Zulassung durchlaufen sollten, seht erst einmal zu, dass eure eigenen Medikamente eine Zulassung durchlaufen, die den Namen verdient. Oder reicht hier der Schein aus Indien schon aus? Euer Laden stinkt derartig, dass die Rinderst\u00e4lle des Augias (bekannter als Saust\u00e4lle der Auguren) f\u00fcr mich als allerfeinstes Parfum erscheinen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt \u201ebitteren Pillen und es gibt schlechte Nachrichten\u2026 Jetzt gibt es ganz schlechte Nachrichten. Und die basieren auf einem Skandal, der sich vor rund zwei Jahren in der Pharmabranche abspielte: Pharmaskandal \u2013 Gef\u00e4lschte Arzneimittelstudien durch GVK Bio? 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