{"id":1928,"date":"2014-12-05T22:30:25","date_gmt":"2014-12-05T20:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=1928"},"modified":"2022-07-29T11:23:42","modified_gmt":"2022-07-29T09:23:42","slug":"gentherapie-medikament-54000-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/gentherapie-medikament-54000-euro\/","title":{"rendered":"Gentherapie-Medikament &#8211; Jede Spritze 54.000 Euro"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1930\" src=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gentherapie-510px.jpg\" alt=\"gentherapie\" width=\"510\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gentherapie-510px.jpg 510w, https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/gentherapie-510px-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/p>\n<p>Worum geht es? Es geht eigentlich um sogenannte &#8222;Orphans&#8220;. Orphan\u00a0ist englisch und bedeutet auf deutsch \u201eWaise\u201c. In der Pharmazie wird dieser Begriff f\u00fcr Medikamente benutzt, die, so <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orphan-Arzneimittel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>, \u201ef\u00fcr die Behandlung seltener Krankheiten eingesetzt werden\u201c. Da k\u00f6nnte man meinen, dass die Pharmaindustrie doch noch so etwas wie ein Einsehen hat und Medikamente erforscht und herstellt f\u00fcr Krankheiten, die selten sind und keinen Markt wie Hypertonie, Diabetes, Hypercholesterin\u00e4mie, Krebs etc. haben. Im n\u00e4chsten Satz jedoch wird der Leser umgehend korrigiert. Denn da steht es schwarz auf wei\u00df, worum es der Pharmaindustrie in der Hauptsache geht: \u201e<i>Diese Medikamente sind wegen des teilweise winzigen Marktes, ihres daher geringen Umsatzes w\u00e4hrend des gesetzlichen Patentschutzes, bei gleichzeitig hohen Entwicklungskosten, f\u00fcr die pharmazeutische Industrie nicht interessant.<\/i>\u201c Also doch kein Wohlt\u00e4tertum?<\/p>\n<p><!--more-->Aber: auf der anderen Seite gibt es diese Art der Medikamente. Da aber Wohlt\u00e4tertum und N\u00e4chstenliebe bei der Pharmaindustrie ausscheiden, kann das nur hei\u00dfen, dass die Waisenkinder der Pharmaindustrie einen Preis haben, der (nat\u00fcrlich) so einzigartig ausf\u00e4llt wie die Medikamente selbst. Die \u201eDAZ.online\u201c gibt hierf\u00fcr ein schockierendes Beispiel: <a href=\"http:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/politik\/news\/2014\/11\/28\/glybera-therapie-kostet-11-millionen-euro\/14465.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rekordpreis f\u00fcr Orphan Drug &#8211; Glybera-Therapie kostet 1,1 Millionen Euro<\/a>.<\/p>\n<p>Glybera\u00ae ist seit Anfang November 2014 als erstes Gentherapie-Medikament auf dem deutschen Markt zugelassen. Eine einzige Injektion kostet fast 54.000 Euro. Da es mit einer einmaligen Gabe nicht getan ist, ben\u00f6tigt der Patient mehrere Injektionen in definierten Abst\u00e4nden, so dass unter dem Strich eine stolze Summe von \u00fcber 1 Millionen Euro f\u00fcr seine Behandlung herauskommt. Da es in Europa fast 200 m\u00f6gliche Patienten f\u00fcr diese Therapie gibt, w\u00fcrden hier \u00fcber 200 Millionen Euro zu Buche schlagen, was das Desinteresse der Pharmaindustrie schlagartig heilen hilft.<\/p>\n<p>Momentan findet eine sogenannte \u201eZusatznutzenbewertung\u201c statt, durchgef\u00fchrt vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Vielleicht sind die Preisvorstellungen des Herstellers UniQure und der Vertriebsfirma Chiesi selbst der verkaufst\u00fcchtigen Schulmedizin ein Deut zu \u00fcberspannt. Die Krankenkassen feiern die Gentherapie im Allgemeinen und Glybera im Speziellen als \u201eSegen f\u00fcr die Menschen mit unheilbaren Krankheiten\u201c (<a href=\"http:\/\/www.krankenkassen.de\/dpa\/215772.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hoffnung und \u00c4ngste: Erste Gentherapie in Deutschland vor Zulassung<\/a> \u2013 Ein Artikel von August 2012). Eine Quelle, die mir angab, ob die Krankenkassen auch diesen Segen finanzieren, konnte ich nicht finden. Ich vermute, dass es beim Jubilieren seitens der Krankenkassen bleibt, welches sofort verstummen wird, wenn die ersten Rechnungen ins Haus flattern.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Gentherapie \u2013 Segen oder Regen f\u00fcr die Menschheit?<\/h2>\n<p>\u00dcber eine Million f\u00fcr eine einzige Therapie bei einem einzigen Patienten. Bei einem solchen Preis sollte man meinen, dass man f\u00fcr sein Geld auch eine dementsprechende Therapie bekommt, die die Krankheit in Vergessenheit geraten l\u00e4sst. Aber das Prozedere ist alles andere als millionenverd\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Das Behandlungsprinzip sieht so aus, dass dem K\u00f6rper des Erkrankten einige Zellen entnommen werden, denen dann im Labor, also in vitro, Nukleins\u00e4uren injiziert werden, die die Informationen enthalten, die eigentlich beim Erkrankten da sein sollten, aber aufgrund des genetischen Defekts fehlen. Danach l\u00e4sst man die so behandelten Zellen wachsen beziehungsweise sich vermehren. Der n\u00e4chste Schritt sieht vor, die behandelten und sich vermehrten Zellen wieder dem K\u00f6rper des Erkrankten zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Eine andere Vorgehensweise sieht so aus, dass die Behandlung in vivo, also im Organismus des Erkrankten stattfindet. Hierzu m\u00fcssen die Nukleins\u00e4uren \u00fcber ein \u201eShuttle\u201c oder ein Tr\u00e4germedium in die K\u00f6rperzellen eingebracht werden. Das k\u00f6nnen Viren sein, die mit den Nukleins\u00e4uren geimpft worden sind oder Chemikalien mit einer elektrischen Ladung.<\/p>\n<p>Die Mikroinjektion gilt momentan als das zuverl\u00e4ssigste Verfahren, da die Chancen f\u00fcr einen erfolgreichen Einbau der genetischen Informationen bei diesem Verfahren am h\u00f6chsten sind. Und das sind nur 1 zu 5. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass man jede einzelne Zelle individuell behandeln muss.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die eher geringen Chancen eines erfolgreichen Einbaus der eingeschleusten genetischen Information liegt in der Tatsache, dass man heute noch l\u00e4ngst nicht so weit ist, diese Informationen im Genom genau da zu platzieren, wo sie Gutes tun und keinen Schaden anrichten. Oder mit anderen Worten \u2013 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gentherapie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a> zitiert: \u201e<i>Da eine Integrationsstelle <\/i>(die Stelle, wo die externe genetische Information eingebaut wird \u2013 Anm.v.m.) <i>bisher nicht vorhersehbar ist, k\u00f6nnen andere vorher intakte Gene in ihrer Funktion gest\u00f6rt werden. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte der therapeutische Nutzen des neuen Gens durch eine neue evtl. schwerere Krankheit, bedingt durch die St\u00f6rung eines vorher intakten Gens, ersetzt werden.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Das hei\u00dft also, dass der Patient f\u00fcr \u00fcber eine Million Euro eine Therapie erh\u00e4lt, die zu 20 Prozent \u00fcberhaupt das macht, was von ihr erwartet wird und es selbst dann noch fraglich ist, ob durch das Einbringen der \u201egesundmachenden Gene\u201c nicht andere Gene herausgeschossen oder aber funktionsunt\u00fcchtig gemacht worden sind. Selbst die \u201e<a href=\"http:\/\/www.dg-gt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Gentherapie e.V.<\/a>\u201c d\u00e4mpft ihre eigene Euphorie: \u201e<i>Trotz der so einfachen wie \u00fcberzeugenden Grundidee ist die Gentherapie eine komplexe medizinische Behandlung in mehreren Schritten, die sich im Entwicklungsstadium befindet und noch Nebenwirkungen aufweist<\/i>\u201c. Eine dieser Nebenwirkungen, vor allem wenn das Immunsystem das Ziel der Gentherapie ist, ein entartetes Immunsystem, dass einer Leuk\u00e4mie Vorschub leistet (Siehe Beitrag von Focus: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/gentherapie-nebenwirkung-krebs_aid_203939.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nebenwirkung Krebs<\/a>). Grund daf\u00fcr ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die weiter oben beschriebene falsche Verankerung der neu eingef\u00fcgten Gene ins Genom des Patienten. Die <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news54371\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">idw-Informationsdienst Wissenschaft<\/a> hatte dar\u00fcber berichtet, dass bei der Behandlung von Kindern, die einen schweren Defekt bei der Bildung von T- und B-Zellen aufwiesen, Leuk\u00e4mien ausgel\u00f6st worden waren: \u201e<i>Dies bedeutet, dass der als Genf\u00e4hre verwendete retrovirale Vektor sich zuf\u00e4llig an einer Stelle im Chromosomensatz der Patientenzellen eingebaut hat, welche f\u00fcr die Regulation des Wachstums von T-Zellen eine entscheidende Bedeutung besitzt.<\/i>\u201c Auf der anderen Seite wurden angeblich bei 9 von den 11 behandelten Kindern Therapieerfolge erzielt, die in der Folge nicht mehr gezwungen waren, unter absolut keimfreien Bedingungen zu leben.<\/p>\n<p>Falls vorbehandelte Viren als \u201eShuttle\u201c f\u00fcr die ver\u00e4nderten Gene zum Einsatz kommen, dann besteht die Gefahr einer \u201enormalen Reaktion\u201c des Immunsystems auf diese k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrte Infektion mit diesen Viren. Eine D\u00e4mpfung des Immunsystems w\u00fcrde in diesem Zusammenhang zu einer erh\u00f6hten allgemeinen Infektionsbereitschaft f\u00fchren. Etwas \u00c4hnliches ist 1999 vorgekommen, als bei einem 18-j\u00e4hrigen amerikanischen Patienten 38 Billionen genetisch vorbehandelte Viren injiziert worden waren. Selbst bei einer massiven Infektion mit Viren kommt es nicht zu einer so hohen Virenlast. 4 Tage sp\u00e4ter erlag der Patient dieser Behandlung.<\/p>\n<p>Trotz der massiven Einschr\u00e4nkungen, die die Gentherapie heute hat, feiert die \u201e<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/44\/gentherapie-aids-heilung-nebenwirkungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeit<\/a>\u201c die Gentherapie schon als \u201eReparatur der Natur\u201c, die Aids heilen kann, so pr\u00e4zise ist und weniger Nebenwirkungen hat. Und irgendwo im Artikel kommt dann auch ein Doktorrand namens M\u00fcller vor, der von Magie reden darf. Womit Science-fiction und Abrakadabra elementarer Bestandteil der \u201eZeit\u201c-Wissenschaft zu sein scheinen.<\/p>\n<p>Aber genau so funktioniert die Einf\u00fchrung und Pr\u00e4-Konditionierung der Bev\u00f6lkerung auf eine neue und h\u00f6chst unsichere Behandlungsmethode. Dass hier in der Regel Menschen behandelt werden, die eine h\u00f6chst geringe Lebenserwartung haben, \u00e4ndert nichts an der Tatsache, dass im Hintergrund der Kommerz lauert. Denn bei diesen Menschen l\u00e4sst sich leicht experimentieren, da diese wenig zu verlieren haben. Auf der anderen Seite kosten dann solche Therapien, wie bei Glybera\u00ae, Millionen von Euros. Da ist sofort jedem klar, dass dies nur ein \u201e\u00dcbergangsstadium\u201c ist. Ziel ist es, die Gentherapie so zu forcieren und \u201eausreifen zu lassen\u201c, dass sie auch bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit zum Einsatz kommen kann &#8211; \u201eZeit\u201clich gesehen mit weniger Nebenwirkungen, pr\u00e4zise und die Natur korrigierend.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Teure Gentherapien werden in einigen Jahren Schnee von gestern sein. Denn dann werden Verfahren f\u00fcr alle m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Krankheiten angeboten, die in Konkurrenz stehen zu den ganz normalen Medikamenten, wie wir sie heute kennen &#8211; nicht mehr so teuer wie heute, aber teuer genug, um die Hersteller nicht verarmen zu lassen. Dann wird unser Organismus selbst zu einem Medikamentenhersteller, \u00e4hnlich wie die GVOs, die Nutzpflanzen mit ver\u00e4nderten Genen zur (Eigen)-Produktion von Insektiziden oder Resistenzen gegen aufgetragene Herbizide. W\u00e4hrend solche Behandlungen f\u00fcr extreme F\u00e4lle noch einleuchtend sein k\u00f6nnen, ist das Ziel aber die \u201eAlltagstauglichkeit\u201c dieser neuen Therapieform, die auch bei ganz normalen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Denn Krankheit ist ja, laut \u201eZeit\u201c, ein Versagen der Natur, dass reparaturbed\u00fcrftig ist. Und an anderer Stelle ist auch schon ein Anfang gemacht worden in diese Richtung \u2013 neuartige Impfungen: <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/genetische-impfstoffe-herzlichen-glueckwunsch\/\">Genetische Impfstoffe \u2013 Herzlichen Gl\u00fcckwunsch!<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es? Es geht eigentlich um sogenannte &#8222;Orphans&#8220;. Orphan\u00a0ist englisch und bedeutet auf deutsch \u201eWaise\u201c. In der Pharmazie wird dieser Begriff f\u00fcr Medikamente benutzt, die, so Wikipedia, \u201ef\u00fcr die Behandlung seltener Krankheiten eingesetzt werden\u201c. 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