{"id":1548,"date":"2013-06-20T23:19:29","date_gmt":"2013-06-20T21:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=1548"},"modified":"2023-10-02T19:48:00","modified_gmt":"2023-10-02T17:48:00","slug":"perchlorat-in-obst-und-gemuese-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/perchlorat-in-obst-und-gemuese-2013\/","title":{"rendered":"Perchlorat \u2013 chemischer Zusatz in Obst und Gem\u00fcse"},"content":{"rendered":"<p>Es geht wieder weiter; nach Gammelfleisch I, II und III und danach den Dioxin-Eiern ist jetzt der lebensmittelverarbeitenden Industrie ein neuer medienreifer Clou gelungen: Man hat auf langweilige Wiederholungen \u2013 wie sonst nur in den \u00f6ffentlich rechtlosen Fernsehanstalten \u00fcblich \u2013 verzichtet und stattdessen eine neue Chemikalie in die Lebensmittel \u201eeingetragen\u201c: Perchlorat.<\/p>\n<p><strong>Aber was ist Perchlorat? Und ist es denn wirklich so bedrohend?<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Chemisch gesehen ist Perchlorat das Salz der Perchlors\u00e4ure (HClO<sub>4<\/sub>), die als \u201eSupers\u00e4ure\u201c zu den st\u00e4rksten bekannten S\u00e4uren z\u00e4hlt. Perchlorate bilden sich durch oxidative Vorg\u00e4nge in der Atmosph\u00e4re und lagern sich in der Folge im Staub ab. Durch Niederschl\u00e4ge gelangen sie dann ins Oberfl\u00e4chenwasser und werden dort \u00fcber Mikroorganismen abgebaut.<\/p>\n<p>Perchlorat ist ein Oxidationsmittel, wirkt aber in w\u00e4ssriger L\u00f6sung nur wenig oxidativ, da seine Reduktion ohne Katalysator nur \u00e4u\u00dferst langsam erfolgt. Als Oxidationsmittel dient Perchlorat allerdings als Zusatz in Sprengstoffen und Raketentreibstoffen, da es brandf\u00f6rdernd ist.<\/p>\n<p>Und es kommt in der Medizin zum Einsatz. Denn Perchlorat blockiert durch eine kompetitive Hemmung die Jodaufnahme in der Schilddr\u00fcse. Durch den Einsatz der Substanz soll eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion korrigiert werden.<\/p>\n<p><strong>Mein Salat: mit Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/strong><\/p>\n<p>Das NDR-Magazin \u201eMarkt\u201c hat jetzt zeigen k\u00f6nnen, dass Obst und Gem\u00fcse vom Discounter, Supermarkt und Wochenmarkt mit Perchlorat verunreinigt sind. Wassermelonen, Zucchini und Blattsalate \u201ehat es erwischt\u201c. \u201eMarkt\u201c hatte Produkte von verschiedenen Quellen gekauft und im Labor untersuchen lassen. Ergebnis: Fast jedes Produkt war mit Perchlorat kontaminiert. In drei Proben wurden sogar die staatlich empfohlenen H\u00f6chstkonzentrationen deutlich \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Die Obst- und Gem\u00fcsesorten mit den \u00fcberschw\u00e4nglichen H\u00f6chstmengen waren:<\/p>\n<ul>\n<li>Zucchini aus Spanien, verkauft von Lidl<\/li>\n<li>Wassermelonen aus Spanien, verkauft von Edeka<\/li>\n<li>Kopfsalat aus Belgien, verkauft von Edeka<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt stellt sich die Frage, warum und wie die Chemikalie auf das Obst und Gem\u00fcse gekommen ist. Da wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen k\u00f6nnen, dass diese \u00fcber keine nennenswerte Form einer Schilddr\u00fcse verf\u00fcgen, die zuvor therapiert werden musste, sollten Obst und Gem\u00fcse frei sein von dieser Substanz.<\/p>\n<p>Woher also kommt das Zeugs? Die Antwort: Niemand wei\u00df von nichts.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2gv\"><\/script><\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gab auf seiner Webseite eine Presseerkl\u00e4rung heraus (<a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/2013\/189-Perchlorat-Rueckstaende.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bmelv.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/2013\/189-Perchlorat-Rueckstaende.html<\/a>), auf der das Ministerium erkl\u00e4rt, dass noch keine Ursachen gesichtet worden sind. Weiter sind die Funde nicht nur auf bestimmte Regionen beschr\u00e4nkt, was die Suche nach der Ursache nicht vereinfachen wird. Aber das Ministerium gibt schon halbe Entwarnung, denn es vermeldet: \u201e<i>Neben dem Eintrag z.B. \u00fcber Staub ziehen Experten die M\u00f6glichkeit in Betracht, der Stoff k\u00f6nne auch \u00fcber D\u00fcngemittel in Obst und Gem\u00fcse gelangt sein. Denn auch in einigen D\u00fcngemitteln war k\u00fcrzlich Perchlorat nachgewiesen worden<\/i>\u201c.<\/p>\n<p>Die Experten sprechen also von einem \u201eEintrag\u201c und nicht von einer \u201eKontaminierung\u201c. Das ist beruhigend. Und der Staub ist schuld. Auch das ist beruhigend. D\u00fcngemittel, die brauche ich nicht. Also auch beruhigend. Ich wei\u00df nur nicht, warum ausgerechnet jetzt das Perchlorat im Staub und daher im Gem\u00fcse-Ost auftaucht? Hat es bis vor wenigen Wochen nicht gestaubt? Und wer bem\u00fcht sich, die Substanz in die D\u00fcngemittel zu versetzen (Beamtendeutsch = eintragen)? Wie es aussieht, ist da jemand durch ganz Europa gezogen und hat Staub und D\u00fcngemittel mit Perchlorat begl\u00fcckt.<\/p>\n<p>Aber vielleicht ist es wirklich so, dass die Chlor-Konzentrationen in der Atmosph\u00e4re zugenommen haben und damit auch die nat\u00fcrliche Produktion an Perchloraten. Wer hat aber dann diesen Konzentrationsanstieg zu verantworten? Mein Tipp ist reflexartig: die chemische Industrie, wo Chlor einer der wichtigsten Rohstoffe ist und als L\u00f6semittel zum Beispiel zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p>Aber es ist ja noch nicht erwiesen, ob die Chlor-Konzentrationen wirklich angestiegen sind und daher eine erh\u00f6hte Produktion an Perchloraten nach sich zieht.<\/p>\n<p><strong>Wenn \u201eMarkt\u201c den Markt enth\u00fcllt<\/strong><\/p>\n<p>Der von \u201eMarkt\u201c interviewte Chemiker und Lebensmittelanalytiker Dr. Lach erkl\u00e4rte, dass ein \u201eArzneimittel\u201c im Salat oder Gem\u00fcse eine vollkommen unberechenbare Angelegenheit sei. W\u00e4hrend bei einem Medikament die Dosierung einer Substanz zu kontrollierten Konzentrationen im Organismus eines Patienten f\u00fchrt, ist der Verzehr dieser Substanz \u00fcber Kontaminierungen in Lebensmitteln kaum mehr kontrollierbar.<\/p>\n<p>Nicht nur die aufgenommenen Mengen sind unvorhersehbar, sondern auch wer diese Substanz zu sich nimmt, ist nicht mehr regelbar. So argumentiert Dr. Lach, dass Kinder jetzt mit den kontaminierten Salaten, Zucchinis und Wassermelonen als Bestandteil einer Mahlzeit schon die 4,6-fache Menge an Perchlorat zu sich nehmen als tolerabel. Bei einem Erwachsenen sind es bei gleicher Menge \u201enur\u201c die 1,3-fache Menge der H\u00f6chstbelastung. Aber man h\u00f6rt ja nicht nach einer Mahlzeit auf, Obst, Gem\u00fcse und so weiter zu verzehren, da die Ern\u00e4hrung ein t\u00e4gliches \u201eGesch\u00e4ft\u201c des Organismus ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder ist diese chemische Form der Ern\u00e4hrung besonders katastrophal, da durch das Perchlorat die Schilddr\u00fcsenfunktion gest\u00f6rt wird zu einem Zeitpunkt, wo St\u00f6rungen sich besonders gravierend bemerkbar machen. Und in erster Linie gibt es bei dem Gros der Kinder keine Indikation f\u00fcr eine \u201eBehandlung\u201c von deren Schilddr\u00fcsen. Jeder Eingriff hier in die nat\u00fcrliche Entwicklung kann nur katastrophale Folgen haben.<\/p>\n<p>Nach Gammelfleisch, Dioxin im Ei und anderen Eskapaden beeilen sich jetzt nat\u00fcrlich die \u00c4mter (BfR und BMELV), Lebensmittell\u00e4den und -produzenten, ein besorgtes Gesicht aufzusetzen und engagiert \u00f6ffentlich vorzugeben, an der L\u00f6sung der Ursachen interessiert zu sein. Wie toll man seinerzeit die Dioxin-Eier, ein \u00e4hnliches Szenario, wieder in den Hut rein gezaubert hatte, k\u00f6nnen Sie hier nachlesen: <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/dioxin-neues-nahrungsergaenzungsmittel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dioxin, eine neue Form der \u201cNahrungserg\u00e4nzungsmittel\u201d<\/a>.<\/p>\n<p>Heute gibt es zumindest, dank \u201eMarkt\u201c, nicht nur einen satten Warnruf, sondern sogar ein paar Laborergebnisse. Da f\u00e4llt es den Verantwortlichen schon deutlich schwerer, abzuwiegeln und einen auf Beruhigung der Gem\u00fcter zu machen. <strong>Wenn auch von 17 Untersuchungen, \u201enur\u201c 3 \u00fcber der h\u00f6chstzul\u00e4ssigen Grenze lagen, so zeigen die Ergebnisse, dass \u201enur\u201c 2 Produkte keine Kontamination aufwiesen.<\/strong><\/p>\n<p>Oder mit anderen Worten: Auch wenn mein Salat nur geringe Mengen an Perchlorat aufweist, die vielleicht noch lange nicht an die zul\u00e4ssige Belastungsgrenze reichen, kumulieren sich diese tolerierbaren Mengen im Laufe der Zeit zu einer Konzentration, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Laufe der Jahre einen signifikanten Einfluss auf meine Gesundheit haben wird. Kurz: Das Zeugs geh\u00f6rt da nicht hin, weder in den Salat, noch in meinen K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Schadenfroh kann der \u201eSpiegel\u201c in seinem Beitrag (Warnung vor Perchlorat: D\u00fcngemittelreste verunreinigen Obst und Gem\u00fcse) berichten: \u201e<strong><i>Betroffen sind auch Bio-Lebensmittel, die Proben kamen aus verschiedenen L\u00e4ndern<\/i><\/strong><strong>\u201c. Wer hier aufh\u00f6rt zu lesen und schon anf\u00e4ngt, seine Schl\u00fcsse zu ziehen (dass Bio zwecklos und nur teuer ist \u2013 ich hab\u00b4s doch immer gesagt&#8230;), der wird vom \u201eSpiegel\u201c weiter unten im Beitrag auf der Standspur \u00fcberholt: \u201e<i>In fast jeder Probe sei Perchlorat gefunden worden, hie\u00df es. Bio-Lebensmittel sind demnach weniger betroffen als konventionelles Obst und Gem\u00fcse<\/i>\u201c. <\/strong><\/p>\n<p>Zu schlechter Letzt m\u00fcssen wir noch eine weitere schlechte Nachricht verdauen: Obst und Gem\u00fcse sollten immer gut gewaschen werden, damit Pestizide und Herbizide und anderer Schmutz im Ausguss und nicht im Magen landen. Perchlorate jedoch lassen sich nicht abwaschen. Und beim Kochen erleiden sie auch keinen Schaden, sie verdunsten nicht, sondern bilden sich ein, integraler Bestandteil von Obst und Gem\u00fcse zu sein. Damit ist gew\u00e4hrleistet, dass sie auch wirklich in unser System gelangen und vor Ort an unserer Schilddr\u00fcse schrauben k\u00f6nnen. Wenn das kein Service ist \u2013 Perchlorat f\u00fcr die Schilddr\u00fcse und Antibiotika in den verschiedenen Fleischsorten (<a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/eiertanz-antibiotika-huehner\/\">Eier-Tanz um Antibiotika-H\u00fchner<\/a>) f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf, alles ohne Krankenschein und Krankenversicherung. Man k\u00f6nnte fast meinen, dass dies eine neue Kostend\u00e4mpfungsma\u00dfnahme im Gesundheitswesen ist.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Wir sind (schon wieder) bei Gammelfleisch und Dioxin angekommen. Nur diesmal hei\u00dft der Aufreger Perchlorat. Der ist aber nicht weniger gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Gesundheit seiner Opfer. Und die Verantwortlichen tun, was sie immer tun: Sie schlagen erbarmungslos zur\u00fcck, indem sie Gremien bilden, Vermutungen aus dem luftleeren Raum zaubern, abwiegeln, Risikobewertungen aktualisieren, Beurteilungsgrundlagen zur Verf\u00fcgung stellen u.v.m. Nur Aussagen, wie man die Ursache f\u00fcr die Kontaminationen dingfest machen k\u00f6nnte, davon h\u00f6rt man nichts.<\/p>\n<p>Ach ja: Immerhin haben\u00a0wir ja\u00a0noch\u00a0ca. 2,5% der Bev\u00f6lkerung (2 Millionen Menschen) mit einer <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Hyperthyreose.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schildr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/a> &#8211; die profitieren von der Perchloratgabe vielleicht&#8230; Aber da sind ja auch noch die Patienten mit einer <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Hypothyreose.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a>. Man sch\u00e4tzt bis zu 4 Millionen Betroffene in Deutschland mit einer &#8222;subklinischen&#8220; Schilddr\u00fcsenunterfunktion. Dabei sind die <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blutwerte\/schilddruesenblutwerte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schilddr\u00fcsenhormon-Konzentrationen<\/a> noch normal, aber das TSH erh\u00f6ht &#8211;\u00a0d.h. die Schilddr\u00fcse muss\u00a0verst\u00e4rkt stimuliert\u00a0werden, um gerade noch ausreichend Schilddr\u00fcsenhormone zu produzieren.<\/p>\n<p><strong>Und wenn ich (wieder einmal) davon spreche, dass eine <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/entgiften_entgiftungskur.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterst\u00fctzung unserer biologischen Entgiftungsmechanismen<\/a> dringend geboten ist &#8211; dann gibt es sicher wieder &#8222;Experten&#8220;, die das f\u00fcr Humbug halten&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: pixabay.com &#8211; TheOtherBen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht wieder weiter; nach Gammelfleisch I, II und III und danach den Dioxin-Eiern ist jetzt der lebensmittelverarbeitenden Industrie ein neuer medienreifer Clou gelungen: Man hat auf langweilige Wiederholungen \u2013 wie sonst nur in den \u00f6ffentlich rechtlosen Fernsehanstalten \u00fcblich \u2013 verzichtet und stattdessen eine neue Chemikalie in die Lebensmittel \u201eeingetragen\u201c: Perchlorat. 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