{"id":1335,"date":"2023-05-25T10:32:34","date_gmt":"2023-05-25T08:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=1335"},"modified":"2025-10-22T10:23:25","modified_gmt":"2025-10-22T08:23:25","slug":"homoeopathie-findet-zuspruch-in-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/homoeopathie-findet-zuspruch-in-schweiz\/","title":{"rendered":"Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie &#8211; Beispiel Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist weltweit bekannt f\u00fcr Uhren, Schokolade oder ihre Neutralit\u00e4t. Vielleicht sind die Schweizer deshalb der <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/\">Alternativmedizin<\/a> gegen\u00fcber weit aufgeschlossener als viele andere Europ\u00e4er?<\/p>\n<p>Zumindest wurden in der Schweiz bereits 1998 nach einem entsprechenden Beschluss im Bundesrat die alternativen Heilmethoden <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Anthro.htm\">Anthroposophische Medizin<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/heilverfahren\/homoeopathie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hom\u00f6opathie<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/TCM.htm\">Traditionelle Chinesische Medizin<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Phyto.htm\">Phytotherapie<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Neuraltherapie.htm\">Neuraltherapie<\/a> in den Katalog der medizinischen Grundversorgung aufgenommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Um Wirksamkeit und Nutzen der verschiedenen Heilmethoden pr\u00e4zise zu untersuchen, wurde kurz nach ihrer Aufnahme in die Grundversorgung ein Verfahren namens Health Technology Assessment (HTA) im Auftrag des Schweizer Bundesamts f\u00fcr Gesundheit durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Insbesondere in Bezug auf die Hom\u00f6opathie wurde diese Untersuchung die gr\u00f6\u00dfte und umfassendste ihrer Art, die je von einer Regierung in Auftrag gegeben wurde. Dabei kamen wichtige Erkenntnisse f\u00fcr alle Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, zutage. <strong>Hom\u00f6opathie wurde nicht nur als wirksam, sondern auch als kosteng\u00fcnstiger als konventionelle Medizin eingestuft.<\/strong> Die Autoren fassen es wie folgt zusammen:<\/p>\n<p><em>\u201eZusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass es ausreichend Belege f\u00fcr eine pr\u00e4klinische Wirkung und klinische Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu den konventionellen Therapien eine sichere und kosteng\u00fcnstige Intervention darstellt.\u201c <\/em>(Quelle: Hom\u00f6opathie in der Krankenversorgung &#8211; Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Bornh\u00f6ft, Gudrun; Matthiessen, Peter (Eds.) 2012; ISBN 978-3-88864-419-1)<\/p>\n<p>Der Bericht der Untersuchung erschien zun\u00e4chst auf Deutsch als zusammenfassender Abschlussbericht f\u00fcr die Schweizer Beh\u00f6rden sowie sp\u00e4ter als umfassende Dokumentation. Inzwischen wurde er 2012 nicht nur als Buch publiziert, sondern auch ins Englische \u00fcbersetzt und ver\u00f6ffentlicht. Der englische Untersuchungsbericht ist dabei in Teilen online einsehbar. Vom deutschen Buch gibt es im Netz immerhin Leseproben, wie beispielsweise die Einleitung.<\/p>\n<p>Doch was darf man \u00fcberhaupt unter einer Studie im Rahmen eines Health Technology Assessment (HTA) verstehen? HTA ist ein bekanntes Verfahren, um die Wirksamkeit einer Anwendung umfassend zu verstehen. Dabei wird nicht nur nach der eigentlichen Wirkung geforscht, sondern auch nach ihrem Nutzen f\u00fcr Menschen, ihrer Sicherheit in der Anwendung und ihren Kosten in der Praxis.<\/p>\n<p>All diese Aspekte m\u00fcssen betrachtet werden, wenn eine Heilmethode tats\u00e4chlich in der Behandlung von Patienten etabliert werden soll. Die Ergebnisse einer HTA-Untersuchung sind also mehr als klinische Daten. Sie geben Auskunft dar\u00fcber, ob eine Heilmethode praktisch umsetzbar und sinnvoll ist. Dazu werden neben klinischen Studien und Reviews viele weitere Daten in ein HTA einbezogen. Entsprechend umfassend fallen die HTA-Berichte aus. In diesem Fall sind 300 Seiten zusammengekommen. Alle verf\u00fcgbaren Forschungsdaten flossen in die Untersuchung ein, darunter Studien an Zellen oder Tieren sowie eine gro\u00dfe Menge klinischer Studien.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Die Schweizer Regierung fasste bereits 1998 den Entschluss, alternative Heilmethoden auf Probe ins \u00f6ffentliche Gesundheitssystem einzuf\u00fchren. Sie folgte damit der breiten Akzeptanz, die Mediziner wie Patienten der alternativen Medizin entgegenbringen. Landesweit werden viele Methoden der Alternativheilkunde seit Langem angewendet. <strong>Zwei Drittel der Mediziner sch\u00e4tzen alternative Behandlungsmethoden positiv ein. 40 Prozent der Mediziner setzen sie ein. Unter den Schweizern bef\u00fcrworten 85 Prozent der Menschen die Einf\u00fchrung der alternativen Methoden in das Gesundheitssystem.<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2002 erhielten zehn Prozent der Schweizer eine Behandlung der Alternativmedizin, am h\u00e4ufigsten darunter mit 6,7 Prozent hom\u00f6opathische Anwendungen. Nach dem Entschluss wurden die Alternativbehandlungen nach und nach etabliert. In der Folge sahen die Verantwortlichen den Bedarf, Wirksamkeit, Nutzen und Sicherheit der Behandlungen detailliert zu untersuchen, um eine abschlie\u00dfende Entscheidung treffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So wurde die aufwendige HTA-Untersuchung durchgef\u00fchrt. Die verantwortlichen Mediziner daf\u00fcr wurden Dr. Gudrun Bornh\u00f6ft und Dr. Peter Matthiessen. Matthiessen ist Professor f\u00fcr Medizin an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Gesundheit der renommierten Privatuniversit\u00e4t Witten\/Herdecke. Dort forscht und lehrt er am Zentrum f\u00fcr Integrative Medizin, wo Methodenpluralit\u00e4t zu seinem Arbeitsbereich z\u00e4hlt. Er war bereits Gr\u00fcndungsmitglied der Universit\u00e4t und eine Zeitlang Sachverst\u00e4ndigenmitglied des Instituts \u201eArzneimittel in der Krankenversicherung\u201c des Bundesausschusses der \u00c4rzte und Krankenkassen (\u201ePositivliste\u201c). Auch Bornh\u00f6ft arbeitet an der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke. Methodologie ist ihr Arbeitsschwerpunkt. Gemeinsam konnten die beiden Mediziner mit der Schweizer HTA-Studie eine aktuelle und umfassende Analyse zur Forschung und Anwendung der Hom\u00f6opathie vorlegen.<\/p>\n<p>Die Schweizer Regierung gab den Forschern bis zum Jahr 2005 Zeit, ihre Untersuchungen durchzuf\u00fchren. Bis 2005 waren n\u00e4mlich die Alternativmethoden im Katalog der Krankenkassen vorl\u00e4ufig zugelassen worden. F\u00fcr weitere Beschl\u00fcsse waren bis dahin qualifizierte Entscheidungshilfen notwendig. Tats\u00e4chlich konnte ein Abschlussbericht der Studie im Jahr 2005 vorgelegt werden. <strong>Der 100-seitige Bericht ist in deutscher Sprache verfasst und auch f\u00fcr Laien weitgehend verst\u00e4ndlich. Er kann von jedem heruntergeladen werden.<\/strong> Die <a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/themen\/krankenversicherung\/00263\/00264\/04102\/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdIR8e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einleitende Zusammenfassung<\/a> ist in vier Sprachen zu lesen.<\/p>\n<h3>Zu den wichtigen Punkten der Zusammenfassung geh\u00f6ren beispielsweise:<\/h3>\n<ul>\n<li>Bei Alternativtherapien wird l\u00e4nger und ausf\u00fchrlicher konsultiert als bei konventioneller Medizin<\/li>\n<li>Patientenw\u00fcnsche werden bei Alternativmethoden h\u00e4ufiger ber\u00fccksichtigt<\/li>\n<li>Die Patienten sind mit der Behandlung zufriedener<\/li>\n<li>Nebenwirkungen treten seltener auf und fallen geringer aus<\/li>\n<li>Geringere Medikationskosten der alternativen Medizin<\/li>\n<li>Bewertungsberichte best\u00e4tigen die Wirksamkeit aller alternativen Methoden in der Untersuchung<\/li>\n<li>Phytotherapie und Hom\u00f6opathie sind die systematisch bestuntersuchten Methoden im Test, zu denen bereits viele klinische Daten vorliegen<\/li>\n<li>Alle Methoden d\u00fcrfen als sicher gelten, am meisten die Hom\u00f6opathie<\/li>\n<li>Die Akzeptanz steigt in vielen L\u00e4ndern ebenso wie die Inanspruchnahme<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine klare Empfehlung, die Alternativmethoden weiter in der Grundsicherung zu behalten, gibt es nicht. <strong>Doch insbesondere bei der Hom\u00f6opathie wird darauf hingewiesen, dass es weder eine Kostenzunahme noch Risiken durch Nebenwirkungen gibt.<\/strong> F\u00fcr viele Indikationen gibt es in der konventionellen Schulmedizin keine Alternativen oder nur solche mit starken Risiken und unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen.<\/p>\n<p>Matthiessen l\u00e4sst seine Leser zudem in der Einleitung der Buchfassung der HTA-Untersuchung wissen, dass der urspr\u00fcngliche Bericht sehr wohl die Empfehlung enthielt, \u201edie Anthroposophische Medizin, die Hom\u00f6opathie und die Phytotherapie auf Grund des dokumentierten Nutzens weiterhin im Rahmen der Grundversicherung zu verg\u00fcten\u201c. Diese sei \u201eauf Druck der Beh\u00f6rden\u201c aus der <a href=\"http:\/\/www.narayana-verlag.com\/homeopathy\/pdf\/Homoeopathie-in-der-Krankenversorgung-Wirksamkeit-Nutzen-Sicherheit-und-Wirtschaftlichkeit-Gudrun-Bornhoeft-Peter-F-Matthiessen.11838_1Inhaltsverzeichnis_und_Einleitung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">endg\u00fcltigen Fassung<\/a> (pdf) entfernt worden.<\/p>\n<p>Auf den HTA-Bericht folgten jahrelange Diskussionen und 2009 schlie\u00dflich der Beschluss, die f\u00fcnf Methoden wieder in den Katalog der Schweizer Krankenkassen aufzunehmen. Vorerst von 2012 bis 2017 k\u00f6nnen Patienten sich jetzt wieder mit allen f\u00fcnf genannten Methoden behandeln lassen, w\u00e4hrend die gesetzliche Krankenkasse die Kosten erstattet.<\/p>\n<h2><strong>Die Ergebnisse beurteilen<\/strong><\/h2>\n<p>Viele Hom\u00f6opathen kritisieren an Studien, dass sie nicht exakt nach den Richtlinien der Hom\u00f6opathie durchgef\u00fchrt werden oder dass die beteiligten Wissenschaftler keine Expertise in Sachen Hom\u00f6opathie haben. Da unter Schulmedizinern und Forschern der Pharmaindustrie eine gro\u00dfe Skepsis und geringe Toleranz gegen\u00fcber alternativen Methoden, insbesondere der Hom\u00f6opathie, herrscht, darf man manchmal auch die notwendige Neutralit\u00e4t beim Herangehen an wissenschaftliche Fragestellungen vermissen. Umgekehrt werfen Kritiker der HTA-Studie den beteiligten Wissenschaftlern nun vor, den alternativen Heilmethoden \u201ezu positiv\u201c gegen\u00fcberzustehen.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es selbst in der Zusammenfassung f\u00fcr die Schweizer Beh\u00f6rden zu den f\u00fcnf Bewertungsberichten, \u201edass die Autoren oder ein Teil der Autoren den Verfahren positiv gegen\u00fcber stehen bzw. von deren Wirksamkeit weitgehend \u00fcberzeugt sind\u201c und viele Skeptiker unter den Schulmedizinern die Bewertung daher \u201ewissenschaftlich nicht \u00fcberzeugend einsch\u00e4tzen\u201c d\u00fcrften. Doch eine Seite weiter hei\u00dft es in Bezug auf die Hom\u00f6opathie \u201edie positive Interpretation der vorliegenden Evidenz erscheint nachvollziehbar\u201c.<\/p>\n<p>Wenn man von einer Sache \u00fcberzeugt ist, warum sollte man dies nicht kommunizieren d\u00fcrfen? Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag: <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/gegen-homoeopathie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kann man auch gegen Hom\u00f6opathie sein?<\/a><\/p>\n<p>Umgekehrt liegen zahlreiche Studien vor, die ihre Skepsis offen kundtun und Experimente berichten, die oft Rahmenbedingungen aufweisen, bei denen man unterstellen k\u00f6nnte, dass sie bestimmte Ergebnisse von vornherein ausschlie\u00dfen m\u00f6chten. So wird immer wieder kritisiert, dass Mittel nicht f\u00fcr ihre eigentliche Indikation oder praktisch falsch eingesetzt werden. Einige Studien scheinen hom\u00f6opathische Mittel gegen \u201ealles und nichts\u201c zu untersuchen, nur um festzustellen, dass sie bei dieser oder jener Krankheit keine Linderung bringen. Dabei ist weithin bekannt, dass bestimmte Leiden auf bestimmte Heilmittel ansprechen.<\/p>\n<p>Eine biologische Wirksamkeit wird hom\u00f6opathischen Mitteln oft g\u00e4nzlich abgesprochen. Der Effekt sei h\u00f6chsten der eines Placebos. Besonders gerne wird hierzu immer wieder <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/chefkritiker-nicht-ernst-nehmen-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Edzard Ernst<\/a> zitiert, der aber m.E. aber leider nicht ernst zu nehmend argumentiert.<\/p>\n<p>Denn\u00a0tats\u00e4chlich gab es bereits Studien, die nun auch f\u00fcr den HTA-Bericht gesichtet wurden, die Ver\u00e4nderungen in Zellen oder Organismen nachweisen. Viele Studien an Patienten zeigen klar eine positive Tendenz zugunsten der Hom\u00f6opathie. Zudem zeigte die Untersuchung, dass hom\u00f6opathische Anwendungen h\u00e4ufig sehr viel besser dokumentiert sind und entsprechende Studien eine h\u00f6here Qualit\u00e4t haben als solche von etablierten, konventionellen Verfahren. Es ist bei einigen konventionellen Therapien also offen, ob sie einer so kritischen Pr\u00fcfung standhalten w\u00fcrden, wie sie hom\u00f6opathische Methoden in der Regel erfahren.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<h2><strong>Wie das Fachmagazin Lancet das angebliche Ende der Hom\u00f6opathie kommen sah&#8230;<\/strong><\/h2>\n<p>2005 w\u00e4hnte das Fachmagazin The Lancet gar das Ende der Hom\u00f6opathie gekommen und verk\u00fcndete dies in einem entsprechenden Editorial. Dieses Urteil war dabei sogar eine Art Nebenprodukt der HTA-Studie. Doch wie konnte es dazu kommen, wo die Studie die Hom\u00f6opathie st\u00fctzt? Professor Matthiessen selbst geht auf diesen Umstand in der Einleitung des Buches genauer ein. In einer Teilstudie im Rahmen des HTA wurden ausschlie\u00dflich experimentelle Studien ausgewertet und au\u00dferhalb ihres Kontextes betrachtet. In einer folgenden Metaanalyse konnte f\u00fcr die Hom\u00f6opathie keine Wirkung (die \u00fcber die eines Placebos hinausgeht) belegt werden.<\/p>\n<p>Diese Teilstudie wurde 2005 ebenfalls in der Lancet publiziert (<span style=\"color: #000000;\">Shang et al. Pewsner D, Egger M. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet 2005;366(9487):726-32.<\/span>). Die Forscher sehen dabei Schwachpunkte sowohl in den Studien zur Hom\u00f6opathie als auch denen zu konventionellen Methoden. Doch selbst Schulmediziner kritisieren die gewagte Schlussfolgerung, die negative Interpretation der Lancet-Publikationen und teilweise auch die Auswahl der betrachteten Studien. Professor Matthiessen schreibt in seiner Einleitung zu dem Teilergebnis der Lancet-Studie:<\/p>\n<p><em>\u201eGegen\u00fcber diesem [\u2026] wenig relevanten Teilergebnis kamen die weitaus umfangreicheren und inhaltlich differenzierteren HTAs zu dem Schluss einer wirksamen, unter den Schweizer Bedingungen sicheren und soweit aus der Studienlage ersichtlich auch wirtschaftlich g\u00fcnstigen Anwendung der jeweiligen CAM-Interventionen, insbesondere auch der Hom\u00f6opathie.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In seinem Buch geht er daher in einem extra beigef\u00fcgten Kapitel (Kap. 5) auf die Lancet-Studie ein und analysiert deren Forschungsergebnisse neu \u201emit einem durchaus bemerkenswerten Ergebnis zugunsten der Hom\u00f6opathie\u201c, wie er schreibt. Er kritisiert zudem, dass die Autoren der Lancet-Publikation internationale Qualit\u00e4tsstandards (QUOROM = quality of reporting of meta-analyses) nicht gen\u00fcgend ber\u00fccksichtigten. In meinem Beitrag &#8222;<a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/heilverfahren\/homoeopathie\/homoeopathie-leipzig-klinische-forschung.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kritik an der Hom\u00f6opathie<\/a>&#8220; aus dem Jahr 2007 gehe ich nochmals n\u00e4her dazu ein.<\/p>\n<h2><strong>Daten zur Wirkung der Hom\u00f6opathie<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr die HTA-Untersuchung wurden 22 Reviews ausgewertet, die wiederum \u00fcber 500 einzelne Studien analysieren. In 20 dieser Reviews zeigte sich ein positiver Trend zugunsten der Hom\u00f6opathie als Behandlungsmethode. Darunter finden sich f\u00fcnf Reviews, die die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie nach Meinung der Autoren klar belegen. Nur in zwei (von 22) Reviews konnte keine Wirkung der Hom\u00f6opathie gezeigt werden. Die von Medizinern verwendete Kategorisierung der \u201ereal world effektiveness\u201c umfasst drei Stufen: Wirkung wahrscheinlich, zweifelhaft oder unwahrscheinlich. Die Hom\u00f6opathie f\u00e4llt nach Sichtung aller zum Zeitpunkt des HTA verf\u00fcgbaren Studien in die Kategorie \u201eWirkung wahrscheinlich\u201c.<br \/>\nDer HTA-Bericht findet hom\u00f6opathische Anwendungen insbesondere f\u00fcr Infektionen der oberen Atemwege oder allergische Reaktionen wirksam. 12 von 16 ausgewerteten randomisierten, placebokontrollierten Studien zeigen eine lindernde Wirkung der Hom\u00f6opathie, acht davon einen deutlichen Effekt, vier einen Trend.<\/p>\n<p>Dass hom\u00f6opathische Anwendungen wenige Nebenwirkungen haben und als sicher gelten, geht nicht nur aus dem HTA-Bericht hervor. Eine Studie der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke kam 2006 ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie sich in klinischen Studien zeigte und die Anwendung als sicher betrachtet werden kann (<span style=\"color: #000000;\">Bornh\u00f6ft et al. Effectiveness, safety and cost-effectiveness of homeopathy in general practice &#8211; summarized health technology assessment. Forsch Komplementmed. 2006;13 Suppl 2:19-29. <\/span><a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/16883077\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/16883077<\/a>). Zu den Kosten der Hom\u00f6opathie im Vergleich zur konventionellen Medizin konnte diese Studie keine Aussagen machen. Diese L\u00fccke schlie\u00dft nun der HTA-Report.<\/p>\n<h2><strong>Kostenfaktor<\/strong><\/h2>\n<p>Die Krankenversicherungskosten pro Kopf sind in der Schweiz seit 1960, als man mit der Erfassung der Kostendaten begann, stetig angestiegen. Daher sind Kostenfragen h\u00e4ufig Teil der Faktengrundlage f\u00fcr Entscheidungen des Schweizer Gesundheitsamtes. Insgesamt ist die Faktenlage zur Wirtschaftlichkeit der alternativen Heilmethoden unbefriedigend und so kommt der HTA-Bericht zu keiner pr\u00e4zisen Schlussfolgerung. F\u00fcr die Hom\u00f6opathie konnte jedoch belegt werden, dass anf\u00e4nglich anfallende Zusatzkosten und Kosten f\u00fcr l\u00e4ngere Patientengespr\u00e4che durch sp\u00e4tere Einsparungen ausgeglichen oder sogar \u00fcberkompensiert werden. Es fallen bei hom\u00f6opathischen Behandlungen weniger Laborkosten an und es kommt seltener zu Arbeitsunf\u00e4higkeit. Modellprojekte zeigten in Deutschland bereits eine Abnahme der Arbeitsunf\u00e4higkeitstage durch den Einsatz alternativer Behandlungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine weitere Studie der Universit\u00e4t Bern aus dem Jahr 2008 wurden \u00fcber 3000 Patienten befragt, um Hom\u00f6opathie und konventionelle Medizin zu vergleichen. Hier konnte ein weiteres Mal klar belegt werden, dass Patienten sich in der hom\u00f6opathischen Behandlung wohler f\u00fchlen und zufriedener sind. Zudem erleiden sie deutlich weniger Nebenwirkungen, sodass weniger Folgekosten anfallen. (<span style=\"color: #000000;\">Marian et al. Patient satisfaction and side effects in primary care: an observational study comparing homeopathy and conventional medicine. BMC Complement Altern Med. 2008 Sep 18;8:52. <\/span><a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC2562361\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC2562361\/<\/a>)<\/p>\n<h2><strong>Kann die Alternativmedizin mehr als eine Alternative sein?<\/strong><\/h2>\n<p>In Deutschland sind alternative Behandlungsmethoden zwar erlaubt, doch werden sie von den Krankenkassen nicht erstattet. Eine Ausnahme bilden Krankheitsbilder, f\u00fcr die keine anerkannte Leistung zur Verf\u00fcgung steht. In der Schweiz dagegen sind verschiedene Alternativbehandlungen nun Teil des staatlichen Gesundheitssystems. Bef\u00fcrchtungen, dass die Menschen nun zus\u00e4tzlich zu den konventionellen Therapien alternative Methoden in Anspruch nehmen und so h\u00f6here Kosten verursachen, haben sich nicht best\u00e4tigt. Tats\u00e4chlich finden alternative Behandlungen in der Schweizer Bev\u00f6lkerung seit Langem breiten Zuspruch und werden von vielen bei bestimmten Leiden als einzige Therapie genutzt. Mit der Verankerung im Leistungskatalog der Schweizer Kassen d\u00fcrfte der Trend anhalten. In \u00d6sterreich ist die Hom\u00f6opathie bereits seit 1983 anerkannter Teil der Medizin. Hier k\u00f6nnen Mediziner wie Veterin\u00e4re sich zum Hom\u00f6opathen ausbilden lassen.<\/p>\n<p>Zur hom\u00f6opathischen Therapie geh\u00f6rt es, den Patienten n\u00e4her kennenzulernen statt ihn auf seine Symptome zu reduzieren. So f\u00fchlen sich viele Menschen ernst genommen und k\u00f6nnen mehr Selbstheilungskr\u00e4fte aktivieren als in der konventionellen Behandlung. Dies tr\u00e4gt vermutlich auch zu der \u00fcberdurchschnittlich hohen Patientenzufriedenheit bei, die f\u00fcr die Hom\u00f6opathie klar best\u00e4tigt ist. Heilkunde ist eben mehr als Laborexperimente und klinische Daten so wie Patienten mehr sind als Reagenzgl\u00e4ser oder Krankenakten.<\/p>\n<h2><strong>Hom\u00f6opathie in anderen Teilen der Welt<\/strong><\/h2>\n<p>Die Situation der Hom\u00f6opathie unterscheidet sich in den verschiedenen L\u00e4ndern der Erde. Einige Krankenh\u00e4user des Vereinigten K\u00f6nigreichs arbeiten mit Hom\u00f6opathie. Als 2007 nach einer &#8222;Anti-Hom\u00f6opathie-Kampagne&#8220; (die\u00a0mehr populistisch den fachlich begr\u00fcndet war)\u00a0staatliche Gelder f\u00fcr einige der Krankenh\u00e4user gestrichen wurden, sah die Lancet auch hier mal wieder das Ende der Hom\u00f6opathie gekommen und widmete dem <a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140673607617085\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Artikel<\/a>. Doch gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen Studenten weiterhin an den Universit\u00e4ten des Landes den Bachelor of Science in Hom\u00f6opathie erwerben.<\/p>\n<p>Indien dagegen geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, in denen die Hom\u00f6opathie boomt. 250.000 Hom\u00f6opathen arbeiten hier und 10 Prozent der Inder nehmen ausschlie\u00dflich hom\u00f6opathische Behandlungen in Anspruch. Und die Ergbenisse die in Indien erzielt werden lie\u00dfen sogar internationale Institutionen aufhorchen. Mehr dazu lesen Sie u.a. in meinem Beitrag: <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/homoeopathie-gegen-krebs-2012\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hom\u00f6opathie gegen Krebs<\/a>.<\/p>\n<p>In Europa wird die alternative Methode in Frankreich am h\u00e4ufigsten genutzt. Hier weist sie mit 36 Prozent die h\u00f6chste j\u00e4hrliche Wachstumsrate in Europa auf. Laut einer Umfrage aus 1994 nutzte mehr als ein Drittel der Franzosen hom\u00f6opathische Methoden. In Deutschland hat mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung schon einmal hom\u00f6opathische Mittel eingenommen. Ein Viertel der Deutschen ist \u00fcberzeugt von der Hom\u00f6opathie, ein weiteres Drittel steht der Hom\u00f6opathie positiv gegen\u00fcber und w\u00fcrde ihr im Krankheitsfall eine Chance geben. Bei unseren Bundestagsabgeordneten sah es in einer Umfrage 2009 auch recht positiv aus.<\/p>\n<p>Die gesetzlichen Krankenkassen \u00fcbernehmen die Behandlungskosten und teilweise auch die Arzneimittelkosten, aber auch hier gibt es etliche Fallstricke, auf die ich in meinem Beitrag <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/versicherung\/homoeopathie-kostenuebernahme.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr Hom\u00f6opathie<\/a> eingehe.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde erstmals im Juni 2012 ver\u00f6ffentlicht und am 25.5.2023 durchgesehen und erneut publiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist weltweit bekannt f\u00fcr Uhren, Schokolade oder ihre Neutralit\u00e4t. Vielleicht sind die Schweizer deshalb der Alternativmedizin gegen\u00fcber weit aufgeschlossener als viele andere Europ\u00e4er? Zumindest wurden in der Schweiz bereits 1998 nach einem entsprechenden Beschluss im Bundesrat die alternativen Heilmethoden Anthroposophische Medizin, Hom\u00f6opathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie in den Katalog der medizinischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":3202,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[258],"class_list":["post-1335","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-homoopathie"],"modified_by":"Ren\u00e9 Gr\u00e4ber","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1335"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6923,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1335\/revisions\/6923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}