{"id":1244,"date":"2015-02-01T10:14:25","date_gmt":"2015-02-01T08:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/?p=1244"},"modified":"2023-10-05T19:08:11","modified_gmt":"2023-10-05T17:08:11","slug":"orangensaft-ohne-orange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/orangensaft-ohne-orange\/","title":{"rendered":"Einen Orangensaft ohne Orange und ohne Saft, bitte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was Sie \u00fcber abgepackten und abgef\u00fcllten Orangensaft noch nicht wussten<\/strong><\/p>\n<p>Wer sich etwas Gutes tun will, achtet auf eine vitaminreiche Ern\u00e4hrung, und wer &#8222;zu faul&#8220; zum Obstessen ist, glaubt, mit abgepacktem Orangensaft eine gute Alternative in der Hand zu haben.<\/p>\n<p>Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Orangensaft einer beliebigen Marke immer gleich schmeckt? Denn nicht einmal die Orangen, die Sie im Netz kaufen schmecken alle gleich. Ist der immer gleichbleibende Geschmack eben das Durchschnitts-Ergebnis aller Orangen? Oder steckt da doch etwas anderes dahinter?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Diese Frage habe ich mir schon \u00f6fter gestellt. Aber in Deutschland habe ich kaum Informationen dazu gefunden. Drei Gr\u00fcnde bieten sich daf\u00fcr an:<\/p>\n<p>1. Der Orangensaft ist so frisch und nat\u00fcrlich wie die Orangen auf der Verpackung. Dann g\u00e4be es keinen Grund dar\u00fcber nachzudenken und dar\u00fcber zu schreiben.<br \/>\n2. Die &#8222;Orangensaft aus Tetrapack&#8220;-Trinker interessiert das gar nicht. Ein Glas Orangensaft zum Fr\u00fchst\u00fcck ist ja schlie\u00dflich gesund.<br \/>\n3. Die Hersteller haben schlichtweg kein Interesse daran, uns zu erz\u00e4hlen wie der Saft hergestellt wird.<\/p>\n<p>Um meinen Fragen nachzugehen musste ich also erst einmal auf Literatur in den USA ausweichen. In diesem Mutterland der genetisch ver\u00e4nderten Pflanzen scheint die Frage nach der \u201eFrische\u201c von Orangensaft nur ein logischer \u201enext Step\u201c in Richtung k\u00fcnstlicher Nahrung zu sein. Es scheint an eine Art Manie zu grenzen, wie die Industrie versucht, die Natur und damit den Menschen zu beherrschen.<br \/>\nAber eins nach dem anderen. Erst nachdem ich mir die amerikanischen Herstellungsmethoden angesehen hatte, wusste ich, nach was ich in Deutschland suchen musste. Also auf ins Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><strong>Orangensaft auf Amerikanisch<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man in amerikanischen Superm\u00e4rkten und anderen Lebensmittelgesch\u00e4ften nach einem Orangensaft sucht, dann bekommt man h\u00e4ufig die Aufschrift \u201e100 Prozent Saft\u201c und \u201enicht aus Konzentrat gefertigt\u201c zu sehen. Oder auch: \u201ewird nicht durch R\u00fcckverd\u00fcnnung aus Konzentrat hergestellt, sondern so wie gepresst schonend pasteurisiert und abgef\u00fcllt\u2026\u201c Das liest sich f\u00fcr den Verbraucher nat\u00fcrlich vielversprechend.<\/p>\n<p>Abgef\u00fcllt\u2026 ja aber in was? In diese T\u00fcte? Das glauben Sie doch nicht wirklich? Oder?<br \/>\nUnd wie ich eingangs schon fragte: Warum scheint jede T\u00fcte oder Flasche Orangensaft einer Marke immer gleich zu schmecken?<\/p>\n<p>Ich finde keine Geschmacksunterschiede, egal wo und wann ich einen Orangensaft zu mir nehme.<br \/>\nAus Erfahrung aber wissen wir doch alle, dass Orangen je nach Herkunft, Z\u00fcchtung usw, einen typischen Eigengeschmack haben. Diese Unterschiede lassen sich sogar bei Orangen von der gleichen Plantage feststellen. Denn nicht alle Orangen bilden unisono im Gleichschritt alle nat\u00fcrlichen Aroma- und Geschmacksstoffe und N\u00e4hrstoffe gleich schnell und gleich intensiv aus. Einige der Orangen schmecken s\u00fc\u00dfer, andere wiederum sind etwas saurer. Der Grund f\u00fcr den immer wieder gleichen Geschmack eines Supermarkt-Orangensafts hingegen muss also mehr mit Chemie und \/ oder der Verarbeitung zu tun haben als mit nat\u00fcrlichen Gegebenheiten.<\/p>\n<p>Was passiert denn nun mit dem Industrie-Orangensaft? Auf die wahren \u201eMethoden\u201c kam ich erst durch den Beitrag von Alissa Hamilton: &#8222;The Truth about Orange Juice in Boxes.&#8220; (erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/civileats.com\/2009\/05\/06\/freshly-squeezed-the-truth-about-orange-juice-in-boxes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/civileats.com\/2009\/05\/06\/freshly-squeezed-the-truth-about-orange-juice-in-boxes\/<\/a> und http:\/\/www.amazon.de\/Squeezed-about-Orange-Agrarian-Studies\/dp\/0300164556\/)<\/p>\n<p>Hier erfahren wir: Die Orangen werden gepresst und der so gewonnene Saft in gigantischen Tanks \u201eabgef\u00fcllt\u201c (und nicht direkt in die T\u00fcte). Soweit war das ja klar. Aber: Danach wird dem Saft im Tank der Sauerstoff entzogen, was den Saft f\u00fcr mehr als ein Jahr haltbar macht. Dieser Sauerstoffentzug entzieht dem Saft jedoch auch die Aromastoffe. Wer diesen Saft tr\u00e4nke, w\u00fcrde lediglich einen schalen Geschmack erleben. Zu diesem Zeitpunkt hat der Safthersteller also ein unverk\u00e4ufliches Produkt in Millionen-Liter-Tanks lagern &#8211; ein wahrer Saftladen.<\/p>\n<p>Daher braucht er nun die Hilfe von der Chemie. Die bieten dem Saftproduzenten etwas an, was man als \u201ek\u00fcnstliches Aroma\u201c bezeichnet. Dies sind chemische Verbindungen, die ein Aroma in eine Fl\u00fcssigkeit einbringen k\u00f6nnen, um sogar Bier nach Tomatensaft schmecken zu lassen. Diese chemischen Aromastoffe werden also dem schalen, sauerstofffreien Orangensaft zugef\u00fchrt, auf dass dieser f\u00fcr den Kunden ein akzeptables Geschmacksniveau erreicht. Diese Aromastoffe haben aber nichts mit N\u00e4hrstoffen, schon gar nichts mit nat\u00fcrlichen Stoffen zu tun.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.foodrenegade.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Foodrenegate.com<\/a> ist eine Webseite, die kritisch die Lebensmittelindustrie in den Staaten be\u00e4ugt. Sie kommentiert das Geschehen folgenderma\u00dfen: \u201e<em>Die Safthersteller bestellen Firmen, deren Gesch\u00e4ft es ist, D\u00fcfte und Geschmacksstoffe k\u00fcnstlich zu erzeugen (Anmerkung: Das sind dieselben Firmen, die auch f\u00fcr Dior und Calvin Klein arbeiten). Diese Firmen \u201ebauen\u201c dann Aromatr\u00e4ger, die dem schalen Saft zugegeben werden und ihn mit neuer W\u00fcrze versehen und frisch schmecken lassen. K\u00fcnstliche Aromatr\u00e4ger werden nicht auf dem Etikett der Flaschen als Inhaltsstoff mit angegeben, da sie aus Orangenessenz und \u00d6len hergestellt werden. Dennoch gestehen die Produzenten der Aromatr\u00e4ger, dass diese mit Nichts zu vergleichen sind, was in der Natur zu finden ist<\/em>.\u201c(1)<\/p>\n<p>In anderen Worten: Wer glaubt, dass man das Gleiche bekommt, egal ob man sich eine Orange selbst zu Hause auspresst oder als Orangensaft im Supermarkt kauft, der wird entt\u00e4uscht werden. Die Aufschriften auf den Flaschen m\u00f6gen \u201e100 Prozent rein\u201c oder \u201ekein Konzentrat\u201c lauten. Sie sind irref\u00fchrend, da sie unterschwellig die Assoziation mit hausgemachtem Orangensaft herstellen wollen. Aber der Hausgemachte f\u00fchrt nun mal keine Chemie mit sich, der Industrielle hingegen? Bitte geben Sie sich die Antwort selbst. F\u00fcr mich ist dieser industriell gefertigte Orangensaft nichts anderes als Hollywood f\u00fcr die Geschmacksknospen der Zunge.<\/p>\n<p>Und da Amerika und Europa Hollywood bevorzugen, Indien und andere L\u00e4nder Bollywood, wird der Geschmack ebenfalls auf den entsprechenden Markt abgestimmt. Dies ist die einzige Variation, die der Orangensaft seitens der Chemie erf\u00e4hrt. In Amerika werden deshalb relativ hohe Mengen an Ethylbutyrat zum \u201echemischen Orangensaft\u201c zugesetzt. Ethylbutyrat ist eines der am gebr\u00e4uchlichsten Chemikalien f\u00fcr Aroma- und Duftkreationen. Bei den Mexikanern und Brasilianern kommen andere Chemikalien zum Einsatz. Hier werden Decanal- und Terpenverbindungen bevorzugt. Aber Amerika, Mexiko und Brasilien sind weit weg. Hier in unseren Landen sieht es vielleicht doch etwas rosiger aus. Immerhin sind die gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen hier nicht so verbreitet wie in den Staaten. Vielleicht sieht es beim Orangensaft und den anderen S\u00e4ften genauso aus?<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/app.getresponse.com\/view_webform_v2.js?u=93&#038;webforms_id=BWRfm\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Europas S\u00e4fte \u2013 ein Aromacocktail<\/strong><\/p>\n<p>Man kommt sich vor wie in Amerika. Denn auch in unseren Landen r\u00fchmen sich die Hersteller von S\u00e4ften, dass sich in ihren Flaschen die Quelle endloser gesunder Vitamine verbirgt.(2) Aber es ist relativ leicht, dies zu behaupten. Und es ist noch leichter zu behaupten, dass alle Flaschen der Quell unendlicher Gesundheit sind, gleichg\u00fcltig ob das entsaftete Obst z.B. zu wenig <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/fruchtzucker-und-fruktose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fruchtzucker<\/a> enth\u00e4lt, da zu wenig Sonnenstunden es haben reifen lassen. Von daher darf der Gesundheitssafthersteller bei \u201eDirektsaft\u201c mit sogenanntem \u201eKorrekturzucker\u201c nachhelfen &#8211; bis zu 15 Gramm je Liter. Das h\u00f6rt sich doch verd\u00e4chtig nach Herstellung von Zuckerwasser an, oder? Allerdings muss der Hersteller dies dann im Zutatenverzeichnis angeben.<\/p>\n<p>Wenn der geneigte Kunde dann noch auf \u201eOrangen-Nektar\u201c zur\u00fcckgreifen m\u00f6chte, dann bekommt er einen Saft, der einen Fruchtsaftanteil von h\u00f6chstens 50 Prozent hat. Zucker, S\u00fc\u00dfstoffe und auch Honig betragen in der Regel um die 20 Prozent. Wer aber auf Fruchtsaftgetr\u00e4nke steht, der bekommt noch weniger Original-Saft. Denn der liegt hier nur bei 6 bis 30 Prozent. Daf\u00fcr gibt es hier besonders reichlich viel Aromen, Aromaextrakte, chemische Konservierungsstoffe und viel Zucker, f\u00fcr den es keine \u201ezul\u00e4ssige H\u00f6chstgrenze\u201c gibt. Wenn man das liest, dann wird man selbst zum <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/zuckersucht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zucker<\/a>, denn man kommt aus einem erschreckten Zucken kaum noch raus.<\/p>\n<p>Ja, da fragt man sich, woran erkenne ich denn nun, was chemikalisch ist und was noch einen Restbestand an Natur in sich vereint?<\/p>\n<p>Einen einigerma\u00dfen verl\u00e4sslichen Hinweis auf einen nat\u00fcrlichen Saft stellen die Aufschriften \u201eDirektsaft\u201c, \u201eohne Zuckerzusatz\u201c und \u201e100 Prozent Fruchtsaftgehalt\u201c dar. Aber auch hier sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen, denn gem\u00e4\u00df der deutschen Fruchsaftverordnung darf selbst dem Direktsaft noch einiges zugemischt werden, die nicht in den \u201eZutaten\u201c auf der Verpackung angegeben werden m\u00fcssen. Das sind zum Beispiel alle Zutaten, \u201edie zur Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Zustands unerl\u00e4sslich sind\u201c. Desweiteren sind das Bearbeiten mit Speisegelatine, bestimmten Enzymen, Tanninen, Bentonit, Kohle, chemisch inerte Filterstoffe und F\u00e4llungsmittel oder chemisch inerte Adsorptionsstoffe erlaubt (<a href=\"http:\/\/www.buzer.de\/gesetz\/1591\/a22673.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.buzer.de\/gesetz\/1591\/a22673.htm<\/a>).<\/p>\n<p>Also selbst ich muss da feststellen: Ich habe keine Ahnung was da wirklich alles in diesem Direkt-Orangen\u201cfrisch\u201csaft drin ist. Aber warum \u201eChemie\u201c, wenn Natur nat\u00fcrlicher ist?<\/p>\n<p>Nichts ist so gut wie frisch vom Baum auf den Tisch. Aber in der modernen Industriegesellschaft liegen die Orangen- und Apfelb\u00e4ume f\u00fcr den gestressten Arbeitnehmer au\u00dfer Reichweite. Er kann nur die Illusion von ganz frischem Obst bzw. deren S\u00e4ften f\u00fcr sich in Anspruch nehmen. Aber jeder gutgemeinte Versuch, den St\u00e4dtern frischen Obstsaft zu pr\u00e4sentieren, muss fehlschlagen, da Transport, Lagerung und Verarbeitung die Frische aus dem Produkt herausnehmen. Obst ist einfach biologisch nicht daf\u00fcr vorgesehen, verarbeitet, transportiert und lange gelagert zu werden, sondern will geerntet und sofort verzehrt werden.<\/p>\n<p>Und hier kommt uns die Chemie rettend zur Hilfe. Und dies in zweifacher Hinsicht. Zum Einen kann die Chemie Obsts\u00e4fte konservieren. Falls mit dem Verlust an N\u00e4hrstoffen ein Geschmacksverlust eintreten sollte, dann kann dies durch den Einsatz von nat\u00fcrlichen Geschmacksstoffen kompensiert werden. Nun kommt der gesch\u00e4ftliche Teil der Saftproduktion mit ins Spiel. Es ist kein Problem, nat\u00fcrliche Aromastoffe aus biologischen Produkten zu gewinnen und somit ein wenig auf dem Pfad der Natur zu wandeln. Aber das ist f\u00fcr die Industrie zu teuer. Ein Kilogramm nat\u00fcrliches Aroma kostet heute ca. 600 Euro; ein Kilogramm synthetisches Aroma kostet nur 15 Euro. Und wer im Gesch\u00e4ft bleiben will, der senkt die Kosten, wo es nur geht. Damit der Kunde nicht von der ganzen Chemie abgeschreckt wird, werden die chemischen Inhaltsstoffe dann nett umbenannt, z.B. in \u201enaturidentisch\u201c, was aber laut Chemie-Duden nichts anderes als \u201esynthetisch\u201c bedeutet.<\/p>\n<p>Da die Marketingabteilungen der chemischen Lebensmittelindustrie ihr Handwerk verstehen, haben die verwirrenden Angaben auf den Etiketten der Lebensmittel allgemein und der Obsts\u00e4fte im Speziellen ihren Dienst erf\u00fcllt. Kaum einer der Kunden hinterfragt das Wirrwarr aus beamtensprachlichen Bezeichnungen. Assoziationen in Richtung Natur reichen v\u00f6llig, den Kunden f\u00fcr den Kauf des Produkts zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>So betrug der Umsatz von <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/ernaehrung\/fertiggerichte-aus-dem-supermarkt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fertiggerichten<\/a> in Deutschland im Jahr 2009 1,3 Milliarden Euro &#8211; was einer Steigerung von \u00fcber 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Anscheinend wollen die Kunden nur das, was schmeckt, egal ob der Geschmack von der Chemie kommt oder von der Natur. Aber wie soll man als Erwachsener denn auch wissen, wie ein nat\u00fcrlicher Geschmack \u201eaussieht\u201c, wenn man als Kind schon nur chemisch aufgetrimmtes Aroma verabreicht bekommen hat und kein nat\u00fcrliches? Wie soll ein Kind wissen, wie ein Apfel oder eine Orange vom Baum schmecken, wenn ihm nur Apfelaroma oder Orangenaroma in Form von Zuckersaftwasser verabreicht wurde? Kein Wunder, warum die Lebensmittelindustrie und ihre Interessenvertreter sich bei politischen Entscheidungen stark machen, ob Aromastoffe, Glutamat, Zucker usw. in Kinderessen enthalten sein darf oder nicht. Denn fr\u00fch \u00fcbt sich, was ein Chemieschlucker werden will.<\/p>\n<p><strong>Von den USA \u00fcber Deutschland in die Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nnten wir es besser machen? Schauen wir uns dazu einmal das Beispiel Schweiz an. Die gesetzlichen Bestimmungen in der Schweiz sehen vor, dass den S\u00e4ften kein k\u00fcnstliches Aroma\u00a0 zugegeben werden darf. Konzentrate m\u00fcssen mit nat\u00fcrlichen Aromen rearomatisiert werden. Trotzdem macht auch hier die Lebensmittelindustrie was sie will. 8 von 10 Ananass\u00e4ften z.B. enthielten kaum nat\u00fcrliche Aromastoffe und waren zudem mit chemischen \u00c4quivalenten versetzt. Einige der Firmen in der Schweiz scheinen sogar auf Konfrontationskurs mit dem schweizerischen Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) zu gehen. Granini und Rivella z.B. stellen schlichtweg eine nat\u00fcrliche Rearomatisierung bei Nektaren in Frage. Das BAG jedoch verlangt ein unverf\u00e4lschtes Aroma f\u00fcr die Nektare, frei von chemischen Aromastoffen. Globus hat darauf seinen Nektar erst einmal aus dem Handel genommen. Auch Coop verweigert die nat\u00fcrliche Rearomatisierung, wie sie das BAG vorschreibt. Begr\u00fcndung: \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der weltweit hergestellten Ananass\u00e4fte d\u00fcrfte laut Schweizer und EU-Gesetzen nicht mehr verkauft werden.\u201c(3)<\/p>\n<p>Ja, ist das nicht ein schlagender Beweis f\u00fcr die Richtigkeit der Coop\u00b4schen Herstellungsstrategie? Denn wenn alle anderen von der Br\u00fccke springen, dann sollten wir auch das Gleiche tun. Oder: Fresst Mist; Milliarden Fliegen k\u00f6nnen nicht irren. Da darf man doch gespannt sein, ob die Hersteller solcher Plastikn\u00e4hrstoffe selbst auf ihre eigenen Produkte zur\u00fcckgreifen&#8230;<\/p>\n<p>Auf Youtube gibt es ein interessantes Video vom WDR (aktuelle Stunde), wo dieser Themenkomplex hinterfragt wurde.(4) Ausnahmsweise war es einem Kamerateam sogar verg\u00f6nnt, hinter die Laborkulissen eines Aromastoffherstellers zu schauen. Der Chef der Firma antwortete auf die Frage, ob er selbst Produkte mit seinen Inhaltsstoffen genie\u00dfen w\u00fcrde, damit, dass er zwar ab und zu auf Fertiggerichte zur\u00fcckgreifen w\u00fcrde, aber nur als Ausnahme. Ansonsten ginge er selbst lieber auf den Markt und kaufe alles so frisch wie m\u00f6glich. Dieses Bekenntnis und die Erlaubnis f\u00fcr ein Kamerateam, heiligen und verschwiegenen Boden zu betreten, sind die Ausnahme und fordern Respekt vom Firmenchef, wegen seiner Ehrlichkeit.<\/p>\n<p>Aber dies ist das normale Spiegelbild einer Industrie mit weniger Ehrlichkeit und Geheimniskr\u00e4merei, denn es gibt in der Tat vieles vor dem Kunden zu verstecken. Aber wenn man sich mit seiner Chemie eine goldene Nase verdient hat, dann sind die Originalobstb\u00e4ume und der hausgemachte frische Obstsaft ganz in der N\u00e4he. Dann l\u00e4sst man die Unbedenklichkeit seiner chemischen Erzeugnisse deklarieren, ohne auch nur einen einzigen evidenzbasierten wissenschaftlichen Beweis daf\u00fcr vorzeigen zu k\u00f6nnen. Die Marketingabteilung muss ja auch was zu tun haben. Selber aber scheut man vor dem eigenen Auswurf zur\u00fcck, wie der Teufel vor dem Weihwasser.<\/p>\n<p>Angesichts solcher Tatsachen kann ich nur jedem Patienten und Leser raten seine Ern\u00e4hrung zu pr\u00fcfen und zu \u00fcberdenken. Meinen Kindern sage ich: \u201eEuer K\u00f6rper besteht nicht aus Saft, sondern aus Wasser\u201c.<\/p>\n<p><strong>Bleibt noch die beliebte Frage: Wie kann man seine Ern\u00e4hrungsgewohnheiten \u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Thema &#8222;Gesunde Ern\u00e4hrung&#8220; m\u00f6chte ich Ihnen dieses Interview ans Herz legen: <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/ernaehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Auf den Spuren einer gesunden und richtigen Ern\u00e4hrung&#8220;<\/a>\u00a0In diesem Interview versuche ich die &#8222;Ern\u00e4hrungslehre&#8220; auf vier einfache Worte zu reduzieren&#8230;<\/p>\n<p>Wenn man die Ern\u00e4hrung grunds\u00e4tzlich umstellen will,\u00a0halte ich unter anderem Heilfasten f\u00fcr eine sehr geeignete Methode:<br \/>\n1. Sie lernen so den bewu\u00dften Verzicht auf Nahrung.<br \/>\n2. Zweitens: Sie nutzen die Vorteile des Fastens.<br \/>\n3. Nach dem Fasten k\u00f6nnen Sie bewu\u00dft die Lebensmittel ausw\u00e4hlen, die Sie wieder zu sich nehmen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema Heilfasten finden Sie auf meiner Webseite <a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.gesund-heilfasten.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Quellen zu oben erw\u00e4hnten Sachverhalten:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(1) <a href=\"http:\/\/www.foodrenegade.com\/secret-ingredient-your-orange-juice\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.foodrenegade.com\/secret-ingredient-your-orange-juice\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(2) http:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/ernaehrung\/gesundessen\/tid-15554\/lebensmittelschwindel-kuenstliche-aromen-statt-fruechte-im-saft_aid_436661.html<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(3) http:\/\/www.ktipp.ch\/downloadfile\/1017916<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(4) <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lK41m8I1NhQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lK41m8I1NhQ<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2gv\"><\/script><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dieser Beitrag wurde erstmalig im April 2012 von mir ver\u00f6ffentlicht und letztmalig am 1.2.2015 aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Sie \u00fcber abgepackten und abgef\u00fcllten Orangensaft noch nicht wussten Wer sich etwas Gutes tun will, achtet auf eine vitaminreiche Ern\u00e4hrung, und wer &#8222;zu faul&#8220; zum Obstessen ist, glaubt, mit abgepacktem Orangensaft eine gute Alternative in der Hand zu haben. 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