Wie Medikamente bestimmte Viren im Körper wecken können

Sehr selten, aber doch im meßbaren Bereich, kommt es nach der Einnahme von Medikamenten zu starken Reaktionen. Bisher ist man in diesen Fällen von einer Allergie ausgegangen.

Forschungen von Prof. Musette von der Uniklinik Rouen zufolge handelt es sich dabei jedoch nicht immer um eine Überempfindlichkeitsreaktion auf das Medikament. Durch das Medikament können auch im Körper „schlafende“ Viren aktiviert werden.

Und genau diese Fälle beobachte ich zunehmend in der Praxis!

Das Problem: „Erwachen“ diese Viren, lösen sie ganz ähnliche Symptome aus wie eine Allergie auf Medikamente.

Bei diesem „Überempfindlichkeitssyndrom“ handelt es sich um eine starke Reaktion des Immunsystems. Üblicherweise tritt diese erst drei Wochen nach Einnahme des Medikamentes auf. In ca. 10% der Fälle verläuft das sogar tödlich, wenn man den Zahlen glauben schenkt. Symptome sind Fieber, Ausschlag, geschwollene Lymphknoten, Infektionen bis hin zu Auswirkungen auf innere Organe.

Ausgelöst wird das Syndrom vor allem von Antiepileptika (Antikonvulsiva), Antibiotika und auch Mitteln gegen Gicht wie zum Beispiel Allopurinol. Ein Virus, das sich oft im inaktiven, „schlafendem“ Zustand im Körper befindet, nennt sich Epstein-Barr-Virus, kurz EBV. Das EBV gilt sowieso als relativ tückisch. Es gilt in der Schulmedizin als Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Und man fragt sich, was dieses Virus noch so alles macht (siehe auch mein Beitrag zu EBV und Multiple Sklerose).

Die Wahrscheinlichkeit, das EBV durch z.B. die Gabe eines Antikonvulsivum zu „wecken“, liegt Prof. Musette zufolge bei ca. 1:8000.

Bei einer Überempfindlichkeitsreaktion wurde bei 76% der 40 untersuchten Patienten eine Vermehrung des EBV im Blut festgestellt. In diesen Fällen griff das Immunsystem nicht das Medikament, sondern das durch das Medikament aktivierte Virus an.

Für die Therapie bedeutet das, dass dem Patienten nicht nur durch Absetzen des Medikamentes geholfen werden kann. Gemäß Prof. Musette eine Behandlung des aktivierten Virus mit Virustatika erfolgen, um eine Heilung zu erzielen. Virustatika halte ich für realtiv „bedenklich“. Vor allem das durch die Schweinegrippe so bekannt gewordene Tamiflu.

Meiner Erfahrung nach bekommt man virale Infektionen mit Naturheilkunde gut in den Griff. In meinen Beiträgen zu Virusinfektionen und Infektionen allgemein, finden Sie mögliche Therapieverfahren.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Dieser Beitrag wurde von mir im Oktober 2010 erstellt und im Oktober 2017 geringfügig ergänzt.

Bild: Stockxpert.com

Datum: Donnerstag, 5. Oktober 2017
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Ein Kommentar

  1. 1

    Hallo Herr René Gräber.

    Für das von Ihnen angebotene kostenlose Newsletter über gewisse Heilplfanzen -Kräuter möchte ich mich bei Ihnen vorab recht herzlich bedanken.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jonas Zerai

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