Pharmaindustrie demonstriert Stärke

Die Finanz- und Bankenkrise lässt Unternehmen weltweit erzittern. Die Konjunktur schwächt ab und an den Aktienmärkten herrscht Panik. Es droht eine globale Rezession.

Für alle? Nein. Eine kleine Gruppe von Firmen widersetzt sich dem Abwärtstrend.


Die Pharmabranche trotzt dieser Krise mit starken Gewinnzuwächsen und expandiert sogar in neue Geschäftsfelder. Die aktuellen Quartalszahlen der großen Pharmakonzerne belegen dies und machen deutlich, wie wenig die Pharma- und Arzneimittelindustrie von der Konjunktur abhängig ist.

Die beiden Großkonzerne Abott und Johnson & Johnson haben deutlich die Erwartungen und Prognosen für das Gesamtjahr übertroffen. Dies hängt vor allem mit der Entwicklung und erfolgreichen Vermarktung von neuen Produkten zusammen. Bei Abott sorgte allein das Präparat Humira für einen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf 7,5 Mrd. Dollar – gesamter Zugang in etwa 50%.

Kein Wunder, denn Humira kostet pro Patient für ca. 4 Wochen sage und schreibe: 2387.- Euro. Ein gut untersuchtes Alternatives schulmedizinisches Mittel wie MTX „nur“: 8,21 Euro – für vier Wochen pro Patient. Beide Mittel werden übrigens oft gegen verschiedene Varianten des Rheumatismus verordnet.

Ist der Mehrwert für die Patienten gerechtfertigt?

Nein sagen Experten zu Humira: „Ein Wirksamkeitsvorteil gegenüber konventionellen Basisantirheumatika oder anderen TNF-?-Blockern ist nicht nachgewiesen.“ (Quelle: Arzneimittel-Telegramm 10/2003)

Und wer zahlt das?

Natürlich WIR die Beitragszahler. Sehr schön.

Johnson & Johnson verbuchte vor allem einen Umsatzanstieg bei Konsum- und Gesundheitsprodukten, sowie bei „Fortschritten“ in der Medizintechnik. Aber auch Roche und andere Pharmakonzerne haben gute Abschlüsse und Zahlen zu verzeichnen.

Obwohl die Pharmaindustrie mit immer höheren Sicherheitsanforderungen bezüglich der Arzneimittelfreigabe und dem Ablauf von bestehenden Patenten zu „kämpfen“ hat (zumindest behauptet sie das), sehen die Prognosen und Erwartungen der Experten mehr als vielversprechend aus. Es wird von einem gesamten Zuwachs von 5-6% ausgegangen. Im Vergleich zu den allgemeinen Konjunkturaussichten traditioneller Unternehmen ist dies ein exorbitant guter Wert.

Die Weltbevölkerung altert immer mehr, insbesondere in Europa und daher steigt der Bedarf nach Medikamenten und der medizinischen Technik stetig an.

Leider ist es nicht ganz nachvollziehbar warum die Kosten für jegliche Produkte aus der Pharmaindustrie bei solch guten Aussichten nicht herabgesetzt werden, um zumindest den Normalverdiener ein wenig zu entlasten.

Warum gibt es nicht schon längst eine Positivliste (Liste der Medikamente die verordnet werden dürfen) für Medikamente?

Aber so etwas ist gar nicht im Gespräch!

Hat man die Naturheilmittel fast alle aus der Verordnung herausgenommen (auf der drängen der konventionellen Pharmaindustrie), werden von eben dieser anscheinend immer weiter „Scheininnovationen“ in den Markt „gedrückt“, die gegen den bereits vorhandenen Wirkstoffen keinen Mehrnutzen zeigen – außer für die Hersteller (siehe oben Beispiel des Arzneimittels Humira)

Und falls Sie von Medikamentenskandalen noch nicht genug haben – hier ist meine „neue“ Rubrik: Medikamentenskandal

Datum: Sonntag, 26. Oktober 2008
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