Zu viele Medikamente für Kinder

Dienstag, 12. Januar 2010 14:58

Eine Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts infas verdeutlicht, dass Eltern ihren Kindern häufig zu viele oder falsche Medikamente verabreichen. Für die von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände beauftragten Studie wurde zwischen März und Mai 2009 eine repräsentative Befragung von 3.200 Eltern mit Kindern unter 18 Jahren vorgenommen.

Demnach geben drei von fünf Eltern ihrem Kind mindestens einmal monatlich ein Medikament. Zudem erhalten 19 Prozent der Kinder vorbeugend Medikamente, etwa in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

„Ich glaube, dass manche Eltern ihren Kindern zu schnell Arzneimittel geben”, sagt der Vize-Präsident der ABDA, Friedemann Schmidt. Ergänzend fügt er hinzu: „Das Wissen über nicht medikamentöse Anwendungen hat in den letzten 20 Jahren deutlich nachgelassen.” Auch die infas-Studie zeigt, dass im Fall einer gewöhnlichen Erkältung nur 16 Prozent der Eltern auf Hausmittel wie Wadenwickel zurückgreifen.

Diese Entwicklung kann ich aus der Praxis nur bestätigen. Eltern denken bei Fieber ihrer Kinder erst einmal an ”Fieberzäpfchen!”. Und das möglicherweise ihne jeden Grund. Viele Eltern können trauen sich überhaupt nicht mehr zu zu beurteilen, wie gravierend das Fieber überhaupt ist.

Da kommen Eltern teilweise mit einem quietschfidelen Kleinkind mit Schnoddernase und erhöhter Temperatur (38°C) – meinen aber, das Kind habe hohes Fieber… 

Die Studie stellte übrigens weiter fest: Häufig wird sich auch zu unbedacht aus dem Arzneischrank bedient. 43 Prozent der befragten Eltern verabreichen Medikamente, ohne zuvor einen Arzt zu fragen. Zudem gibt es aktuell nicht genug Arzneien, die eine spezielle Behandlung von Kindern ermöglichen.

Zwangsläufig liegt der Anteil Kindern verschriebener Medikamente, die nur für Erwachsene geeignet sind, bei bis zu 20 Prozent, in Krankenhäusern sogar bei fast 60 Prozent. Der Kinderarzt Professor Wolfgang Rascher verdeutlicht die Konsequenz der auf dem Beipackzettel fehlenden Dosierungsempfehlung für Kinder: „Dann sitzt die Mutter am Küchentisch und teilt Tabletten mit dem Küchenmesser”.

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Patientenrisiko: Medizinische Abkürzungen

Montag, 11. Januar 2010 13:23

Die Britische Medical Defence Union (MDU) warnte kürzlich vor erheblichen Patientenrisiken durch den missverständlichen Gebrauch medizinischer Abkürzungen. Die MDU beruft sich hierbei auf veröffentlichte Studien aus Großbritannien und den USA, und verweist auf Ursachen wie fehlerhaftes Lesen, mangelnde Kenntnis medizinischer Abkürzungen, sowie die problematische Mehrfachbedeutungen von Abkürzungen.

Dr. Sally Old, gerichtsmedizinische Gutachterin der MDU, berichtete von zwei Patientenfällen. Einem Diabetes-Patienten wurde versehentlich die 10fache Dosis an Insulin verabreicht: anstatt 6IU (6 International Units) wurde die Abkürzung als 61 Units fehlinterpretiert. Der Fehler wurde rechtzeitig erkannt und der Patient versorgt.

In zweiter Fall verlief tragisch: einem 62jährigen Dialysepatienten wurde zur Behandlung einer Virusinfektion das Medikament Aciclovir verschrieben. Das erstellte Rezept lautete „Acyclovir mit HD”, enthielt also die Abkürzung HD für Hämodialysis; ein Hinweis darauf, die Medikamentendosis entsprechend der verminderten Nierenfunktion auf eine Dosis pro Tag zu reduzieren. HD wurde jedoch falsch als TD (three times daily), dreimal täglich, gelesen. Der Patient verstarb an den Folgen der unbemerkten Falschdosierung.

Beunruhigend ist auch folgender Befund: Kinderärzte, befragt nach der Bedeutung einer Auswahl fachspezifischer Abkürzungen, gaben zu 56-94% die korrekte Interpretation, wogegen Mediziner anderer Fachrichtungen nur zu 31-63% richtig lagen. Also kann ich mich auch endlich mal outen: ich verstehe die Abkürzungen auch nicht alle :-)

Bereits in 2007 veröffentlichte das Birmingham Heartland Hospital Ergebnisse einer landesweiten Studie an Kinderkliniken, aus der sich mehrere Fälle von Mehrfachbedeutung medizinischer Abkürzungen lesen. Ein Beispiel ist die Abkürzung „TOF“, welche in der britischen medizinischen Terminologie für “tetralogy of fallot”, einen angeborenen Herzfehler, aber auch für “tracheo-oesophageal fistula”, eine angeborene anormale Verbindung zwischen Luftröhre uns Speiseröhre, steht – zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder, mit möglicherweise fatalen Konsequenzen im Fall eines operativen Eingriffes zur Behebung dieser angeborenen Konditionen.

Auch ich hatte einen “Klassiker” noch in der Assistenzzeit: Zustand nach HWI. Klarer Fall von Harnwegsinfekt dachte ich - Blasentee verordnen und ab nach Hause. Ich wurde zum Glück eines bessern belehrt: es handelte sich um einen Hinterwandinfarkt.

Vertreter des Britischen Gesundheitsministeriums fordern jedenfalls Abkürzungen in medizinischen Aufzeichnungen, Verschreibungen und Behandlungsplänen auf ein Mimimum zu reduzieren: „Sie verursachen Konfusion und gefährden die Patientensicherheit“.

Dem kann ich nur zustimmen…

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Starker Ausgabenanstieg bei Arzneimitteln

Freitag, 8. Januar 2010 20:09

Wirtschaftskrise? Aber nicht doch!

Während sich Arbeitnehmer und Unternehmer sorgen um ihr Geschäft und Arbeitsplätze machen, freuen sich das Pharmakartell, äh… die Pharmahersteller und lassen Sektkorken knallen – oder vielleicht doch eher Champagnerkorken?

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) haben im Monat November des Jahres 2009 gegenüber des Monats November des Jahres 2008 durchschnittlich 10,9 Prozent mehr für Arzneimittel und Impfstoffe bezahlt!

Je nach Region liegen die Steigerungsraten dabei zwischen 6,3 und 13,3 Prozent. Da die gesetzlichen Krankenversicherungen mehr Geld in Arzneimittel investieren muss als in Impfstoffe, ist es für sie schwerwiegend, dass die Preise für Arzneimittel um 11,1 Prozent stiegen.

Die Impfstoff-Preise sind zwar “nur” um 6,6 Prozent gestiegen, jedoch machen die Arzneimittel den größten Anteil aus.

Dies zeigt sich in den letztendlichen Zahlen, in welchen stehen, dass die Gesamtkosten um 10,9 Prozent gestiegen sind. Dadurch liegt die Steigerungsrate über der zu Beginn des Jahres einkalkulierten Steigerungsrate (einkalkuliert waren 5,6 Prozent).

Da kann man doch nur noch mit dem lustigen Pharmareferenten (alias Georg Schramm) antworten:

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ADHS bei Erwachsenen

Montag, 4. Januar 2010 13:18

ADHS ist keine Störung, die man als Erwachsener bekommt. ADHS hat man schon als Kind.

Bei ADHS handelt es sich um eine neurobiologische Störung, die mit der spezifischen Art und Weise der Informationsverarbeitung im Gehirn verknüpft ist. Sie führt zu Auffälligkeiten in der Verarbeitung von Wahrnehmungen, der Fokussierung der Aufmerksamkeit und der Steuerung von Impulsen.

Eine Sicherheit der Diagnose für Betroffene bringen Klassifikationssysteme, die von der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung, sowie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt wurden. Denn einzelne Symptome der ADHS hat fast jeder, aber deshalb ist noch lange nicht jeder Mensch von dieser Krankheit betroffen. Es kommt darauf an, wie ausgeprägt die einzelnen typischen Merkmale für ADHS bei einer Person vorkommen.

Nur wer unter der Mehrzahl der folgenden Symptomen und Beeinträchtigungen im Alltag leidet, ist ein ADHSler:

Hyperaktivität, häufige Unaufmerksamkeit, emotionale Labilität, die sich in Aggressivität wie auch in Depressionen niederschlagen kann, Stimmungsschwankungen, eine allgemeine chaotische Organisation des Alltags mit den damit verbundenen Problemen und Unfähigkeiten, die Arbeit im Beruf und im Privatleben durchzuführen, starke Impulsivität, instabile Beziehungen und Partnerschaften.

Die Symptomatik von ADHS ist nicht isoliert zu betrachten, der Therapeut sieht sie immer im Kontext der Lebensbedingungen des Einzelnen. Denn die externen und internen Faktoren bedingen und beeinflussen sich zu jeder Zeit. Wichtig für eine einwandfreie Diagnose ist zudem die Feststellung, dass die Symptome vor dem siebten Lebensjahr auftraten und sich mehr oder weniger kontinuierlich in der Lebensgeschichte fortsetzen.

ADHS bei Erwachsenen ist oft nur die Spitze des Eisbergs, unter der sich die Folgeerscheinungen der Störung verbergen.

Steven Safren von der Harvard Universität (USA) entwarf ein Modell, welches sehr gut verdeutlicht, wie sich die ADHS im Erwachsenenalter weiter ausbildet und verstärkt:

Die Kerndefizite wie zum Beispiel die ständige Störung der Konzentrationsfähigkeit sind der Anfang einer Reihe von Misserfolgen in der Schule und innerhalb der privaten Beziehungen. Diese Misserfolge werden mit der Zeit immer mehr verinnerlicht, der ADHS Betroffene identifiziert sich irgendwann mit seinen Problemen und er entwickelt ein ausgeprägtes negatives Selbstbild. Dieses negative Selbstbild mündet in Depression oder Aggression, diese Gefühle wiederum schlagen sich in einem Vermeidungsverhalten und Funktionsstörungen nieder. Erwachsene mit ADHS müssen also nicht nur das alltägliche Chaos im Kopf bewältigen, sie wirken auch wie ein Magnet auf weitere Probleme.

Mehr als 50% der erwachsenen ADHS Betroffenen leiden unter einer oder sogar mehreren Begleiterkrankungen. Dazu zählen Phobien, Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch.

Die Krankheit ADHS ist die Basis, aber oft sind zunächst nur die Begleiterkrankungen sichtbar. Dabei bilden diese nur die Spitze des Eisbergs.

Eine wichtige Erkenntniss gibt es jedoch: Jeder Mensch kann lernen, trotz ADHS ein glückliches und gesundes Leben zu führen.

Zum einen bietet die medikamentöse Therapie eine wirksame Hilfe, aber auch die Verhaltenstherapie nach dem Psychologen Steven Safren und die Gruppen-Psychotherapie, die von Bernd Hesslinger entwickelt wurde, können sehr gute Erfolge aufweisen.

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Milch kann Diabetes verursachen

Mittwoch, 30. Dezember 2009 14:35

Heilpraktiker empfehlen generell keine Kuhmilch zu trinken – schon gar nicht für Säuglinge und Kinder.

Was musste ich mir nicht über die Jahre anhören! Milch sei doch so gesund! Und gerade doch für Kinder!

Wer hat das eigentlich festgestellt?

Ich jedenfalls nicht. Vielen meiner kleinen Patienten geht es besser, wenn diese keine Milch mehr trinken.

Warum Milch schädlich sein kann:

Die frühe Gabe von Kuhmilch bei Säuglingen ist mit verantwortlich für die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Da bei Säuglingen die Darmwand-Barriere noch nicht voll ausgebildet ist, können so Milchproteine ins Blut gelangen. Die Antikörper, die der menschliche Organismus gegen die fremden Milchproteine bildet, greifen dann u.a. in der Bauchspeicheldrüse die Beta-Zellen an, da sich dort ganz ähnlich strukturierte Proteine befinden. Statt der Kuhmilchproteine bekämpft der Körper somit seine eigenen Zellen – und kann so Diabetes hervorrufen.
(Studie: content.nejm.org/cgi/content/abstract/327/5/302)

Obwohl der dringende Verdacht besteht, dass Milch Diabetes verursachen kann, werden keine weitergehenden Studien finanziert – jedenfalls sind mir keine bekannt.

Da stelle ich mir doch zwei Fragen:

1. Wer von der Industrie sollte denn an so einer Studie ein Interesse haben? Mit Sicherheit nicht die Milchindustrie und die gesamte Agrarlobby, sowie die Lebensmittelkonzerne.

2. Warum werden immer noch Kuhmilchprodukte für Kleinkinder empfohlen.

Folgerungen:

1. Zumindest der dringende Verdacht, der sich aus bisherigen Studien ergibt und die im Tierversuch bestätigt wurden, legen nahe, Kindern KEINE Milch zu geben. Aber das empfehle ich ja schon seit Jahren…

2. Die Milchindustrie hat Untersuchungen beizubringen, dass Milch nicht schädlich ist und eventuell doch kein Diabetes verursacht.

3. Die Werbung “Milch ist gesund” hat sofort zu unterbleiben.

Weitere Artikel zum Thema:

Milch trinken? Ist das noch gesund?

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Gentechnik: DNA von Gen-Mais doch übertragbar

Samstag, 26. Dezember 2009 13:11

Kanadische Wissenschaftler der “University of Guelph” kamen bei einer Studie zur Wirkung des Roundup Ready Mais (Hersteller Monsanto), zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Offensichtlich wird transgene DNA von genmanipuliertem Mais auf mehrere Gruppen von Bodenorganismen – etwa Regenwürmer – übertragen. Durch den Gentechnik-Mais findet also ein horizontaler Gentransfer statt, der auf Bodenorganismen übergreift, bei denen man später transgene DNA nachweisen kann.

Es steht jedoch noch nicht fest, ob diese transgene DNA zu bakteriellen Zellen umgewandelt wird, oder in Kombination mit den Pflanzenrückständen als freie DNA außerhalb der Zellen bestehen bleibt. Man ist sich nicht sicher, wie lange transgene DNA in verschiedenen Natursystemen und auch im Bereich der Landwirtschaft erhalten bleibt und wie sie genau verbreitet wird.

Außerdem konnten die kanadischen Wissenschaftler herausfinden, dass transgene DNA innerhalb der Nahrungskette diverser Bodenorganismen nicht wesentlich abgebaut wird.

Weitere Artikel:

Glyphosat – Gifte und Gentechnik außer Kontrolle

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Das Geschäft mit wertlosen und gekauften Medizinstudien

Montag, 21. Dezember 2009 19:44

Tausende von Ärzten erhalten Geld von Seiten der Pharmaindustrie für die Mitarbeit an zumeist wertloser Forschung.

Über diesen Sachverhalt berichteten u.a. Jürgen Dahlkamp und Udo Ludwig in einem Beitrag auf Spiegel-Online bereits im Jahr 2005.

In ihrem Bericht zeigen Dahlkamp und Ludwig, wie die die deutsche Medizin-Forschung aufblüht und selbst in kleineren Orten Mediziner zum Wohle der Menschheit versuchen medizinische Fortschritte zu erzielen.

Die schlechte Nachricht der beiden Journalisten besteht darin, dass die Mediziner anscheinend nur scheinbar forschen – sozusagen gegen Scheine, Geldscheine. Dieses “Abkassieren” veranlasste das Landgericht Bochum jedoch auch dazu, dass die betreffenden Mediziner ihre ”Studien” vor Gericht wieder fanden.

Und auch vor erfundenen Arzneimittelstudien schreckt man nicht zurück. Laut Becker-Brüser (Arzt und Apotheker), sind bis zu 90 Prozent der Studien in irgendeiner Form manipuliert. 

Und dann war ja da noch der Lipobay Skandal, der Fall Astra Zeneca und Bayer Vital, die Abzocke im Fall Lucentis und so weiter und so weiter.

Aufgeschreckt durch diese Vorfälle schuf das Gesundheitsministeriumund ein Institut um diesen “Missbrauch” zu bekämpfen: das Institut für Qualität und  Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG. Dieses Institut soll Schlupflöcher schließen und den Verbraucherschutz stärken.

So gut es von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt damals auch gemeint war: nach eigenen Angaben besitzt das Institut weder die notwendigen Mittel noch rechtlichen Befugnisse dazu seinen Aufgaben wirkungsvoll nachzukommen.

Mittlerweile werden solche “Geschäftspraktiken” wie oben beschrieben als “normal” betrachtet und nicht mehr nur als “Spitze des Eisbergs in der Pharmaindustrie“. 

Erfundene Arzneimittelstudien und wissenschaftliche Erkenntnisse von beeinflussten Medizinern lassen einen hohen Umsatz und Marktwert des betreffenden Medikamentes zu.

Eine Verbesserung der Lage ist aufgrund der Hilflosigkeit des Gesundheitsministeriums und des ausgeprägten Lobbyismus der Pharmaindustrie wohl nicht in Sicht.

Den ganzen schmierigen Skandal lesen Sie unter:
spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,336730,00.html

Weitere Skandale und Ungeheuerlichkeiten finden Sie unter:
http://www.naturheilt.com/medikamentenskandal/

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Neue Erkenntnisse in der Diabetesforschung

Dienstag, 15. Dezember 2009 22:22

Vor einiger Zeit entdeckten die Berliner Forscher Diego J. Walther und Nils Paulmann einen Zusammenhang zwischen Serotonin und der Funktion der Blutplättchen.

Diesen Wirkmechanismus wiesen sie kurze Zeit später anhand der Bauchspeicheldrüse, der Pankreas, nach. Auch hier wurde eine durch Serotonin beeinflusste Ausschüttung des Hormons Insulin nachgewiesen, welches den Blutzuckerspiegel regelt.

Ein Laborversuch an Mäusen zeigte, dass eine unzureichende Menge an Serotonin in der Bauchspeicheldrüse zur Folge hatte, dass nach einer Mahzeit zu wenig lebenswichtiges Insulin in die Blutbahn ausgeschüttet wurde.

Serotonin ist ebenfalls ein körpereigenes Hormon und entfaltet seine Wirkung durch einen spezifischen Verbindungsmechanismus innerhalb der Körperzellen. In diesem Fall die sogenannten Beta-Zellen, welche für die Produktion und Ausschüttung von Insulin verantwortlich sind.

Die Berliner Wissenschaftler Diego J. Walther und Nils Paulmann lieferten Ergebnisse, dass ein fehlerhafter Verbinungsmechanismus der Hormone nachweislich für krankmachende Prozesse innerhalb des Organismus verantwortlich ist.

Im Tierversuch ließ sich zwar keine Einschränkung an Lebensquantität bei Fehlen des Serotonins nachweisen, allerdings sehr wohl an Lebensqualität.

Diese Erkenntnis soll nun auf den Menschen übertragen werden und dabei helfen, neue Therapien zu entwickeln und auch Folgeerkrankungen bei Diabetikern zu verhindern.

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US-Parlamentarier: Marionetten der Pharmaindustrie?

Dienstag, 8. Dezember 2009 14:34

Kürzlich wurde in den USA ein erneuter Fall bekannt, der die politische Macht der Pharmakonzerne auf erschreckende Weise demonstriert: Insgesamt 42 Parlamentarier äußerten sich in ihren Mitschriften nach der Debatte zur Gesundheitsreform erstaunlich übereinstimmend in Bezug auf den Markenschutz von biotechnologischen Produkten.

So deckte die New York Times (NYT) am 15. November 2009 auf, dass mehrere Kongressteilnehmer ihre schriftlichen Protokolle nicht selber verfasst hatten. Stattdessen stammten die Texte (oder Ausschnitte daraus), aus der Feder von Mitarbeitern des Biotechnologieunternehmens Genentech.

Dabei ging es dem Pharma-Riesen aber nicht darum, den Gesetzesentwurf zu ändern. Vielmehr wollte Genetech „nur“ in den für das Unternehmen wichtigen Punkten Einigkeit aller Parteien demonstrieren. Wichtig war dem Konzern vor allem, teure biotechnologisch erzeugte Medikamente zwölf Jahre lang zu schützen, bevor Generika (also günstige Konkurrenzprodukte gleicher Wirkung) auf den Markt gebracht werden dürfen.

Eine Email-Nachricht eines Top-Lobbyisten, die der NYT vorliegt, ermahnte die Kollegen, sich freundlich, aber sehr energisch parteiübergreifend so viele unterstützende Statements wie nur möglich zu sichern. Das scheint gelungen, denn sowohl 22 Republikaner als auch 20 Demokraten übernahmen Teile der für Genetech günstigen Textpassagen – und das, obwohl sie in vielen anderen Punkten absolut unterschiedlicher Meinung waren!

Zuvor hatte Genetech laut NYT bereits hohe Wahlkampfspenden an Mitglieder des Repräsentantenhauses gezahlt. Die Tochtergesellschaft des Schweizer Pharma-Konzerns Roche bestreitet allerdings einen Zusammenhang zwischen den Spenden und den Aufzeichnungen der Politiker.

Um zu sehen wie im Pharmabereich gearbeitet wird empfehle ich die Beiträge zu lesen und sehen:

Das Pharmakartell – Wie wir Patienten belogen werden

Fälschungsskandal in der Schmerzforschung

Verflechtungen im Fall der Grippeimpfstoffe

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Aktuelle Studie: Ist “schöne Haut” wirklich attraktiver?

Donnerstag, 3. Dezember 2009 10:37

Ist schöne Haut wirklich attraktiver?

Forscher der Universitäten Bristol und St. Andrews wollten es genauer wissen…

Diese haben herausgefunden, dass die Farbe des Teints durchaus eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Attraktivität eines Menschen spielt. 54 Männer und Frauen sollten am Computer mithilfe einer bestimmten Software die Gesichtsfarbe von Frauen und Männer derart verändern, dass sie möglichst gesund aussah. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer des Versuchs eine helle Hautfarbe mit gelblicher oder rosiger Tönung bevorzugten.

Dr. Ian Stephen von der Universität Bristol hatte in früheren Versuchen bereits nachgewiesen, dass Menschen besonders gesund wirkten, die eine rosige Haut mit einem hohen Sauerstoffgehalt besaßen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine leicht gerötete Haut ein starkes Herz und kräftige Lungen signalisiert.

Dass eine gelbliche Tönung als gesund empfunden wird liegt nach Ansicht der Forscher daran, dass Obst und Gemüse einen hohen Anteil an karotinoiden Pigmenten enthalten, die krebsvorbeugend wirken und eine wichtige Rolle für den Erhalt unseres Immunsystems spielen.

Auch im Tierreich, wie z.B. bei Vögeln und Fischen spielen Rot- und Gelbtöne eine wichtige Rolle und werden bei der Partnerwahl und Balz eingesetzt. Forscher vermuten, dass hier ähnliche Mechanismen ablaufen wie bei uns Menschen.

Dr. Stephen erklärt, dass ein gesundes Erscheinungsbild der Haut eher durch den ausgiebigen Verzehr von Obst und Gemüse und einen gesunden Lebensstil zu erreichen ist als durch ausgiebiges Sonenbaden. Bei ausgiebiger Sonnenbestrahlung entsteht Melanin, ein Pigment, dass die Haut dunkel werden lässt, aber dies deutet nicht unbedingt auf Gesundheit hin.

Es war vielmehr ein heller Teint, der für die Versuchspersonen ein Indikator für Gesundheit ist. Professor David Perret, Leiter des Perception Lab an der Universität von St. Andrews, an der die Untersuchung durchgeführt wurde, ist von dem Ergebnis beeindruckt. Nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Ernährung spielt eine wichtige Rolle für das äußere Erscheinungsbild. Je mehr Gemüse und Obst man verzehrt, desto attraktiver wirkt man.

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