Medikamente & Wechselwirkungen – ein Fall für evidenzbasierte Unkenntnis

Die „evidenzbasierten Statistiken“ der medizinischen Wissenschaft beweisen uns immer wieder, dass alte Menschen häufiger und schwerer an Krankheiten leiden als jüngere Zeitgenossen. Demzufolge erhalten Erstere auch ein erhöhtes Maß an medizinischer und vor allem medikamentöser Fürsorge.

So könnte man sagen: Je kränker ein Mensch ist, desto mehr Medikamente muss er einnehmen. Von daher ist es logisch, dass vor allem ältere Menschen zum Frühstück oft einen bunten Medikamentencocktail zu sich nehmen müssen. Und da die meisten Medikamente über einen beträchtlichen Zeitraum genommen werden müssen (weil sie bestenfalls Symptome ausschalten und nicht die Ursache der Erkrankung beseitigen), liegt die Vermutung nahe, dass diese Medikamente potentiell auch Schäden (unerwünschte Wirkung = Nebenwirkung) anrichten können. Diese „Schäden“ beruhen allerdings nicht nur auf der Nebenwirkung eines einzelnen Medikaments, sondern resultieren auch von Wechselwirkungen: diese werden nämlich dadurch erzeugt, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig genommen werden.

Wechselwirkung – wechselt da die Wirkung?

Arzneimittelwechselwirkung, Interaktionen – dieses pharmakologische Phänomen kann verschiedene Gestalten annehmen. Wenn z. B. Medikament A und Medikament B eingenommen werden müssen, dann kann A die Wirksamkeit von B verstärken, abschwächen oder vollkommen lahmlegen. Aber auch auf der Seite der Nebenwirkungen können verstärkt Wechselwirkungen eintreten. So wird der Abbau (Metabolisierung) von bestimmten Cholesterinsenkern (Statine) beeinträchtigt, wenn gleichzeitig ein bestimmtes Antibiotikum eingesetzt wird. Dies führt zu hohen Konzentrationen im Blut und den damit verbundenen Nebenwirkungen und sogar zum Tod. Grund für die sich zum Teil potenzierenden Wirkungen bzw. Wirkungslosigkeit liegt in verschiedenen Faktoren:

  • Alter: Mit zunehmenden Alter kommt es zu Veränderungen in der menschlichen Physiologie. Die Leberfunktion, Nierenfunktion, Reizleitungsvermögen der Nerven oder das Funktionieren des Knochenmarks z. B. nehmen im Alter signifikant ab.
  • Genetik: Gene steuern die Produktion von den Enzymen bzw. Enzymsystemen, die den Abbau der Medikamente bewerkstelligen. Diese Gene sind jedoch nicht notwendigerweise gleich verteilt. Es gibt spezifische Verteilungsmuster auf der Erde. Das heißt, dass bestimmte Gene für die entsprechenden Enzyme kaum oder gar nicht in bestimmten Rassen vorkommen. Beispiel: Das Enzym, das den Alkohol im Blut abbaut, die Alkoholdehydrogenase, ist in Asien deutlich weniger vorhanden als in Europa. Ähnliche Zusammenhänge bestehen auch für Medikamente und deren Enzyme. Der Wissenschaftszweig, der diese Zusammenhänge erforscht und beschreibt, nennt sich Pharmakogenetik.
  • Leberkrankheiten und/oder Nierenerkrankungen: Die Konzentrationen von Medikamenten im Blut werden sich signifikant erhöhen, wenn eins der beiden Organe oder gar beide nicht mehr voll funktionsfähig sind. Belasten die Medikamente zudem noch Leber oder Niere, dann führt der erweiterte Stress zu einer weiteren Funktionseinschränkung und damit zu noch mehr Nebenwirkungen.
  • Medikamentenspezifische Faktoren: Wichtig ist hier der therapeutische Bereich einer Substanz. Bei Substanzen mit engem therapeutischen Bereich, wie z. B. Theophyllin oder Digitalis, kommt es auf eine exakte Dosierung an, da schwankende Konzentrationen schnell über und unter den wirksamen (= therapeutischen) Bereich fallen. Das wiederum hätte zur Folge, dass es mehr Nebenwirkungen ohne den therapeutischen Effekt zu verstärken bzw. keine Wirksamkeit gibt. Hier ist also der Abstand zwischen effektiver Dosis und toxischer Dosis sehr gering. Aber auch Medikamente mit breitem therapeutischen Bereich können problematisch sein. Dies ist der Fall, wenn eine solche Substanz bei nur minimaler Dosiserhöhung zu unproportional hohen Konzentrationen im Blut führt.

Diese Aufzählung von Faktoren ist im Prinzip auch für die Therapie mit nur einem Medikament gültig. Sie zeigt, wie umfangreich die Faktoren sind, die den Abbau einer Substanz bestimmen. Daraus lässt sich unschwer ableiten, wie kompliziert das Ganze wird, wenn zwei oder noch mehr Substanzen im Spiel sind.

Rücksturz zur Apotheke

Wenn wir diese komplizierte Materie mit der Realität vergleichen, dann muss man betroffen feststellen, dass Mehrfachverschreibungen getätigt werden als wenn man im Karneval in Köln die Kamellen unters Volk wirft. Zu diesen „Kamellen“ gibt es inzwischen sogar zwei Studien, die vom „Wissenschaftlichen Institut der AOK – WidO“ durchgeführt worden sind. Ergebnis der beiden Studien: Circa 25 Prozent der über 65-Jährigen nehmen fünf(!) und mehr Medikamente täglich ein. Eine Reihe von Patienten bekommen einen Medikamentencocktail verschrieben, der mehr schadet als nützt und möglicherweise sogar mit dem Tod enden kann. Dazu kommt dann noch, dass rund 20 Prozent der über 65-Jährigen das eine oder andere Medikament aus dem Cocktail einnehmen müssen, das für ihre Altersgruppe denkbar ungeeignet ist. Kaum einer der Betroffenen weiß um die Tatsache, dass so ein Medikamentencocktail mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Nebenwirkungen führt. Wenn dann noch frei verkäufliche Medikamente, wie z. B. gegen Husten, Fieber, Schnupfen etc., dazukommen, dann kann selbst die beste Leber leicht die Übersicht verlieren. Dass dies keine Ausnahme ist, belegen die beiden bereits erwähnten Studien der AOK, die feststellten, dass ein Drittel der Patienten mit Mehrfachverschreibungen zusätzlich noch auf rezeptfreie Medikamente zurückgreift.

Prof. Georg Hempel von der Universität Münster hat bei seinen Nachforschungen feststellen müssen, dass in Pflege- und Altenheimen über die Hälfte der Bewohner gesundheitliche Probleme aufweisen, deren Ursache in den eingenommenen verschreibungspflichtigen Medikamenten liegt. Weiter stellte er fest, dass bei 10 Prozent der Betroffenen die gesundheitlichen Probleme so ausgeprägt waren, dass „ein Handlungsbedarf bestand“. Oder mit anderen, bösen Worten: Hier werden Menschen krank therapiert. Und anschließend wird mit den gleichen Mitteln versucht, die Kranken wieder gesund zu bekommen. Das erinnert mich an den tollen Rennfahrer, den man auf eine scharfe Kurve aufmerksam macht. Dessen lapidare Antwort ist: „Macht nix. Wenn ich die Erste nicht schaffe, dann nehme ich halt die Nächste“. Wenn ich also mit fünf und mehr Medikamenten meinen Patienten nicht gesund bekomme, dann gebe ich noch ein paar Medikamente mehr. Als wenn die Gesundheit der Menschen von der Menge der eingenommenen Tabletten abhängig wäre.

Aber weder Patienten, noch eine große Anzahl von Ärzten sind sich anscheinend bewusst, dass solche Mehrfachverschreibungen ein Spiel mit dem Feuer ist. Es herrscht auch immer noch die irrige Ansicht, dass Viel viel hilft. Je kränker der Patient ist, desto mehr Medikamente hat er einzunehmen, und umgekehrt. Dass dabei vor allem ältere Menschen, aufgrund der nachlassenden Fähigkeit des Organismus, Substanzen abzubauen, keine Dosierungen von jungen Erwachsenen erhalten sollten, ist den meisten Ärzten nicht bekannt oder nicht bewusst. Ein solches Wissen ist aber unabdingbar, wenn man in Sachen Arzneimittelsicherheit einen Schritt weiter kommen möchte.

Fazit

Wenn Sie noch nicht erkrankt sind, dann können Sie das schnell ändern: Gehen Sie zum Arzt und lassen sich ordentlich viele Medikamente verschreiben. Und treten Nebenwirkungen auf, dafür gibt es ja auch wieder einige Medikamente, die auch Nebenwirkungen erzeugen, für die es dann wieder andere Medikamente gibt usw. Und die „Wissenschaft“, die immer wieder wie der Rennfahrer aus der Kurve fliegt, nennt sich „evidenzbasierte Medizin“.

Meine Empfehlung

Wenn Sie einmal checken wollen, ob Ihre Medikamente möglicherweise Interaktionen hervorrufen können, dann gibt es zwei Wege. Sie besorgen sich die „Rote Liste“ oder gehen auf folgenden Link: http://reference.medscape.com/drug-interactionchecker oder http://www.drugs.com/drug_interactions.html. Diese Wechselwirkungschecker sind auf Englisch. Ein deutsche Pendant dazu wäre https://www.versandapo.de/wechselwirkungen_pruefung.

Was tun bei Patienten, die bereits eine Vielzahl von Medikamenten erhalten? Nun, guter Rat ist teuer. Erstens: Man wird kaum einen Arzt finden der ein einmal verordnetes Medikament eines Kollegen wieder streicht. Der Kollege möchte sich nämlich nicht verantworten, wenn (als Folge) etwas „passieren“ sollte. Zweitens: Das Absetzen von Medikamenten kann zu Problemen führen und die sind ambulant (wenn der Patient dann alleine zu Hause ist) nicht zu kontrollieren – bei sehr betagten Patienten schon gleich gar nicht. Deswegen lautet der Rat ja auch immer: „Setzen Sie keine Medikamente selbst ab, sondern nur in Absprache mit Ihrem Verordner.“ Ich empfehle bei „verworrenen Fällen“ (in denen bereits zahlreiche Medikamente im Spiel sind) nach einer Klinik zu suchen, sich dort stationär aufnehmen zu lassen und dann dort kontrolliert die Medikamente abzusetzen. Dazu braucht man Profis, die sich damit auskennen. Ich habe es bereits erlebt, dass vermeintlich „demente und verworrene“ Patienten danach wieder „wie immer“ waren. Um es aber erst gar nicht so weit kommen zu lassen, halte ich es für notwendig genau zu prüfen, welche Medikamente man nehmen möchte / kann und welche Alternativen es gibt. Und das ist auch genau ein Grund dafür, warum ich auch hier im Internet schreibe und schreibe…

Mehr dazu in den Beiträgen:

Medikamente – Nebenwirkung TOD

Medikamentenskandale

Die “bösen Buben” der Pharmaindustrie beim Schummeln erwischt

Weitere Beiträge finden Sie in diesem Blog in der Kategorie Medikamente und in meinem Yamedo Blog in der Kategorie Medikamente.

 

Datum: Mittwoch, 13. Februar 2013
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25 Kommentare

  1. 1

    Hallo,

    was halten Sie vom Wechselwirkungs-Scanner der Apotheken-Umschau?
    Gerade für Naturheilkundliche und Homöopathische Mittel fehlt mir eine passende Möglichkeit, Wechselwirkungen zu vergleichen.

    Beste Grüße

    Antwort René Gräber:
    Den von der Apotheken Umschau habe ich mir noch nicht wirklich angesehen. Seit ich Berichte gesehen habe, wie bei der Apotheken Umschau gearbeitet wird verfolge ich deren Präsenzen nur am Rande.

  2. 2

    Sehr geehrter Herr Gräber,

    auch mich interessiert obige Frage sehr. So reicht für mich der Medikamentencheck der Apotheken-Umschau nicht mehr aus, da ich einige Präparate mehr einnehmen muß. Inzwischen hat mein Hausarzt nichts mehr dagegen, daß ich die Einnahme der Blutdruckpräparate selbst in die Hand nehme, dennoch bleibt für mich die Frage, wie ich mit dem Weglassen oder doch Einnehmen am besten vorgehen kann.
    Und, welcher der von Ihnen genannten Checks bei umfangreichen Cocktails noch zuverlässige Angaben macht.

    Antwort René Gräber:
    Als Heilpraktiker beschäftige ich mich seit jeher „eigentlich“ nur mit der Naturheilkunde, Fitness und „Alternativen“. Leider muss ich mich zunehmend mit der Pharmakologie auseinandersetzen, aber: wofür haben wir denn dann die Ärzte und die Apotheker? Ich empfehle durchaus mal einen Apotheker zu befragen. Da gibt es durchaus sehr engagierte Kollegen… Ich befrage in gravierenden Fällen einen Bekannten, der Pharmakologie an einer Universität unterrichtet.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen im voraus.

  3. 3

    Hallo Lina,

    ich halte von der Apotheken-Umschau an sich nix. Denn das ist ein einziges Werbeblättchen für die Medikamentenlobby. Die Artikel sind so mit Werbung verbunden geschrieben, dass die Menschen, die dem Blättchen Glauben schenken, dazu animiert werden, Mediakmente zu kaufen. Ganz nach dem Motto, Symptome zu unterdrücken. Beispiel: Thema Sodbrennen. Dann wird daneben für Rennie geworben. „Nur ein Rennie genügt“ – aber Halllooooo!!! Wer häufig mit Sodbrennen zu tun hat, kann ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten haben. Wird vielleicht im Artikel erwähnt. Aber alles in allem ist es so aufgemacht, dass die Menschen nicht weiter forschen, sondern zu ihrer Apotheke rennen und Rennie kaufen. Apotheken.Umschau hat auch ein Medikamentenkatalog, wo Inhaltsstoffe aufgelistet sind usw. Aber habe es häufig erlebt, dass die Zutatenliste unvollständig ist, nur als Beispiel.

    lg, Cecilia von „Eat The Rich“

  4. 4

    Es gibt Apotheken, die Medikamente auf Wechselwirkungen prüfen. viele Ärzte wissen wenig über Wechselwirkungen. Ansonsten mein Rat: so wenig wie nur irgend möglich Chemie-Medikamente nehmen. Lieber auf Naturheilmittel zurückgreifen wenn möglich. Die Natur hat für alles etwas zur Hand. Die Pharmaindustrie ist nicht an Heilung interessiert, sie wollen Kohle machen. Und auf fremde Stoffe ist der menschliche Organismus nicht eingestellt. Also weniger kann manchmal mehr sein.

  5. 5

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    seit Jahren nahm ich Cholesterinsenker (Simcora 80! später Inegy 10/40.Nach akuten Muskelproblemen im rechten Bein habe ich mich geweigert dies Medis weiter zu nehmen. Mein Arzt hatte Verständnis (wegen Wohnortwechsel bin ich bei einem andere Arzt)- und siehe da, die Beschwerden sind nahezu wie weggeblasen. Nur scheint mir eine Muskelschwäche „zurückgeblieben“ zu sein. Ob sich die Muskeln wieder erholen? Könnten sie mir bitte diesbezüglich Auskunft geben? Meine Lebensqualität ist wieder da,ich bin wie neu geboren!
    Vielen Dank, mit freundlichen Grüssen.

    Antwort René Gräber:
    Ich sehe die Statine (Cholesterinsenker) extrem kritisch. Siehe auch mein Report: http://renegraeber.de/Cholesterin-Report.html Die Beinbeschwerden (Schwäche und / oder krampfartige Beschwerden) können im Zusammenhang damit stehen. Ich habe Patienten die ich wegen ähnlicher Beinschmerzen behandelt habe und als letzte „Diagnose“ von mir nur noch eine bleibende Nebenwirkung durch dauerhafte Statineinnahme vermutet werden konnte. Aber um das genau zu klären empfehle ich Therapeuten vor Ort aufzusuchen.

  6. Oregano von Symptome.ch Forum
    Freitag, 15. Februar 2013 15:51
    6

    Obwohl man annehmen sollte, daß längst bekannt ist, daß SeniorInnen oft viel zu viele Medikamente einnehmen, und zwar verschriebene und nicht verschriebene, scheint sich dieses Wissen immer noch nicht wirklich verbreitet zu haben.

  7. 7

    Gerade im Bereich der sogenannten „Volkskrankheiten“ werde ich das Gefühl nicht los, dass da leichtfertig die Gesundheit von manchen Patienten auf’s Spiel gesetzt wird .. ich meine damit die kleinen „Gebrechlichkeiten“ die dann damit abgewiegelt werden, dass man sagt .. das ist nun mal so und nicht so schlimm, dafür ist ihr Wert „XY“ aber im Normbereich.
    Es wird sehr gern vergessen, dass m.E. jeder Mensch sich sehr vom anderen unterscheidet und durchaus einen ganz anderen Normbereich hat, jeweils auf die momentane Lebenssituation bezogen.
    Kaum ein Arzt fragt, wie fühlen sie sich, wie gestalten sie ihr Leben, haben sie Freude an all dem was sie tun, fühlen sie sich unter einem eigenen Zwang usw. usw.
    Vielfach könnten bei einem beratenden Gespräch die Verschreibungen für möglicherweise „unnötige und nachteilig wirkende“ Medikamente entfallen.
    Die Menschen kann man nicht einfach in eine Norm stecken und das finde ich an Ihren Ausführungen wirklich Spitze, sie versuchen an die Ursachen zu gehen, den Menschen sich selbst bewußt zu machen, Eigenverantwortung zu übernehmen für das wichtigste Gut … das Leben an sich … und das mit Hilfe der Natur, die sich nur selten bis gar nicht Fehler leistet.

    Vielen Dank für Menschen wie Sie

  8. 8

    Ich finde ihren Beitag wieder ganz super. Ich kann für mich nur feststellen, dass man es gar nicht soweit kommen lassen soll! Ich (67) habe vor rund 30 Jahren schon meine Ernährung total umgestellt. Dafür darf ich heute DANKE sagen, dass ich einen vollkommen gesunden und schmerzfreien Körper habe und Mdikamente sind mir unbekannt. Die Natur bietet uns ausreichend und genug Möglichkeiten etwaige kleine Korrekturen zum Wohlbefinden vorzunehmen. Ich muß auch sagen, dass ich einen ganz tollen praktischen Arzt habe mit dem ich REDEN kann und der mir auch nicht böse ist, wenn ich meinen eigenen Weg gehe.
    DANKE Herr Gräber für ihre hilfreichen Beiträge!!!

  9. 9

    Hallo!

    Danke, für Ihre tollen Beiträge. Sie regen zum kritischen Denken und zur Rückkehr zur Eigenverantwortlichkeit an. Nicht blind vertrauen, dank Internet ist es möglich, sich SELBST zu informieren und zu entscheiden!

  10. 10

    Sie sprächen mir buchstäblich von der Seele.
    Nach Aortendissektion habe ich ein Stent bekommen. Mein Blutdruck war nicht zu stabilisieren. Ich habe dann elf verschiedene Medikamente bekommen, wo manche waren zwei oder drei mal täglich zu nähmen. Also bis zwanzig Tabletten täglich. Nach gewisser Zeit fiel ich in starke Depressionen. So war der Anlass für weitere Medikamente. Das war der reinste Wahnsinn!!!

    Ich war nur am Tabletten schlucken und ging mir immer schlechter. Letztendlich hat mein Körper selbst die Initiative ergriffen. Mein Körper hat einfach nichts mehr behalten wollen. Alles wurde „oben“ oder „unten“ rausgeworfen. (Durchfall und Erbrechen). Als Reaktion von Ärzten war Darmspiegelung geplant. Ich saß zuhause vollkommen deprimiert und dachte „die wollen mich fertig machen“.

    Letztendlich hab angefangen selbst die Medikamente zu sortieren und reduzieren. Im Moment nähme ich nur vier Medikamente und bin einiger Massen stabil.

    Ich bin bodenlos enttäuscht von den Ärzten. Hab kein Vertrauen mehr. Ich fühle mich als Opfer von Geld-macherei der Medizin. Nie ein gutes Wort, oder Trost… nur schnell Tabletten verschreiben und Heim schicken.

    Übrigens hab selbst raus gefunden dass mehrere Medikamente durften nicht mal zusammen angewendet werden. Daher kam die Unverträglichkeit. Das ist so was von Verantwortung los! Was geht in den Köpfen von den Menschen („Ärzten“) vor? Wie können sie noch ruhig schlafen? Es ist doch reine Körperverletzung!
    Sorry, aber ich empfinde nur noch Wut und Enttäuschung.
    Liebe Grüße
    Monika

    Antwort René Gräber:
    Die Antidepressiva sehe ich noch kritischer als die Cholesterinsenker (siehe Kommentar oben): http://www.naturheilt.com/medikamente/antidepressiva.html

  11. 11

    Sehr geehrter Herr Gräber,
    mit Interesse lese ich eben Ihre neuste Newsletter. Und schon kann ich bestätigen dass es schlimm ist, wenn man Medikamenten Cocktails einnimmt. Ich habe seit ca. 6 Wochen „Xarelto 20 mg. Verschrieben bekommen. Dazu muss ich noch Novalgin und Ibupfren einnehmen, gegen meine Schmerzen. Plötzlich setzt bei mir Schwindel ein und das schlimmste, ich habe sehr starke Magenschmerzen bekommen. Ich habe das Medikament sofort abgesetzt und seit einigen Tagen lassen die Beschwerden merklich nach.Habe einen Termin bei meinem Hausarzt gemacht und werde mit Ihm über alternativen sprechen. Mal schauen was dabei herauskommt.
    Vielen Dank für die Offenheit.

  12. 12

    Hallo Kollege,

    vielen Dank für diesen Beitrag, den ich gerne an meine Patientinnen und Patienten weitergegeben habe!

    Grüße aus Berlin
    Jutta Bruhn
    Heilkundliche Ernährungsberatung

    Antwort René Gräber:
    An dieser Stelle muss ich (mal wieder) ein ganz großes „Danke-Schön“ an alle Leserinnen und Leser sagen! Vielen Dank für Ihr Vertrauen und die Unterstützung!

  13. 13

    Guten Tag,

    Aricept und Axura… kann man damit wirklich Alzheimer aufhalten.???
    Habe beides abgesetzt in Absprache mi einer naturheilkundlichen Ärztin und versuche es alternativ mi Ginseng Präparaten und, animiert durch Ihren Artikel „Die Alzheimer Lüge“, mi Astaxantin (12mg proTag) und Krillöl-Kapseln. Mindestens ist keine erkennbare Verschlechterung im Zustand der betroffenen Person eingetreten. Dauer der alternativen Behandlung jetzt ca. 4 Wochen.
    Ihre Meinung interessiert mich!

    Freundliche Grüße

  14. 14

    @ Robert
    Ein guter Übersichtsartikel über eine natürliche Alzheimer Behandlung beziehungsweise Prophylaxe können Sie hier nachlesen: articles.mercola.com/sites/articles/archive/2010/11/19/vitamin-b12-helps-ward-off-alzheimers.aspx.
    Der Autor Dr. Mercola hat hier zwar Astaxanthin nicht mit aufgeführt (hat er wohl vergessen), aber Astaxanthin alleine ist auch keine gute Lösung. Vielmehr empfiehlt er einen „bunten Strauß“ an natürlichen Substanzen, die im „Verdacht“ stehen, Demenz, Parkinson, Alzheimer etc. zu verhindern oder gar zu revidieren. Dies sind Kokosnussöl, Erhöhung von Vitamin-D-Konzentrationen durch Sonne oder sichere Sonnenanlagen, Folat, Omega-3-Fettsäuren und andere Faktoren, die nicht auf einer bloßen Verabreichung von Substanzen beruhen.

  15. 15

    Hallo,

    Danke für den Tipp. Gibt es die Seite auch auf Deutsch?

    Grüße

    Robert

    Antwort René Gräber:
    Leider nein.

  16. 16

    Hallo Herr Gräber,

    danke für diesen Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit Patienten jegliches Medikament und jeden Medikamenten-Cocktail widerspruchslos schlucken, wenn ihr Gott in Weiß es ihnen verschreibt.
    Kommen diese Menschen irgendwann als austherapiert beiseite geschoben zu den alternativen Methoden und Wegen, soll plötzlich alles mit unendlich vielen Studien, etc. belegt werden.
    Wobei ich den Verdacht nicht los werde, dass unser Kassenkonzept diese Haltung fördert. Würden Patienten sehen und anteilig selber zahlen müssen, was die konventionellen Therapien kosten, kämen sie womöglich auch eher auf die Idee, mal nachzufragen.

    Mein persönliches Aha-Erlebnis, als ich noch etwas an Ärzte glaubte, war die Verschreibung eines Antibiotikums, dass ich 10 Minuten vorher auf dem üblichen Fragebogen zum ersten Besuch bei einem neuen Arzt als Ausschlußpräparat wegen Allergie angegeben hatte.Kein weiterer Kommentar.

  17. 17

    Hallo, Herr Gräber,
    liebe Frau Heumann,

    Es ist genau so, wie beschrieben und noch schlimmer, denn als Patient/Betreuer kämpfst du gegen Windmühlen!
    Meine Oma (sie nahm bis zum 85. Lebensjahr nur ihren Blutdrucksenker -ab Anfang 70- und schonmal ein Magenmittel) hatte recht: Geh zum Arzt und du kommst kränker wieder raus, als du reingegangen bist.
    Dann, als sie mit 86, fast blind (AMD) + mit beginnender Demenz, ins Altenheim kam, war sie ausgeliefert: der Hausärztin, dem Neurologen und auch dem Pflegepersonal.
    Als bei meiner Oma eine CNI manifest wurde und der kranke Organismus Unruhezustände produzierte, wurde sie ohne mein Wissen und Einwilligung mit Psychopharmaka und Tranquillizern „behandelt“; was ich erst merkte, als ich mich über die v.a. psych. Veränderungen wunderte.
    Auf meine Bitte, wenigstens etwas zu reduzieren, kam es, ja, zum Zank mit der Hausärztin, die doch eigentlich der vertraute Ansprechpartner sein sollte!
    Der Neurologe war zum Glück offener – seine Ansicht: nicht von mir verordnet + zuviel, ich setze ab. Leider war er zu offen, denn auf jeden Anruf (er kam nur aller 4-6 Wochen zur Visite) des Pflegepersonals setzte auch er wieder etwas an. Und die nur scheinbar „ausgebremste“ Hausärztin noch mehr! Folge: immer mehr Unruhe, Ängste und v.a. Verwirrung, was mit Alzheimer begründet wurde – ich glaubte eher von dem Medi-Cocktail, war daher immer am Ball, zu erfahren, was meine Oma bekommt, wie es wirkt (hatte dabei sehr gute Unterstützung von meinem Apotheker, der entsetzt war – aber eben nicht der Arzt ist!) + dass die Mittel verringert oder abgesetzt würden; mit dem Ergebnis nach 2 Jahren solch „kurativen“ Auf- + Abs: Die Frau ist abhängig, Klinikentzug (O-Ton Neurologe). Dort gab es Medis gegen Medi-Abhängigkeit und neue Psychomittel!!! U. a. Risperdal, das sie am Beginn schonmal nehmen sollte und was ihr „Angst vor sich selber“ verursachte (da konnte sie sich noch sinnvoll artikulieren) – und das m.W. bei älteren Menschen die Schlaganfall-Gefahr stark erhöht. Darüber war ich gerade in der Diskussion mit dem Neurologen, wg. Absetzens. Meine Oma hat das nicht mehr erlebt, erlag zuvor einem Schlaganfall mit 90 Jahren – klar konnte das in dem Alter ein natürlicher Tod sein; aber eben auch ein medikamenteninduzierter.
    Auf jeden Fall hatte meine Oma unter der Wirkung der ganzen Medis (ca. 7 versch. Mittel tgl., davon 4-5 Psychos) in den letzten 3 Lebensjahren wenig, am Ende keine Lebensqualität mehr. Wo bleibt die Menschlichkeit in der Medizin? Und der „mündige“ Patient, ist er nicht ganz abgebrüht und unsensibel, ist in dem ganzen System nach meiner eigenen Erfahrung ein Hohn!

  18. 18

    Guten Morgen an Alle, die hier vertreten sind!

    Ich habe aufgrund meiner Anfrage bezüglich „Behandlung von Alzheimer“ einen Tipp für die einen Beitrag „http://articles.mecola.com..“ bekommen. Mittlerweile ist der Beitrag übersetzt. Ich finde ihn gut und schlüssig und habe bereits bei „Greenleaves“ in Holland den empfohlenen „bunten Strauß an natürlichen Substanzen“ bestellt. Da sich bei der betroffenen Person nach Absaetzung von Aricept und Axura bereits durch die Verabreichung (natürlich in enger Absprache mit einer naturhelkundlichen / TCM-erfahrenen praktischen Ärztin (gebürtige Chinesin) von Ginseng, Astaxanthin und Krillöl sowie Akkupunkur nach meiner Einschätzung etwas posistiv bewegt, bin ich auf die weitere Entwicklung durch die Gabe von höher dosiertem B 12 und B 6 sowie Folsäure (wie in dem o.g. Beitrag empfohlen) gespannt.

    Feundliche Grüße an Herrn Graeber und alle Interessierten

  19. 19

    Hallo Herr Gräber,
    ich habe mir vor einiger Zeit Ihren Newsletter aboniert, da ich als Apothekerin auch gerne naturheilkundlich arbeite. Auch wir Apotheker können für Patienten Wechselwirkungen erarbeiten, nicht nur die Versandapotheken. Es wird nur zuwenig nachgefragt und wenn man mal Patienten anspricht, wird häufig abgewiegelt, dass der verordnende Arzt Bescheid wisse. Spricht man den Arzt direkt an, bekommt man lapidare Antworten.
    Und jetzt zur Grippezeit will kein älterer Mensch auf sein Grippekombipräparat verzichten, obwohl wir intensiv beraten. Macht das auch die Versandapotheke, die mit gerade diesen Mitteln Werbung macht?
    Ihre Apothekerin für Naturheilkunde und Homöopathie
    Antje Scheel

  20. 20

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    Heute gehe ich zum Arzt, denn der muss auch Leben, der verschreibt mir was den die Pharmaindustrie muss auch Leben, das kaufe ich in der Apotheke ,denn die müssen
    auch Leben…. und dann schmeiß ich das ganze Zeug weg, denn ich will auch
    L E B E N

    -Luisa Francia –

  24. 24

    […] Medikamente & Wechselwirkungen – ein Fall für evidenzbasierte Unkenntnis […]

  25. 25

    Herr Gräber, ist Ihnen die Langzeitwirkung des Cholesterinsenkers „Ezezrol 10 mg“ bekannt? Ich habe den Verdacht, saß dieses Medikament (wird seit 2001 eingenommen) für die Entstehung der Lymphatischen Leukämie (diagnostiziert in 2009, vorher war das Blutbild o.k.) verantwortlich ist. Weitere Medikamente werden nicht eingenommen, nur bei Bedarf 1-2x monatl. Ibuprofen 200mg oder Diclofenac 1 Kaps.75mg retards. Muß oder soll den Cholesterinsenker ein 68 jähriger Mann der 2x wöchentlich 45 Minuten bei 175Watt Radfahren kann und eine Stunde an Geräten trainiert und noch wandert, überhaupt dieses Medikament einnehmen?

    Antwort René Gräber:
    Ich nehme an, Sie meinen Ezetrol 10mg? Dessen aktiver Wirkstoff ist das Ezetimib, ein Cholesterinabsorptionshemmer. Die einzelnen Nebenwirkungen sind bekannt: Muskelschmerzen (bis hin zum Nierenversagen), Allergien, Bauchschmerzen, Müdigkeit und ein paar Hässlichkeiten mehr. Leukämien in dessen direktem Zusammenhang sind mir nicht bekannt. Was aber bekannt ist, dass es Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten geben kann, die auch das Blutbild zum Teil deutlich verändern können. Ob man dieses Medikament nehmen muss? Nein, man muss nicht, denn niemand kann einen dazu zwingen. Auf die Frage ob dies sinnvoll ist, möchte ich gerne mal auf mein Buch dazu verweisen: http://www.renegraeber.de/Cholesterin-Report.html
    Besprechen sie dies dann am besten mal mit dem Arzt der dieses Mittel verordnet hat.

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