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Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs mehr als umstritten

Samstag, 8. November 2008 16:33

Jährlich sind etwa 6500 Patientinnen (gem. Robert Koch Institut) von der Diagnose Gebärmutterhalskrebs betroffen. Die häufigste Variante von Gebärmutterhalskrebs ist das Zervixkarzinom.

ABER: “nur” 1,7 Prozent aller Krebstodesfälle bei Frauen entfallen nach Auskunft des Krebsforschungszentrums (DKfZ) in Heidelberg auf den Gebärmutterhalskrebs.

Auf der Seite des deutschen Krebsforschungszentrums ist zur Ursache von Gebärmutterhalskrebs zu lesen:

Heute gilt es als gesichert, dass eine Infektion mit den so genannten humanen Papillomviren (HPV) an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt ist. Doch nicht alle Untertypen dieser Virusart sind gefährlich: Nur die als Hochrisikotypen bezeichneten Erreger, allen voran die HPV-Typen 16 und 18, haben die Fähigkeit, Zellen zum unkontrollierten Wachstum anzuregen. Diese beiden Virustypen sind in über 70 Prozent der Gewebeproben nachweisbar, die aus Zervixkarzinomen entnommen werden. Damit die Zellen entarten, muss jedoch eine chronische Infektion (Persistenz) mit diesen Viren vorliegen, was nur bei wenigen Frauen der Fall ist. Selbst dann müssen die Viren im Durchschnitt über 15 Jahre in den Zellen überdauern, bis es zur Bildung eines Zervixkarzinoms kommt. Die langsame Entwicklung des Tumors trägt dazu bei, dass frühe Stadien des Gebärmutterhalskrebses rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden können.
(http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/risikofaktoren.php)

Das bedeutet: gegen 30 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs kann der Impfstoff überhaupt nichts ausrichten, weil er nicht gegen alle humanen Papillomaviren (HPV) wirkt.

Als weitere Risiken für Gebärmutterhalskrebs gelten übrigens auch: Rauchen, weitere Infektionen im Genitalbereich (Herpes, Chlamydien), die “Pille”, schwaches Immunsystem,  mit jeder Schwangerschaft. Auch dagegen hilft die Impfung NICHT.

Aber die meisten Frauen mit denen ich sprach, dachten genau das: “Mit der Impfung gibt es keinen Gebärmutterhalskrebs mehr!”

Und genau das ist falsch!

Auch geht es “nur” um Gebärmutterhalskrebs, NICHT um Erkrankungen des Gebärmutterkörpers, wie etwa das Endometriumkarzinom oder Sarkome des Uterus. Nur dagegen soll sich die Impfung als wirksam zeigen… - auch das wissen viele überhaupt nicht.

Die Euphorie war aber groß, als der Impfstoff Gardasil oder Cervarix gegen Warzenviren auf dem Markt kam. Erstmals schien eine Impfung gegen Krebs möglich zu sein.

Das “mediale” Trommelfeuer der Pharmafirmen war bereits im Vorfeld der Zulassung für den Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff groß. Nach der Zulassung des Impfstoffs ging es richtig los. In der Bild-Zeitung war im Herbst 2006 u.a. zu lesen:

“Es ist ein Durchbruch im Kampf gegen Krebs!” (…) Prof. Lutz Gissmann (Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg) hat den Impfstoff „Gardasil“ mit entwickelt: >>Die Spritze ist der sicherste Schutz vor einer Infektion.<< Damit ist Gebärmutterhals-Krebs so gut wie ausgeschlossen.
(Quelle: www.bild.de/BTO/tipps-trends/gesund-fit/aktuell/2006/10/11/krebs-s-e-x-impfung/krebs-s-e-x-impfung.html)

Die Aussage von Herrn Gissmann als Mitarbeiter des DKFZ ist in der Tat beachtlich gewesen. Prof. Gissmann hat den Impfstoff mitentwickelt und propagiert diesen im Namen des DKFZ? Ich würde gerne wissen ob und welche Mitarbeiter des DKFZ auf der Gehaltsliste des DKFZ stehen.

Im Jahr 2007 avancierte der Impfstoff Gardasil in Deutschland mit 267 Miollionen Euro zum umsatzstärksten Medikament in den niedergelassenen Praxen - obwohl Gardasil erst seit März 2007 von allen Kassen bezahlt werden muss.

Soweit hört sich das ja noch alles ganz plausibel an… Aber: bei dem Datum März 2007 gehen bei mir die Alarmglocken an!

Bis zum März 2007 lief die Kostenerstattung für Impfstoffe durch die Krankenkassen folgendermaßen: die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts bewertet den Impfstoff und gab dann eine Empfehlung ab, nach denen sich die meisten Kassen richteten und zahlten.

Seit April 2007 sieht es jedoch anders aus:

Seit April 2007 gilt eine weitere Stufe der Gesundheitsreform und die Versicherten haben keinen Anspruch auf die Erstattung einer Impfung, auch wenn diese von der Impfkommission (Stiko) empfohlen wird. Seit April 2007 darf nämlich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem Kassen und Ärzte vertreten sind, auch die Wirtschaftlichkeit einer Therapie prüfen.

Blockbuster Gebärmutterhalsimpfung: Zu hoher Preis für Gardasil?

Was den Preis für diese Impfung angeht: Gardasil bricht alle Rekorde!

Noch nie in der Medizin-Geschichte war eine Impfung so teuer: mit rund 450 Euro kostet die Immunisierung im Schnitt gut dreimal mehr als jede andere bisherige von den Kassen finanzierte Impfung.

Kritikwürdig: zum Zeitpunkt, als Gardasil auf den Markt kam, war Deutschland das einzige Land in Europa, in dem Pharmafirmen den Preis für ihre Produkte beliebig hoch festsetzen konnten! In anderen Ländern ist der Impfstoff wesentlich billiger.

Trotz der sehr hohen Impfkosten wäre diese Impfung zu empfehlen, wenn darüber ausreichend Studien und vor allem Langzeitbeobachtungen vorliegen würden.

Mangelhafte Nutzen und Risikobeurteilung für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs? 

Noch ist der Nutzen der Impfung nicht erkennbar, da noch keine Ergebnisse vorliegen, ob sie wirklich langfristig Krebserkrankungen verhindert - obwohl dies von den Medien und den Pharmareferenten ganz anders dargestellt wird.

Mehr als 100 verschiedene Warzenviren gibt es. Sie werden auch Humane Papillomviren kurz HPV genannt. Vermutet wird, dass 16 von ihnen Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Dieser Impfstoff schützt allerdings nur gegen zwei von diesen 16 Viren. Keinen Schutz bietet der Impfstoff vor den anderen 14 Viren.

Weiterhin verspricht die Impfung nur dann einen Erfolg, wenn die Mädchen vor der Pubertät, und vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden, da dann die Sicherheit besteht, dass die Mädchen noch nicht mit einem Warzenvirus (der an den Genitalien durch Geschlechtsverkehr übertragen wird) infiziert sind. Aber auch andere Infektionswege (z.B. Petting) sind durchaus möglich.

Diese junge Altersgruppe der Mädchen wurde in den Studien aber gar nicht berücksichtig, sondern auch Mädchen und Frauen im Alter zwischen 16- 22 Jahren.

Im “Arzneimitteltelegramm” ist zu lesen:

Da eine Infektion auch über die Haut erfolgen kann, können auch präpubertäre Mädchen bereits infiziert sein. Um valide Aussagen zu erhalten, hätte daher genau diese Gruppe in den Zulassungsstudien untersucht werden müssen. Stattdessen wurden - vermutlich, um rascher Ergebnisse zu erhalten - 16- bis 23-Jährige eingeschlossen. Und wahrscheinlich aus Marketinggründen wurden die Studien so konzipiert, dass als klinischer Endpunkt nur der Einfluss der Vakzine auf Dysplasien durch die enthaltenen HPV-Typen 16 und 18 festgelegt wurde und nicht auf die Gesamtrate der Zervixdysplasien.
(Quelle: www.arznei-telegramm.de)

Weiteres Problem: noch ist überhaupt nicht geklärt, ob diese Impfung eine lebenslange Immunität vor diesen Viren bietet. Auch hier sind keine langfristigen Untersuchungsergebnisse vorhanden.

Kritiker reklamieren vor allem z.B. auch für das Mittel Cervarix:

Auch fast ein Jahr nach der Zulassung umfassen die veröffentlichten Daten der entscheidenden Zulassungsstudie nur einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 15 Monaten.

Auf Grund der fehlenden Langzeitstudien und der noch offenen Frage hinsichtlich der eventuell erforderlichen Auffrischungsimpfungen und vor allem auf Grund der noch nicht endgültig geklärten Nebenwirkungen sollte jedes Mädchen im vorpubertären Alter und dessen Eltern sehr vorsichtig sein mit dieser “voreiligen Vorsorge”, die von den Herstellern der Impfstoffe massiv beworben werden.

Meine Kritikpunkte:

1. Auch bei dieser Impfung gewinne ich ganz verstärkt den Eindruck, dass hier ein Mittel in den Markt regelrecht “reingedrückt” wurde, um die Kosten-Nutzen-Analyse des Bundesausschusses ab April 2007 zu umgehen

2. Die reißerischen Berichterstattungen der Bild-Zeitung (siehe oben) und die intensiven Werbemaßnahmen der Herstellerfirma führten zu einem regelrechten Ansturm der Presse und der Patienten auf die Krankenkasse. Motto: “Zahlen Sie die Impfung - oder zahlen Sie nicht?” Als Folge zahlt die Techniker Kasse den Impfstoff Gardasil bereits BEVOR die Stiko ihre Empfehlung abgegeben hatte. Andere Kassen zogen natürlich nach. Kassenvertreter beklagen selbst: “Ein absurder Wettlauf”. Was in der Bevölkerung populär sei wird eben bezahlt…

3. Interessenkonflikte. Vom damaligen Vorsitzenden der Impfkommission, Heinz-Josef Schmitt, wird bekannt, dass er kurz vor der Empfehlung für die Gebärmutterhalskrebs-Impfung einen mit 10.000 Euro dotierten Preis des Gardasil-Herstellers Sanofi angenommen hat. Zufall? Ebenso wie die Aussage von Prof. Lutz Gissmann des DKFZ, der den Impfstoff mit entwickelt hatte?

4. Im Jahr 2007 und auch noch 2008 läuft eine intensive Werbekampagne für die Impfung - auch im Fernsehen. Das wäre insofern nicht verwerflich, sondern in Ordnung, wenn die Studienlage geklärt wäre und nicht der Eindruck entstünde, dass die Impfung das “Allheimittel” sei… Alleine zu verschweigen, dass die Impfung HÖCHSTENS 70% Prozent der Gebärmutterhalskrebstumore verhindern KANN, halte ich für …. naja …

5. Die Nebenwirkungen: von diesen ist eigentlich nur wenig bekannt - am bekanntesten sind (und werden diskutiert) zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Impfstoff Gardasil.

Und falls Sie noch nicht genug haben von diesen “Skandalen”, empfehle ich Ihnen meine “neue” Unterseite zum Thema Medikamentenskandal.

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Kopf-Hals-Tumore: nur die Hälfte der Zahlen veröffentlicht

Montag, 27. Oktober 2008 11:49

Im Zuge meiner Recherchen zu Medikamenten und dem Thema Krebs, bin ich auf immer mehr Widersprüchlichkeiten, Fehler und Irreführungen gestoßen.

Auch Irreführungen und “Schönungen” gehören dazu, wie mir bei einer Studie zu Kopf-Hals-Tumoren aufgefallen ist.

In Großbritannien wurde eine neue Bestrahlungsmethode gegen Kopf-Hals-Tumore getestet.

In den ersten Monaten schienen die Ergebnisse zu belegen, dass die neue Methode tatsächlich wirksamer als die alte ist. Merkwürdigerweise verflüchtigte sich dieser Effekt nach einiger Zeit. Der Grund dafür war, dass die Forscher der Studie nur etwa die Hälfte der Zahlen aus der Studie veröffentlicht hatten - nämlich jene, welche die Wirksamkeit der neuen Methode bestätigten, also die positiven. Die Ergebnisse, die den Erfolg nicht bestätigten, wurden dagegen nicht veröffentlicht.

Ein solches Phänomen ist leider keine Seltenheit. Werden medizinische Studien für neue Medikamente oder Behandlungsmethoden durchgeführt, die von der Industrie finanziert sind, fallen etwa 80% davon postiv aus. Wohingegen unabhängige Studien nur in etwa 50% der Fälle eine Wirksamkeit belegen.

Fälle wie dieser sind eigentlich die harmloseren ”Aufreger”. Richtige “Aufreger” finden Sie in meinem jetzt eigens angelegten Unterverzeichnis: Medikamentenskandal

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Mit Zahlen jonglieren - Beispiel Brustkrebs

Mittwoch, 22. Oktober 2008 15:15

Aus Studien zum Thema Brustkrebs-Früherkennung, hat sich inzwischen das Mammographie-Screening entwickelt.

Man geht in diesen Studien davon aus, dass das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, durch eine solche Früherkennung um 30% sinkt. Das hört sich auf den ersten Blick gut an.

Unter 1000 untersuchten Frauen waren also 2 Patientinnen, die an Brustkrebs starben. Ohne die Reihenuntersuchung starben bisher 3 Frauen von 1000.

Daraus schloss man, dass die Früherkennung 30% der Patientinnen retten kann. Das hört sich natürlich gut an, bzw. besser, als wenn man schreibt 1 Frau aus 1000.

Mammographie-Screening alle zwei Jahre nur Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren eingeladen.

Die zunehmend sehr jungen, neu erkrankten Frauen und die Frauen über 70 werden in den Statistiken der Brustkrebs-Früherkennung gar nicht berücksichtigt.

Das “Jonglieren mit Zahlen der Statistik” wird ebenso gerne angewandt, wie zum Beispiel die Methode nicht alle Zahlen zu veröffentlichen, wie ich es zum Beispiel in diesem Artikel beschrieben habe: Kopf-Hals-Tumore: Irreführende Zahlen veröffentlciht?

Mehr lesen Sie auch im Verzeichnis: Medikamentenskandal.

Thema: Allgemein, Krebs | Kommentare (0)