Betablocker: Einmal Hü – einmal Hott
Im Laufe der Jahrzehnte erlebt “man” so einiges in der Medizin. Vor allem erlebt man, dass die Erkenntnisse von gestern die Irrtümer von morgen sind.
Beispiel Betablocker. Mittlerweile sehe ich nicht nur, dass diese Dinger wie bunte Smarties verteilt werden, sondern auch das “Neue Studien” ein weiteres Spektrum zugänglich machen, das bisher (nach Studienlage) eigentlich tabu war…
Also: Worum geht es?
Das vegetative Nervensystem nimmt entscheidenden Einfluss auf das Herz und den Kreislauf. Dieser Einfluss ist nicht immer erwünscht. Um ihn zu bremsen können Betablocker mit dem gängigen Wirkstoff Metropolol eingesetzt werden. Inzwischen auch bei Patienten nach einem Herzinfarkt oder einer nachgewiesenen Herzinsuffizienz. Neuere Studien haben den Nutzen von Metropolol bei solchen Erkrankungen festgestellt und damit ältere Studien widerlegt, welche zu dem Ergebnis kamen, dass Betablocker bei solchen Patienten nicht eingesetzt werden dürften.
Hierdurch wird deutlich, das solche Studien immer nur in einem kleinen Rahmen unter Berücksichtigung der Bedingungen während der Studie brauchbare Informationen liefern können. Der menschliche Organismus ist jedoch individuell und erfüllt diese Rahmenbedingungen nur selten. Daher hat jede Studie nur vorläufigen Charakter. Ihre Aussagen sind so gut wie niemals individuell und für alle Zeiten wahr. Sie berücksichtigen weder den Menschen in seiner Komplexität noch können sie bisher unerforschte Einflussfaktoren einbeziehen. Alle Ärzte und Mediziner sollten sich dieser Tatsache stets bewusst sein.










Freitag, 5. Februar 2010 13:17
[...] Betablocker – einmal Hü, einmal Hott [...]
Sonntag, 7. Februar 2010 23:53
Sie liegen falsch. Meines Wissens gibt es KEINE Studie die belegen würde, dass ß-Blocker bei der Behandlung einer stabilen Herzinsuffizienz obsolet gewesen wären.
Man hat damals nur VERMUTET, dass aufgrund der negativ inotropen und chronotropen Eigenschaft dieser Substanz, die Anwendung dieses Medikaments WAHRSCHEINLICH kontraproduktiv wäre.
Die ersten Studien bezüglich des Einflusses von ß-Blocker auf den Verlauf einer Herzinsuffizienz wurden erstmals 1979 von Swedberg et al. durchgeführt. Mit positivem Ergebnis. Zwischen 1996 und 2001 folgten weitere Studien (u.a. die US-Carvedilol-, die MERIT-HF-, die CIBIS II- und die COPERNICUS-Studie) die den Benefit durch ß-Blocker bei Herzinsuffizienzpatienten bestätigten. Diese Meldung ist also Uralt.
Ich würde Sie bitten Ihren Beitrag mit den entsprechenden Quellen bezgl. damaliger vorhandener Referenzstudien, die von einer Anwendung von ß-Blockern bei der stabilen Herzinsuffizienz abraten, zu ergänzen.
Mich wundert es etwas, dass mir diese nicht bekannt zu sein scheinen.
Gruss
Mittwoch, 17. Februar 2010 11:02
Hallo Roland,
sie haben Recht. Die Studien sind wirklich älter. Ich habe mir in diesem Beitrag nicht die Mühe gemacht noch einmal in den Datenbanken zu forschen und bezog mich lediglich auf das neuere Anwendungsspektrum.
Mittwoch, 17. Februar 2010 22:55
Der Artikel enthält dennoch falsche Informationen, denn (Zitat):
“Neuere Studien haben den Nutzen von Metropolol bei solchen Erkrankungen festgestellt und damit ÄLTERE STUDIEN WIDERLEGT (hervorhebung von mir), welche zu dem Ergebnis kamen, dass Betablocker bei solchen Patienten nicht eingesetzt werden dürften.”
Ältere Studien zur Nicht-Wirksamkeit von ß-Blockern bei den von Ihnen erwähnten Krankheitsbilder gibt es nicht. Sie können mich aber gerne eines besseren belehren.
Freitag, 19. Februar 2010 1:44
@ Pharmavertreter Roland: Wer die Nebenwirkungen und erst recht die paradoxen Wirkungen diverser Betablocker bei Atopikern, also satte 40 % der Bundesbevölkerung, selbst erleben durfte verzichtet freiwillig auf pharmagesponsorte Studien und betreibt seine eigenen!
@ René Gräber: Die endokrine Homöostase zwischen ZNS und VNS ist nach meiner persönlichen Erfahrung mit Nepeta-cataria-Tee am leichtesten auszubalancieren. Die sensorische Reizflut, vor allem Lärm, wird positiv verarbeitet, Konzentration und Gedächtnisleistung gesteigert und die einzige Nebenwirkung ist verdächtig gute Laune.
Nachdem ich meine iatrogenen Schäden durch Antihypertonika dadurch kompesiert hatte (darunter auch sporadischen Parkinson), wurde ich mutiger und bot den Tee auch ein paar Hysterikern an: Logorrhoe (durch Coffeinabusus oder -allergie und traumabedingten Hospitalisus) sowie diverse Formen von Nervosität, Prüfungsangst, Lampenfieber etc. mit konstant einheitlichem Ergebnis: Nach dem zweiten Schluck trat Ruhe ein, dann meldete sich die Ratio zu Wort und der Dialog wurde in Bariton, Alt oder Mezzosopran geführt – statt in Falsett im Monolog. What a difference a tee makes…
Sonntag, 21. Februar 2010 19:34
Hallo Daniela,
Ich bin weder Pharmavertreter, noch verdiene ich Geld mit dem Verkauf von Medikamenten. Selbst wenn es so wäre, würde das nichts an der Tatsache ändern, dass manche Aussagen von Herrn Gräber in seinem Artikel nicht korrekt sind. Ich wäre gerne Bereit meine Äußerung zu revidieren, sobald Herr Gräber entsprechende Quellen nachposten würde. Schließlich lernt man nie aus.
Außerdem geht es hier nicht um den Einsatz von ß-Blockern bei Atopikern (was übrigens eine relative Kontraindikation darstellt), sondern um die Verwendung dieser Medikamentengruppe bei Patienten mit Herzinsuffizienz.
Grüße
Roland
Montag, 22. Februar 2010 21:56
Hallo,
also das hier ist ja ein Blog und Kommentare sind erwünscht. Ich freue mich auch, wenn ich dann mal gefordert werde.
Wenn ich z.B. schreibe:
“Neuere Studien haben den Nutzen von Metropolol bei solchen Erkrankungen festgestellt und damit ältere Studien widerlegt, welche zu dem Ergebnis kamen, dass Betablocker bei solchen Patienten nicht eingesetzt werden dürften.”
In diesem Fall habe ich einen Beitrag zur neueren Studie gelesen. Die ältere “Studie” habe ich nicht mehr zur Hand – bzw. wo das berichtet war. Insofern muß ich die Antwort schuldig bleiben oder suchen.
Deswegen schreibe ich meine “Eindrücke” im Blog und trete gerne in einen Dialog und lese andere Meinungen, Erfahrungen.
Deswegen danke ich Roland und Daniela ganz herzlich für die konstruktiven Beiträge!
Samstag, 27. Februar 2010 18:49
Hallo,
ich bin eine Opfer des Medikaments Betablockers!
Beim niedrigeren Blutdruck und chronischer Astma-Bronchitis wurden mir Betablocker verordnet! Damit leide ich seit 15 Jahren an schlimmsten Nebenwirkungen: Sehkraft von 0 auf 3,75; schlimme asthmatische Anfälle; Bronchitis eine nach der anderen; Depressionen; Gewichtszunahme 35 kg; Verstopfung; Schmerzen in ganzem Körper; Vitiligo; Herzrythmusstörungen; Wassersamlung im Körper; geschwollene Beine mit Errötungen, Entzündungen; kribbelnde Hände, öfter beim auffwachen wie tot, und bin ich Hypertonikerin geworden bis zu 230! Diese Medikamente sind schlimmer als die schlimmste Drogen, weil sie dich auch abhängig machen in kürzester Zeit und geringster Menge. Wenn mann aufhören möchte wegen der Nebenwirkungen, dann steigt der Blutdruck extrem hoch!!!
Ich bin keine Ärztin, aber als eine sei 15 Jahren leidende Person würde ich laut sagen: alle Betablocker, Antagonister, AC-AT Hemmer, Diuretika haben kriminell leidende und tödliche Wirkungen.
Anmerkung René Gräber:
Das ich kein Fan davon bin Betablocker generell zu empfehlen dürfte klar sein. Dennoch sollten wir nicht so weit gehen, diese Medikamente zu verteufeln, denn diese bringen vielen Patienten eine gewisse Sicherheit. Ein Tipp für dich Milka: Du solltest einen Arzt Deines Vertrauens aufsuchen, der sich auch einmal genügend Zeit für Dich nimmt und Deine Symptome auch abklärt und diese mit Dir bespricht… Denn so ist das ja kein “Zustand”.