Fersenschmerzen - Erst die Ursachen finden, dann
Therapie
Für plötzlich auftretende oder andauernde Schmerzen im Bereich der Ferse gibt es viel verschiedene Ursachen. Der
menschliche Fuß setzt sich aus 26 Knochen zusammen, von denen das Fersenbein (Calcaneus, Kalkaneus) der größte ist.
Zusätzlich finden sich Gelenke, Bänder, Muskeln und Sehnen, die zusammen die Stabilität und Beweglichkeit des Fußes
garantieren.
Biomechanische Veränderungen im Bereich des Fersenbeins entstehen meist durch eine Fehl- bzw.
Überbelastung. Es bildet sich ein dornartiger Knochenauswuchs (Exostose) an disponierter Stelle, der zu Entzündungen und Schmerzen neigt. Hier können Übergewicht, stehende Tätigkeiten und Sport als Hauptauslöser genannt werden. Auch falsches
Schuhwerk (z.B. zu enge oder zu hohe Schuhe), rheumatische Erkrankungen sowie
Fehlstellungen (Senkfuß, Knick-Senk- oder Senk-Spreizfuß) können zur Bildung eines sog.
Fersensporns führen.
Neben dem Fersensporn kommen weitere Erkrankungen und Störungen im Bereich des
Fußes als Schmerzauslöser in Betracht, so z.B. die Fraktur (z.B. Fersenbeinbruch) oder eine
Verletzung oder Fehlstellung im Gelenk (Luxation). Bei den allgemeinen Entzündungen können die
Periostitis calcanei (Knochenhautentzündung des Fersenbeins), das Reiter-Syndrom
(bakterieller Infekt mit ausgeprägter Symptomatik, u.a. Entzündungen an verschiedenen Körperstellen) und die
Achillobursitis (Schleimbeutelentzündung im Bereich der Achillessehne) genannt werden. Die
Achillodynie beschreibt einen Fersenschmerz, der wie bei der Achillobursitis vom Schleimbeutel
ausgeht und sich vermehrt nach dauerhafter Belastung der unteren Extremität zeigt.
Der Fersenschmerz gilt auch als Frühsymptom des Morbus Bechterew, bei dem es langfristig zu einer Versteifung und
Verkrümmung der Wirbelsäle kommt.
Durch Verschmelzung angrenzender Knochen mit dem Fersenbein treten ebenfalls vermehrt Schmerzen in diesem
Bereich auf. Hierzu zählen u.a. die Coalitio calcaneonaviculare (Fusion mit dem Kahnbein) sowie
die Coalitio talonaviculare (Fusion mit Sprung- und Kahnbein).
Während der normalen Ausbildung der Knochen kommt es zu einer Verschmelzung des ursprünglich paarig angelegten
Fersenbeins (besitzt zwei Ossifikationskerne, Ossifikation = Verknöcherung). Durch bestimmte Erkrankungen oder
genetische Veränderungen (z.B. beim Down-Syndrom) bleibt diese Fusion aus, der zweigeteilte Knochen (Calcaneus
bifidus) ist anfälliger für Reize und Entzündungen und neigt zu Schmerzen.
Schmerzen im Bereich des Fersenbeins weisen unterschiedliche Qualitäten auf (u.a. spitz, dumpf, drückend,
klopfend, lokal begrenzt oder ausstrahlend). Der Schmerz zeigt sich vermehrt bei Belastung, beim Laufen oder Stehen
auf hartem Untergrund und ist gemindert im Liegen.
Die schulmedizinische Therapie zielt auf eine Linderung der Schmerzen ab. Daher steht die genaue Diagnose im
Vordergrund. Meist reichen weiche Einlagen, Gelkissen, Massagen, physikalische Therapien und Entlastungsstrategien
aus. Bei fehlgeschlagener Therapie kommen medikamentöse Schmerztherapien oder operative Verfahren (z.B. Entfernung
der Exostose, Lösen einer knöchernen Verbindung) zum Einsatz.
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